Frage von llvjs 15.06.2012

Mein 7 jähriger sohn hat adhs ...wer hat erfahrung damit?

  • Antwort von polar66 15.06.2012
    9 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Hallo ilvjs,

    auch ich bin Mutter eines inzwischenen erwachsenen Sohnes, welchem als Kind ADHS diagnostiziert wurde. Mein Sohn war 14 Jahre als ihm vom Arzt erstmals ein Medikament wie Medikinet angeboten wurde. Mein Sohn wollte dieses Medikament auf gar keinen Fall nehmen. Ich bin auf seinen Wunsch eingegangen und wir haben die Behandlung mit diesem Medikament abgelehnt. Sowohl mein Sohn (heute 26 J.) wie auch ich haben diese Entscheidung nie bereut.

    In diesem Medikament befinden sich nämlich Amphetamine, diese fallen unter das BTM-Gesetz. Amphetamin ist ein Aufputschmittel. Das erklärt auch das jetzige Verhalten deines Sohnes: ...läuft schnell um den Tisch, redet ohne Unterlass, ist nervös...ect. Er ist sehr 'aufgeputscht' durch das Medikinet. Und ob er jetzt glücklicher ist mit dem was das Medikament mit ihm macht? Ich fürchte, er ist es nicht. Doch das vermag ich nicht zu sagen.

    Medikinet kann übrigens nur 1 Baustein sein bei der Behandlung deines Sohnes. Es soll die Unaufmerksamkeit und die leichte Ablenkbarkeit sowie Hyperaktivität und Impulsivität vermindern. Es sollten deshalb unbedingt von dem behandelndem Arzt noch weitere andere Therapien angedacht werden. Eine Musiktherapie und eine Familientherapie wären wünschenswert!

    Ich wünsche euch als Familie viel Kraft und für deinen Sohn, dass du ihm mit viel Liebe begegnen kannst. GLG von polar66

  • Antwort von Pfefferminz 16.06.2012
    7 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Ich würde dich gerne auf das Kidd Syndrom aufmerksam machen und mich an deiner Stelle unbedingt an einen der Fachärzte wenden, damit diese Ursache ausgeschlossen werden kann. Alles Gute für euch.

    http://www.kiss-kid.de/seiten/kidd_syndrom.html

  • Antwort von schanny 15.06.2012
    7 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Ich selbst habe ein Referat über ADHS in der Ausbildung gehalten, diese Zeilen hatte ich als Vorwort dazugefügt. Sie sind von einem betroffenen Vater und ich finde, sie machen viel Mut und stärken jede betroffene Familie, vielleicht Dich als betroffene Mutter auch:

    Liebeserklärung an einen Hypie „Zutraulich, ohne irgendwelche Hintergedanken und Vorurteile ist der „Hypie“ an jedem neuen Morgen durch ein Lächeln und eine herzliche Umarmung für einen Neuanfang bereit. Was für eine wunderbare Eigenschaft, die ich mir selbst wünschen würde. Auch seine spontane Hilfbereitschaft, wenn er – wie üblich- ohne einen Gedanken an die Folgen für sich und andere zu verschwenden, seinen letzten Besitz fortgibt. Wie herzerfrischend ist seine übersprudelnde Freude, wenn ihm etwas gelingt und es anerkannt wird. Toll seine mitreißende Begeisterung für alles Neue, seine spontan schauspielerisch gekonnten Einlagen zu allen möglichen Anlässen (leider!? auch in der Schule). Überraschend, mit welcher Leichtigkeit und Spontaneität er zu Musik pantomimische Darstellungen vollbringt! Er produziert ständig neue, ausgefallene Ideen und Phantasien und ist glücklich und selig, wenn man dabei mitmacht. Er beflügelt unsere eigene Phantasie, wenn wir es nur zulassen. Aber wie kein anderes Kind, benötigt der „Hypie“ unsere Führung, um seine Höhenflüge zu steuern und vor allem seine Bauchlandungen zu mildern. Wirklich, ein „Hypie“ gönnt einem kaum Momente der Ruhe, er fordert rücksichtslos die letzten Kraftreserven und treibt einen fast zur Verzweiflung/ Weißglut, aber- man kann nicht anders – man muss ihn einfach liebhaben“. ( Uli Katz, 1995) Wenn Du noch mehr Informationen brauchst, kann ich Dir gerne weiter helfen. Mein Sohn ist auch ein Hypie, bei ihm ist es allerdings nicht diagnostiziert worden, aber ich befürchte, das es mir nicht erspart bleiben wird, weil er in diesem Sommer, genau wie Deiner, in die Schule kommen wird.Und er ist auch in vielen Dingen hyperakiv und ungebremst, unterbricht ständig, muss exzessiv hampeln und ist stark unfallgefährdet. Aber er bereitet uns unheimlich viel Freude, er ist zu allerhand Späßen aufgelegt, ist sehr intelligent und wissbegierig. Ich kenne als Medikament nur das Ritalin, das soll Hypis ausbremsen. Es kommt ja immer auf die ADS- Form an, welches Medikament verordnet wird. Vielleicht solltest Du mit dem behandelnden Arzt Rücksprache halten und eventuell ein anderes Medikament verschrieben bekommen. Jugendliche können sehr wohl ihre Erfahrungen mit Medis und der Erkrankung beschreiben. Es gibt eine Reihe von Interviews mit Jugendlichen, die stellen die Pharmafirmen zur Verfügung, bei denen solche Medis hergestellt werden. Da kannst Du Dir auch noch jede Menge Infos zuschicken lassen. Wichtig ist der Ausstausch mit ebenfalls betroffenen Familien, und der Rat, Dir eine Selbsthilfegruppe zu suchen, war schon sehr gut. Ich wünsche Dir und Deinem Sohn und Deiner ganzen Familie sehr viel Kraft. Du solltest alles an Therapiemöglichkeiten, was Dir angeboten wird, in Anspruch nehmen. Versuch positiv in die Zukunft zu schauen, diese Kinder sind etwas ganz Besonderes und es gibt viele berühmte Persönlichkeiten, die ADHS hatten und haben.

  • Antwort von malony 16.06.2012
    5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich
    1. Betrachte dein Kind als gesund! Es ist nur anders.

    2. Unser Schulsystem hat wenig Platz für die "anderen" Kinder, sondern funktionieren nach der Mehrheit. Das macht es für das Kind schwierig, weil es gegen seinen Bewegungsdrang geht. Sollte es an der normalen Schule nicht gehen (das wird sich zeigen), dann kann man eventuell eine Alternative in Erwägung ziehen wie z.B. eine Waldorfschule oder ähnliche Schulen

    3. Medikamente können helfen. Aber man muss wissen, dass dies nicht immer der Richtige Weg sein muss. Das Kind wird "ruhig gestellt" und nicht selten wird dadurch seine Kreativität eingeschränkt (HDAS- Kinder sind in der Regel sehr kreativ). Das kannst du beobachten. Nicht was du als angenehm empfindest muss der richtige Weg sein - sondern das Kind muss sich trotzdem, sich selbst sein können...

    4. Sorge dafür, dass sich dein Kind genügend austoben kann. Am Besten schickst du ihn sofort in einen Klub. Bei Jungs ist sehr gut Eishockey und Unihockey. Er muss sich in einer Gruppe integrieren (Sozialkompetenz), muss koordinieren können und sich auf den Schläger und Puck konzentrieren - alles Dinge, die einem HDHS-Kind helfen Stress abzubauen und "sich auf etwas zu konzentrieren" zu Trainieren.

    5. Ich wünsche dir viel Geduld und Ausdauer und Freude mit deinem Sohn! Er wird dich immer wieder überraschen und dich die Welt anders sehen lassen - lasse dich darauf ein! Setzte ihm Grenzen (auch wichtig) wo er sich darin bewegen kann, aber auch Freiheiten wo er sich entfalten kann!

  • Antwort von mariechen3 18.06.2012
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    ich glaube dann ist hier nicht das richtige forum für dich. wenn du dich mit medikamentenerfahrenen Mamis austauschen möchtest schau mal bei eltern.de vorbei oder so eine erziehungsratgeberplattform. hier bei gesundheitsfrage kann ich dir als Altergo nur den tipp geben , dein kind genau zu beobachten .was verändert sich? wie verändert er /sie sich? gibt es andere unliebsame Nebenwirkungen? ißt dein Kind normal? und v.a. gibt es Alternativen ? einen Plan B für dich und dein Kind. ? dringend Ergotherapie !!!! auch nur als Begleiterscheinung ,egal. viel Erfolg und gutes Gelingen

  • Antwort von AlmaHoppe 16.06.2012
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Hallo...

    es gibt mittlerweile ganz viele ,neue wissenschaftliche Erkenntnisse !!!

    Ich empfehle Dir einmal die folgende Seite durchzuforschen:

    www.adhs.info

    Ich glaube Du wirst hinterher um einige "neue Erfahrungen " schlauer sein !!!

    LG AH

  • Antwort von frankie17 15.06.2012
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Vielleicht wäre es sinnvoll, dich mal in einer "Selbsthilfegruppe" auszutauschen. Du bist nicht alleine mit dieser Problematik. Viele Eltern haben die gleichen Sorgen und Bedenken, fühlen sich nicht richtig beraten oder einfach überrumpelt mit der Gabe von Medikamenten. Du kannst auch mal in der Schule deines Sohnes nachfragen, welche Kinder noch "betroffen" sind und eventuellen Kontakt mit den anderen Eltern aufnehmen. Ein Erfahrungsaustausch ist in jedem Falle sinnvoll, besonders mit Eltern, deren Kinder ADHS haben und keine Medikamente nehmen.

  • Antwort von Gast 10.11.2012

    hallo bin 18 jahre mittlerweile ;) hatte damals auch medikenet genommen 40mg mit 12 oder 13 sie haben zwar aufjedenfall geholfen aber hab sie dann aber abgesetzt danach war alles besser irgendwie, ich mein ich muss es ja am besten wissen wie mein körper tickt !

    ich rate dir aber die tabletten weiter zu nehmen helfen tun sie :)

    lg

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