Frage von Nicolai, 173

Meine Hypochondrie zerstört mein Leben

Hallo liebe Community, seit ich denken kann habe ich Angst vor dem Tod und allen Dingen die ihn verursachen können, ganz oben dabei sind natürlich Krankheiten.

Ich habe mich viele Jahre in psychotherapeutischer Behandlung befunden und nie hat sich eine Besserung meiner Situation ergeben.

Vor 2 Jahren dann bin ich aufgrund meiner Ängste in eine Sucht gerutscht und nehme nun täglich 1,2mg Subutex. Außerdem bekomme ich Doxepin, welches bei mir aber absolut keine Wirkung zeigt (so wie alle anderen Antidepressiva auch noch Wochen).

Mittlerweile ist es so schlimm geworden dass ich absolut keine Freude mehr empfinden kann. Mein Leben wird bestimmt von Angst. Panikattacken zerstören meinen Alltag und ich traue mich kaum noch aus dem Haus.

Ich bin nicht mehr in der Lage meine Symptome von Einbildungen zu unterscheiden und renne ständig nur noch zum Arzt.

Ich habe schmerzen beim schlucken, schmerzen wenn ich mich unter der Achsel berühre, schmerzen in der Leiste. Schmerzen im Bauch, schmerzen im Rücken. Ich taste den ganzen Tag meine Hoden ab aus Angst irgendwelche Knoten zu finden. Morgen wird mir ein Leberfleck entfernt und beim Gedanken an die Wartezeit bis zum Ergebnis wird mir fast unerträglich schlecht, ich fühle mich fiebrig und schlapp, oder bilde es mir ein. Dasselbe mit Heiserkeit und verschleimt sein. Ich kann absolut nicht mehr unterscheiden was real ist und was nicht und ich weiss nicht mehr wie ich da jemals wieder rauskommen soll. Ich habe Symptome, sind sie echt? Muss ich zum Arzt? Soll ich trotz Hypochondrie dauernd zum Arzt rennen auf die Gefahr hin dass ich wirklich ernsthaft krank bin und zB Krebs habe? Was wenn ich denke ich bilde es mir nur ein und in Wahrheit ist jedes Symptom realität und ich gehe aus Angst vor der Angst nicht rechtzeitig hin?

Letzte Woche wurde ein Blutbild gemacht, völlig normale Werte, dass hat mich kurzzeitig beruhigt bis zu dem Moment wo ich erfahren hab dass ein Blutbild absolut keine Auskunft darüber gibt ob man Krebs hat.

Ich schwitze nachts hin und wieder ziemlich heftig, so dass ich im Nacken nass bin und die Haare auch. Ich weiss nicht ob das von den Medikamenten kommt oder von wo auch immer.

Alles was ich will ist einfach keine Angst mehr haben.

Sollte ich in CT's oder zum röntgen?

Was würdet ihr tun? Der Angst nachgeben oder sie verdrängen?

Ich bekomme aufgrund meiner Sucht keine angstlösenden Medikamente.

Ich weiss nicht wie es noch weiter gehen soll.. ich will mein Leben zurück..

Ich bin sehr dankbar für jedes offene Ohr und jeden Ratschlag.

Liebe Grüße

(23 Jahre, m)

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Antwort
von gerdavh, 145

Hallo, warum nimmst Du denn Subutex?? Das ist ein Schmerzmittel mit unschönen Nebenwirkungen. Nämlich den Symptomen, die Du hier hast

Häufige Nebenwirkungen: Hitzegefühl, Schweißausbrüche, Benommenheit, Schwindel, Kopfschmerzen, Pupillenverengung, niedriger Blutdruck, Atemunterdrückung, Übelkeit und Erbrechen, Schwitzen.

Gelegentliche Nebenwirkungen: Allgemeine Überempfindlichkeitsreaktionen, Desorientierung, Nervosität, Depression, Psychose, Wahnvorstellungen, Persönlichkeitsstörung, Hochstimmung (Euphorie), Verstimmung, Unruhe, Erschöpfung, Mundtrockenheit, verwaschene Sprache, Koma, Zittern, Krämpfe, fehlende Muskelsteuerung, Doppeltsehen, Sehstörungen, Bindehautentzündung, Ohrensausen, Bluthochdruck, Herzrasen, Herzschlagverlangsamung, Hautblaufärbung, Herzreizleitungsblockierung (AV-Block), Atemnot, Atemstillstand, Verstopfung, Verdauungsstörungen, Appetitlosigkeit, Durchfall, nervliche Missempfindung, Juckreiz, Hautausschlag, Blässe, Nesselsucht, Blasenentleerungsstörungen

Schreib mir doch mal, warum Du ausgerechnet dieses Schmerzmittel nehmen musst. Ich glaube, Deine Beschwerden rühren davon.Da hilft es auch nicht mit einem Antidepressiva gegen diese Nebenwirkungen anzugehen. Du brauchst keine neuen Ärzte und Diagnosen, sondern nur einen Arzt, der Dir ein anderes Schmerzmittel verordnet. Um welche Sucht handelt es sich genau?? lg Gerda

Kommentar von gerdavh ,

Eine meiner Fragen an Dich, habe ich mir gerade selbst beantwortet

Buprenorphin wird auch eingesetzt, um Patienten, die von Drogen (Opiaten) wie Heroin abhängig sind, zu entwöhnen.

Was hast Du wie lange an Drogen eingenommen? Als ich vor über 30 Jahren meinen Heroinentzug hatte, habe ich vorübergehend Aponal eingenommen. Das hat mir sehr geholfen. Schmerzen in einem gewissen Ausmaß gehören zum Entzug dazu - da gibt es keine Medikamente, die das völlig unterdrücken. Das finde ich ganz richtig so, da prägt sich das besser ein, wie schlimm ein Entzug ist und man wird eher clean. Hier ein Link dazu

http://www.apotheken-umschau.de/do/extern/medfinder/medikament-arzneimittel-info...

lg Gerda

Antwort
von Marihk, 129

Hallo Nicolai,

Ich rate Dir dringend -trotz deines Zustandes- nicht zu Benzodiazepinen zu greifen. Benzodiazepine verstärken deine Angst auf Dauer und ein Entzug könnte schlimmer sein, als das, was du bisher bezüglich Suchterkrankungen durchgemacht hast.

Vertraue Deinem Körper. Du erkennst ernsthafte Krankheitszeichen und kannst sie von deinem Symptomwirrwarr trennen. Du bist aller Wahrscheinlichkeit nach körperlich gesund. Und ich gehe davon aus, dass Du das auch weisst. Deine krankhafte Angst ist aber natürlich ernst zu nehmen.

Es gibt auch Angstlöser die nicht abhängig machen, sowie Antidepressiva, die auch für Angststörungen zugelassen sind. Solltest Du nicht in psychiatrischer Behandlung sein, würde ich mich trotzdem von einem Psychiater diesbezüglich beraten lassen.

Zum Thema Psychotherapie: Vielleicht hilft ein Wechsel, auch wenn es lange dauert.

Alles Gute und viel Kraft Marihk

Antwort
von Medicus92, 116

Hallo,

du solltest dich schleunigst in psychiatrische Behandlung begeben. Eventuell ist auch eine stationäre Behandlung notwendig. Das Medikament Doxepin ist ein sehr altes Psychopharmakon und wirkt gegen Panikattacken weniger gut, als die neue modernen SSRIs - Cipralex, Cipramil, Zoloft etc.. Zu deiner Sucht gebe ich kein Urteil ab, da ich eine Sucht nicht als Krankheit sehe, sondern nur als eine Verschwendung von Ressourcen unseres Gesundheitswesen. Die Suchtentstehung ist nur eine Frage der Willensstärke!

Eine psychiatrische Invention bezüglich der Ängste halte ich für dringend erforderlich!

Gruß

Medicus92

Antwort
von anjasahlmann, 98

Angst ist eine Energieform. Frage: Wie drückst Du Deine ganzen Gefühle tagsüber außer Angst aus, vor allem Wut? Immer schön raus damit mit allen anderen Gefühle lautstark alles raus und nix unterdrücken dann dürfte sich auch die Angst verabschieden.

Außerdem: Du kannst Dir sagen: Hallo Angst, schön dass Du da bist, aber nun kannst Du auch wieder verschwinden. Das hilft auch super.

Du solltest nicht immer Arzttermine besetzen es gibt genug die dringend einen Termin brauchen und monatelang warten müssen. Irgendwann ist auch mal gut und auch Dir wird es besser gehen. Lenk Dich doch mal ab hast Du keine Hobbies?

Angst vor dem Tod ist sinnlos weil der kommt ja sowieso.

Du mußt mit Deiner Angst irgendwie vor irgend etwas anderem in Deinem Leben ablenken mit dem Du Dich partout nicht auseinandersetzen willst was kann das denn wohl sein ? ? Was wärst Du ohne Deine Angst hast Du Dir das mal vorgestellt? Sonst fange an damit! Stelle Dir Dein neues Leben bildlich vor täglich und immer!

Antwort
von doktorhans, 85

Wahrscheinlich führt kein Weg an einem stationären Entzug in einer Suchtklinik vorbei.

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