Frage von ungerin, 109

Langzeitschäden nach Betrahlung

Hallo, ich bin 48 Jahre alt. Vor 34 Jahren wurde bei mir Schilddrüsenkrebs diagnistiziert. Meine Schilddrüse wurde entfernt. Anschließend bekam ich 30 Bestrahlungen und 3 mal Radiojodtherapie (im Abstand von jeweils einem Jahr). Mein Bestrahlungsfeld (damals wurde ich angemalt) ging von Kinn bis knapp oberhalb der Brüste. Vor 8 Jahren wurde mittels Ultraschall erstmalig Stenosen in meinem Hals diagnostiziert. Ich bin seither bei einem Gefäßarzt in Behandlung. In meiner linken Halsschlagader habe ich seit knapp 2 Jahren einen Stent, der nun zu ist. Meine rechte Halsschlagader ist auch nicht wirklich besser. Im Moment bin ich krank geschrieben, ansonsten aber noch voll berufstätig. Ich habe allerdings zunehmend mit Schwächeanfällen zu kämpfen. Mir ist oft schwindlig und ich habe Sehstörungen. Ich suche nach Leidensgenossen die, wie ich, mit den Langzeitschäden einer Bestrahlung kämpfen. Im Moment stellt sich mir die Frage wie ich weiter mit dieser zunehmenden Bedrohung leben soll. Ich würde mich über Infos oder Tipps freuen. Ines

Antwort
von PhilFischer, 76

Guten Tag,

Ich bin zwar im Bereich der Neurochirurgie versierter, kann ihnen jedoch raten immer wieder kontroll- Angiographien ihrer Halsschlagadern machen zu lassen.

Daher kommt auch die Antriebslosigkeit, der Schwindel ... dies rührt daher, dass ihr Großhirn durch die Verengung der versorgenden Gefäße, weniger stark durchblutet wird. Während ihr Kleinhirn durch die Wirbelarterien versorgt wird und daher nicht betroffen ist.

Die Sehstörungen finde ich persönlich etwas eingenartiger, diese kommen bei ihnen jedoch wahrscheinlich auch Aufgrund der Minderdruchblutung vor.

Hierzu hätte ich allerdings eine Frage: sind die Sehstörungen dauerhaft und verschlechtern sie sich, oder sind sie sporadisch auftretend und gelichbleibend in ihrer Intensität ?

Ich wünsche Ihnen alles Gute Mit freundlichen Grüßen

Phil

Kommentar von ungerin ,

Bisher lief es so das alle drei Monate Doppler Sonografie gemacht wurde. Angiografien wurden nur gemacht wenn es schlimmer wurde. Bisher 3 mal. Können Angiografien denn regelmäßig gemacht werden? Die Untersuchung ist ja nicht so ganz einfach und birgt auch wieder Risiken.... Die Sehstörungen habe ich schon seit ca. 10 Jahren. Nicht dauerhaft. Manchmal monatelang gar nichts, dann wieder jeden Tag. Meist sehe ich gezackte Ränder im Blickfeld. Aktuell aber auch große dunkle Flecke. Ich finde das sehr beunruhigend. Danke für die schnelle Antwort.

Kommentar von PhilFischer ,

Also, ja die Angiographie birgt einige Gefahren sie sollte im Normalfall auch nicht ständig angewendet werden (wegen des leicht Radioaktiven Kontrastmittels), jedoch sind hier definitiv die Risiken abzuwägen.

Auf der einen Seite steht die Strahlenbelastung und mögliche Komplikation einer Gefäßverletzung auf der anderen Seite besteht das Risiko eines Verschlusses des Gefäßes, was zu einem Schlaganfall, ischämischen Infarkt oder durch Sauerstoffmangel zu einem Hypoxischen Hirnschaden führen könnte. Beide EXTREMFÄLLE würden eine Sofortige Neuro- und Gefäßchirurgische Intervention erfordern.

Aber machen Sie sich nicht ZU VIELE SORGEN, wie Sie schon sagten, ist die Doppler Sono zur Kontrolle ausreichen. Über die durch die Sono sichtbare Blutflussgeschwindigkeit kann man auf die Enge des Gefäßes schließen, nur wenn die Flussgeschwindikeit des Blutes rapide abnehmen sollte, ist eine Angio ohne "schlechtes Gewissen" druchzuführen.

Dies liegt wie ich schon vermutete wahrscheinlich am leichten Sauerstoffmangel im Gehirn. Beunruhigt hätten mich die Sehrstörungen nur wenn sie nicht wieder abgeklungen wären sondern sich immer verschlächtert hätten -> in diesem Fall hätte ich dann nähmlich auf eine Raumforderung getippt und eine CCT empfohlen.

Da dies aber nicht der Fall ist, hängen die Sehstörungen, meiner Meinung nach, mit der Verengung der versorgenden Gefäße zusammmen.

Ich wünsche Ihen gute Besserung

mit freundlichen Grüßen

Phil

Antwort
von rulamann, 69

Mein Tipp melde dich dort mal an, hier sind auch Leidensgenossen von dir vertreten.

http://www.krebs-kompass.de/showthread.php?t=29323

Ich wünsche dir viel Erfolg und alles Gute, rulamann

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