Frage von Oraing53 14.10.2011

Künstliches Kniegelenk. Wie lange braucht man um wieder normal laufen zu können?

  • Hilfreichste Antwort von pt2009 14.10.2011
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Hallo Oraing53,

    heutzutage ist die Prothesenversorgung - zumindest für Hüft- und Kniegelenke - sehr gut ausgereift. In der Regel geben die Patienten nach der OP andere Schmerzen von wesentlich geringerer Intensität an, als sie sie von vorher kennen.

    Ich hatte in Tätigkeit bis jetzt nur eine einzige Patientin, die angegeben hat nach der OP mehr Schmerzen zu haben als vorher. Aber in solch' einem Fall sagt man: wenn die Schmerzen nach der OP schlimmer sind also vorher, dann war die OP zu früh!

    Die Schmerzen nach der OP rühren von den umgebenden Weichteilen und den OP-Nachwirkungen her. Denn während der OP werden sämtliche Muskeln, Sehnen, Bänder "beseite geschoben" und gehalten, damit die operierenden Ärzte überhaupt ans Kniegelenk ran kommen. Dabei kommt es natürlich zu Überdehnungen evtl. auch Zerrungen oder kleinen Mikrotraumen - deshalb auch die häufig recht großflächigen Hämatome nach der OP. Welche aber eher bei Hüft-TEP-OPs auftreten.

    Außerdem - das Gelenk ist nach der OP wieder wie neu, aber die Muskulatur ist immer noch in der Schonhaltung, die Sie vor der OP durch die starken Schmerzen über die Jahre hinweg aufgebaut haben. Dieses muskuläre Ungleichgewicht muss jetzt erst wieder behoben werden - durch intensive Physiotherapie und um die Heilung zu fördern: Manuelle Lymphdrainage.

    Die Belastbarkeit richtet sich nach der OP-Methode und ob die Prothese zementiert oder unzemmentiert eingesetzt wird. Bei der zementierten Variante hat der Patient gleich am ersten postoperativen Tag Vollbelastung, sollte jedoch die Stützen - und zwar BEIDE - noch mindestens 6 Wochen benutzen. Bei der nicht zementierten TEP dauert es etwas länger bis der Patient voll belasten darf, aber aus dem Bett raus in den Stand müssen beide Patienten ab dem ersten Tag. Vorallem um eine gefährliche Thrombose mit darausresultierender lebensbedrohlichen Lungenembolie zu verhindern. Deshalb ist es auch so wichtig, dass die Patienten UNBEDINGT ihre Heparinspritzen zu ende nehmen.

    Sie sagten, dass Sie erst in 4 Wochen zur OP gehen. Dann fragen Sie doch bitte mal Ihren behandelnden Arzt ob der Ihnen nicht jetzt schon vor der OP Krankengymnastik bzw. wenigstens Lymphdrainage aufschreiben kann. Wir haben viel Patienten in der Praxis die vor geplanten OPs mit MLD versorgt werden und somit nach der OP eine wesentlich bessere Heilung verzeichnen als ohne vorherige MLD-Behandlung.

    Zusätzlich empfehle ich Ihnen - statt der üblichen Kältebeutel - Quarkwickel zu machen. Jetzt vor der OP und auch nach der OP. Nur bitte nicht 2 STd. vor & nachh der MLD-Behandlung, da die Kälte für eine reaktive Vasokonstriktion (=Gefäßengstellung) sorgt und damit den Lymphabfluss behindert.

    Achso - das Wichtigste - da die Physiopraxen mit ihren Terminen sehr weit im Vorlauf sind, z.T. bis zu 4 Wochen, empfehle ich Ihnen schon während Sie in der Reha sind - sobald Sie Ihren Entlassungstermin haben, sich Termine in einer Physiopraxis Ihres Wohnortes geben zu lassen. Geht alles telefonisch aus der Reha, nur drum kümmern müssen Sie sich selbst. Dies ist ganz wichtig, so dass die ambulante Nachsorge lückenlos fortgesetzt werden kann.

    I.d.R. werden Sie mindestens 1 Jahr damit zu tun haben - aber kein Schreck kriegen - damit ist das Komplettprogramm gemeint, inkl. optimalem Muskelaufbau. Wie gesagt, die Stützen nutzen die meisten etwa 6 Wochen - viele kommen aus der Reha schon ohne - spätestens aber nach 10-12 Wochen können Sie sie weg lassen.

    !!! Doch dass ist ARZTENTSCHEIDUNG, ab wann Sie die Stützen weg lassen dürfen !!!

    Ja, dass solls erst mal so weit gewesen sein, wenn noch Fragen sind einfach melden und sonst wünsch' ich Ihnen eine gelungene OP mit optimalem Ergbnis,

    LG pt2009

  • Antwort von alegna796 14.10.2011
    5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Meine Mutter hatte beide Knie (nacheinander) neu bekommen und konnte schon am nächsten Tag kurz wieder an 2 Stöcken gehen. Sie saß vorher im Rollstuhl. Ohne Stützen ging das Gehen schon nach 2 Monaten wieder. Die Schmerzen wären eher gering gewesen aber sie hat auch Schmerzmittel bekommen.

  • Antwort von Gast 25.01.2014

    ich habe ein neues kniegelenk,u.wahr drei wochen auf reha.in judentorf.konnte nur kleine schritte machen u.dan erst nach einer woche ging es .muste turnen gehen und spotr machen .konnte nach deri wochen heimgehen!konnte daheim auch normal gehen,aber nach ein bahr wochen ging es nicht mer .da tat es sehr weh u.konnte kaum gehen.muste einschmieren u.topfen auflegen auch kühle gelbeutel.aber nechste woche mus ich wieder ins spietahl.Mit besten Gr.Von.Renate Hofer

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