Frage von Taigar, 4

Medikamente blind erhöhen? Alternativen?

Servus,

Vor ein paar Tagen wurde mein Event Recorder wieder ausgewertet, dieser war auch "prall gefüllt", der ganze Speicher war voll mit relativ frischen Aufnahmen. Diese hat der Event Recorder selbstständig aufgenommen ohne das ich ihn dazu animiert hab. Aufgenommen hat er deutlich tachykardie Episoden, der höchstwert lag bei einem Puls von 217, der Arzt meinte es wäre alarmierend.

Auch kam raus das mein Puls die meiste Zeit zu hoch sei was aber schon bekannt war, selbst bei der Auswertung lag er bei über 130 obwohl ich ne Zeit lang im Wartebereich saß und durch die Routine auch nicht aufgeregt bin. Der Event Recorder wurde eingesetzt um meine Probleme zu dokumentieren, es liegt jetzt auch einiges dokumentiert vor. Das Problem ist: Trotz des Event Recorders weiß man nicht WIESO diese Probleme auftreten, man tappt absolut im dunkeln.

Nun ist es so das der Arzt erstmal die Medikation erhöht hat, ich soll die Dosis erhöhen und man will sehen wie das ganze dann läuft. Wenn das nichts bringt will man Medikamentöse Alternativen durchgehen. Der Event Recorder soll jetzt auch alle paar Wochen ausgewertet werden.

Ich bekomm häufig von allen Seiten zu hören (Allgemeinmediziner, Notambulanz, etc.) dass die Medi´s die ich nehm ziemlich heftig seien und ich da vorsichtig sein sollte. Ist eine Erhöhung der Medikation wirklich sinnvoll wenn man absolut in dunkeln tappt woher die ganzen Probleme kommen? Ich weiß das man gegen die Probleme intervenieren muss da das Herz gut funktionieren sollte, aber wäre es nicht angebracht den Ursprung zu finden?

Was gäbe es für Alternativen? Wäre es eine Idee vorher ggf. eine erneute EPU zu probieren? Herzkatheter, Pulmonalvenenisolation oder sowas? Was wäre sinnvoll? Medikamente belasten den Körper ja auch, und vielleicht liegt ja auch etwas am Herzen vor was man ggf. beheben kann ohne weitere Medikation?

Bin bei dem Thema einfach sehr irritiert und da ich altersbedingt (zu jung) keinen aus meinem Umfeld um Rat fragen kann wende ich mich an euch, auch wenn ich langsam die Sorge habe ich nerv euch damit.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von GeraldF, 4

Zu viele Köche. Einer liest den Eventrecorder aus, einer verordnet die Medikamente, wieder andere machen eine EPU usw. Schauen Sie, dass das alles in einer Hand bleibt. Ein Kardiologe und Sie entscheiden gemeinsam, was zu tun ist.

Beschwerden und/oder tatsächlich prognostisch relevante Rhythmusstörungen sollten im Vordergrund stehen, sofern überhaupt vorhanden. Es wird der Patient therapiert und nicht sein Eventrecorder.

Medikamente greifen erfahrungsgemäß nie zu 100% und haben ihrerseits ein proarrhythmogenes Potential. Ablation ist invasiv und bringt ein (kleines) Risiko mit. Das muss man gut abwägen.

Kommentar von StephanZehnt ,

DH also der Antwort ist nun wirklich nichts mehr hin zu zufügen Danke!

Antwort
von StephanZehnt, 3

Hallo Taigar,

es gibt nicht nur eine Ursache einer  Tachykardie. Das heißt z.B. durch eine Veränderung der Erregungsleitungen kann sich die Herzfrequenz deutlich ändern. 

Solche Störungen kann man u.U.  beheben. Ob das speziell bei Dir möglich ist - kann man nur vor Ort feststellen z.B. durch die Pulmonalvenenisolation (klinikumdo.de/uploads/media/Die_h%C3%A4ufigsten_Fragen_zur_Pulmonalvenenisolation.pdf)

Ich hoffe allerdings das Dein Kardiologe doch evtl. etwas mehre Einblick hat als ein Allgemeinmediziner. Hier kannst Du noch einmal etwas nachlesen zu den  Ursachen von Tachykardien.

Ob Du Dir in dem Fall einmal eine Zweitmeinung holst. Ja und ganz speziell fragst was in Deinem Fall möglich und sinnvoll  ist, außerhalb der Medikation?

http://www.kardionet.de/tachykarde-herzrhythmusstoerungen

VG Stephan

Antwort
von PfegerKrank, 3

Ob die Medikamente heftig sind oder nicht, kann ich erst sagen, wenn Sie sie verraten. ;)

Ob eine EPU, eine PVI oder eine Herzkatherter oder sonstiges von nöten ist oder sinnvoll ist wird nur ein erfahrener Kardiologe sagen können. Selbst wenn hier einer antworten sollte, wird er wissen wollen, wie die entsprechenden Befunde sind, Blutwerte, die Auswertungen des Eventrecorders etc.

Ohne das alles kann man keine Aussage darüber treffen, welche Untersuchung Sinn macht oder auch nicht.

Ich selbst bin Krankenpfleger auf einer kardiologischen Station und kann sagen, dass die Aussage die Medikamente zu erhöhen prinzipell nicht falsch sein muss, aber wie gesagt ich bin erstens kein Arzt, noch kenne ich die Diagnose, noch kenne ich die Medikamente nicht.

Ich würd mir aber nen gescheiten Kardiologen suchen, der sich das mal genauer anschauen kann. Am besten jemanden, der sich auf Rythmusprobleme spezialisiert hat.

Antwort
von Mahut, 3

Taigar, warst du denn schon beim Kardiologen, der ist in deinem Fall der richtige Ansprechpartner, oder lasse dir einen Termin im Herzzentrum in deiner Nähe geben. Natürlich solltest du eine höhere Dosierung deiner Tabletten nehmen, damit dein Herz keinen Schaden nimmt.

Wenn bei mir mal der Herzrhythmus aus dem Takt gerät, nehme ich auch einen zusätzlichen Betablocker, selbst wenn er dann noch nicht besser ist schmeiße ich noch einen halben nach, ich weiß aber woher meine Störungen kommen.

Kommentar von Taigar ,

Das ist ja das Problem: Jeder sagt was anderes. Mein Event Recorder muss ich im Krankenhaus auswerten lassen, die sagen "so und so", die kardiologische Praxis sagt was anderes. Ich stehe da zwischen zwei Stühlen und weiß nicht wer nun den besseren Schlachtplan hat. Ich hab ja keine Medizin Studiert. Das Krankenhaus hat sich schon mit dem ansonsten behandelnden Kardiologen in Verbindung gesetzt und auch nur Erfahren das er nicht wüsste woher die Probleme kommen und man im dunkeln tappt.

Deswegen bin ich derzeit unabhängig am Überlegen was ich als Patient fordern sollte. Ob ich ne weitere EPU oder ne PVI oder sonstiges anstreben soll damit ggf. mal gefunden wird woran es liegt oder ob ich mehr Medikamente nehmen sollte.

Weiss auch nicht warum genau ich hier frag weil ja keiner Hellsehen kann, aber ich Blick da schon lang nicht mehr durch was das beste für MICH wäre.

Kommentar von StephanZehnt ,

Wenn ich in Deiner Situation wäre und genau weis, dass hier sagen wir einmal dreri / vier ..Fachpersonal schreibt dann würde ich mich einmal an die wenden per Kompli...  . Ja  und dann würde ich halt einmal fragen wenn er / sie dann weis Ok Oberbayern oder was auch immer gehe einmal zu dem Dr. XY.

Ja und dann setzt Du Dich hin und schreibst vor dem Termin einmal so eine paar Fragen und Zusammenhänge auf!. 

Mir scheint Du hängst im Moment zwischen allen Stühlen - ja und genau so würde ich das auch bei einer Zweitmeinung sagen! Ja und die Psyche macht in solch einem Fall sehr viel aus.

Wenn Du genau weist OK im Fall XY muss ich das tun - ja und nicht hier im Forum fragen musst (Medikamente blind erhöhen?). Da sollte wenn das möglich ist schon die klare Ansage kommen im Fall von ..erhöhen sie die Dosis um höchstens  ..! Oder ein Arzt muss kommen.

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