Frage von Alex752, 10

Leben mit nur einer Niere ???

Mein Bruder ist Nierenkrank und steht nun auf der Spenderliste und geht 3 mal in der Woche zur Dialyse nun denke ich darüber nach ihm eine Niere zu spenden. Meine Frage ist kann ich trotzdem weiterhin meine Ausbildung zur Krankenschwester machen und ist die Belastung zu groß und wie lang dauert der Krankenhausaufenthalt und die Dauer bis ich wieder Arbeiten kann ? Danke im Vorraus

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von bobbys, 10

Hallo Alex752, wenn alles gut verlaufen ist wirst Du sicherlich eine Ausbildung weiterführen können und wie lange der KH Aufenthalt und die Arbeitsunfähigkeit dauert hängt immer von der OP und eventuellen Komplikationen ab.

Ich habe dir hier mal die neuesten Richtlinien kopiert damit Du auch weißt, was alles zu beachten und zu besorgen ist.

Rechtliche und medizinische Voraussetzungen für eine Lebendspende

Eine Organspende von einem lebenden Menschen ist grundsätzlich nur möglich, wenn dessen Gesundheit durch den Eingriff langfristig nicht gefährdet wird. Daher ist die Lebendspende bisher nur für folgende Organe eine etablierte Methode: •Niere: Transplantation einer Niere •Leber: Transplantation von Teilen der Leber

Im Jahr 2013 wurden in Deutschland 2.272 Nieren transplantiert, davon 725 (32 %) nach einer Lebendspende. Lebendspenden der Leber sind seltener: Von 970 Lebertransplantationen erfolgten 83 (8,5 %) nach einer Lebendspende [1,2].

Rechtliche Voraussetzungen

Um den Organhandel und die damit verbundene Kriminalität zu vermeiden, werden im deutschen Transplantationsgesetz (TPG) strenge Vorgaben zur Lebendspende gemacht. Ein weiteres Ziel ist der Schutz des Spenders, der sich einem (wenn auch sehr geringen) gesundheitlichen Risiko aussetzt.

Der Spender muss [3]: •volljährig und einwilligungsfähig sein. •nach ärztlicher Beurteilung (auf Basis medizinischer Untersuchungen) als Spender geeignet sein, d. h. in einem guten Gesundheitszustand, so dass der Eingriff für ihn kein großes Risiko darstellt. •mit dem Empfänger verwandt sein oder ihm in besonderer persönlicher Verbundenheit nahe stehen (Verwandte ersten oder zweiten Grades, Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, Verlobte oder enge Freunde). •durch einen Arzt aufgeklärt werden (z. B. über Zweck und Art des Eingriffs, die durchzuführenden Untersuchungen, Risiken des Eingriffs, Maßnahmen zum Schutz des Spenders, die zu erwartende Erfolgsaussicht der Transplantation). •freiwillig in die Entnahme einwilligen. •sich zur Teilnahme an einer ärztlich empfohlenen Nachbetreuung bereit erklären.

Darüber hinaus müssen unter anderem folgende Kriterien erfüllt sein [3]: •Die Transplantation sollte eine geeignete Behandlungsmaßnahme sein, um das Leben des Empfängers zu erhalten und die zugrunde liegende Erkrankung zu heilen bzw. deren Beschwerden zu lindern. •Es darf zum Zeitpunkt der Organentnahme kein geeignetes Organ aus einer postmortalen Spende zur Verfügung stehen. Dies trifft angesichts der langen Wartezeiten auf die Organe fast immer zu. •Die Aufklärung des Spenders muss in Anwesenheit eines weiteren Arztes erfolgen, der weder an der Entnahme noch an der Übertragung des Organs beteiligt sein darf. •Eine nach Landesrecht zuständige Kommission („Lebendspende-Kommission�?) muss die Transplantation in einem Gutachten befürworten. Diese Kommission überprüft, ob sich Spender und Empfänger tatsächlich nahe stehen und dem Eingriff wirklich zustimmen. Informationen zur Lebendspende-Kommission

Medizinische Voraussetzungen

Die Blutgruppen von Spender und Empfänger sollten zueinander passen bzw. „kompatibel�? sein. Manchmal werden auch Blutgruppen-inkompatible Spenden durchgeführt. Informationen zu AB0-inkompatiblen Spenden

Besonders für die Nierentransplantation ist auch eine weitgehende Übereinstimmung von bestimmten Gewebemerkmalen (HLA-Antigene) wichtig. Dadurch wird das Risiko späterer Abstoßungsreaktionen gegen das Organ geringer. Ein wichtiger Test zu Beurteilung der Gewebeverträglichkeit ist die Kreuzprobe („cross-match�?). Wird unter den Nahestehenden kein passender Spender gefunden (Gewebe- oder Blutgruppenunverträglichkeit), kann in sehr seltenen Fällen eine „Überkreuz-Lebendspende�? (Cross-over-Transplantation) zwischen zwei Spender-Empfänger-Paaren durchgeführt werden [4]. Informationen zu Cross-over-Transplantationen

Der Spender muss selbstverständlich in einem guten Gesundheitszustand sein. Dies wird mit einer Reihe von medizinischen Untersuchungen überprüft.

Stand: 20.05.2014

Ich wünsche Euch alles Gute!

LG Bobbys

http://www.bgv-transplantation.de/lebendspende.html

Kommentar von Alex752 ,

Danke

Kommentar von bobbys ,

Vielen Dank für den Stern:)

Antwort
von evistie, 6

Leider kann keine Deiner Fragen hier konkret beantwortet werden, denn es kommt natürlich auf Deinen eigenen Gesundheitszustand an und wie die Genesungsphase verläuft. Zuvor sollte getestet werden, ob eine Lebendspende durch Dich überhaupt möglich ist. Eine Fülle von Informationen sowie weiterführende Links findest Du hier:

http://www.stiftung-lebendspende.de/36-0---Voraussetzungen-fuer-eine-Lebendspend...

Es ehrt Dich, dass du erwägst, Deinem Bruder auf diese Weise zu helfen. Da dieser Entschluss jedoch auch große Bedeutung für Dein weiteres Leben hat, informiere Dich bitte zuvor gründlich.

Auf jeden Fall: alles Gute für Euch beide!

Kommentar von Alex752 ,

Danke werde ich machen

Antwort
von StephanZehnt, 4

Hallo Alex,

alle Achtung das Du Deinem Bruder eine Niere spenden willst. Die OP geht verhältnismäßig schnell und man kann nach kurzer Zeit auch wieder arbeiten gehen. Du solltest allerdings immer im Hinterkopf haben das Du nur noch eine Niere hast.

Nun eine Frau bekommt eher einmal eine Blasenentzündung. So etwas muss Du möglichst vermeiden, dass heißt *Du solltest danach so richtig gesund leben wenn Du Dich dazu entschließt * Also genügend trinken und den Unterleib gut verpacken wenn es kalt ist. Aber als angehende Krankenschwester weisst Du das schon.

Denn wenn bei Dir etwas schief geht - ob es dann so schnell mit einer Spende klappt?

Also man wird schauen wie Gesund Du bist ob es da nicht etwas gibt was man bisher nicht weis. Ja und dann wird man Dich auch einiges fragen. Denn so einfach schnell einmal eine Niere spenden geht nicht. Es muss klar sein das Du aus freien Stücken dies tust usw.. Die Frage wie lange Du auf Grund der Spende krank bist sollte die Allerletzte sein.

Mehr zum Thema hier - http://www.nierenratgeber.de/lebendspende/aktuelles/haeufige-fragen.html#c3884

Wenn ich es richtig verstanden habe ist es Heute auch möglich eine Niere mit fremder Blutgruppe zu transplantieren. ( die sogenannte Die AB0i Nierentransplantation ermöglicht uns, Blutgruppenunverträglichkeiten zwischen Spender und Empfänger zu überwinden Allerdings besteht angesichts der besonders intensiven Immunsuppression mit Tacrolimus, Mycophenolat-Mofetil und Steroiden die Gefahr erhöhter Infektanfälligkeit.

Aber in Deinem Fall sollte im Normalfall alles klar gehen.

Alles Gute Stephan

Kommentar von Alex752 ,

Vielen Dank für deine Antwort ich werden mich überalles noch genauer informieren.

Antwort
von Eselchen, 3

Du hast von Bobbys aber auch den anderen schon sehr gute und ausführliche Antworten bekommen. Im Grunde genommen verhält es sich jedoch so, dass du auf jeden Fall mit deinem Arzt ein sehr intensives aufklärendes Gespräch führen musst. Es müssen alle Unklarheiten beseitigt werden und auch du wirst untersucht werden ob du als Spenderin überhaupt in Frage kommst. Ich persönlich möchte meinen Hut vor dir ziehen vor so viel Mut und Entschlossenheit. Ganz große Klasse!!

Antwort
von hermannheester, 3

Geschwisterliebe geht manchmal. auf Kosten der Nieren. Das ist auch gut so. Allerdings sollte man sich auch als Spender darüber im Klaren sein, dass im Bedarfsfall so leicht kein Bruder in Sicht sein wird....

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