Frage von Immortal, 76

Komisches Verhalten, weshalb (Psyche)?

Hallo, ich (17) werde aus meinem Verhalten einfach nicht schlau, was mir einfach zu schaffen macht. Ich weiß bei Fragen bezüglich mir selbst, einfach nichts. War auch schon bei einer Beratung und einem Psychologen, war quasi meine letzte Hoffnung. Aber auch dieser, schätzte mich völlig falsch ein, wie die meisten Leute. Ich hatte echt die Hoffnung, dass solch qualifizierten Leute wenigstens wissen was mit mir los ist.

Vor ca. 2/3 Jahren änderte sich mein Verhalten radikal. Früher hab ich viel gelacht, war fröhlich, schüchtern und voller Energie. In mir machte sich irgendwann eine tiefe Gleichgültigkeit breit. Seitdem bin ich einfach Neutral. Vollkommen.

Ich kann mich einfach nicht einfügen, teile nicht die gleichen Interessen wie andere und bin nahezu emotionslos. Ich verachte viele für "Partyyyyy" "Saufeeeen" "Kiffeeeen" "Geile Weibeeer" "F*ckeeeen" wenn ich das schon höre... Zudem gibt es quasi 3 Seiten von mir. -Die gut gelaunte, die auch mal Späße macht, sich aktiv an Gesprächen beteiligt und zum großteil aufmerksam ist verbringt 70% des Tages (gewollt) allein (Person 1/4) -Die Neutrale, die ab und zu Konversation treibt und ansonsten nur abwesend irgendwohin starrt, gern allein ist. Aber höflich und teilweise aufmerksam ist. Alles ist relativ egal, verbringe 80% des Tages (gewollt) allein. (Person 1/2) -Die schlecht gelaunte, die so gut wie niemandem Aufmerksamkeit schenkt. Permanent auf eine Stelle starrt, gereizt und übellaunig ist. Keine Konversation betreibt und jegliche sofort im Keim erstickt. (Person, 1/4) Diese 3... "Charakterzüge" haben nur 3 Sachen gemeinsam. Ich bin stumpf und Neutral, auch wenn es in manchen Augenblicken nicht so scheint. Ich bin sehr gereizt und werde unscheinbar wütend, wenn man mich anrempelt, mir das Verhalten eines anderen nicht gefällt, wenn man mir was "falsches" sagt und mich beobachtet/komisch anschaut. Ich muss in traurigen Situation plötzlich breit grinsen, auch wenn ich am liebsten heulen würde, oder das auch schon kurz davor getan habe.

Ich bin einfach verzweifelt und weiß nicht wohin mit mir. Ich weiß nichts über mich, als hätte ich keine Persönlichkeit. Wenn mich jemand fragt was ich möchte (z.B. Welches Thema/Farbe/Film) weiß ich es nicht und muss eben mit "mir egal" antworten. Ich hasse es... (fast) jeder weiß was er will, aber ich bin wie leer gefegt (und nein, das "kommt" nicht mit der Zeit) Ich bin mal so, mal so. Total unberechenbar, deshalb kann man mir schwer etwas recht machen. Diese Woche war der Teller zu voll, nächste zu leer. Gestern mochte ich Schinken, übermorgen nur noch Käse. Genauso ist es mit mir, meiner Einstellung und einfach allem. Ka. Was ich noch schreiben soll, gerade frage ich mich, ob das alles stimmt was ich hier schreibe. Warum kann ich "mich" nicht beschreiben? Was soll ich tun? Sogar der Psychologe wurde aus meinen ständig unterschiedlichen Antworten nur verwirrter. Ich brach das ganze ab. Es hatte kein Wert, ich verübel es ihm nich

Antwort
von evistie, 59

Warum kann ich "mich" nicht beschreiben?

Ich finde, Du beschreibst Dich außerordentlich gut... so ausführlich, dass man annehmen möchte, Du beschäftigst Dich ausschließlich mit Dir und Deinen Befindlichkeiten. Spielen andere Menschen (Familie, Freunde) bei Dir überhaupt noch irgendeine Rolle? Interessierst Du Dich überhaupt noch für andere Menschen? Vermutlich nicht.

Zwar ist ein Großteil Deiner "Beschwerden" tatsächlich typisch für die Pubertät, aber aus der solltest Du eigentlich schon raus sein. Auch Deine Schreibweise deutet nicht mehr auf Pubertätsprobleme, sondern teilweise bereits auf eine Persönlichkeitsstörung.

Als Laie würde ich sagen: Du bist eine launische Egozentrikerin (und vermutlich ein Gräuel für Deine Mitmenschen um Dich herum) - reiß Dich mal ein bisschen zusammen! Aber wenn Du wirklich bereits eine Persönlichkeitsstörung hast, tue ich Dir damit Unrecht.

Ich nehme an, da Du Dich an eine Ratgebercommunity gewandt hast, erwartest Du auch einen Rat in irgendeiner Form. Mein ganz laienhafter Rat (dafür aber aus der Praxis) lautet:

  • Vergiss mal für eine Weile Dein ICH (einfach nicht weiter beobachten und analysieren!) und wende Dich dem DU zu.
  • Nimm andere Menschen bewusst wahr, interessiere Dich für sie.
  • Lerne Empathie und wende sie an.
  • Schau Dich um, wo Deine Hilfe gebraucht wird.
  • Sei für andere da.

Es gibt so viel Leid und Not in Deiner Umgebung - man muss es nur sehen wollen. Da sind Deine hier geschilderten "Probleme" selbstgemachte Luxusprobleme dagegen! Hör auf, "auf hohem Niveau zu jammern", wende Dich Deinen Mitmenschen zu und werde aktiv. Dann wirst Du bald auch eine "Persönlichkeit" entwickeln und spüren.

Kommentar von Immortal ,

Hallo,

danke für deine Antwort. Gut, dass  ich mich gut beschrieben habe. Nur weiß ich nicht, ob das alles auch wirklich auf mich zutrifft.

Das mit "mehr auf die anderen achten"

Naja, ich habe eben genau das satt. Die anderen interessieren mich 0 Nicht weil ich sie hasse, nein, ich finde ihre Art  leben/sich zu geben, so unheimlich oberflächlich. Wie eine langweilige, kahle, flache, Weide. Immer dasselbe "Jaha, Party bei XY" "M. Ist ja soooo süß!" "Heute saufeeen" "Leute, ich bin depri. Hier mein Arm, das kommt von dem" "Mein Hamster is tot" "L. Schreibt mir nicht zurück" "Ich bin sooooooo dick" "Ich esse sooooooo viel" "Schaut mal, meine Karotte. Ab heute ernähre ich mich gesund"

Immer hock ich daneben und muss mir das gejammere über (für mich) belanglose Dinge anhören. Das nervt mich eben gewaltig, trotzdem versuche ich den "Fehler" an mir zu finden. Da es ja dem Großteil "anders" als mir geht. Und _das_ ist es, was mich nervt. Auch wenn sich mal nicht alles um das Leid meines Konversationspartners dreht, ist eine Unterhaltung total anstrengend. Weil ich einfach nicht weiß, was ich sagen soll. Weil ich einfach nichts zu sagen habe. Auch wenn mir die Person sympathisch ist.

Eigentlich bin ich das Gegenteil von egoistisch. Gebe meinen "Schulfreunden" Hotspot, Blätter, Stifte, Geld, Essen...(aber ohne sich ausnutzen zu lassen. Sobald ich darauf einen Verdacht schöpfe, bekommt dieser, eine schöne frostige Abfuhr)Alles, wenn ich sehe dass ihnen etwas fehlt. Ich bin sehr mitfühlend und habe schnell ein schlechtes Gewissen. Das weiß ich mit Sicherheit über mich.

Nur habe ich eine andere Denkweise als andere und "fühle" mich auch anders. Deshalb komme ich nicht klar, mit nichts. Umarmungen, Komplimente, Zuneigung. Alles unausstehlich für mich, auch innerhalb der Familie. Meine Oma meinte auch schon seit quasi immer, ich hätte eine sehr vernünftige und erwachsene Denkweise, erwachsener als die meiner Stiefmutter. 

Jetzt kann man sagen, dass das doch toll sei. Aber das ist  es nicht. Im Bezug  auf die Schule, macht sich das negativ aus. Mein desinteresse und die Unfähigkeit zu lernen. Im Bezug auf zwischenmenschlichen Aktivitäten, dazu muss ich nichts mehr sagen. Und der Job, die Arbeit. Es gibt aber viele Orte, an denen ich mich (arbeiten) vorstellen kann. Ich allein, in einem schwarzen Gewand in einer alten, privaten Bibliothek die in alten Gemäuern eingerichtet ist. Fernab der Zivilisation, im grünen. Eigentlich überall wo es nicht modern ist, wo es warm ist, wo ich alleine bin, wo Natur ist. 

So ein Schwachsinn aber auch. Damit kann ich mal so gar keinen Job finden, das hasse ich wieder an mir. Jeder hat realistische Job Wünsche in meinem Alter. Außer mal wieder ich, war ja klar.

und _das_ ist es nochmal ganz genau erläutert, was mir zu schaffen macht. Das alles.

Kommentar von evistie ,

Mag ja sein, dass Du schon immer "erwachsener" warst, als es Deinem Alter entspricht. Aber muss das denn gleich in Verachtung für jeden, der "kindischer" ist als Du, ausarten?

Okay, ich könnte mit Deinen Schulkameraden auch nicht allzu viel anfangen. Sie mögen oberflächlich sein, aber ehrlich gesagt, so richtigen "Tiefgang" kann ich bei Dir auch nicht entdecken. Eigentlich möchtest Du nur in Ruhe gelassen werden, stimmt's?

Was war denn vor vor zwei, drei Jahren noch anders - z. B. in Deiner Familie? Gab es da für Dich einschneidende Erlebnisse, die Dich verändert haben? Du schreibst etwas von einer "Stiefmutter" - wie stehst Du zu ihr? Könnte Deine Familiensituation der Grund sein, warum Du Dich derart abkapselst?

Du bist ein intelligentes Mädchen, wie mir scheint. Deshalb erscheint mir der Vorschlag von @dinska, Tagebuch zu führen, sinnvoll. Vielleicht versuchst Du es tatsächlich mal?

Antwort
von dinska, 35

Ich glaube deine Selbstfindung hat gerade erst begonnen. Bei einigen deinen Beschreibungen finde ich mich mit 17 auch wieder. Da waren auch alle Stimmungen vorhanden.

Was mir sehr gut geholfen hat, war Tagebuchschreiben. Ich habe das mit 15 begonnen und habe es dann sehr ausgeweitet und habe 3 Tagebücher vollgeschrieben und da konnte ich alles hineinschreiben, was mich bewegt hat oder auch nicht. Es war sozusagen mein 2. Ich.

Wenn man was in Worte fassen muss, dann wird einem schnell klar, was ein richtiges Problem ist und was nicht. Selbst bei Problemen findet man schneller eine Lösung, wenn man sie mal ausformuliert hat.

Für mich war das eine sehr gute Therapie und ich habe gelernt mich selbst kennenzulernen und meine Problem selbst zu lösen oder mir entsprechende Hilfe zu suchen, wenn ich es allein nicht konnte.

Wenn ich heute mal wieder meine Tagebücher zur Hand nehme, dann schüttle ich manchmal mit den Kopf und manchmal denke ich, du hast aber schon sehr zeitig reale Gedanken gehabt und gewusst, was du wolltest, nur mit der Umsetzung hat es oft nicht so geklappt, aber du hast deinen Weg gefunden und heute erreicht, was du mit 17 wolltest.

Antwort
von alegna796, 40

Pupertät würde ich meinen, da bist du drüber hinweg. Ich würde Evistie mit ihrer Einschätzung zustimmen.

Was mir noch zu denken gibt, ist Dein Eisenmangel, der im Dez. 2015 festgestellt wurde. Wenn dieser nicht behoben ist, dann könnte das ebenfalls zu Deinen Stimmungsschwankungen beitragen. Lass das mal überprüfen.

Antwort
von WolfgangFarber, 17

Hey,

ich kenne dein Gefühl zu gut. Ich weiß manchmal auch nicht, wo mir der Kopf steht, aber ich denke mal, das liegt an unserem Alter. Außerdem haben wir überall irgendwelche Probleme, das ist bei mir jedenfalls so. Mit jedem hat man irgendwie Stress, und vor allem mit Typen.

Auch wenn es einen manchmal ziemlich fertig machen kann, denke ich positiv und bin davon überzeugt, dass es irgendwann vorbei geht;) Genieße dein junges Alter und wir sollten beide nicht immer zu sehr nachdenken :D

Antwort
von WosIsLos, 42

Das nennt sich Pubertät.

Kommentar von alegna796 ,

Mit 17?

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community