Frage von franzi77, 68

MDK bittet zur sozialmed. Beratung - was erwartet einen da?

Hallo alle,

es nimmt kein Ende... Meine Schwester ist schon länger krank, hat vor einiger Zeit eine stufenweise Wiedereingliederung begonnen und erhält nun ein Schreiben vom MDK. Dieser bittet sie zu einer sozialmed. Beratung zu kommen und sofern erforderlich wird da auch gleich eine körperliche Untersuchung durchgeführt.

Was erwartet sie da? Tatsächlich nur eine Beratung?

Im Internet liest man allerlei "Horrorgeschichten", dass der MDK einlädt, wenn er die AU anzweifelt (warum? Arztberichte müssten vorliegen!) und nach der Untersuchung (findet diese zwingend statt?) auch gerne mal einfach "gesund schreibt". Das schürt natürlich jetzt schon Gedanken, was da alles wieder auf einen zukommt, obwohl sie ja nur gesund werden will und in Ruhe wieder ins Arbeitsleben kommen will.

Meine Schwester hat lange gesucht bis sie überhaupt einen Spezialisten gefunden hat, der sich mit der Krankheit auskennt (bzw. sie überhaupt kennt) und dann soll ein "allgemeiner" Arzt beim MDK das richtig beurteilen können?!!

Sind die wirklich so darauf aus einem das "gesund werden" schwer zu machen wie man es in Erfahrungsberichten liest? Hat jemand Erfahrungen? Sollte man sich bei der UPB über den Ablauf dort beraten lassen?

Da sie jetzt schon fix und fertig ist, würde ich sie gerne zu dem Termin begleiten. Das ist ja sicherlich gestattet?

Danke!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von StephanZehnt, 68

Hallo Franzi,

Du solltest unbedingt als Schwester bei dieser Begutachtung dabei sein! In der Zwischenzeit sollte man Belege sichten. Denn man kann erst Widerspruch einlegen, wenn der MDK Stellung dazu genommen hat.

Danach sollte man das Ergebnis gründlich durchlesen und sich u.U. Hilfe suchen. Irgendwelche böse Briefe an den MDK haben wenig Sinn! Da sollte man sich an den VDK/ SoVD odgl. wenden (www.upd-online.de/) ob die Wiedereingliederung über den Integrationsfachdienst odgl. läuft ?

Ich weis nicht um welche Erkrankung es bei Deiner Schwester geht .... wenn sie einen guten Arzt hat unterstützt er sie in dem Zusammenhang.

VG Stephan

Kommentar von franzi77 ,

Danke!

Arztbriefe, die die AU bestätigen und den Krankheitsstatus ausfürhlich belegen gibt es zahlreich. Diese wurden auch schon vom MDK beim Arzt angefordert, scheinbar reichte dem MDK das nicht... warum auch immer ist uns ein Rätsel?!?!

Sollte man bei der KK nach dem Grund der Begutachtung fragen?

Welche Aufgabe übernimmt der behandelnde Arzt? Er hat seinen Teil durch die Freigabe der Dokumente geleistet. Er ist bei der Begutachtung nicht anwesend. Um was kann meine Schwester ihn zusätzlich bitten?

Um welche Krankheit es sich konkret handelt möchte ich hier nicht schreiben. Es handelt sich um eine körperliche Erkrankung. Das Krankheitsbild bei der Erkrankung meiner Schwester ist von Patient zu Patient verschieden und die Krankheit insgesamt noch sehr "unerforscht", weswegen wir lange suchten bis wir einen geeigneten Facharzt fanden. Es gibt immernoch Ärzte, die die Existenz der Krankheit leugnen und durch eine rabiate Untersuchung nicht zur Heilung beitragen, sondern alles nur verschlimmern. Deshalb die Sorge meiner Schwester einer Fehlbegutachtung durch einen nicht-fachkundigen Arzt.

Viele Grüße!

Kommentar von StephanZehnt ,

Beim MDK passiert das Gleiche wie bei Berufsgenossenschaften die Gutachter arbeiten zu 99 Prozent für MDK und Berufsgenossenschaften und können dadurch schon nicht neutral urteilen.

Bei dem Gutachten bei Deiner Schwester gilt das gleiche wie bei Pflegegutachten wie man es hier nachlesen kann. Da sind ja auch Angehörige dabei.

http://www.asb.de/keine-angst-vor-dem-mdk-gutachter-tipps-fuer-pflegebeduerftige... Auch wenn der Gutachter noch so nett ist - erst einmal abwarten wie sein Gutachten ausfällt.

Bei einem Gutachten kann man sich ja immer noch mit Hilfe von VDK / SoVD usw. wehren. Ja und u.U. vor dem Sozialgericht klagen.

Wir wissen nicht wie die Wiedereingliederung von statten geht. - ob es da Hilfe gibt z.B. von Einrichtungen wie Integrationsfachdienst udgl. da bist Du nicht ganz so gesprächig!

VG Stephan

Kommentar von franzi77 ,

Hallo Stephan,

es ist geschafft! Und es war entgegen 99% der Erfahrungsberichte im Internet absolut entspannt den MDK aufzusuchen.

Ich habe meine Schwester begleitet. Es wurde nur kurz gefragt, ob ich dabei sein will und dass das kein Problem sei, wenn meine Schwester auch damit einverstanden ist.

Dann hat meine Schwester angefangen zu erzählen was passiert ist, welche Beschwerden sie hat usw. Warum sie zum MDK sollte war dem Arzt nicht offensichtlich bis das Thema Wiedereingliederung zur Sprache kam und die Dauer der geplanten WE (länger als durchschnittlich). Für den Arzt war sofort klar, nach Erläuterung des Verlaufs der Krankheit, dass die lange Dauer der WE gerechtfertigt ist. Dies wird der KK so laut Arzt im Gutachten mitgeteilt. Eine Untersuchung zur Bestätigung der Facharztbefunde gab es auch.

Ansonsten alles sehr freundlich, verständnisvoll, vorsichtig.

Kommentar von StephanZehnt ,

So wie Du es beschreibst ist es nicht gerade die Regel! Es freut mich das es so ausgegangen ist! Ein gute Zeit!

VG Stephan

Antwort
von waldmensch, 56

Hallo Franzi Ich kann Stephan hier nur Recht geben. Der MDK ( Medezinische Dienst der Krankenkassen) ist wie der Name schon sagt von den Krankenkassen für die Krankenkassen gemacht. Jeder in diesen Staat vesucht sich leider wenn es irgendwie geht um Zahlungen zu drücken. Ich kann ohne Werbung machen zu wollen jeden nur empfehlen in den SoVD bei zutreten. Mir haben sie bei meiner Angelegenheit auch gholfen. Leider kennen wir hier die Krankheitsgeshichte nicht. Der MDK soll natürlich wohlwollend für die KK entscheiden. Auch die KK ist ein Unternehmen die die Kosten senken will. Leider ist nicht immer alles Weiß oder Schwarz sondern es gibt auch eine Grauzone und das nutzen sie aus.

Alles Gute und ich Drücke euch die Daumen

WAldmensch

Kommentar von franzi77 ,

Danke!

Das hört sich ja alles wirklich nicht ermutigend an und als ob man tatsächlich davon ausgehen muss, dass sie die AU anzweifeln und nicht nur "beraten" wollen bzgl. Reha oder Therapien oä. Eigentlich der Wahnsinn: Man ist lange krank und hat keine Probleme mit KK usw. und fängt dann trotz Krankheit eine Wiedereingliederung an und dann kommen sie an und machen einem Stress. Da kann man ja nicht gesund werden und die Arbeitsfähigkeit erproben...

Natürlich werde ich meine Schwester begleiten. Sowas belastet Angehörige genauso wie den Betroffenen selbst. Und dieser muss zusätzlich noch mit Krankheit kämpfen.

Kommentar von waldmensch ,

Wenn Du bei der Untersuchung überhaupt dabei sein darfst. Die meisten Ärzte lehnen so etwas ab. Du könntest ja später etwas bezeugen was den Ärzten unangenehm ist. Ich kann DEiner Schwester bloß empfehlen den SoVD oder ähnlichen Beizutreten.

Antwort
von BBienchen, 51

Hallo franzi77, wenn der MDK schreibt, er kommt nur zur Beratung, dann ixt es auch so. Schreibe alles auf, was dich bedrückt, was für Probleme es bei der Pflege gibt auf. Benenne diese Dinge und du hast wirklich was posotives gewonnen. Anders ist es, wenn sie schreiben, es ist eine Überprüfung der Pflegestufe. Mit freundlichen Grüßen

Kommentar von franzi77 ,

Danke!

Anfangs dachte ich das auch, aber nach den ganzen Geschichten im Internet werde ich doch misstrauisch, dass es hier nicht nur um Beratung sondern Begutachtung geht.

Ich hatte meiner Schwester auch geraten jeden Tag detailliert aufzuschreiben was für Probleme sie durch die Krankheit hat (besonders in der Arbeit, aber auch bei Alltagstätigkeiten).

Kommentar von franzi77 ,

Es geht auch nicht um Pflegestufe oä. eher um Begutachtung der AU, denk ich mal.

Antwort
von ThomasE, 45

Waldmensch empfiehlt SoVD ich kenne da noch den VDK.

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