Frage von Duncan3004, 82

Meine Mutter braucht dringend Hilfe! Wie kann man ihr nur helfen?

Vor einiger Zeit hatte ich so etwas ähnliches schon mal gefragt, jedoch mich dabei auf beide Elternteile von mir bezogen. Hier soll es jetzt konkret nur noch um meine Mutter gehen, weil es wirklich mehr als Zeit wird, ihr endlich zu helfen und zwar ohne Rücksicht auf irgendwas. Warum? Weil ihr geistiger und körperlicher Zustand jeden Tag schlechter wird!

Kurz erstmal: meine Mutter, 63 Jahre, hat sich komplett aufgegeben. Sie hat jeglichen Lebenswillen/Lebensfreude verloren. Bis 2013 war alles komplett anders. Da hatte man sogar den Eindruck, sie würde einen regelrechten Höhenflug nochmal erleben, bevor der große Fall kam. Ab 2014 kam dann der große Fall. Sie baute quasi über Nacht jeden Tag mehr ab, körperlich. Und das wurde bis heute immer schlimmer.

  • Sie kann nur noch schlecht laufen. Irgendein ignoriertes Hüftproblem. Beim Gehen zieht sie ständig ein Bein nach, kommt nur noch langsam und humpelnd voran. 

  • Sie zieht sich immer mehr zurück. Hat Lust zu gar nichts mehr.

  • Sie raucht immer mehr und hat dadurch mittlerweile massive Atemprobleme. Kein lautes husten, sondern ein ständiges kurzes, schnelles atmen, als wäre man nach dem Sport aus der Puste.

  • Sie nimmt durch ihre fehlende Bewegung und der ungesunden Ernährung auch immer mehr zu. 

  • Sie ist ständig müde, träge und hat ganz müde Augen und ein aufgequollenes Gesicht. 

  • Sie baut geistig auch immer mehr ab. Man muss ihr nur mal beim sprechen zu hören oder was sie für gewisse Dinge tut, wenn sie gerad mal keine Heimat/Liebesfilme mit meinem Vater vor der Glotze guckt. 

  • Sie legt auf nichts mehr wert, lässt sich auch optisch immer mehr gehen.

  • Sie entwickelt schon paranoide Züge. Hat massiv Angst davor allein im Haus zu sein oder allein zu schlafen. Angst vor Einbrechern. Sie geht schon tagsüber jede Tür und jedes Fenster ab, schaut zig mal, ob alles verschlossen ist. Vorm schlafen gehen guckt sie jedes mal unter Bett oder steht nervös in der Nacht auf, um nochmal an der Haustür zu schauen, ob die Kette auch wirklich vor ist.

  • Sie kann sich nur noch schwer konzentrieren. Komplexes denken ist völlig unmöglich.

Wie kann man meiner Mutter nur helfen? Sie will sich nicht helfen lassen. Eine Seite weiß, dass etwas nicht stimmt. Diese Seite nimmt es aber einfach hin als wäre es selbstverständlich. Sie sagt zb: einen Rollator braucht doch jeder einmal . Die andere Seite in ihr, die sieht oder will es gar nicht mehr sehen, was wirklich los ist. Diese Seite in ihr reagiert sogar aggressiv, wenn man sie drauf anspricht.

Ich, ihr Sohn, stehe leider ganz alleine da und kann eigentlich nur zu sehen, wie es ihr jeden Tag schlechter geht, sowohl körperlich als auch geistig. Mein Vater ist das alles scheiß egal. Der freut sich sogar, dass meine Mutter nun so ist, dass sie nur noch mit ihm zusammen ihre Ruhe haben will. Mein Vater ermutigt sie sogar dazu, so zu leben, und versucht mich ständig mundtot zu machen. Problem: siehe nächste Beiträge.

Antwort
von Duncan3004, 56

Meine Vermutung erstmal, konkret, meine Mutter leidet an einer schon langen Unterfunktion der Schilddrüse.

Um da jedoch Gewissheit drüber zu haben, müsste sie zum Arzt gehen. Eine Blutabnahme würde Aufschluss bringen.

Jedoch wäre damit noch nicht das Hüft bzw Gelenk Problem angegangen. Vom schlechten Atmen mal ganz von abgesehen. Bzw es eine Kurzatmigkeit. Kein typischer Raucherhusten mal ab und zu - sondern ein ständiges, schnelles atmen/röcheln.

Klar, das ständige nervöse rauchen wird hier die Ursache sein. Und das, obwohl sie bis 2013 fast Nichtraucherin geworden war.

Dass das rauchen bei ihr wieder so extrem wurde, folgte zeitlich mit ihrem Abbau. Es braucht keinen Experten, um da den wahren Hintergrund zu sehen.

Nein, sie raucht nicht aus Spaß an der Freude. Sie raucht, weil sie nichts anderes mehr hat. Andere flüchten sich in Alkohol, sie fand in den Zigaretten ihre einzig letzte Abwechslung.

Ihr traurigen Blicke beim rauchen, oft, sehnsüchtig nach draußen ins reale Leben sozusagen, tun mir jedes mal so sehr weh.

Sie raucht mittlerweile wieder 1 ganze Packung mindestens am Tag. In der Woche bestimmt gehen Unmengen an Packungen drauf. 2012/2013 waren es noch 2-3 am Stück in der Woche oder nur in Gesellschaft mit ihren Freundinnen.

Letztes Jahr werde ich nie einen Satz von ihr vergessen. Sie sagte zu mir bzw öffnete sie sich für einen kurzen Moment - Was soll ich denn nur tun? Ich hab doch keine andere Wahl.

Antwort
von dinska, 46

Dir wird es nicht gefallen, aber egal wann es begann und wie es jetzt ist, wenn deine Mutter nicht selbst die Inatiative ergreift, dann kann ihr keiner helfen. Du kannst nichts gegen ihren Willen erzwingen und auch gegen deinen Vater nichts ausrichten.

Das Einzige was passieren wird, euer Verhältnis verschlechtert sich immer mehr und bald wirst du ein Außenseiter werden, ein Zuschauer bist du ja jetzt schon.

Es ist zwar bitter, aber es ist die Realität!

Antwort
von Sallychris, 30

Hallo Duncan,

Deinen Schilderungen entnehme ich, wie verzweifelt Du bist, doch leider wird Dir niemand mehr raten können als dinska.

So hart und herzlos es vielleicht für Dich klingt, Du kannst hier nicht helfen - entweder Du versuchst mit der Realität fertig zu werden, oder Du gehst selbst dabei zugrunde. Damit dies nicht geschieht, rate ich Dir - suche für Dich selbst professionelle Hilfe.

Alles Gute Sallychris

Antwort
von Duncan3004, 40

Dass war letztes Jahr der einzige Moment, wo sie sich in einem Gespräch kurz geöffnet hatte.

Heute ist das alles nicht mehr möglich. Gespräche sind nicht mehr möglich. Wenn, dann werde ich ignoriert oder mir wird vorgehalten, ich würde spinnen oder gleich im Vorfeld schon von meinem Vater mundtot gemacht.

Ja, so komisch es auch klingen mag, Vater hin oder her, aber den interessiert das alles nicht! Wenn, dann kommen nur dumme/lächerliche Sprüche von ihm oder er befiehlt meiner Mutter irgendwas in einem unmöglichen Ton, ohne dabei zu erkennen, dass sie gar nicht mehr wirklich kann oder Lust dazu hat.

Meine Mutter gehorcht dennoch brav aufs Wort.

Der einzige also, der meine Mutter zum Arzt bekommen würde oder sie generell ins Leben zurück holen könnte, wär mein Vater.

Nur, ihn interessiert das alles einen Dreck. Der ist nur zufrieden, wenn er seine stille und ruhe haben kann und nichts ihn stört. Und genau deswegen passt ihm das alles auch hervorragend, dass meine Mutter sich nun wortlos und widerstandslos ihm anpasst, angepasst hat. Und zwar in allen Belangen.

Mein Vater ermutigt sie sogar noch dazu statt sie mal zu ermutigen, endlich mal zum Arzt zu gehen oder generell etwas für sich zu tun.

Ich stehe also wirklich ganz alleine da. Bin wirklich machtlos. Aber das kann es doch nicht gewesen sein? Meine Mutter ist 63!

Mensch, es ist kein Quatsch. Ich spinne auch nicht oder so.

Wenn meine Mutter so weiter macht, wird sie schon bald ein Pflegefall werden. Körperlich sowie geistig. Vielleicht mit 65. Ob sie die 70 überhaupt noch schafft, kann man nur noch hoffen und beten.

Und dabei soll ich seelenruhig zu sehen, nach Aussagen einiger Leute?

Antwort
von Duncan3004, 48

 meine Mutter hat leider keinen eigenen Willen/Meinung mehr. Hört nur auf einen noch, meinen Vater!

Gibt es eine Möglichkeit, meiner Mutter irgendwie zu helfen? Und sei es nur gesundheitlich? Oder muss ich wirklich mit ansehen/akzeptieren, dass sie vermutlich nicht mal 70 Jahre alt wird, wenn alles so weiter geht oder sie zumindest sehr früh Pflegebedürftig wird?!

Gibt es ernsthafte Möglichkeiten für ihren Sohn, mich, etwas zu tun, und das, obwohl niemand auf ihren Sohn, mich, hören will?!

Meine Mutter hat sich quasi total abhängig von meinem Vater gemacht. Tut und macht nichts mehr, was er nicht auch tun würde. Sie hat keine eigene Meinung mehr und keinen eigenen Willen. Und selbst wenn, dann würde mein Vater es in Sekunden schaffen, diesen wieder zu zerstören.

Wie gesagt, mein Vater ist nun der glücklichste Mensch, weil meine Mutter nun endlich keine Widerworte mehr hat oder Widerstand leistet oder dies oder jenes mit ihm unternehmen will.

Ich bin mir sicher, dass ein Teil meiner Mutter genau weiß, was los ist. Sie aber einfach von alleine keine Kraft bzw Willen mehr hat. Ihr starkes Rauchen täglich und ihr oft trauriger Blick dabei verraten die eigentliche psychische Bedeutung dahinter.

Der andere Teil in ihr scheint leider schon verloren, da dieser Teil ein Klon meines Vaters geworden ist.

Das bedeutet aber nicht, dass ich einfach seelenruhig zu sehen kann, wie sie immer mehr abbaut und vermutlich nicht mal die 70 erreicht, wenn es so weiter geht oder zumindest frühzeitig Pflegebedürftig wird.

Man muss ihr als Sohn doch irgendwie helfen können, zur Not auch gegen ihren Willen! Oder etwa nicht?

Antwort
von Duncan3004, 36

Versteht mich nicht falsch. Bei meinem Vater kann man getrost und einfach sagen - ignorieren und ihn so leben lassen wie er will, ist er ja im Vergleich zu meiner Mutter, nur zu meiner Mutter, fit und gesund und auch geistig noch da. Der tut alles ja aus voller Absicht und liebt es wohl auch.

Einige Menschen sagten mir, genau das selbe soll ich auch bei meiner Mutter tun. Also nichts. Sie einfach leben lassen wie sie jetzt lebt.

Aber mal ehrlich, das kann ich nicht. Bei meiner Mutter ist es etwas ganz anderes, da ihre Gesundheit und ihr Geist in ernsthafter Gefahr sind. Ja man kann sagen, ihr Leben ist in Gefahr! Und da soll ich einfach wegschauen?

Es geht gar nicht so sehr um das, dass meine Mutter 60 Jahre lang, bis 2013, ein komplett anderer Mensch war. Und mit wirklich komplett anders, meine ich auch komplett anders.

Es geht mir einzig und alleine nur um ihre Gesundheit und dass es mir in der Seele weh tut, sie regelrecht beim sterben beobachten zu müssen, ohne das geringste tun zu können.

Wie gesagt, los ging es alles 2014 ca. Sie baute gesundheitlich immer mehr ab und ihr Fehler selbst war, dass einfach so hinzunehmen. Und als sie merkte, es ging nichts mehr wie früher, ab da passte sie sich meinem Vater vollends an und wurde ein Klon seiner selbst.

So entstand das alles mal!

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