Frage von reni509, 11

Lungenkrebs im fortgeschrittenem Stadium

Mein Lebensgefährte wurde vor 5 Monaten mit der Diagnose Darmkrebs operiert. Ihm wurde ein bösartiger Tumor entfernt. Leider hat er schon auf Lunge und Leber gestreut. Auf der Lunge sind jeweils - an jedem Lungenflügel - eine größere Metastase sowie ganz viele kleinzellige Absiedelungen. Die Leber enthält ebenfalls Metastasen. Er hat 30 kg abgenommen und jetzt wieder 10 kg zugenommen. Er erholt sich gerade einigermaßen gut und hatte bisher eine Chemobehandlung - 5 folgen noch! Was meint ihr, kann ihm geholfen werden oder ist die Krankheit hoffnungslos? Die Ärzte geben mir keine Prognose. Sie sagen nur, dass man nicht sagen kann, wie lange es sich hinzieht. Kann man alternativ was machen? Er ist erst 55 Jahre alt :'( Danke!

Antwort
von Zweimal, 9

Der Krebsinformationsdienst des Deutsches Krebsforschungszentrums widmet sich ausführlich dem Thema "Alternative Methoden zur Behandlung von Krebs"

Daraus möchte ich dir vor allem folgendes mit auf den Weg geben:

  • Was tun als Patient?
    Kriterien zur persönlichen Entscheidungsfindung

  • Information einholen

Krebspatienten, die sich für alternative oder komplementäre Verfahren interessieren oder denen ein Vorschlag zu einer entsprechenden Therapie gemacht wurde, sollten sich als erstes so umfassend wie möglich informieren.

Dazu gehört heute, wie bei der Information zu schulmedizinischen Verfahren auch, das Gespräch mit den (bisher) behandelnden Ärzten und eventuell weiteren Fachleuten. Auch eine zweite ärztliche Meinung sollte bei Bedarf eingeholt werden, am besten nach Rücksprache mit der Versicherung.
Geht es um die Kostenübernahme für ein Verfahren, sind die Krankenkassen grundsätzlich die wichtigsten Ansprechpartner. Per Mail und am Telefon hilft der Krebsinformationsdienst bei der weiteren Informationssuche, nennt Ansprechpartner und hilft bei der Vorbereitung einer eigenen Entscheidung.

Folgende Punkte können Patienten, ihren Angehörigen und Freunden dabei helfen, sich selbst ein Bild zu machen:

  • Was sind meine eigenen Motive, nach einer zusätzlichen oder erweiterten Behandlung zu suchen?

    Selbst aktiv zu werden und zu handeln, statt nur be-handelt zu werden, dieses Anliegen werden die meisten Ärzte auf jeden Fall unterstützen.
    Ist dagegen der Zweifel, ob die bisherige Behandlung ausreichend und nach dem neuesten Wissensstand durchgeführt wurde, die treibende Kraft für die Suche nach weiteren Therapien? Dann sollten sich Betroffene auf jeden Fall mit den Ärzten zu einem klärenden und eventuell sogar kritischen Gespräch zusammensetzen. So können auch um Mißverständnisse ausgeräumt und fehlende Informationen ergänzt werden. Mehr rund um das Thema "Krank sein, gesund werden?" hat der Krebsinformationsdienst hier zusammengestellt.

  • Habe ich ausreichende Informationen erhalten?

Stammen die Informationen über ein Verfahren nur vom Anbieter und sind sonst nirgends verfügbar, ist dies gelegentlich ein Hinweis darauf, dass er nicht mit anderen Einrichtungen zusammenarbeitet.
Die gezielte Frage nach weiteren Informationsquellen ist auf jeden Fall erlaubt. Der Krebsinformationsdienst hilft bei der Suche nach Internetlinks und Ansprechpartnern.

  • Sind die Informationen über die geplante Behandlung klar und eindeutig?

Vor der Unterzeichnung eines Behandlungsvertrages oder der Bestellung eines Mittels sollte geklärt sein, ob der Anbieter Aussagen zu folgenden Punkten gemacht hat:

Kosten abklären

Kosten und Kostenübernahme durch die Krankenversicherung?

Qualifikation und Umfeld des Anbieters?

Dokumentation über zu erwartende Wirkung, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Therapien?

Zur Klärung dieser Frage gehört also beispielsweise nicht nur die Nachfrage nach dem Preis von Medikamenten.
Erfragt werden müssen auch zu erwartende Kosten für den Behandler selbst (aufgeschlüsselt nach einzelnen Leistungen, die er erbringt, eventuell auch nach der Anzahl der Stunden, die er benötigen wird, oder den begleitenden Kosten für den Aufenthalt in einer Klinik oder Tagesklinik).

Weitere wichtige Fragen drehen sich darum, ob der Anbieter Arzt beziehungsweise Arzt mit einer Zulassung als Kassenarzt ist oder Heilpraktiker. Oder handelt es sich um eine Firma, die etwas verkauft?
Gefragt werden darf auch, ob er der einzige Anbieter oder Erfinder eines Verfahrens ist oder ob er mit anderen Einrichtungen zusammenarbeitet. Hat ein Anbieter aussagekräftige Unterlagen zur Verfügung gestellt, sollten diese auch dem bisher behandelnden Arzt vorgelegt werden dürfen."

Dies und weitere ausführliche Informationen findest du ab dieser Seite:

https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/unkonv-methoden-index.php

Nutze ggf. auch die Möglichkeit, mit dem Krebsinformationsdienst persönlich in Kontakt zu treten und beziehe auch deine Krankenkasse mit ein.
Es hat Gründe, wenn Krankenkassen die Kosten für sogenannte "Alternative Methoden" nicht übernehmen - in der Regel geschieht das, weil ihre Wirksamkeit nicht belegt oder sogar widerlegt ist!

Antwort
von alegna796, 11

Liebe Reni, das dies für Dich eine sehr wichtige Frage ist, kann ich mir sehr gut vorstellen. Beantworten kann sie Dir keiner. Ihr solltet die guten Tage gemeinsam nutzen und die schlechten gemeinsam durchstehen. Wunder wird es keine geben, aber jeder Körper reagiert anders und hilft sich in gewisser Weise auch selbst ein wenig, so gut er kann. Hoffnung gibt es immer und die sollte Euch auch eine gewisse Kraft geben, die Therapie gemeinsam durchzustehen. Von Alternativbehandlungen halte ich nichts, mir selbst haben sie nichts gebracht. Aber was mir geholfen hat waren Schüßlersalze. Sie haben mir die Nebenwirkungen der Therapie erleichtert, ich nehme sie auch heute noch. Manchmal muss man die Dinge so wie sie sind einfach akzeptieren. Da hilft auch nicht die Frage "Warum gerade ich? Oder mein Mann?". Darüber nachzudenken lohnt sich nicht. Ich wünsche Euch beiden viel viel Kraft und Zuversicht, nutzt die gemeinsame Zeit so gut es geht, seit dankbar für die Zeit, die Ihr gemeinsam hattet und denkt nicht unentwegt daran, was kommen könnte. Ganz liebe Grüße.

Kommentar von walesca ,
Von Alternativbehandlungen halte ich nichts, mir selbst haben sie nichts gebracht. Aber was mir geholfen hat waren Schüßlersalze. Sie haben mir die Nebenwirkungen der Therapie erleichtert, ich nehme sie auch heute noch

Also doch alternative Heilmethoden!! Zumindest zur Mitbehandlung sind sie immer gut und hilfreich, wie Du ja selbst gemerkt hast!! Also sind sie doch nicht so unwirksam! LG

Kommentar von alegna796 ,

Nein, auf keinen Fall sind sie unwirksam, ganz im Gegenteil.

Antwort
von walesca, 7

Hallo reni509!

Diese Krankheit lässt sich leider in ihrem Verlauf absolut nicht voraussehen. Mein Schwager hatte vor einigen Jahren ebenfalls diese Diagnose bekommen - ganz überraschend nach einer Routine-Darmspiegelung. Während der ganzen Chemotherapie hat er zusätzlich die Behandlung mit Bioresonanz-Therapie in Anspruch genommen. Das hat ihm sehr dabei geholfen, die Auswirkungen der Chemotherapie auf das Allgemeinbefinden zu lindern und erträglicher zu machen. Die Ärzte waren wirklich erstaunt, wie gut er das alles vertrug. Leider ist es so, dass man solche Therapie selbst bezahlen muss. Als nach der ersten Chemo-Serie aber immer mehr Metastasen auftraten, hat mein Schwager weitere Chemos dann abgelehnt. Aber die Bioresonanz-Therapie hat ihm die Krankheit bis zuletzt sehr erleichtert. Bitte schau mal in diesen Tipp (er wurde nur wegen der ausufernden Kommentare geschlossen, nicht aber wegen des Inhaltes!!) Ich wünsche Dir und Deinem Lebensgefährten viel Kraft für die nächste Zeit. Genießt die Zweisamkeit trotz aller Sorgen!!

https://www.gesundheitsfrage.net/tipp/chronische-infekte-unklare-beschwerden-bio... (incl. aller Ergänzungen)

Alles Gute wünscht Euch walesca

Kommentar von Zweimal ,
er wurde nur wegen der ausufernden Kommentare geschlossen, nicht aber wegen des Inhaltes!!

Für eine pseudomedizinische Diagnose- bzw. Therapieform, die wissenschaftlich widerlegt ist und aus diesem Grund von Krankenkassen auch nicht bezahlt wird (http://www.aok.de/bundesweit/gesundheit/behandlung-nichtmedikamentoese-und-alter...), sind solche ausufernde Kommentare wirklich nicht nötig.

Antwort
von gerdavh, 10

Hallo reni, ich antworte Dir nochmal, weil Du ja ganz offensichtlich am Verzweifeln bist, sonst hättest Du die Frage nicht erneut reingestellt. Weißt Du, was ich machen würde, wenn ich an Eurer Stelle wäre? Sowie sich das zwischen den Chemobehandlungen zeitlich einrichten lässt (kann man mit dem Onkologen absprechen), würde ich mein ganzes Geld nehmen (und wenn ich einen Kredit aufnehmen müsste) und gemeinsam eine richtig tolle Reise machen. Eine Kreuzfahrt oder was auch immer, von was Dein Lebensfährte schon immer geträumt hat. Deinem Lebensgefährten wird nicht eventuell nicht mehr allzu viel Zeit bleiben, wobei man das natürlich nicht wissen kann. Aber dieses gemeinsame Erlebnis kann Euch dann niemand mehr nehmen und gibt ihm eventuell neue Kraft für bevorstehende Behandlungen. Alles Gute für Euch. lg Geda

Antwort
von StephanZehnt, 6

Hallo Reni,

wenn es bereits nicht wenige Metastasen gibt liegt seine Gesundheit nicht mehr im menschlichen Ermessen. Das heißt man kann keine Garantie übernehmen was passiert. Darum werden die Ärzte auch keine Prognose abgeben! Es ist aber eines wichtig und zwar seien psychische Verfassung neben der Behandlung. Da er noch keine 85 J. alt ist kann es auch auf der Kippe stehen Heilung oder ....

Es ist also wichtig das er selbst noch an seine Gesundung glaubt. Dann ist egal ob er glaubt das Smarty oder was auch immer bringt mir meine Gesundheit zurück.

Ich habe einmal eine Doku gesehen frisch operierte Lungenkrebspatienten beim rauchen. Es war etwas unreal. Aber wenn man Nikotinabhängig ist!

VG Stephan

Antwort
von gerdavh, 8

Hallo, eine Prognose können wir auch nicht stellen, das kann niemand. Dein Lebensgefährte ist sehr krank und die Metastasen haben leider schon weit gestreut, da kann man unmöglich vorhersagen, wieviel Zeit ihm noch bleibt. Das tut mir sehr, sehr leid für Euch, da er ja noch relativ jung ist. Ich hoffe für Euch, dass die Chemotherapien Erfolg haben. Alles Gute. lg Gerda

Antwort
von Nic129, 5
Die Ärzte geben mir keine Prognose. Sie sagen nur, dass man nicht sagen kann, wie lange es sich hinzieht

Das ist auch richtig so. Was helfen Ihnen Prognosen, wenn sie am Ende nicht zutreffen. Das Hellsehen muss einer anderen Sparte überlassen werden. Davon abgesehen, nützen einem die besten Prognosen ohnehin nichts.

Kann man alternativ was machen?

Ich würde mich gar nicht mit alternativen Behandlungen beschäftigen. Entweder, Sie verwirren zu sehr oder versprechen - keine Seltenheit - auch noch das Gelbe vom Ei. Dementsprechend wäre es sinniger, Sie vertrauen den dort behandelnden Ärzten und üben sich in Geduld. Prinzipiell kann die heutige Medizin viel ausrichten. Auch bei Extremfällen ist nicht gesagt, dass eine Heilung unmöglich ist.

Was meint ihr, kann ihm geholfen werden oder ist die Krankheit hoffnungslos?

Aktuell wird ihm doch geholfen. Die Chemotherapie läuft und die heißt es abzuwarten. Die anschließenden Untersuchungen werden dann Aufschluss geben. Erst dann kann gesagt werden, wie die Lage ist. Sie sollten jetzt nicht allzu schwarz sehen, sondern zusammen positiv nach vorne Blicken. Auch die Willensstärke ist ein wichtiger Bestandteil.

Antwort
von Medicus92, 4

Hallo,

eine solche Fragestellung sollte lieber mit dem Onkologen besprochen werden. Bei einer solchen Fragestellung sind keine Laienantworten angebracht.

Liebe Grüße

Medicus92

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