Frage von taschaho, 119

Krank nach Anstrengung / Sport

Hallo, Ich bin ein 25 Jähriger Student aus Mitteldeutschland. Das grundsätzliche Problem, welches sich seit meinem Abi (mal stärker mal schwächer) durchzieht, ist eine viel zu übermäßige Erschöpfung NACH Anstrengungen insbes. Sport! Während der Anstrengung die nächsten paar Minuten bis Stunden danach, in denen ich noch angespannt bin, habe ich keine Probleme. Aber dann geht es los. Ich werde total unkonzentriert, schlapp, gereizt, müde und bin zu fast nichts mehr in der Lage. Meine Nase ist oft trockener und verstopfter als gewöhnlich. In etwa so wie beim Beginn einer Erkältung. Obwohl ich total platt bin und auf nichts Lust habe Schlafe ich nach Anstrengungen oft schlechter als ohne. Das einzige was dann hilft ist eine ausgedehnte Ruhephase mit sehr viel schlaf, sobald das wieder möglich ist. Auch äußerlich macht sich die Anstrengung bemerkbar. Ich bekomme nach dem Sport oft gesagt, dass ich krank und müde aussehe sprich Augenringe habe, blass bin etc. Folgende Allergien wurden festgestellt: Gräser, Roggen, Frühblüher und Milbenkot. Seit einer Hypodesensibilisierung habe ich nur noch wenige Beschwerden. Als größeres Problem stellte sich jedoch eine Chronisch polypöse Sinusitis heraus. Nach nun insg. 3 Operationen und mehreren Medikamentösen sowie Alternativmedizinischen Therapien haben sich meine Nasennebenhöhlen Beschwerden maßgeblich gebessert und können, laut verschiedenen Ärzten und nach subjektiven Empfinden, nicht als Ursache in Frage kommen.

Da die ständige Erschöpfung auch mein Studium und mein Sozialverhalten in Mitleidenschaft zog beschloss ich zum Psychologen zu gehen. Diagnose, wen wundert es: Depression. Seitdem bin ich durchgängig in psychischer Behandlung. Verhaltenstherapie, Antidepressiva bis hin zum Klinikaufenthalt über 8 Wochen. Das Ganze hat mich im Umgang mit der Problematik um einiges weitergebracht. Ich bin weniger leistungsorientiert und habe einige Dinge in meinem Leben verändert. Die Schwäche nach dem Sport ist und war allerdings durchgehend vorhanden (auch wenn der Umgang damit leichter fällt). Die Depression also Ursache kann ich somit quasi auch ausschließen.

Den einzigen Anhaltspunkt den ich momentan habe ist das „Open Window Phänomen“, welches beschreibt, dass die immun Abwehr nach intensiven Belastungen abnimmt und es so zu Erkältungssymtomen kommen kann. Meine Beschwerden treten jedoch auch nach moderaten Anstrengungen auf und ich achte immer darauf, dass ich mich nach dem Sport keinen weiteren Belastungen aussetze. Es stellt sich somit die Frage was mein Immunsystem dermaßen strapaziert. Meine Blutwerte sind (bis auf die Allergiewerte) wunderbar. Ich achte auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung, rauche nicht und trinke relativ selten Alkohol. Es wurde mal der Kontakt mit dem Ebstein-Barr-Virus festgestellt (wie bei 95% der Bevölkerung) allerdings deutet nichts auf dessen Ausbruch hin. Was haltet ihr davon? Hat jemand ähnliches erlebt, ähnliche Beschwerden und kann einen Tipp oder zumindest seine Erfahrung

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo taschaho,

Schau mal bitte hier:
Sport Psyche

Antwort
von karo1504, 96

Das klingt mir alles sehr nach einer Histaminintoleranz - da du ja eh schon an Allergien leidest, sollte dir "Histamine" ja kein Fremdwort sein. Bei einer Histaminintoleranz sind u.a. große körperliche Anstrengungen wie auch beim Sport ein Auslöser für derartige Symptome. Ich würd dir da die Seite: http://histaminarm.wordpress.com/allgemein/ und die Facebook-Gruppe "Laktoseintoleranz, Fruktoseintoleranz, Zöliakie und Histaminintoleranz" empfehlen, da findest du viele Informationen und Gleichgesinnte.

Ach und lass dir ja nicht einreden, das hätte psychische Ursachen. Klinikaufentahlt und Antidepressiva hat mich ja sehr geschockt - soweit hättest du es nicht kommen lassen sollen!! Ärzte schieben sowas gern auf die Psyche, aber nur weil sie nicht bereit sind, mehr nach den wirklichen Ursachen zu forschen...

Kommentar von taschaho ,

Hört sich sehr interessant an, aber so ganz kann ich mich mit den Symptomen nicht identifizieren. Werde mich damit mal weiter auseinanderesetzen und einen arzt zurate ziehen. eine übermäßige Histaminkonzentration sollte ja auch irgendwie nachweisbar sein. Vielen Dank für die Antwort!

Antwort
von mrhaha, 79

Hallo,

ich habe mich mal extra für dich registriert, da ich gerade selbst mit ähnlichen Problemen zu kämpfen habe (ich musste mein Studium wegen meiner Probleme anfang dieses Jahres leider abbrechen :(), wobei bei mir viele andere körperliche Ursachen noch nicht ausgeschlossen wurden, die ja bei dir nicht mehr in Frage kommen. In psychiatrischer Behandlung war/bin ich natürlich auch, ohne Erfolg...

Es gibt ein sogenanntes chronisches Erschöpfungssyndrom... Und leider ist das eine Erkrankung, über die nur wenig bekannt ist und die sehr viele Ärzte gar nicht kennen (vor allem in Deutschland). Vielleicht möchtest du dich mal selbst ein wenig darüber einlesen:

de.wikipedia.org/wiki/Chronisches_Ersch%C3%B6pfungssyndrom

fatigatio.de/

Ich bin natürlich kein Arzt und Ferndiagnosen sind sowieso unmöglich, aber vielleicht kannst du ja einfach mal ein bisschen in die Richtung schauen und das ganze mit einem Arzt besprechen. Unter dem 2. Link findest du viele speziellere Infos und kannst auch mit anderen Betroffenen in Kontakt treten. Vielleicht findest du dort auch Informationen zu Ärzten, die etwas mit dieser Erkrankung anfangen können.

Ansonsten wünsche ich dir, dass mein Beitrag nicht auf dich zutrifft und er dir nichts bringt (außer dem Ausschluss einer weiteren Möglichkeit für deine Beschwerden) und alles Gute für die Zukunft!

Antwort
von Firlefranz, 72

Hm. Du schreibst zwar, deine Blutwerte wären OK - aber ist dein Ferritin-Wert einmal überprüft worden? Ich kenne nämlich tatsächlich ähnliche Symptome, und zwar im Zusammenhang mit einer ausgeprägten Eisenmangel-Anämie.

Am üblicherweise erstellten Blutbild kann man das oft nicht so genau erkennen (der Eisenwert und der Ferritin-Wert haben hier unterschiedliche Bedeutung, letzterer wird jedoch anscheinend nicht immer ausgewertet, ist aber für die Beurteilung eines Eisenmangels ausschlaggebend; warum genau das so ist, weiß ich nicht, nur DASS es so ist :-)).

Ist nur eine Idee, vielleicht hilft es ja. Gute Besserung!

Kommentar von taschaho ,

Den Verdacht auf Eisenmangel hatten auch schon einige Ärzte. Konnte aber bisher in keinem Blutbild nachgewiesen werden. Ob da jetzt der Ferritin Wert beachtet wurde weiß ich nicht, aber die hatten den Eisenmangel im Blick, von daher.. werde auch da nochmal nachhaken. Vielen Dank für die Antwort!

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