Frage von sonne123, 212

Lungenembolie - klar erkennbar als Medizinischer Laie?

Hallo und Guten Abend, ich habe lange überlegt zu schreiben,aber es läst mir keine Ruhe,obwohl es schon einige Wochen her ist.

Patient A hustet schon einige Wochen. Dann plötzlich ein Zusammenbruch (auf Arbeit) mit Übelkeit, Luftnot und Schwindel. Nach Telefonat mit dem HA ein EKG in der Praxis, welches jedoch keine Auffälligkeiten aufwies. Diagnose Infekt der oberen Luftwege und Verordnung von Antibiotika. Nach 5 Tagen klagt Patient A über Schmerzen im Bein. Am Tag darauf beim HA der Verdacht Thrombose.....Überweisung zum Facharzt. Dieser bestätigte den Verdacht......was jedoch ziemlich sauer aufstößt,ist die Tatsache, das der Angehörige ins Sprechzimmer zitiert wurde und als erstes zu hören bekam" Sie können froh sein, das Patient A noch lebt,er hätte tot sein können. Eine Lungenembolie ist immer ernst und das nächste mal rufen sie bitte gleich die 112. Zudem ist es eine frische Thrombose" .....das ganze geschah in einem Ton, der wirklich jeder Beschreibung spottet......natürlich kommen dann Zweifel und auch Wut gegenüber dem Facharzt auf. Vor allem Schuldgefühle falsch gehandelt zu haben......die Standpauke vielleicht doch gerechtfertigt????....

Kann man als Laie oder hätte man als Laie eine Lungenembolie erkennen müssen?

Was ich nicht verstehe, ist die Tatsache, das sich die Thrombose erst einige Tage nach dem Zusammenbruch zeigte. Kann erst eine Embolie auftreten und dann die Thrombose? Bisher dachte ich, das es eher umgekehrt auftritt.....

Kann ein EKG auch Hinweise für eine Embolie geben? Wie sicher ist das Abhören und EKG für ein Ausschluss oder Bestätigung für eine Embolie?

Fragen über Fragen und Selbstzweifel...... Schuldgefühle nicht gleich die 112 gerufen zu haben......verantwortlich für alles zu sein.

Liebe Grüße

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo sonne123,

Schau mal bitte hier:
Symptome Lungenembolie

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von dinska, 212

Liebe Sonne 123, als Laie kann man sowas nicht erkennen und manchmal sogar Ärzte nicht. Deshalb würde ich immer schon bei den ersten Symptomen einen Notarzt rufen. Denn da werden weitergehende Untersuchungen gemacht. Ich schildere dir mal meine Odyssee. Ich wache früh auf und mein Arm ist schwer wie Blei und auf mehr als das Doppelte angeschwollen. Habe mit Müh und Not meinen Ring vom Finger bekommen. Der erste Weg zum Hausarzt, rätseln und staunen, Überweisung zum Lungenarzt, der schickt mich ins gegenüberliegende Krankenhaus, von dort wurde ich ins Krankenhaus nach Dresden gebracht. Ich musste bei jedem Arzt warten und erst als sie meinen Arm sahen, musste alles schnell gehen. Bei einer Lungenembolie wäre ich schon längst hinüber gewesen. Zum Glück war es nur ein Verschluss im Achselbereich. Doch gleich mit dem Notarzt hätte ich mir viel Zeit ersparen können, die manchmal lebensrettend ist. LG dinska

Kommentar von sonne123 ,

Danke für deine Antwort. Da hast du wirklich Glück gehabt, das es so ausgegangen ist. Für mich sah alles danach aus, das etwas mit dem Herzen sein könnte in Richtung Infarkt ...... Daher hatte ich auch gleich mit dem Hausarzt telefoniert und eine halbe Stunde später waren wir in der Praxis. 

Vergessen kann ich diesen Vorfall beim Facharzt nicht.......er sagte ausserdem wortwörtlich zu mir " Sie können noch froh sein, das der Hausarzt hierher überwiesen hat." ....... Ich habe ja für vieles Verständnis, aber das geht wirklich zu weit. Vor allem habe ich nicht um das "Gespräch" gebeten und der Patient ist kein Kind mehr. Liebe Grüße

Kommentar von dinska ,

Ich glaube dir gern, dass dir das an die Nieren gegangen ist. Aber vergiss es, wer weiß, was ihn so in Rage gebracht hat, dass er seinen Frust an dir ausgelassen hat. Es gibt eben immer Solche und Solche und du bist an einen solchen, ungehobelten Klotz geraten! Ich hab da auch schon so meine Erfahrungen mit Ärzten machen müssen. LG

Kommentar von dinska ,

Im Übrigen, eine Standpauke ist immer ungerechtfertigt, ein beratendes Gespräch ist notwendig. Wenn sowas auftritt, sollten Sie das nächste Mal bitte unbedingt das oder jenes tun oder unterlassen. Du siehst ja, von der Unverschämtheit mal ganz abgesehen, das Ergebnis ist totale Unsicherheit, dabei müssten wir mehr Sicherheit haben und angeregt werden, in diese Richtung zu denken. Also hake es einfach als unangenehme Erfahrung ab.

Antwort
von Beavis99, 167

Hallo,

die Spanne der Symptome einer Lungenembolie reicht – je nach Anzahl und Größe der betroffenen Gefäße und abhängig davon, wie schnell sich diese verschließen – von leichter Luftnot bis hin zu starken Atembeschwerden, Husten, Brustschmerzen, Beklemmungsgefühl, Todesangst, Herzrasen und Schocksymptomen wie Bewusstseinsverlust und Herz-Kreislauf-Stillstand.

Bei den Laboruntersuchungen sind vor allem die Blutgase, Gerinnungswerte und D-Dimere von Bedeutung. Erstere geben einen Eindruck über die Sauerstoffversorgung des Körpers und damit den Schweregrad der möglichen Embolie, die Gerinnungswerte geben Hinweise auf bestimmte Risikofaktoren, eine Erhöhung der D-Dimere zeigt, dass eine verstärkte Aktivität der Fibrinolyse, also des Abbaus von Blutgerinnseln besteht. Eine normale Röntgenuntersuchung der Lunge und ein EKG sind eher unspezifisch und verstärken allenfalls den Verdacht oder schließen andere Ursachen aus.

Letztendlich sind die Ärzte für Diagnosestellungen zuständig. Trotzdem ist es "normal", dass man sich Vorwürfe macht, wenn nicht alles "nach Plan" läuft. Bei unklaren Symtomen, die auf Herzinfarkt, Embolie o.a hinweisen am besten immer den Notruf anrufen. Oft geht wertvolle Zeit verloren, wenn man erst zum HA geht. Die Reaktion des FA ist inakzeptabel.

Gute Besserung !

Antwort
von GeraldF, 152

Kein Grund, sich Vorwürfe zu machen. Der Verlauf, so wie sie ihn geschildert haben, ist nicht ungewöhnlich. Ob der Kollaps 5 Tage zuvor tatsächlich Ausdruck einer Lungenembolie war, ist keineswegs gesichert.

Alle klinischen Symptome einer tiefen Venenthrombose (TVT)/Lungenembolie sind sehr unsicher oder aber fehlen sogar völlig. Auch bei sorgfältiger Anamnese und klinischer Untersuchung werden bis 40% der Thrombosen übersehen, bei bettlägerigen Patienten sogar noch mehr. Kleinere (periphere) Lungenembolien machen meist keine oder nur diskrete Beschwerden.

Die gefährlichste Phase im Verlauf einer tiefen Venenthrombose ist die frühe Phase. Hierbei kommt es in 40% der Fälle zu (meist unerkannten) Lungenembolien ohne das zu diesem Zeitpunkt klinische Hinweise auf eine TVT bestehen.

Die EKG-Zeichen einer Lungenembolie sind sämtlich ebenfalls unspezifisch. Sie können ebenfalls völlig fehlen. Am häufigsten ist die Sinustachycardie. Seltener und auch unspezifisch sind: (neu aufgetretener) Rechtsschenkelblock, inkompletter Rechtsschenkelblock, SI-SII-SIII-Typ, SI-QIII-Typ. 

Wichtig ist, dass jetzt eine Therapie eingeleitet wird - insbesondere eine Form der Antikoagulation. Damit sinkt das Risiko einer Lungenembolie auf nahezu null %.

Antwort
von Roswita19, 141

Denke nicht das gleich eine Emoblie vor der Tür steht

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