Frage von mariannewenger, 68

Mein Mann bildet sich ein, beklaut zu werden. Es fing für 3 Jahren an mit den

Mein Mann (83) behauptet beklaut zu werden. Es fing vor ca 3 Jahren an. Da waren es die Nachbarn, dann die Kinder und Besucher und seit 6 Monaten bin ich es (Ehefrau). Da ich wußte, daß die Beschuldigungen haltlos waren, habe ich dem keine Bedeutung zugemessen und auch seinen Kindern nichts davon erzählt. Nun spitzt sich aber die Situation zu. Er fordert von mir die geklauten Sachen zurück. Er ist dabei sehr agressiv, bisher nur verbal in großer Lautstärke und Gesthik. Ich habe Angst, daß sich das zum negativen verändert. Da ich mit seinem Hausarzt sprechen möchte, will ich mich erst bei Ihnen sachkundig machen. Wir wohnen in Frankreich und sind auch dort versichert. Mein Französisch ist aber nicht so gut. Ich möchte mich auf das Gespräch vorbereiten. Ich erwarte Ihre Antwort und bedanke mich sehr dafür. Mit freundlichen Grüßen M.Wenger

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Antwort
von gerdavh, 64

Hallo marianne, es ist gut, dass Du mit dem behandelnden Arzt über dieses Problem sprechen willst. Schildere ihm einfach, was Du uns jetzt erzählt hast. Hinter solchen Behauptungen könnte eine Psychose (dann sollte er in psychotherapeutische Behandlung) stehen oder beginnende Alzheimer Erkrankung. Das überlässt Du am besten dem Arzt, zu welchem Schluß er kommt und welche Therapie bzw. Untersuchungen er vorschlägt. Hier sind die Symptome bei beginnener Alzheimer: Das Wesen des Menschen verändert sich im Lauf der Erkrankung. Mögliche Erscheinungen sind Argwohn, Aggression, Depression, Ängste und Halluzinationen. Bei meiner Mutter war das leider auch so, dass sie ständig vermutete, dass ihr jemand Sachen wegnimmt und sie konnte auch sehr böse werden, wenn man darauf nicht einging bzw. sie die vermissten Dinge nicht auf der Stelle zurückbekam. Ich wünsche Dir und Deinem Mann alles Gute. Liebe Grüße Gerda

Antwort
von alegna796, 57

Liebe marianne, was Du beschreibst, ist eine typische Veränderung bei einer Demenz. Es gibt viele Formen (ca. 50) einer Demenz und Deine Beschreibung kommt einer Fronttemporalen Demenz sehr nahe. Die Anzeichen dafür sind die Veränderung der Persönlichkeit, Verhaltensveränderung, Kontrollverlust, Aggresivität, Taktlosigkeit und evtl. auch gesteigerte Sexualität. Die Behandlung und Diagnostizierung gehört in die Hand eines FA für Neurologie. Der Allgemeinmediziner kann aber einige Voruntersuchungen veranlassen, Z. B. CT und MRT. Die direkten Test zur Erkennung einer Demenz wird dann der Neurologe, meist mit der Zusatzausbildung geriatrische Demenz, vornehmen. Diese kranken Menschen zu betreuen und mit ihnen zu leben, ist oftmals sehr schwierig und geht an die Grenzen des Betreuers, zumal ja auch die Unterstellungen oftmals gravierend sind. Du solltest mit Deinen Kindern darüber sprechen, damit Du Hilfe und Unterstützung bekommst. Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft. Herzliche Grüße.

Antwort
von StephanZehnt, 37

Hallo Marianne,

ich fürchte ich kann nur Gerda zustimmen.
Ob es eine Psychose ist oder schon der Anfang von Alzheimer muss ein Arzt abklären. Wenn es sich um eine beginnende Alzheimer - Erkrankung handelt sollte man dies möglichst bald abklären.

Es fängt damit an das man Sachen irgendwo hin getan habe und sie nicht mehr wieder finde. Das hört nicht damit auf, dass man irgendwann nicht einmal mehr die Toilette findet die drei Meter weiter ist.
Das Ganze führt auch zu Aggressivität weil man sich ärgert mit normalen Dingen nicht mehr klar zu kommen. Nun Dinge die eigentlich früher automatisch gingen.

Nun Ärzte haben da einen Test - sie lassen den Patienten eine Uhr zeichnen.

http://www.alzheimer-forschung.de/alzheimer-krankheit/aktuelles.htm?showid=3159

Nun gibt es in Deutschland eine Alzheimer Gesellschaft da könnte es auch sein das die zumindest Auskunft darüber geben könnte.

In Frankreich gibt es den Verein France Alzheimer Vaucluse ( francealzheimer-vaucluse.org). da auf der genannten Seite findet man auch Kontaktdaten (E-Mail usw.).

Wenn das Französisch nicht gut ist man kann solche Seiten auch per Google. übersetzen lassen. Eine weitere Möglichkeit bei ihr einmal nachfragen ob es evtl. Selbsthilfegruppen in Frankreich gibt Heike von Lützau-Hohlbein Alzheimer Europe, Präsidentin.

Also zum Arzt und einmal abklären was da los ist. Wenn es eine beginnende Demenz ist Hilfe suchen

VG Stephan

Antwort
von bobbys, 30

Hallo,

das ist sicherlich dem Alter geschuldet und vermutlich eine Altersdemenz. Sie sollten sich schon mal ausreichend über die Erkrankung informieren. Ich wünsche ihnen viel Kraft und Geduld im weiterem Umgang mit ihren Mann. Nehmen Sie die angebotenen Hilfestellungen in ihrem Land an,denn es wird nicht leichter werden.

Alles Gute wünscht bobbys

Antwort
von Shivania, 30

Bitte besprechen Sie dieses Thema mit Ihrem Hausarzt.

Es könnte sein, dass Ihr Ehemann unter einer beginnenden Demenz, Alzheimer oder auch unter einer Depression leidet. Im besten Fall handelt es sich um ein Delir, das durch Flüssigkeitsmangel ausgelöst wird. Trinkt Ihr Mann genügend Flüssigkeit?

Unterstützung bekommen Sie von einer Selbsthilfegruppe, die Angehörige von psychisch kranken Menschen unterstützt. Bitten Sie Ihren Hausarzt, dorthin Kontakt herzustellen. Hier gibt es schon hilfreiche Informationen: http://www.psychiatrie.de/familienselbsthilfe

Antwort
von nemo78, 26

Hallo Marianne,

das hört sich alles nach einer Altersschwäche bzw beginnenden Demenz an. Dazu gehört u. a. Vergesslichkeit und Persönlichkeitsveränderungen.

Es ist gut wenn du mit dem Arzt darüber sprichst. In Selbsthilfegruppen kannst du dir auch Tipps für den Umgang holen.

Viel Glück und liebe Grüße nach Frankreich

Nemo

Antwort
von pferdezahn, 28

In diesem Alter ist das nichts aussergewoehnliches. Vergesslichkeit ist zwar normal, aber vielleicht leidet dein Mann unter Demenz oder Alzheimer, was Du aber sicherlich bemerkt haben solltest. In meinem Bekanntenkreis habe ich dies auch schon gehoert, dass die Oma oder der Opa was verlegt haben und es anschliessend unauffindbar war. Anschliessend wurde dann behauptet, dass es gestohlen wurde, auch wenn es spaeter dann immer wieder an den unmoeglichsten Plaetzen, bis im Keller, gefunden wurde. Dagegen kann man leider nichts tun.

Kommentar von gerdavh ,

Das stimmt nur zum Teil. Gegen das Fortschreiten der Alzheimer Erkrankung kann man nichts tun, aber man gegen die Symptome, wie z.B. Aggression, Depressionen und Ängste angehen. Meine Mutter wurde damals medikamentös behandelt und die Tabletten haben glücklicherweise gewirkt. Üblicherweise werden hier Psychopharmaka eingesetzt und das ist auch gut so - nicht nur die Angehörigen leiden, auch der Patient leidet ja unter seinem Verfolgswahn. Ich kann Dir versichern, dass Angehörige es auf Dauer nicht aushalten können, wenn hier nicht behandelt wird. lg Gerda

Antwort
von Mahut, 28

Der Hausarzt wird mit dir nicht über seinen Patienten sprechen dürfen, Schweigepflicht!

Spreche mal mit den Kindern des Mannes, er wird an einer Demenz leiden, die macht sich auch so bemerkbar.

Einige Patienten sind eben Aggressiv und beschuldigen andere. Aber das sollten die Kinder mit dem Arzt besprechen und nicht du, auch wenn du von dem Armen Mann beschuldigt wirst.

suche mal bei Google nach Alzheimer oder Demenz da kannst du viel erfahren

LG Mahut

Kommentar von gerdavh ,

Bei meiner Mutter war das so, dass mein Vater mit ihr zum Arzt gegangen ist, von allein wäre sie da niemals hin. Der Ehepartner wird in diesem Gespräch sehr wohl mit einbezogen, weil sie ja derjenige ist, die die Situation am besten darstellen kann. Die Kinder leben ja evtl. gar nicht mehr in diesem Haushalt. Und wenn er mit den Kindern sprechen dürfte, dann erst recht mit dem Partner. Sie ist diejenige, die mit dem Kranken zusammen leben muss. Der Patient realisiert ja gar nicht, was mit ihm geschieht und es bringt in der Regel nicht viel, wenn er allein zum Arzt geht.

Kommentar von StephanZehnt ,

Nun der Ehepartner wird schon in der Sache aufgeklärt. Denn er / sie soll ja ihren Partner dann pflegen. Man stelle sich einmal vor der Arzt sagt der Ehefrau nichts. Ja und der Patient der evtl. eine Demenz hat nimmt die falschen Medikamente bzw. eine Überdosis.

Bei schweren Erkrankungen werden immer die nächsten Angehörigen informiert.!

Kommentar von Mahut ,

Ich habe nicht genau gelesen, du bist ja die Ehefrau, entschuldige, ich war wohl etwas zu müde. ja spreche mit den Ärzten und plane was man machen kann, Hole dir unbedingt Hilfe, Aber die Kinder solltest du nicht außen vor lassen.

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