Frage von Brummhummel, 10

Könnte eine ältere Person ohne grössere Vorkenntnisse noch den Beruf des Psychotherapeuten erlernen?

Eine Freundin von mir spielt gerade mit dem Gedanken, die Kinder sind aus dem Haus, sie ist an solchen Dingen sehr interessiert und träumt nun davon, damit Geld zu verdienen. Geht das in dem Alter noch? Und wie müsste sie das anstellen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von elliellen, 7

Hallo! Warum sollte das nicht gehen? Wie "dinska" schon erwähnt hat, kann man in jedem Alter einen Neubeginn wagen.

Ich kenne in meinem Bekanntenkreis 2 Mütter um die 40, die nun noch eine Ausbildung begonnen haben.

Sie sollte sich vorab informieren, wieviele Jahre in etwa die Ausbildung für den gewählten Beruf dauert, beim Jobcenter gibt es auch dementsprechende Bücher und dann kann sie sich direkt an den entsprechenden Schulen informieren.

Ich wünsche ihr viel Erfolg!

Kommentar von elliellen ,

Herzlichen Dank für den Stern, ich freue mich!

Antwort
von dinska, 4

Man kann jeden Beruf in jedem Alter erlernen, wenn man die notwendigen Mittel hat. In erster Linie kostet die Ausbildung erstmal Geld, bevor man etwas verdienen kann. Sie kann sich informieren, wo solche Ausbildungen stattfinden, welche Vorkenntnisse sie haben bzw. vorher erwerben muss und was die Ausbildung kostet. Dann kann sie sich an ein Jobcenter wenden, ob sie Zuschüsse zahlen, was nicht immer gegeben ist.

Kommentar von Ostsee31 ,

wo solche Ausbildungen stattfinden

In der Regel an der Universität.

Antwort
von Lydia304, 5

Das Alter ist nicht das Problem, ich kenne viele "spät berufene" Psychotherapeuten. Aber Deine Freundin muss sich klar sein, dass eine seriöse Ausbildung sehr aufwändig ist, so einfach ist der Beruf des Psychotherapeuten nämlich nicht. Man muss ein Studium der Psychologie oder Medizin erfolgreich abschließen, und anschließend eine Zusatzausbildung an einem dafür zugelassenen Institut (privat, kostet eine fünfstellige Summe) machen, entweder 5 Jahre berufsbegleitend oder 2 Jahre Vollzeit. Man darf sich dann "ärztlicher Psychotherapeut" oder "psychologischer Psychotherapeut" nennen, je nach Studium. Praktika sind dazu auch erforderlich (oftmals unbezahlt). Das ist der einzige Weg, eine Approbation und evtl. Kassenzulassung zu erwerben, mit der man dann auch mit den Krankenkassen abrechnen kann. Für letzteres gibt es außerdem eine Zulassungsbeschränkung, nur noch in wenigen Gebieten in Deutschland (hauptsächlich "unattraktive" ländlichere Gebiete in Ostdeutschland) kann man sich niederlassen, ansonsten gilt der Bedarf als gedeckt. Man kann dann höchstens einen Kassensitz kaufen (nochmal fünfstellige Summe) oder irgendwo in einer bestehenden Praxis im Jobsharing oder Anstellung mit einsteigen (in Teilzeit). Das ist der einzige Weg, mit gesetzlichen Krankenkassen abrechnen zu können. Dann gibt es noch die Alternative Privatpraxis (ausschließlich Behandlung von Privatpatienten, Beihilfeberechtigten, Selbstzahlern und Kostenerstattungsverfahren), für die man aber auch mindestens eine Approbation (und damit die entsprechende o.g. Ausbildung) haben muss. Hier muss man auf jeden Fall aufwändigere Akquise betreiben, da man eben nicht normal über gesetzliche Krankenkassen abrechnen kann, und erst einmal genügend Bekanntheit haben muss, um Patienten zu erreichen und zusammenzubekommen, damit sich die Sache lohnt. Es gibt wohl auch unseriösere und unaufwändigere Ausbildungen, die man schon einmal bei Heilpraktikerschulen u.ä. findet oder als Fernausbildung, da der Begriff nicht geschützt ist. Das ist aber nur Kurpfuscherei. Damit erwirbt man niemals eine Approbation oder gar Kassenzulassung und kann mit keiner Kasse abrechnen (auch nicht mit privaten). Da ist man also auf Personen angewiesen, die das selbst bezahlen, kann auch nicht wirklich seriös arbeiten, sodass man damit nie wirklich Geld verdienen wird (und meiner Ansicht nach auch nicht arbeiten sollte, da man auch Schaden anrichten kann!). Wenn Deine Freundin zu der aufwändigen Methode motiviert ist und es sich leisten kann, soll sie es machen. Viel Glück!

Antwort
von Ostsee31, 4

sie ist an solchen Dingen sehr interessiert

An "solchen Dingen" interessiert zu sein ist etwas wenig um Psychologie zu studieren. Deine Freundin sollte sich vorher nochmal über die Inhalte eines solchen Studiums genau informieren. Der NC liegt sehr hoch (1.0 - 1.3), man sollte gute Mathematik Kenntnisse haben weil man gerade im ersten Semester viel mit Wahrscheinlichkeitsrechnungen und Statistiken zu tun hat - das wird nur allzu häufig unterschätzt entsprechend sind auch die Abbrecherquoten. Man braucht ein sehr strukturiertes, lösungsorieniertes Denken. Im Anschluss an das Masterstudium (mit dem Bachelor erreicht sie nämlich gar nichts) durchläuft sie eine weitere 3-jährige Psychotherapeuten Ausbildung oder 5 Jahre berufsbegleitend, praktische Tätigkeit von mindestens 1 Jahr an einer psychiatrischen Klinik und für 6 Monate an einer ambulanten psychotherapeutischen Stätte um schlussendlich die Approbation zu erhalten. Da kannst du dir ausrechnen wieviele Jahre sie dafür braucht. Psychologie ist ein sehr zeitintensives, langwieriges, schweres und vorallem sehr teures Studium. Wenn sich deine Freundin dessen bewusst ist kann sie es ja probieren. Träumen kann man viel aber diese Träume finanzieren einem nicht das Leben und nicht alle psychologischen Psychotherapeuten schwimmen im Geld. Da sollte man schon realistisch bleiben. Sie muss in ihrem Alter dann erstmal einen Job bekommen das könnte sehr schwer werden. Sie hätte auch die Möglichkeit sich selbstständig zu machen aber auch da wird sie einige an Geld investieren müssen von den ca. 25.000 Euro von der Ausbildung mal abgesehen.

Antwort
von demosthenes, 4

ohne grössere Vorkenntnisse dürfte das nichts werden, denn Voraussetzung für eine entsprechende Ausbildung ist regelmässig ein abgeschlossenes Studium der Medizin oder der Psychologie und in Ausnahmefällen eine erfolgreich abgelegte Heilpraktikerprüfung - und das hat nichts mit dem Alter zu tun.

Antwort
von schanny, 2

So leicht ist das leider nicht..........Ich habe mich neulich mit einer Neuropsychologin unterhalten, weil es mich auch interessiert hat. Sechs Jahre Studium mit hohen Kosten und wenn man sich zusätzlich qualifizieren möchte, also Neuropsychologin werden möchte, kommen noch weitere Semester dazu. Sie kann sich ja mal an einer Uni informieren oder beim Jobcenter.

Antwort
von Jule1989, 3

Stimme den anderen zu! Einer meiner Bekannten hat nun mit 40 auch erst seine Ausbildung fertig gemacht und hat jetzt einen Job bei Seeger Gesundheit angenommen http://www.seeger-gesundheit.de/seeger/jobs-ausbildung/arbeiten-bei-seeger/ er ist richtig zufrieden mit seiner Entscheidung.

Liebe Grüße Jule

Antwort
von BLiCKpunktPB, 1

... wer träumt nicht vom "großen Geld" - Manchmal machen mich die Fragen einfach sprachlos -

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