Frage von gadiit, 62

Leberwerte: leicht (AST, ALT) bis moderat (GGT) erhöht Ultraschall -> alles o.k. (Leber, Galle, Gallenwege, Pankreas)?

Leberwerte: leicht (AST, ALT) bis moderat (GGT) erhöht

Alter 53, Größe 1,80 m, Gewicht 76 kg

Vorgeschichte: Hepatitis B ca. 30 Jahre zurückliegend, nicht mehr nachweisbar (negativ), Hepatitis A nur IgG positiv, Hepatitis C negativ – also z.Zt. nichts aktiv (Leberwerte wurden in der Vergangenheit nie bestimmt) Seit Jahren ca. 2-3 Gläser hps. Rotwein (ca. 40-60 g/d), manche Tage nichts, bei Feiern mehr, aber nie exzessiv

Hallo, vielleicht hat hier ja jemand eine gute Idee.

Bei einer Routine-Blutuntersuchung war GGT ca 5-fach erhöht. Werte aus der Vergangenheit gibt es nicht. AST und ALT waren an der oberen Grenze bzw. leicht drüber. Vor zwei Jahren waren AST und ALT auch schon leicht über der Grenze. (Alles andere im Rahmen der Normwerte: Billirubin, LDH, alk. Phosph., Albumin, Prot. ges., PT)

Für zwei Monate habe ich auf jeglichen Alkohol verzichtet und dann die Blutuntersuchung wiederholt. GGT etwas besser, aber immer noch 4-fach, AST und ALT angestiegen auf 2 bzw. 3-fach.

Danach eine sehr ausführliche Ultraschalluntersuchung des ges. Abdomens machen lassen: Alles negativ, d.h. absolut o.k.: Leber, Galle, Gallenwege, Pankreas …

Der Hausarzt meint, in drei Monaten noch mal kontrollieren. Bis dahin weiter kein Alkohol trinken, viel Wasser, und er hat mir Ursodesoxycholsäure verschrieben. Hmm … da ich davon noch nie was gehört hatte, habe ich mal dazu (im Internet) nachgelesen. Der „typische“ Anwendungsfall wäre ich danach nicht (keine Gallensteine, keine chronisch entzündeten Gallenwege). Ich zögere deshalb, das einzunehmen und würde gerne vorher noch anderweitig fachlichen Rat haben, was man sich davon verspricht.

Verstärkt werde ich auf leberschonende Kost achten Ich hatte bisher gerne Gebratenes gegessen, aber nicht übermäßig, gerne Nüsse und Käse, aber auch sehr viel Obst und Gemüse (gekocht und roh). Zudem arbeite ich körperlich und habe Normgewicht.

Danke für alle Infos und Tips!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von GeraldF, 41

Das Vorgehen ist soweit korrekt. Nochmal testen nach einer längeren Abstinenzphase, da dies auf den ersten Blick die greifbarste Ursache einer Transaminasenerhöhung ist. 

Urso so "aus der Hüfte" ist natürlich quatsch. Leberschonkost auch, sowas gibt es nicht.

Basisprogramm zur Abklärung einer unklaren Transaminasenerhöhung:

  • Hepatitisserologie (bei Ihnen negativ)
  • Ultraschall (bei Ihnen unauffällig)
  • Medikamenten- / Alkoholanamnese (wird geprüft)
  • Ausschluss Autoimmunhepatitis
  • Ausschluss Hämochromatose
  • Ausschluss PBC, PSC
  • Ausschluss Mb. Wilson
  • Ausschluss Alpha-1-PI Mangel.
Kommentar von gadiit ,

Danke für den sehr ausführlichen Kommentar!

Nun, dann warte ich mal drei Monate bis zum nächsten Blutbild.

Was mich etwas überrascht: Wieso gibt es so etwas wie "Leberschonkost" nicht? Ich verstehe das in dem Sinne, dass man weglässt oder reduziert, was als belastend "gilt", also fettig, gebraten, etc. Und nicht in dem Sinne von Nahrungsergänzungsmitteln.

Kommentar von GeraldF ,

Sie können davon ausgehen, dass selbst in minderwertigen Lebensmitteln (Fertigtiefkühlkost, Fleisch aus Massentierhaltung, hoffnungslos überzuckerte Fertigprodukte etc.) keine unmittelbar für die Leber toxischen Konzentrationen an Giften vorhanden sind. Die Zubereitung der Nahrung spielt praktisch gar keine Rolle, das ist der Leber eigentlich egal, denn Sie erhält alles ja bereits in kleinsten Fragmenten durch die Verdauungsprozesse im Magen und Dünndarm. 

Die "Schonkosten" sind ein historisches Überbleibsel aus Zeiten, in denen man es nicht besser wusste. Man macht damit nichts falsch, aber helfen tut es auch nicht.

"Schonkost" im Sinne des Weglassens potentiell toxischer Substanzen ist natürlich korrekt. In erster Linie Alkohol und bestimmte Medikamente, theoretisch auch bestimmte Pilze.

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