Frage von RyAni1, 54

Leistenbruch gehabt, Blinddarm raus, Leistenbruch wieder gehabt, alles komisch

Hai,

und zwar... ich wurde 2006 an der Leiste operiert. Danach wurde 3 Monate später der Blinddarm rausgemacht. Hatte immer Schmerzen, auch nach der Op. Oktober habe ich die gleiche Leiste nochmal gemacht bekommen. Nur weil ich entdeckt habe das sie in der Blinddarm-op einen kleinen Leitenbruch gesehen haben. Wusste ich nicht. Habe ich im September erfahren. Ich wollte mal wissen ob ich eine Chance habe über den Anwalt den Arzt zu verklagen, weil nirgends gesagt wurde das die Leiste wieder kaputt ist. Danke.....

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Antwort
von Nic129, 54

Hallo,

zusammenfassend:

  • 2006 Leisten-OP (mit Netz? ohne Netz?)
  • 2006/2007 Blinddarmentfernung
  • 2014 Leisten-OP (mit Netz? ohne Netz?)

Im Operationsbericht von der Appendektomie (Entfernung des Wurmfortsatzes) wurde nebenbefundlich ein kleines Leistenhernienrezidiv festegstellt, richtig? Sie haben letztes Jahr durch den Operationsbericht davon Kenntnis genommen, richtig?

Prinzipiell obliegt es dem Operateur ob über ein intraoperativ festgestellten Befund berichtet werden muss oder nicht. Besser gesagt, ob eine Mitteilung an den Patienten erforderlich ist. Das hängt zum einen davon ab, wie ausgeprägt der Befund ist... zum anderen aber auch, wie relevant es im Fall ist.

Einen Anwalt können Sie durchaus in Anspruch nehmen, Ihre Chancen stehen jedoch bei 0,0%. Einfache Begründung: ein Hernienrezidiv, also ein erneutes Auftreten der Hernie, ist eine mögliche Komplikation. Über diese wurden Sie aufgeklärt.

Falls Sie wegen der Befundgeschichte einen Anwalt möchten, sind auch hier die Aussichten nicht ganz rosig. Die Appendektomie liegt mehr als 3 Jahre zurück. Sie haben aber nur 3 Jahre Zeit einen Behandlungsfehler zu behaupten.

Wenn auf Ihrem Ausdruck des Operationsberichtes ein Datum steht (bei vielen Programmen in der Fußzeile), könnten Sie jedoch nachweisen, dass Sie erst am Tag XYZ Kenntnis darüber erlangt haben. Dann würden die 3 Jahre ab Tag der Kenntnisnahme beginnen.

Sie müssen also faktisch nachweisen, dass Sie erst vor kurzem Kenntnis darüber erlangt haben. Können Sie das nicht, ist der Zug - auch wenn es hart klingt - abgefahren.

Generell kann man aber Ihre Chancen als sehr schlecht einschätzen. Die Chancen stehen dann besser, wenn es zu einer Umkehr der Beweislast käme. Hierfür brauchen Sie aber Nachweise.

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