Frage von derhollaender, 60

Leide seit mindestens 20 Jahre an Ganzkörperschmerzen, wer weiß Rat?

Hallo!

Ich leide seit sehr langer Zeit (ca. 20 Jahre) unter Ganzkörperschmerzen, die Schmerzen werden schlimmer, je älter ich werde; ich war schon bei vielen Ärtzten, die mir leider nicht weiter helfen können.

Dann kamen schwere Depressionen, bis heute anhaltend; ich denke sehr oft darüber nach, mich umzubringen, da es nicht aufhört.

Nebenbei kommen viele andere Beschwerden, die Ärzte schieben es immer auf meine Depressionen, was aber nicht stimmt. Ich weiß, dass die Schmerzen schon sehr früh angefangen haben und zunehmend stärker werden; ich bin an einem Punkt angelangt, dass ich nicht mehr weiß, was ich machen soll.

Trotz Targin und Oxigesic akut habe ich weiterhin Schmerzen, auch wenn es ein wenig lindernd ist durch die Tabletten. Das Arbeiten fällt mir sehr schwer, bin ständig müde und möchte mich am liebsten nicht mehr bewegen. Selbst wenn ich ein Eis am Stiel halte, tun mir meine Finger weh.

Ich habe das Gefühl, dass mich kein Arzt ernstnimmt sondern denkt, was ich erzähle, kann nicht sein. Und da sind die Depressionen, wodurch kamen meine Depressionen? Durch meine Schmerzen! Alle Gelenke tun mir weh, es kommt mir vor, als ob ich mehr Muskeln habe als Arnold Schwarzenegger.

Ich bin mittlerweile so verzweifelt, dass ich mich am liebsten umbringen will, und das schon seit längerem.

Jede Bewegung tut einfach weh, egal was ich mache.

Außer den Schmerzen komme ich mich wie ein 100 Jähriger vor, so steif bin ich teilweise, habe alles probiert, Sport hilft gar nicht, Dehnungsübungen helfen ein wenig.

Ich höre jetzt auf, meine Finger tun weh.

Wer kann mir helfen, bevor es irgendwann zu spät ist? Ich bitte bitte bitte, dass es jemanden gibt, der mir helfen kann, und auch mal ne Diagnose feststellen kann.

Das einzige, was mich davon abhält, mich von dieser Welt zu verabschieden, ist meine Familie. Ich weiß nur nicht, wie lange noch, denke sehr oft darüber nach, wie ich mich am besten umbringen kann, wie es schnell und schmerzlos geht.

Bitte, kann mir jemand helfen? Ich wohne in Bochum NRW.

Mfg, Marcel.

Antwort
von evistie, 33

Lieber Marcel, ich verstehe sehr gut, wie verzweifelt Du bist, denn ich habe vor fast 30 Jahren Ähnliches wie Du mitgemacht - allerdings nicht so lange. Es war damals eine ungeheure Erleichterung für mich, als das erste Mal die Diagnose "Fibromyalgie" gestellt wurde, und danach wurde vieles leichter. Zum einen kam ich in eine gescheite Schmerztherapie, zum anderen wurde ich nicht mehr ständig auf die Psycho-Schiene geschoben oder gar in die Simulanten-Ecke gedrückt. Die Schmerzen habe ich leider heute noch, aber die Medikamente (und anderes) dimmen sie auf ein erträgliches Maß herunter, mit dem ich leben gelernt habe.

Nun will ich nicht behaupten, Du hättest ebenfalls Fibromyalgie - das ist eine sog. "Ausschlussdiagnose", d. h. es müssten zuvor etliche Untersuchungen bei Dir gemacht werden, die andere Diagnosen ausschließen. Aber vieles, was Du schreibst, passt haargenau zu dieser Erkrankung, und ich wundere mich, dass diese Diagnose bei Dir offensichtlich noch nie "angedacht" worden sein soll. Zwar ist sie bei Männern wesentlich seltener als bei Frauen, aber bei "Ganzkörperschmerzen überall" sollte sie inzwischen bei allen Ärzten angekommen sein - vor 30 Jahren wurde sie leider vielfach noch als "neumodische Verlegenheitsdiagnose" angesehen.

Du hast doch sicherlich inzwischen eine Ärzte-Odyssee hinter Dir?

  • Bei welchen Ärzten warst Du denn inzwischen?
  • Was wurde bereits untersucht und ausgeschlossen? 
  • Wer verschreibt Dir diese Schmerzmittel?
  • Wohnst Du in der Schweiz?

Falls Du nach dem Strohhalm "Fibromyalgie" greifen willst, so empfehle ich Dir, Dich zunächst einem Rheumatologen anzuvertrauen.

http://www.internisten-im-netz.de/de_fibromyalgie-anzeichen-symptome_897.html

Ein Appell an Dich last, but not least: Bitte gib Dich nicht auf! Niemand sollte sich wegen starker Dauerschmerzen umbringen müssen... es gibt Wege, diese Schmerzen so erträglich zu gestalten, dass ein Weiterleben möglich und machbar ist. Deine Familie wäre gewiss unendlich traurig, wenn Du Dich so einfach aufgäbest. Darum nimm bitte all Deinen Mut und Deine (wenigen noch verbliebenen) Kräfte zusammen und lass Dich auf Fibromyalgie untersuchen - bitte!!

Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute.

Kommentar von alegna796 ,

Eine sehr gute einfühlsame Antwort, der ich mich nur anschließen kann.

Antwort
von Dinosaurier, 24

Du solltest mal in eine Muskelambulanz oder eine Uniklinik mit Rheumatologie gehen. Dazu brauchst du allerdings eine ÜW von einem niedergelassenem Arzt. Wenn du schon mal beim internistischen Rheumatologen warst, solltest du dir eine weitere Meinung bei einem anderen einholen.

Antwort
von as1161, 34

Bitte nicht aufgeben. Schau doch mal in der Mediathek bei Abenteuer Diagnose 3 Programm (nord) nach. Da war ein ähnlicher Fall. Alles Gute für dich.

Antwort
von kreuzkampus, 25

Frag mal Deine Krankenkasse, ob es bei Euch einen Arzt gibt, der sich auf Fibromyalgie spezialisiert hat. Schau mal im Internet, was das ist.

Antwort
von vielefragen1, 31

Versuchs mal mit Heilfasten. Bitte Deinen Arzt dich in eine Heilfasten Klinik einzuweisen. Auch wenn jetzt viele sagen „Das ist doch Blödsinn“ ein Versuch ist es Wert, außerdem stehst Du in diesem Fall unter ständiger Kontrolle und die Klinik kann Deinem Hausarzt Hinweise geben. Viele Heilfasten Kliniken arbeiten eng mit Universitäten zusammen.

Expertenantwort
von StephanZehnt, Community-Experte für Schmerzen, 21

Hallo ..,

man erfährt leider nicht ob es bei den gemachten (grossen)  Blutbildern irgendwelche Abweichungen gegeben hat.

Natürlich liegt in solchen Fällen die Fibromyalgie bei den Diagnosen immer sehr weit vorn. Liegt denn eine gewisse Morgensteifigkeit vor?

Leider wissen wir nicht ob es noch andere Symptome ausser den Ganzkörperschmerzen gibt in dem Zusammenhang. Wurden einmal die Schilddrüsenwerte abgeklärt?

Wie sah der Vitamine D  und  Phosphorwert im Blut aus? Es gibt z,B, sehr seltene Erkrankungen wie die onkogenen Osteomalazie!

http://www.praxis-depesche.de/nachrichten/sehr-schmerzhaft-und-heimtueckisch-tum...

Es  gibt einige dieser Listen wo man versucht solche Krankheiten zu
erfassen. die solche Schmerzen verursachen könnten. So eindeutige wie
Morbus Bechterew werden in der Liste gleich gar nicht genannt.

http://www.medizin.de/ratgeber/muskelschmerzen-erkrankungen-als-ausloeser.html

Leider wissen wir nur das Du Ganzkörperschmerzen hast. Andere  Symptome in dem Zusammenhang?

So im Moment fällt mir nichts weiter ein!

Alles Gute Stephan

Antwort
von Hooks, 16

Hallo, Marcel!

Laß unbedingt Deinen Vitamin-D3-Spiegel messen, und dann nimm eine Anfangsdosis von 1 Mio IE innerhalb von 7-10 Tagen, um die Speicher aufzufüllen. Das klingt viel, sind aber nur 25 mg. Irgendwer hat angefangen, die D-Vitamine in I.E. zu berechnen, damit das so entsetzlich viel klingt und man Angst bekommt, "so viel" zu nehmen.

Lebertran wäre auch ganz gut, der enthält viele Omega-3-Fettsäuren ohne Omega-6-Fettsäuren, das wirkt sehr entzündungshemmend (hat schon vielen Rheumapatienten geholfen). 1-2 EL am Morgen sind ok, nimm sie gekühlt zum Frühstück dazu.

Magnesium brauchst Du auch noch, das wirkt schmerzlindernd und entspannt. Außerdem arbeiten Mg und D zusammen.

D und Mg wirken auch biede gegen Depressionen, also hättest Du da etwas gegen alle Deine Beschwerden...

Gute Besserung!


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