Frage von Grafd, 78

knieuntersuchung

Was macht ein Arzt bei einer knieuntersuchung? Kann man da zuerst zum Hausarzt gehen? Ist ein Ultraschall oder eine Arthroskopie unbedingt notwendig. Denn ich habe Angst.

Lg

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Lexi77, 71

Hallo!

Natürlich kannst du mit Knieproblemen erst einmal zum Hausarzt gehen. Der sieht sich das dann an, und macht z.B. ggf. eine Bewegungsprüfung. Wenn er eine weitere Abklärung für notwendig erachtet, dann wird er dich entsprechend an einen Orthopäden weiter überweisen. 

Leider schreibst du hier nicht genau, welche Beschwerden du hast, ob du z.B. einen Unfall hattest, ob du Bewegungseinschränkungen hast oder vielleicht "nur" Schmerzen... Deshalb wird man dir hier auch nicht sagen können, ob eine Arthroskopie notwendig sein wird (was letztendlich sowieso nur der Arzt nach gründlicher Untersuchung sagen kann).

Eine Ultraschalluntersuchung ist übrigens völlig harmlos. Das einzige, was du merkst, ist das kalte Kontaktgel auf der Haut. Ansonsten ist diese Untersuchung völlig schmerzlos und einfach durchzuführen. (Lies mal dies zu deiner Beruhigung: http://www.onmeda.de/behandlung/ultraschall-wie-funktioniert-ultraschall--2378-2...)

Alles Gute! Lexi

Kommentar von Lexi77 ,

Dies ist für dich sicher auch sehr interessant:

An eine Röntgenuntersuchung, bei der eventuelle knöcherne Verletzungen und Abnutzungserscheinungen dargestellt werden, schließt sich häufig eine Ultraschalluntersuchung ( = Sonographie) an. Dabei werden mit Hilfe eines so genannten Schallkopfs Ultraschallwellen auf das untersuchte Kniegelenk gerichtet. Im Ultraschallgerät befindet sich ein Computer, der die empfangenen Signale umrechnet, so dass sie auf dem Monitor dargestellt werden können. 

Das große Plus der Ultraschalltechnik besteht darin, dass dafür keinerlei radioaktive Strahlung wie beim Röntgen nötig ist. Der Patient muss auch nicht wie beim Kernspintonogramm „in die Röhre kriechen“, wo es eng und laut ist. Das nicht betroffene Knie kann mituntersucht werden, so dass der Orthopäde Vergleiche ziehen kann. Außerdem ist diese Untersuchung meist in der Praxis des Orthopäden selbst möglich, da die meisten orthopädischen Praxen mit einem Ultraschallgerät ausgestattet sind. 

Dynamische Untersuchung

Ein weiterer Vorteil der Ultraschalluntersuchungstechnik liegt darin, dass Ihr Kniegelenk dynamisch untersucht werden kann. Das heißt, dass Ihr Kniegelenk während der Untersuchung bewegt werden oder der Untersucher mit dem Schallkopf über Ihr Kniegelenk hinweggleiten kann, um sich ein Bild von dessen Strukturen zu machen. Ihr Kniegelenk muss dabei nicht in einer vorgegebenen Richtung, sondern kann in allen möglichen Verwinkelungen und Schichten untersucht werden. Die einzige Begrenzung der Methode besteht darin, dass knöcherne Gelenkstrukturen den Ultraschall vollständig reflektieren, so dass hinter dem Knochen liegende Strukturen nicht abgebildet werden können. 

Ganz besondere Vorteile bietet die Ultraschalldiagnostik, wenn sie von demjenigen Arzt durchgeführt wird, der zuvor Ihr Kniegelenk auch abgetastet und durchbewegt hat. Der Sonographieschallkopf fungiert quasi als sein verlängerter Arm. 

Während auf einem Röntgenbild knöcherne Veränderungen und Verkrümmungen auf einen Blick erkannt werden können, so macht der Ultraschall Verletzungen oder Veränderungen der so genannten Weichteile - also von Haut, Unterhaut, Muskulatur und Sehnen, Schleimbeuteln und teilweise auch des Gelenkknorpels und der Knochenoberflächen - erkennbar. Viele Verletzungen des Kniegelenks betreffen genau diese Weichteile, beispielsweise Prellungen, Quetschungen, Zerrungen, Muskelfaserrisse, Sehnenreizungen und Schleimbeutelentzündungen. 

Üblicherweise erfolgt die Untersuchung in Rückenlage, das Kniegelenk kann leicht unterlagert werden. Der Orthopäde legt den Schallkopf leicht oberhalb der Kniescheibe auf das Gelenk auf, um zu sehen, ob ein Gelenkerguss oder eine Entzündung im Gelenk vorhanden sind. Auch Muskelverletzungen des Oberschenkels lassen sich aus dieser Position heraus erkennen. Dann gleitet der Orthopäde mit dem Schallkopf über die Kniescheibe nach unten und stellt die Kniescheibensehne längs und quer dar. In dieser Position lassen sich auch Schleimbeutelentzündungen erkennen. Risse der Kniescheibensehne sind selten, häufig jedoch sind Ansatzreizungen der Kniescheibensehne, entweder an der Kniescheibe selbst oder am Schienbeinkopf. Besonders oft sind sportlich aktive Jugendliche davon betroffen. Der Ultraschall macht diese Reizungen mühelos sichtbar. 

Während Verletzungen des Innenbandes im Ultraschall problemlos zu sehen sind und auch die Stabilitätstestung der Innenbänder sonographisch leicht möglich ist, so gilt dies nicht für das hintere und vordere Kreuzband. Diese verlaufen im Inneren des Kniegelenks und lassen sich ebenso wie Verletzungen an den Menisken nicht sicher genug darstellen. Aussagekräftigere Ergebnisse lassen sich in solchen Fällen eher mit Hilfe der Kernspintomographie erzielen. Es ist allerdings möglich, die klinischen Instabilitätstestungen sonographisch zu überprüfen und zu dokumentieren. 

Wenn der Patient die Bauchlage einnimmt, kann die Rückseite des Kniegelenkes untersucht werden. Dort finden sich mitunter zystenartige Aussackungen, die entweder angeboren oder auf lang andauernde Reizzustände zurückzuführen sind. Diese Kniegelenkszysten werden bei Rheumapatienten Bakerzyste genannt; ansonsten heißen sie Poplitealzysten. Diese Zysten werden oftmals als störend empfunden und müssen dann operativ entfernt werden. Nicht selten verfestigt sich der Inhalt dieser Zyste. Manchmal platzt sie und läuft dann in den Unterschenkel aus. Auch in diesen Fällen ist der Ultraschall eine einfache, schnell verfügbare und zuverlässige Untersuchungsmethode. 

Viele der Strukturen, die im Röntgenbild nicht sichtbar sind, lassen sich in der Ultraschalldiagnostik auf dem Monitor oder dem Ausdruck klar abbilden, so dass Ihnen als Patient ein Einblick in Ihr eigenes Kniegelenk möglich wird und Sie ein besseres Verständnis für die bei ihnen vorliegende Verletzung oder Schädigung entwickeln können.

http://www.orthinform.de/new/diagnostik/diagnostik.php?id=4

Kommentar von Grafd ,

Ich bin im Dezember ausgerutscht. Dann war es für ne weile wieder weg die Schmerzen meine ich. Dann irgendwann vor 1 1/2 Monaten fingen sie wieder an. Es sticht und tut weh, egal was ich mache. Ob ich sitze, laufe oder liege es tut halt weh. Deshalb interessiert es mich was der Arzt macht.

Kommentar von Lexi77 ,

Dann lies dir mal den o.g. Link durch, dann weißt du vielleicht schon etwas mehr.

Kommentar von Grafd ,

Habe ich schon. Danke für den Tipp

Kommentar von Lexi77 ,

Danke für den Stern! :-) 

Antwort
von pferdezahn, 58

Leider hast Du nichts ueber dein Knieproblem erwaent. Dein Hausarzt wird dich bei ernsten Problemen an einen Orthopaeden weiterleiden. Dieser wird bei Unklarheiten oder Verdacht auf Arthrose, dich zur MRT ueberweisen, damit eine Kernspintomographie gemacht wird, welche eine genaue Diagnose ermoeglicht.

Antwort
von kreuzkampus, 53

Du hast zwar schon lange Antworten bekommen; aber niemand kann Dir sagen, was auf Dich zukommt. Dein Hausarzt wird Dich wahrscheinlich zum Facharzt überweisen; und erst dann weiß man, was mit Deinem Knie los ist. Was soll man Dir im Vorfeld noch mehr sagen? Alles Andere ist doch Kaffesatz-Leserei. Niemand wird sofort ein Arthroskopie machen.

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