Frage von Nina911, 357

Krampfanfälle nachts - was könnten die Ursachen sein?

Mein Freund hat jetzt die 2. Nacht infolge aus heiterem Himmel eine Art Krampfanfall gehabt und wir können uns das nicht erklären. In der ersten Nacht war es so, dass er gerade mal 10 Minuten am schlafen war, ich war nich wach und habe bemerkt, dass er komisch atmet. Auf einmal fing er an, zu röcheln, klang erst wie schnarchen aber er hat sich dabei nach hinten gebeugt und war total angespannt und versteift. Ich habe dann an ihm geschüttelt und ihn am Nacken zurück gezogen und da ist er aufgewacht und ihm war übel und schwindlich. Er war schweißnass. Er hat sich dann 10 Minuten auf den Boden gelegt und die Beine hoch gelegt und dann gings wieder einigermaßen. Hab dann mal den Blutdruck gemessen. Der war bei 150/68 mit einem Puls von 68. Er hat sich dann hin gelegt und den Rest der Nacht tief und fest geschlafen. Am nächsten Tag gings ihm wieder gut, sagt er zumindest. In der nächsten Nacht wieder aber nicht so extrem. Wir haben beide gut geschlafen. Irgendwann kurz nach 5 werde ich wach weil er extrem laut und tief atmet. Als ich mich zu ihm umgedreht habe, ist er von alleine wach geworden und ihm war wieder schlecht und schwindlig und er war schweißnass. Nach 10 Minuten hat er sich wieder hin gelegt und fest weiter geschlafen. Frühs hat ihm dann alles weh getan weil er wieder so verkrampft war, wie Muskelkater. Tagsüber geht's ihm gut in er hat keine Beschwerden, will aber auch nicht groß drüber reden. Was kann das sein? Er ist 32 Jahre und hat sowas bisher nie gehabt. Epilepsie? Unterzuckerung? Das macht mir wirklich Angst. Ich hab gesagt wenn das nochmal vorkommt, soll er unbedingt zum Doc.

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Antwort
von kekrgen, 164

Da meine Erfahrungen recht ähnlich sind, möchte ich sie mal hier mitteilen, vielleicht hilft es ja. Ich bin männlich, 27 Jahre alt, und leide seit 4 Jahren an sporadischen nächtlichen epilepsieanfällen. Auch bei mir kommt es immer so 10-30 minuten nach dem einschlafen. Allerdings spüre ich immer dass ein Anfall kommt, so ca 1-2 Minuten davor. Ich hatte noch nie einen plötzlichen Anfall ohne "Vorwarnung". Aber der Reihe nach. Vor ca 4 Jahren bei meinem ersten Anfall hatte ich mich normal ins Bett mit meiner damaligen Freundin gelegt und schlief ein. Nach ca 15 Minuten wurde ich wach und mir war total komisch und ich hörte komische Geräusche. Ich stand auf und wollte zur Terasse um frische Luft zu schnappen. Ich erinnere mich noch wie ich die Tür öffnete und danach nichts mehr. Meine Ex freundin sagte ich wäre einfach nach hinten umgekippt und hätte am ganzen Körper gezittert und gekrampft für ca 1 Minute. Nach ungefähr 10 minuten wurde ich wach und lag im Bett. Ich war total verängstigt und durcheinander. Ich wusste zwar wo ich war aber es kam mir alles extrem fremdartig vor. Es war kurz gesagt das schlimmste Gefühl in meinem ganzen Leben. Nach ca 20 minuten war der Krankenwagen da und nahm mich mit. Ausser einem erhöhten Blutdruck und Puls, der wohl durch meine Aufregung kam, waren meine Werte normal. Im Krankenhaus wurde sofort eine Blutprobe entnommen, sowie ein EKG, EEG und einen Gehirnscan. Sämtliche Werte waren in Ordnung und ich wurde auf ein Zimmer gebracht wo ich ein leichtes Beruhigungsmittel bekam und problemlos bis morgens schlief. Danach konnte ich nach Hause. Einige Tage später bekam ich ein 24 Stunden EEG um zu sehen was nachts passiert. Natürlich schlief ich diese Nacht problemlos durch, so dass im EEG nichts annormales zu sehen war. Der Neurologe beliess es dann dabei und meinte ich sollte nach 3 Monaten zur Kontrolle kommen, sofern vorher kein neuer Anfall kommt. Mittlerweile sind 4 Jahre vergangen und ich hatte alle paar Monate wieder einen nächtlichen Anfall. Es wurden immer wieder EEG und 2 mal 24 Stunden EEG gemacht, die aber immer unauffällig waren. Ich habe also keine klassische Epilepsie. Auch flackerndes Licht oder ähnliches hat keine Auswirkungen auf mich. Mittlerweile nehme ich auch Medikamente, und zwar DEPAKINE CHRONO. 500Mg morgens und 1000Mg abends. Ich vertrage das Medikament sehr gut und es scheint auch zu helfen. Ich hatte auch öfters, dass ich kurz nach dem Einschlafen wach werde und etwas durcheinander bin und nichts mehr höre - zumindest kommt es mir so vor, denn wenn beispielsweise der Fernseher läuft höre ich diesen zwar nicht, weiss aber was im Fernseher gesagt wird. Dazu muss ich aber sagen dass ich in den letzten 4 Jahren teilweise sehr viel Alkohol getrunken habe (ja der Neurologe hat mir sofort gesagt, dass dies eine Hauptursache sein könnte, aber ich dachte wohl ich wüsste es besser...) Auf jeden Fall habe ich es dann doch irgendwann eingesehen und habe nun seit 4 Monaten keinen Schluck mehr getrunken und dachte das Problem im Griff zu haben. Leider hatte ich letzte Nacht wieder einen Anfall. Laut meiner Frau waren es sogar 2 Anfälle direkt hintereinander. Da ich mehrere Monate lang anfallsfrei war und auch keinen Alkohol zu mir genommen hatte, beschlossen wir zu Notaufnahme zu fahren um mich einmal durchchecken zu lassen. Dort wurde wieder eine Blutprobe entnommen sowie ein EKG gemacht. Alle Werte waren absolut normal und ich konnte sofort wieder nach Hause. Die Dienshabende ärztin meinte, es könne daran liegen dass ich die letzten zwei nächte nicht viel geschlafen hatte (mein Sohn zahnt gerade) und auch seit ein paar Tagen an durchfall leide. Ausserdem hatte ich bis abdends nichts gegessen. Auch hatte ich gestern nicht sehr viel getrunken (ca einen knappen Liter Wasser über den ganzen Tag sowie 3 Tassen Kaffe am morgen.) Ich werden mich heute bei meinem behandelden Neurologen melden und mal sehen was er dazu meint. Ich hoffe ich konnte vielleicht etwas weiterhelfen und würde mich auch freuen falls jemand mir ähnliche Erfahrungen sowie eventuell Tipps geben könnte.

Antwort
von StephanZehnt, 198

Hallo Nina,

es ist äußerst schwer hier eine Antwort zu geben da epileptische Anfälle ganz unterschiedlich ausgeprägt sind. Je nachdem in welchen Gehirnbereich sie auftreten. Dies kann bis zu einer Verkrampfung des ganzen Körpers und zur Bewusstlosigkeit führen.

Ich schreibe nun nicht wo das beginnt sonst schreiben dann zuviel von einem Verdacht auf E...

Ich würde zu erst einmal die Frage stellen ob es hier einen Mangel an Magnesium gibt . Falls die Krämpfe vor allem im Beinbereich aufgetreten sind?

Mit erhöhten Blutdruck / oder Luftholgeräuschen  hat dies weniger etwas zu tun. Es kann schon passieren, dass es bei Anfällen zu unbewusst heftigen Bewegungen kommt und dadurch sich der Blutdruck erhöht aber sonst.

Wenn dies öfter auftritt sollte dies halt zuerst der Hausarzt abklären er /sie entscheidet dann ob ein Neurologe dies abklären sollte. Zuerrst würde ich einmal nach Magnesium sehen (ob Tabletten oder entsprechende Ernährung).

Gruss Stephan

Kommentar von Nina911 ,

Ich habe meine Frage nochmal in einem neuen Beitrag formuliert weil offenbar was schief ging.

Kommentar von Nina911 ,

Ich habe ihm heute Magnesium gegeben in der Hoffnung dass es heute Nacht nicht mehr passiert. Aber er ist eher am gesamten Körper angespanmt gewesen.

Kommentar von Hooks ,

Magnesiummangel macht, daß man sich in Ruhe nicht entspannen kann. Erhöhte Krampanfälligkeit wird als Mangelsymptom von Vitamin B1 beschrieben. Dann sollte man den ganzen Komplex zuführen. Zwei meiner Söhne hatten auch Krampfanfälle, bei dem einen wurde neben Mg-Mangel auch D-Mangel diagnostiziert.  D-Spiegel kannst Du messen lassen. Lebertran kann ein bißchen helfen, aber bei echtem Mangel muß man eine sehr hohe Anfangsdosis für drei Wochen nehmen.

Kommentar von StephanZehnt ,

Wie auch immer beobachte einmal ob die Krämpfe öfters auftreten und meistens in der Nacht usw.  wie Evestie schon schrieb.  Ja und wenn dies öfters passiert  muss dann der Hausarzt abklären was zu tun ist.

Wenn das Ganze nichts mit Epilepsie zu tun hat sondern mit Magnesiummangel wisst ihr ja Bescheid.  Also geht am besten einmal zum Hausarzt wenn der ganze Körper betroffen ist

Antwort
von GeraldF, 137

Die geeignete Disziplin hierfür ist die Neurologie. Man muss zwischen echten cerebralen Krampfanfällen (Epilepsie) und anderen Erkrankungen, bei denen es zu Krampfäquivalenten kommen kann, unterscheiden. Die Methode der Wahl zur Differenzierung ist das Video-EEG. Auch Ihre Beobachtungen zu den Anfällen sind dabei sehr wichtig, weil er ja selbst keine Angaben machen kann. Für das nächste Mal: Wie lange ging der Anfall ? Hat er durchgehend geatmet ? Waren die Augen im Anfall geöffnet oder geschlossen ? Kam es zu Verletzungen während des Anfalls ? Kam es zu unwillkürlichem Weinen, Stottern oder Flüstern während oder nach dem Anfall ?

Antwort
von brido, 122

Er muss wohl einen EEG (Schlaf EEG) machen lassen. 

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