Frage von Taigar, 538

Komisches Verhalten in der Klinik???

Hab in den letzten 7 Tagen zwei Fragen hier gestellt bei Bedarf kann man ja die lesen .. ansonsten in kurzform:

Mitte 20, diagnostiziertes Vorhofflimmern (episoden) hab oft das Problem dass ich aus dem Schlaf erwach mit Herzrasen, Schmerzen, Kopfweh und Schwindel. Seit dem letzten mal hab ich das Problem dass meine linke hand / arm zeitweise betäubt anfühlen.

Ich war auf anraten der User hier am Freitag beim Arzt, dieser machte einen EKG. Dieses zeigte an: VorderwandInfarkt überprüfen (diese Meldung spuckte das EKG vor paar Monaten schon mal aus.). Mein HA riet mir mit dem EKG zum Krankenhaus zu gehen und hat ne Notfall Einweisung ausgestellt, er wüsse nicht ob nen Infarkt vorliegt er tendiert eher auf nein. Krankenhaus sollte entscheiden obs beobachtet werden soll.

Bin dann direkt zur Klinik und hab mich bei der Notfallambulanz angemeldet, die Schwester meinte "Wir untersuchens, müssen aber hier stationär bleiben". Ich wurd dann von einem Arzt bzgl. meiner Herzbeschwerden untersucht und die meinte auch "Hier bleiben". Ich hing dann circa 1 1/2 Std. im Schockraum am Monitor, dieser piepte desöfteren und gab ne Warnung aus. Dann kam der Neurologe und hat mich ebenfalls kontrolliert und nen CT gemacht das soweit unauffällig war (nehm ich an, mir wurd nichts gesagt). Der Neurologe meinte man müsste div. Sachen mal untersuchen.

Ich kam dann auf Station und wurde via Monitor überwacht. In der Nacht gegen 1 Uhr kam dann plötzlich ein Arzt in mein Zimmer der offenbar von der Schwester gerufen wurde, er fragte mich wie es mir im Augenblick geht und starrte auf den Monitor der Alarm von sich gab. Für mich war die Situation dort ok, ich fühlte mich nicht gut aber auch nicht Hundelend. Er ging dann.

Um circa 4 Uhr wachte ich auf nachdem ich kurz eingenickt bin und ich hatte so ein komisches Gefühl beim atmen, der Monitor piepste und zeigte einen Puls von 39 an. Mir gings dann auch nicht gut .. Nach paar Minuten stabilisierte er sich wieder, ich hab meistens ein Ruhepuls (BMI falls relevant 21, männlich) 85 - 100.

Am morgen sagte man mir dann dass Wochenende nicht viel gemacht wird, es wird ein Lungen Röntgen heute gemacht und Montag dann paar andere Untersuchungen. Bis dahin sagte man halt ruhige Phase ..

Am späten Nachmittag kam dann der Oberarzt, hörte sich alles nochmal an und meinte dann "Ja wir müssen mal so ne Episode auf EKG kriegen" .. Er meinte dann er würde mich entlassen, ich solle Montag wiederkommen und mit einer anderen Unit Kontakt aufnehmen und besprechen ob ich ein implantierten Event Recorder kriegen soll. Paar Min vorher war ne Schwester da die sich über meinen hohen Puls (137) wunderte.

Ich war natürlich etwas irritiert, dies kommt in der Klinik aber ständig vor. Jeder Arzt sagt was anderes. Ich mein ich bin nicht böse dass ich gehen durfte bin kein KH Fan, aber finde das ganze doch bissl sonderbar.. Im Arztbrief steht vieles auch anders drin als ich beschrieb.

Was denkt ihr, vertrebar oder lieber andere Klinik?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von StephanZehnt, 156

Hallo Taigar,

solche Herzrhythmusstörung wie Vorhofflimmern können Auslöser haben z.B. Alkoholgenuss - sehr üppiges Essen und Stress. Es kann auch zu Herzrhythmusstörung im Ruhezustand nachts im Schlaf oder am frühen Morgen kommen. Genau so bei körperlicher Anstrengung zumeist in Verbindung mit starken schwitzen.

Das heißt es gibt kein genaues Schema wo man sagen könnte da liegt die Ursache / Auslöser Bei solch einem Vorhofflimmern kann es auch u.U. zu einer Gerinnselbildung kommen, deren Auswirkungen man sich vorstellen kann.

Bei Extremfällen kann es auch zu Schlaganfällen kommen. Es gibt auch eine genetische Veranlagung.
Da es kein Schema X gibt muss man das wie von Dir beschrieben abklären

http://www.kompetenznetz-vorhofflimmern.de/de/vorhofflimmern/patienteninformatio...

VG Stephan

Kommentar von Taigar ,

Hi Stephan,

Danke für deine Antwort, freut mich dass du dir Zeit genommen hast.
Alkoholgenuss, Drogenkonsum oder Tabak kann ich schon mal absolut ausschließen. Bin was das betrifft nie sonderlich Interessiert gewesen.

Stress könnte schon als mögliche Erklärung hinkommen, es muss aufjedenfall was getan werden. Mein Hausarzt war auf einer Vorlesung und rief mich dann an und meinte Schlaganfall Prophylaxe ist unabdingbar, gerade wenn ich es mit so jungen Jahren schon mit Vorhofflimmern zutun hab. Soll ja laut den Ärzten sehr sehr sehr selten sein in meinem Alter (hab es ja schon mit 25 gehabt).

Danke für den Link, ich werd mich da mal einlesen. Ich hab bisher sehr wenig zu dem Thema gelesen weil man mir als es diagnostiziert wurde damals sagte ich solle am besten nicht recherchieren weil im Internet lauter Horrorszenarien stehen.

Danke nochmals.

Antwort
von Akka2323, 122

Das Problem ist, dass bei einem solchem Krankheitsbild immer was passieren kann, aber niemand weiß wann. Mein Mann hat jetzt seit mehr als 12 Jahren Herzprobleme, die vermutlich auf eine verschleppte Erkältung und eine darauffolgende nicht bemerkte Endokarditis hervorgerufen wurden, aber sicher ist das auch nicht. Inzwischen hatte er zwei Operationen am offenen Herzen, 2 Schlaganfälle und einen Herzinfarkt. Zwischendurch geht es ihm gut, wir leben aber auf einem Vulkan. Trotzdem leben wir einfach normal weiter. Einen Schlaganfall hatte er im gemeinsamen Urlaub in Schottland, wir dachten, da die Folgen rasch wieder verschwanden, es seien Kreislaufprobleme gewesen. Einen Herzinfarkt hatte er in den USA, war aber auch glimpflich. Der ADAC hat alles geregelt, wir konnten weiter Urlaub machen. Im Moment hatte er viele Extrasystolen. Der Kardiologe hat gesagt, nicht aufregen, sonst werden es mehr und jeden Tag eine Banane essen, das ist gut fürs Herz und gegen Extrasystolen wegen des Kaliums. Und er solle weiter ins Fitnesstudio gehen.Und schon war es besser. Und klar sei er reisefähig, so fliegen wir im September wieder sechs Wochen in die USA. Marcumar nimmt er auch vorbeugend, damit kann man auch gut leben. Irgendwelche andere Risikofaktoren hat er nicht. Das Problem ist eben, man kann wenn man Herzprobleme hat und die nicht durch Verkalkungen oder beherrschbare Risikofaktoren hervorgerufen werden, immer wieder schlechte Phasen haben oder auch plötzliche Großereignisse, aber man weiß nie, wann. Vor seiner letzten großen Herzoperation war mein Mann drei Wochen zur Überwachung im Krankenhaus, weil die Gefahr bestand, daß der Thrombus, der sich am Herzen gebildet hatte, weiter streut und weitere Schlaganfälle oder Herzinfarkte hervorruft, aber es ist nichts passiert. Man ist eben Dauerpatient und Angstpatient, aber die meiste Zeit passiert nichts und ist auch nichts feststellbar. Und das ist das blöde. Aber man kann ja auch nicht sein Leben im Krankenhaus verbringen und auf etwas warten, was dann nicht passiert.

Antwort
von Taigar, 100

Anmerkung: Mein Hausarzt spricht mir dauernd zu das ganze ernst zunehmen und ich soll mich wegen dem Vorhofflimmern (tritt nicht häufig auf) gut unter Beobachtung halten und auch Thema Schlaganfallprophylaxe angehen.

Im Krankenhaus fühlte ich mich heut aber ein bisschen so nach dem Motto "Was machen Sie hier eigentlich?".

Kommentar von gerdavh ,

Hallo, ich kann das nachvollziehen, dass Du völlig verunsichert bist. Wenn sie Dich morgen unbedingt nochmals weitergehend untersuchen wollen, warum dann diese Entlassung? @Nic129 hat Dir ja bereits ausführlich zu dem Arztbrief und dem Alarm Informationen gegeben, aber ich selbst kann das nicht verstehen, warum der Oberarzt Dich heute entlassen will, wenn Du morgen schon wieder in der Klinik vorstellig werden sollst. Da er selbst ja eine andere Klinik empfohlen hat, würde ich mich mal dahin wenden. Natürlich solltest Du da morgen hingehen, aber lasse Dir am besten dann alle Befunde mitgeben und einen Arztbrief für die empfohlene Uniklinik. Und immer alles hinterfragen, was Du nicht verstehst. Zum Beispiel die Sache mit dem CT. Normalerweise wird einem mitgeteilt, ob alles unauffällig war oder ob etwas Bedeutsames gesehen wurde. Alles Gute für Dich. lg Gerda

Kommentar von Taigar ,

Danke für deine Antwort., werd deinen Ratschlag befolgen.

Antwort
von Mahut, 91

Hallo Taigar, hast du bei dir in der Nähe ein Herzcentrum? Da würde ich dann hingehen, da bist du in jedem Fall besser aufgehoben Wurde in dem Krankenhaus in dem du warst, ein Herzecho gemacht, denn das Vorhofflimmern kann auch von einer kaputten Herzklappe kommen. Das war bei mir so.

Was hat ein Neurologe mit deinem Herzen zu tun, der Facharzt für das Herz ist ein Kardiologe.

Es gibt auch Event Recorder die man nicht implantieren muss, sondern wenn eine Episode kommt einfach auf die Brust legen, da kann der Kardiologe genauso sehen was los ist.

Hat man auch schon eine Katheter Untersuchung gemacht um einen Herzinfarkt auszuschließen, davon schreibst du nicht.

Ich kann dir nur Raten suche dir ein Herzzentrum in deiner Gegend, fahre zur Not ein paar Kilometer dorthin es wird sich sicher lohnen.

Gruß Mahut

Kommentar von Taigar ,

Hallo Mahut,

Danke für deine Antwort und deine Zeit. Das nächste Herzzentrum ist nicht weit entfernt, so 1 1/2 Std. Autofahrt. Werd mich mal da Informieren.

Herzecho ist ein Ultraschall oder? Das wurde letztes Jahr im Oktober gemacht, da war nichts auffälliges zu sehen. Der Arzt meinte aber es kann auch ganz ganz kleine Schädem am Herz geben die mit dem Ultraschall nicht zu erkennen sind die solche Dinge auslösen können wie Vorhofflimmern und Herzrasen etc. Die könne man nur per Ablation lokalisieren.

Der Neurologe wurde hinzugerufen weil ich ja seit dem letzten "Anfall" das Problem habe / hatte dass mehrmals über den Tag verteilt meine Hand / paar Finger auf der Linken Seite betäubt wirken und fühlen. Deshalb wurd der auch hinzu gezogen.

Ich hatte bereits einen Event Recorder der tragbar war, die Ergebnisse hat die Klinik aber verlegt die tauchen nirgends auf. In der Notaufnahme und auf Station dachten sie auch sie hätten mir so ein Teil schon implantiert was nicht der Fall ist. Wobei ich diese tragbare Event Recorder sowieso schwierig finde .. Wenn ich Probleme mit dem Herzen hab dann noch das Gerät startklar zu machen, richtig zu positionieren und das alles möglichst fix .. Da war ich damals schon ganz klar überfordert mit.

Katheter Untersuchungen haben die IMMER geplant, haben mit Infomaterial gegeben als ich letztes Jahr auf Station lag und es sollte gemacht werden, ich hab immer mein ok gegeben .. Dann aber entschieden sie sich immer um mit der Begründung "trauen wir uns noch nicht ran, wir wollen erstmal abwarten".

Ich find das immer recht Kurios oder sonderbar und versteh da das Verhalten gar nicht. Wie gesagt bin ja erst mitte 20, werd also mein Körper noch einige Jahrzehnte hoff ich doch beanspruchen müssen. Es kann aber nicht sein das man immer wieder abwarten will und ich das ganze so weiter erleben muss. Ich hab bevor ich das Vorhofflimmern bekam geboxt, 3 mal Training die Woche und nebenbei Zuhause auch immer Fitness gemacht. Boxen durft ich seit dem VHF nicht mehr. Seit Jahren hab ich nun das Problem dass ich bei Treppen steigen, Fitnessübungen wie Liegestützte und Situps nach kürzester Zeit Herzrasen und darauß resultierend schwindel krieg. Das nimmt doch einem die Lebensqualität.

Werd mich mal bei einem speziellen Herzzentrum vorstellen. Danke nochmal für deine Antwort.

Antwort
von Nic129, 77

Hallo,

man wird im Arztbrief auch niemals 100% Ihre Beschreibung wiedergeben. Schlussendlich kommt aber der Inhalt in der Regel auf das Gleiche raus. Auch wenn Sie eventuell anderer Ansicht sind. Teilweise sind auch Aussagen des Patienten für Arztbriefe unwichtig - im Sinne von nicht im Brief erwähnenswert. Sie werden also in keinem Brief all das lesen, was Sie auch bei Aufnahme oder auf Station sagen.

Das die Geräte Alarm schlagen muss nicht immer etwas bedeuten. Dort sind Rahmenwerte eingestellt. Bewegt sich ein Parameter außerhalb dieses Rahmenwertes, gibt es den besagten Alarm. Manchmal werden diese Rahmen auch manuell korrigiert, sodass es eben nicht zu einem dauerhaften Alarm kommt - beispielsweise bei Patienten, die generell zu höheren Werten neigen - was nicht immer besondere Relevanz haben muss.

Das am Wochenende nur die nötigsten Maßnahmen getroffen werden, ist normal. Auch nichts unübliches. Wir sind in unserer Abteilung über Nacht oder am Wochenende nur ein Chirurg. Sollte es zu einer Operation kommen, trudelt der Oberarzt, der Hintergrunddienst hat, ein.

Das gleiche Beispiel für unsere Radiologie. In der Nacht steht das CT ausschließlich für Schädel-CTs zu Verfügung. Ansonsten steht das Gerät still. Restliche Untersuchungen werden dann am Folgetag durchgeführt. Auch das Labor liefert in der Nacht nur die relevantesten Ergebnisse - spezifische Tests erfolgen dort auch nicht.

So, wie Sie das schildern, müssen Sie sich keine Sorgen machen. Am Ende müssen Sie auf sich hören, nicht auf das Gerede drumherum. Schließlich müssen Sie sich dort gut aufgehoben fühlen. Ist das nicht der Fall, stellen Sie sich in einer anderen Klinik vor.

Da Sie aber schon in der Klinik in Behandlung waren, wäre eine Weiterbehandlung am Montag dort natürlich sinnvoll. Sie sind dort bekannt, auch die Krankengeschichte. Ein anderes Haus müsste womöglich wieder von vorne anfangen - wäre unnötig.

Grüße

Kommentar von Taigar ,

Guten Tag,

Vorweg: Danke für Ihre ausführliche Antwort.

Ich möchte aber anmerken dass ich es nicht negativ darstellen wollte das Wochenende in der Klinik nicht viel untersucht wird, das wusste ich ja aus vorherigen Besuche schon. Falls dies so rübergekommen ist wollt ich dies nur richtig stellen :)

Dass der Alarm der Geräte nicht zwangsläufig etwas zu bedeuten hat stimmt natürlich, nur mich hat die Kombination gewundert dass die Stationsschwester etxra den Arzt gerufen hat um mein Zustand zu überprüfen. Es war ja schließlich Nachts. Auch dass die Schwestern sich besorgt über mein hohen Puls zeigten, dass die anderen Ärzte andere Pläne hatten (Röntgen und Montag weitere Untersuchungen) das ist das was mich einfach bissl verunsichert hat.
Ich bin natürlich nur Laie, nur wünsch ich mir halt eine positive Verbesserung meiner gesundheitlichen Verfassung und einerseits ist es zwar gut dass nicht wild drauf los behandelt wird aber das "abwarten wir trauen uns da noch nicht ran" ist ja keine Hilfe für mich. Ich musste mich ja die letzte Zeit damit so rumschlagen und es ist ja immer eine akute Situation wenn man Nachts so aufwacht mit dem Beschwerden.

Ich werd Montag natürlich dort erscheinen und ich bin auch den implantierten Event recorder nicht abgeneigt, hoffe nur dass es vorran geht und ich irgendwann mal wie die meisten anderer Menschen normal schlafen darf.

Sorry für die längere Antwort, danke Ihnen aufjedenfall für Ihre Antwort.

Kommentar von Nic129 ,

Hallo,

eine Verbesserung funktioniert manchmal aber leider nicht immer von jetzt auf gleich. Manchmal bedarf es ein bisschen Geduld. Die müssen Sie da mitbringen.

Da es tägliche Morgen- und Mittagsbesprechungen gibt, wird dort auch über die Patienten gesprochen. Zum einen über die Neuaufnahmen und zum anderen auch über diverse Patienten auf den Stationen. Darüber hinaus gibt es ja auch Visiten der Stationsärzte und Oberarztvisten. Es wird also sicherlich bekannt sein, wie in Ihrem Fall weiter verfahren wird, auch was weitere Untersuchungen angeht.

Ja, aber auch wenn der diensthabende Arzt in der Nacht zu Ihnen kam, weil er gerufen wurde, muss das nicht zwangsläufig bedeuten, es sei etwas aus dem Ruder gelaufen. Da kann ich Ihnen ein Lied von singen. Ich wurde auch schon in den Nachtdiensten gerufen, weil sich die Nachtwache unsicher war oder keine besondere Erfahrung mit der ein oder anderen Situation hatte. Weniger, weil der Patient in einem schlechten Zustand war. Ich denke, Sie verstehen was ich meine.

Machen Sie sich nicht verrückt. Auch bei Ihnen wird es sicherlich vorangehen.

Kommentar von Taigar ,

Danke für Ihre Antwort, werde aufjedenfall mehr Geduld in die Sache einfließen lassen.

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