Frage von dakiha, 201

Komplette Zahlungsverpflichtung bei MRSA - Keim - Behandlung

Meine Mutter hat sich während eines Krankenhausaufenthaltes leider den gefährlichen MRSA-Keim in der Nase eingefangen. Außerdem wurde eine Besiedlung mit selbigen Keim auf der Haut festgestellt. Mittlerweile ist sie zur Kurzzeitpflege in ein Alten – und Pflegeheim gebracht worden. Zur Behandlung dieses multiresistenten Keimes ist eine Nasensalbe mit den Namen Mupirocin bzw. Turixin erforderlich. Ihr behandelnder Hausarzt teilte uns mit, dass die zirka 40 Euro teure Nasensalbe und weitere Behandlungsmaßnahmen auf privater Basis zu bezahlen sind, dass es sich ja um keine bislang ausgebrochene Krankheit im eigentlichen Sinne handeln soll!

Mit einer solchen Aussage habe ich nicht gerechnet! Ich frage mich, was das soll??? Sollen wir etwa warten bis eine normale Krankheit bei meiner Mutter ausbricht und diese durch das Einwirken des Keimes lebensgefährlich wird??? Ich stelle mir vor, dass eine simple Erkältung in eine schwere lebensbedrohliche Lungenentzündung umschlägt. Oder was wäre bei einer Wunde, in die der Keim von der Haut aus eindringen kann? Es kann doch nicht sein, dass sich meine Mutti einem solchen Risiko aussetzen muss und erst zu warten hat bis es um Leben oder Tod geht!

Was ist mit den vielen Vorsorgeuntersuchungen, die werden doch auch von den Kassen gezahlt? Im Falle meiner 86jährigen Mutter liegt allerdings schon eine konkrete Bedrohung vor.

Ich kann die Meinung dieses Arztes nicht nachvollziehen, da er die Gesundheit meiner Mutter leichtfertig aufs Spiel setzt und eine weitere Behandlung vom Inhalt des Geldbeutels abhängig macht!

Was ist mit anderen MRSA-Patienten, mussten diese ihre Behandlung auch selbst bezahlen? Ach ja, meine Mutter ist Kassenpatientin. Ich würde es nett empfinden, wenn mir Menschen, die selbst mit MRSA-Keimen zu tun hatten, mir mal schnell eine Antwort zukommen lassen könnten.

Unsere Krankenkasse findet das Verhalten des Arztes auch nicht in Ordnung, sagt aber dass dies nicht ihr Bereich sei. Bei der kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsens habe ich bislang noch nicht den richtigen Ansprechpartner gefunden; die Ärztekammer dagegen soll nicht zuständig sein.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von StephanZehnt, 201

Hallo,

es gibt eine Mitteilung der KV Saarland in der mitgeteilt wird das man unter gewissen Voraussetzungen solche von Dir genannten Kosten übernimmt. Es gibt dazu einen Vordruck der KVN  darin steht auch etwas von Rationale Antibiotikatherapie.

Wenn man wieder einmal zum Arzt geht kann man ihn ja einmal fragen! und beides vorlegen einmal dies 

http://www.kvn.de/Antraege/Genehmigungspflichtige-Leistungen/binarywriterservlet...

Ja und dann dies  Arzneimittelversorgung der MRSA-Patienten durch den Vertragsarzt (Link im Kommentar).  Evtl. lassen sie sich ja erweichen und Du bekommst das doch von der Krankenkasse bezahlt, wenn es nicht gerade die  AOK ist..

VG Stephan

Antwort
von Mahut, 163

Den Keim wird deine Mutter nicht im Krankenhaus bekommen haben, den hat sie wie viele Menschen in der Nase und auf dem Körper.

Ich selber hatte im September eine schwere  neunstündige Herz OP, wobei mein Immunsystem geschwächt wurde, da habe ich mir auch einen Keim eingefangen, den ich aber selber mit ins Krankenhaus gebracht habe, er war auf meiner Haut und er ist immer noch darauf, darum mache ich, wenn ich jetzt operiert werde, den Anästhesisten und Chirurgen darauf aufmerksam, bisher ist es 2 mal gut gegangen.  

Kommentar von Mahut ,

die OP war im September 2011 also schon etwas her

Kommentar von StephanZehnt ,

ESBL-Infektion ? (...einen Keim eingefangen)

Antwort
von walesca, 148

Hallo dakiha!

Wenn die Krankenkasse das auch nicht in Ordnung findet, würde ich mal versuchen, diese Kosten zur Erstattung dort einzureichen. Über die genaue, rechtliche Lage kann Euch die Unabhängige Patientenberatungsstelle informieren. Anruf genügt. Aber eine Besiedelung der Haut mit diesem Keim ist sehr weit verbreitet und eigentlich harmlos. Nur, wenn der Keim dann auf geschwächte Menschen trifft, wird er gefährlich. Deswegen ist auch gerade in Krankenhäusern die Hygiene so entscheidend wichtig. Aber es wird wohl kaum gelingen, jeden Menschen per se im Vorfeld 100 % zu schützen!!!

http://www.patientenberatung.de/beratung-vor-ort/

Alles Gute wünscht walesca

Antwort
von dakiha, 118

Ergebnis: ich habe mir einfach einen Arzt gesucht, der eine Zertifizierung über eine MRSA-Eradikation besitzt. Der darf Nasensalbe und Hautdesinfektionsmittel auch über die gesetzliche Krankenkasse abrechnen.

Die Adresse von solchen recht wenigen Ärzten bekommt nach von der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung!

Antwort
von dustywoman88, 103

zahlreiche menschen haben diesen keim in den nasenvorhöfen ohne das eine infektion stattfindet und ohne das diese je in einem krankenhaus waren.. Der Keim macht vorallem Wundinfektionen. Sprich wenn der Keim in eine offene Wunde gelangt kann eine Infektion stattfinden. Dies ist oft bei alten und immunschwachen patienten der fall. solange deine mutter keine wunde etc. hat passiert da eher nicht. eine lungentzündung wird durch pneumokokken ausgelöst. hast du dem art mal deine bedenken mitgeteilt und einen temrin be hm gemacht um es dir in ruhe begründen zu lassen?

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