Frage von Unendlich31, 76

Wie kann ich meiner Tochter in der Pubertät zu mehr Selbstvertrauen verhelfen?

Hallo! Wie kann ich das Selbstvertrauen meiner 16-jährigen Tochter fördern?

Antwort
von evistie, 74

Jugendliche und Selbstbewusstsein – Ideen für Hilfen

  • Geduld wahren und Stärken betonen: Jugendliche sind nicht pflegeleicht, oft patzig und manchmal nervig, so dass man auch mal Grenzen setzen muss. Das ist durchaus OK, Grenzen gehören zum Leben, wenn sie nicht zu einengend sind. Aber verlieren sie nicht die Geduld und loben Sie die Stärken der Jugendlichen. Ruhig wiederholt. Falls sich der Nachwuchs darauf einlässt, kann er ruhig ein Stärketagebuch führen, frei nach dem Motto: Was habe ich gut gemacht?
  • Nicht mit Stars vergleichen: Die Vorbilder aus den Medien sind ebenso überzogen wie manipuliert. Zeigen Sie den Jugendlichen ihre positiven Eigenheiten, weisen Sie taktvoll auf die Manipulation von Starbildern hin. Aber behandeln Sie den Lieblingssänger/-Schauspieler mit Respekt, Schwärmen gehört dazu! Oft hilft es, den Jugendlichen aufzufordern, sich eher mit sich selbst – beispielsweise vor einem Jahr – zu vergleichen. Die Pickel sind weniger? Toll! Das ist eine realistische Referenz und kein Medienspuk.
  • Schwächen gehören zum Leben: Niemand kann alles, das kann man gar nicht oft genug wiederholen. Schwächen akzeptieren und individuelle Stärken herauszufinden, das ist immer ein Balanceakt. Loben sie den Fortschritt bei Schwächen (z.B. Mathe) immer, auch wenn die Fähigkeit vielleicht nicht überragend ist. Es zählt der Weg (die Anstrengung), nicht nur das gute Resultat.
  • Freunde sind wichtig: Erfahrungen mit Gleichaltrigen sind unverzichtbar, das ist für Eltern zu akzeptieren. Die Peer-Group ist die Referenz im Leben eines Jugendlichen und für das Selbstbewusstsein (Stellung in der Gruppe, Erlebnisse, Erfahrungen, Kontaktaufnahme) entscheidend. Nehmen Sie „die Zurückstellung“ ihrem Nachwuchs nicht krumm, aber sprechen sie ihn bei einem unguten Gefühl auf schräge Freunde an. Er wird sie verteidigen, das muss vorher klar sein.Sport: Bewegung ist immer gut und fördert die Koordination und Selbstwahrnehmung des sich ändernden Körpers. Und damit das Selbstbewusstsein. Ist Interesse vorhanden, dann ermöglichen sie, falls realistisch, die Ausübung der gewünschten Sportart. Das Interesse des Jugendlichen ist entscheidend. Es bringt im Gegenzug wenig, dem Nachwuchs eine Sportart aufzuzwängen.
  • Arbeiten sie mit den jugendlichen Interessen, die sich durchaus schnell ändern können, auch das ist normal. Was macht Spaß, wo fühlt sich der Jugendliche wohl? – das sind die Leitfragen.
  • Kontinuierliche Beziehungsangebote: Konflikte und Streit sind Teil der Pubertät. Selbstbewusstsein bei Jugendlichen entsteht auch im Konflikt über Meinungen, Rechte und Pflichten. Das ist Teil des Erwachsenwerdens. Die dramatische Rolle des Rebellen ist ebenfalls mehr als attraktiv. Und doch brauchen sie verlässliche Ansprechpartner, auch in Krisenzeiten. Thematisieren Sie Schwierigkeiten moderat und ohne sich zu verstellen („Es ist derzeit schwierig und ich bin verärgert…“). Bieten sie dem Nachwuchs dennoch die Kontaktmöglichkeit an (… aber bitte komm, wenn etwas sehr wichtig ist!“). Diese Wertschätzung hilft langfristig, auch wenn das Angebot kurzfristig vielleicht verworfen wird.

 http://www.selbstbewusst-sein.eu/jugendliche-und-selbstbewusstsein/

Antwort
von dinska, 76

Das ist ziemlich schwierig. Du kannst sie nur annehmen wie sie ist, ihr sagen was sie alles gut macht und sie in ihren Plänen und Zielen unterstützen. Es muss aber von ihr ausgehen, sie muss sich ändern und an sich arbeiten wollen. Ansonsten sieht sie das nur als Einmischung an und als Druck und wenn sie was nicht schafft als Versagen an und das stärkt ihr Selbstvertrauen gleich gar nicht, sondern verringert es noch. Sie ist jetzt in einem Alter, wo sie ihren eigenen Weg finden und gehen muss, du kannst da nur unterstützend wirken, egal was geschieht, du bist der Hafen und gibst ihr Halt.

Kommentar von Unendlich31 ,

Danke für Deinen Rat! Ja, ich unterstütze sie auch in ihren Plänen und Zielen.

Antwort
von Taigar, 61

Worum geht es denn explizit?

Fühlt sich deine Tochter nicht Wohl mit ihrem Aussehen? Mäkelt sie zu sehr ansich rum?

Oder geht es hier um das Selbstvertrauen dass sie zu introvertiert ist, Kontakte meidet, sich dies und das alleine nicht traut und und und?

Das ist nämlich ein Himmelweiter Unterschied von daher wäre es schön wenn du ein paar mehr Details nennst. Erst dann kann man dir Ratschläge geben die auch Themenbezogen sind.

Kommentar von Unendlich31 ,

Nein, mit ihrem Aussehen hat das nichts zu tun.Sie ist auch etwas introvertiert, was sie sicher auch von mir geerbt hat, sagt andererseits auch manchmal, was sie denkt. Aber vorhin z. B. als ich meine Tochter in das Internat gebracht habe, bin ich aus Versehen einen Eingang weiter gefahren (es sind mehrere Eingänge), weil es ja nun auch schon dunkel war. Wir wußten aber, welcher Eingang das ist, wo sie rein muß. Da sagte sie so, daß das von ihr Dummheit wäre. Da sagte ich dann, das ist doch keine Dummheit. Sie hat aber dabei auch gelächelt. So in dieserArt hatte ich das gemeint.

Kommentar von Taigar ,

Ich hätt den Tipp gegeben sie in einem Box Verein anzumelden, da sie im Internat wohnt wird das wohl nicht machbar sein?

Denn beim Box Training lernt man viel, nicht nur wie man kämpft sondern auch was Selbstvertrauen, Disziplin und Motivation bedeutet. Ich war früher im Teenie Alter auch eher introvertiert und ruhig, hab mich manchmal selber runtergemacht. Dann hab ich mit dem Boxen angefangen und nach einiger Zeit konnte ich mit jeglichen Situationen gut klarkommen, ich war Selbstbewusst, kam mehr aus mir raus und bin inzwischen ein sehr offener Mensch der auch klar und deutlich zur Sprache bringt wenn was falsch läuft und es geklärt werden muss.

Wenn ich in meinem Umfeld höre dass jemand kein Selbstvertrauen hat oder Schüchtern ist und und und dann empfehle ich den Leuten immer: Geht Boxen .. Niemand sagt dass se dann bei Wettkämpfen teilnehmen müssen .. Das bloße Training reicht schon .. Den positiven Nebeneffekt dass es gut für die Gesundheit ist Sport zu treiben lasse ich nicht unerwähnt.

Bzgl. deines Beispiels mit der Tür:

Meinst du sie meinte das Ernst mit Dummheit und das lächeln war einfach überspielen?

Finds toll dass du dir um deine Tochter so viele Gedanken machst. Ist leider selten geworden sowas.

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