Frage von TomkatK, 201

Laborwerte: Schilddrüsenunterfunktion???

Meine 14jährige Tochter hat von ihrem Hausarzt die Auskunft bekommen, dass bei ihr eine Schilddrüsen-Unterfunktion vorliegt und sie deshalb auf Jod-Tabletten eingestellt werden muss. Hierzu soll sie nun für 2 Monate die vorgegebene Dosis Tabletten täglich nehmen und in 2 Monaten soll eine Nachkontrolle erfolgen.

  • Ist denn eine Kontrolle erst in 2 Monaten ausreichend? Sollte die Dosis so nicht passen, nimmt sie 2 Monate lang eine falsche Dosis ein. Oder bin ich zu besorgt?

Die Schilddrüsen-Unterfunktion wurde vom Arzt durch den beiliegenden Laborbefund begründet. Nun finde ich dort aber alle bei meiner Tochter gemessenen Werte im vorgegebenen Referenzbereich. Als Laie würde es mir deshalb sehr helfen, wenn mir jemand erklären könnte, wo in den Werten eine klar definierbare Schilddrüsen-Unterfunktion begründet ist.

Vielen Dank schon an dieser Stelle.

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Antwort
von LowCarbEater, 199

Hey.

Vor 2 Monaten kann man noch keine großartige Veränderung feststellen. Ich habe selbst eine Unterfunktion und nehme seit nun 2 Jahren Iod-Tabletten. Es ist normal, dass es etwas dauert, bis der Patient die 100% richtige Dosis bekommt. Manche Ärzte geben den Referenzbereich auch falsch an. Mein Hausarzt gibt bspw einen anderen an als mein Endokrinologe. Wo ist denn der TSH-Wert? Schließlich gibt es 2 Schilddrüsenwerte? Vllt ist dieser nicht im Normalbereich.

Antwort
von StephanZehnt, 175

Hallo TomkatK,

was haben wir

  • freies (fT4) 10.5 (Normwerte 7,7 -14 ng /l
  • AK (MAK) < 30 (Normwert < 60) U/ml

Die Frage ist nun wie sehen die anderen Werte aus (TSH und T3, TRAK-Antikörper). Man muss das Gesamte sehen! Das heißt das Ganze sollte ein Endokrinologe abklären. Man sollte langsam einsteigen und die Dosis nach Bedarf erhöhen. Mit den Befund kann man eine Unterfunktion nicht erklären.

Hier kann man einiges nachlesen unter - Konstellationen, die bei der Bestimmung der Schilddrüsenwerte resultieren können.

http://www.onmeda.de/behandlung/schilddruesenwerte.html

Bei Nachweis von Thyreoperoxidase-Antikörpern mit niedrigem Titer kann nicht zwangsläufig auf das Vorliegen einer Autoimmunthyreopathie geschlossen werden.

VG Stephan

Kommentar von TomkatK ,

Ich habe in der Zwischenzeit auch noch einen TSH basal Wert von 5,62 genannt bekommen.

Wie ich gesehen habe, besteht je nach Alter auch bei diesem Wert eine von Labor zu Labor unterschiedlicher Normbereich. Bei Kindern im Alter meiner Tochter (14 Jahre) kann dieser bis 4,7, bei anderen Laboren sogar bis 5,4 betragen. In jedem Fall ist dieser Wert also leicht erhöht.

Ich habe hierzu bei vielfachen Quellen gefunden, dass in diesem Fall von einer Jodgabe abgeraten wird (die durchaus negative Folgen haben kann), sondern es wird durchweg eine Thyroxin-Behandlung empfohlen. Das wäre ja auch nachvollziehbar. Oder?

Kommentar von StephanZehnt ,

Die Normwerte liegen bei 1.-17. Lebensjahr 0,27-5,0 µIU/ml Es gibt sicher Abweichungen von Labor zu Labor..Aber wie sieht es mit den Antikörpern aus.

Was die Jodgaben angeht

Ist es richtig, dass man bei Hashimoto-Thyreoiditis auf zusätzliche Jodgaben verzichten soll?

Lediglich größere Mengen an Jod (z. B. in Form von Jodid-Tabletten oder durch Röntgenkontrastmittel) können Hashimoto-Thyreoiditis verstärken und sollten deshalb vermieden werden. Vereinzelt werden jedoch Hashimoto-Kranke gewarnt, überhaupt Jod aufzunehmen:

Dies ist medizinisch nicht richtig. Eine Zufuhr bis zu 200 Mikrogramm pro Tag sind in aller Regel unbedenklich – eine übliche Menge, die in etwa mit der Nahrung erreicht wird. Je nachdem wie stark die Erkrankung bereits ausgeprägt ist, kann es beispielsweise für Schwangere sogar sinnvoll sein, Jod in geringen Mengen einzunehmen.

Dies sollte dann der Arzt aufgrund einer Antikörperbestimmung des Blutes entscheiden; meist verordnet er in diesem Fall Jod zusammen mit dem Schilddrüsenhormon T4. (Quelle .forum-schilddruese.de).

Antwort
von Anne41, 201

Ich würde dir raten zu einem Facharzt zu gehen(Endokrinologe).Der TSH Wert wurde nicht ermittelt,wäre besser man hätte alle Werte um da eine Aussage machen zu können.Hausärzte sind, was die Schilddrüse betrifft,meistens überfordert.Deswegen geh besser zu einem Facharzt.Würde z.B.eine chronische Schilddrüsenentzündung(Hashimoto)die Ursache sein,wäre Jod schlecht.Was die Kontrolle angeht,sind 2 Monate ok.

Kommentar von TomkatK ,

Ich habe in der Zwischenzeit auch noch einen TSH basal Wert von 5,62 genannt bekommen.

Wie ich gesehen habe, besteht je nach Alter auch bei diesem Wert eine von Labor zu Labor unterschiedlicher Normbereich. Bei Kindern im Alter meiner Tochter (14 Jahre) kann dieser bis 4,7, bei anderen Laboren sogar bis 5,4 betragen. In jedem Fall ist dieser Wert also leicht erhöht.

Ich habe hierzu bei vielfachen Quellen gefunden, dass in diesem Fall von einer Jodgabe abgeraten wird (die durchaus negative Folgen haben kann), sondern es wird durchweg eine Thyroxin-Behandlung empfohlen. Das wäre ja auch nachvollziehbar. Oder?

Kommentar von Anne41 ,

Ja,richtig.Der TSH Wert ist auf jeden Fall zu hoch.Ich kann dir nur nochmal den Gang zum Endo empfehlen.Bei meinem Sohn wurde damals schon ab einem TSH Wert von 3,8 mit Thyroxin behandelt.Unser Arzt stellt immer so ein,dass der Wert unter 2 bleibt.Laß das Jod weg,bis man weiß was es genau ist.

Antwort
von GeraldF, 180

Aus den dargestellten Werten lässt sich die Diagnose einer Unterfunktion nicht ableiten. Wenn keine zusätzlichen Werte ermittelt wurden, dann ist die Diagnosestellung einer Unterfunktion falsch. Das Kontrollintervall von 8 Wochen geht im Prinzip in Ordnung.

Antwort
von brido, 106

Es wird laufend kontrolliert, keine Sorge.

Kommentar von TomkatK ,

Wenn jemand eingestellt ist, kann ich 2monatlich ja für durchaus als "laufend" akzeptieren. Aber ist 2monatlich auch bei einem Kinderorganismus, der gerade in der größten Veränderungsphase des Lebens steckt (Pubertät) auch "laufend" genug, wenn dieser noch gar nicht eingestellt ist? Ich hab ein wenig gelesen und daraus entnommen, dass ein "Zuviel" durchaus erhebliche negative Folgen haben kann. Da mache ich mir natürlich schon Sorgen.

Kommentar von rosaglueck ,

Lass für deine Tochter Thyroxin verordnen...3-43µg/Kg Körpergewicht wird in meinem Buch dafür empfohlen, TSH ist zu hoch und fT4 niedrig. Handlungsbedarf. Siehe auch Thyreotropin wikipedia.

Kommentar von rosaglueck ,

Tippsfehler;) 3-4µg/Kg KG ZIELdosis, erreichbar über Steigerungsschritte von 25-50µg. bitte überprüfen TSH soll unter 1,2 bleiben unter Thyroxintherapie.

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