Frage von kvk2689, 470

Kann Stress der Auslöser für soviele Symptome sein?

Hallo ihr Lieben,

bin jetzt schon seit mehreren Monaten in ärztlicher Behandlung wegen der verschiedensten Symptome. Mein Hausarzt schiebt meinen "angeblichen" Stress vor und hat mir AD verschrieben, die ich mittlerweile seit einem Monat nehme. Bis jetzt konnte ich aber keine Besserung in irgendeinem Sinn erkennen.

Alles hat vor 3 Monaten mit einem Druck im Bauch/Brust und Verdauungschwierigkeiten angefangen. Ca. einen Monat später folgten Zitteranfälle mit Herzrasen. Zwischendurch kamen regelmäßig Taubheitsgefühle in Gliedmaßen dazu. Eskaliert ist das ganze nachdem mein Arzt mich bereits krankgeschrieben hatte und ich Zeit hatte mich ein bisschen zu entspannen. Seit einem Monat punktuelle Kopfschmerzen, Schwindel, verschwommene Sehfähigkeit, Müdigkeit, komisches Gefühl wenn ich laufe oder mich bewege, teilweise Rückenschmerzen und das Gefühl das ich keine Luft bekomme. Hinzu kommen Schlafstörungen, ich werde mehrmals nachts wach vor extremen Schwindel und einfach nur Lärm im Kopf.

Kurz zu mir. Ich bin 24 Jahre, war immer fit, ein sehr lebensfroher Mensch und ausgeglichen. Habe einen Bürojob und mache auch manchmal Überstunden, aber in den letzten 2 Jahren hat sich nichts was meinen "Stress" betrifft verändert. Habe bereits ein CT, eine Magen- und Darmspiegelung hinter mir, ohne Befund.

Mich macht es verrückt, das mein Körper so durchhängt, weil ich es überhaupt nie kennengelertn habe. Vielleicht könnt ihr mir ja helfen. Ich bin für jeden Tipp dankbar.

Viele liebe Grüße aus dem Ruhrgebiet KVK

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Antwort
von bobbys, 380

Hallo,

der Menschliche Körper kann schon Stress vertragen ,aber keinen Dauerstress. Wenn bei dir Erkrankungen des Gehirn ,Herz-Kreislauf und Schilddrüse bereits ausgeschlossen wurden ,sollte man tatsächlich auch an die psychosomatischen Erkrankungen denken.

Desto mehr Stress um so mehr versucht der Körper dagegen zu halten und irgendwann ist das Akku leer. Der Körper ist erschöpft, kraftlos, müde kann sich nicht mehr richtig konzentrieren und regenerieren. Es kommt zu Kreislaufproblemen ,Herzrasen, Angst /Panik, zittern, Atemnot ,Schmerzen,Schwindel, Übelkeit, Magenproblemen ,Spannungskopfschmerz, Missempfindungen, Taubheitsgefühl, wie auf Watte laufen bis hin zu Lähmungserscheinungen.

Und dann ist man am Ende und brauch professionelle Hilfe. Deshalb empfehle ich dir wenn alles andere ausgeschlossen wurde dir einen Termin bei einem Neurologen/Psychiater zu holen und dich erst mal Medikamentös zu stabilisieren. Dazu eine Reha in einer Psychosomatischen Klinik und eine Psychotherapie mit Schwerpunkt Verhaltenstherapie.

LG bobbys

Antwort
von Umberfield, 327

Es hört sich so an, als wäre bei dir alles zusammen gekommen was den Stress so richtig angeheizt hat. Stress ist für sehr viele Krankheiten ursächlich verantwortlich. Die Psyche zeigt uns über körperliche Symptome, wo es mangelt und wo man Acht geben sollte. Ich denke, dass du dringend eine Kur brauchst. Erstens um mit dem Stress in Zukunft moderater umgehen zu lernen und um deine Seele und deinen Körper wieder in Einklang zu bringen.

Antwort
von HobbyDoc82, 352

Hallo kvk2689,

das klingt wirklich schlimm. Ich habe selbst eine gute Freundin, die auch oft Schwindel und Kreislaufprobleme, vermutlich aufgrund von Stress, hat. Bei ihr legen sich die Symptome hingegen, wenn sie Urlaub macht oder einfach paar Tage abschalten kann. Das scheint bei dir ja nicht der Fall zu sein :( Hast du denn schon mal einen anderen Arzt aufgesucht? Das würde ich dir auf jeden Fall empfehlen. Eine zweite Meinung ist sehr wichtig und oftmals sind manche Ärzte schon sehr auf ihrer Meinung eingeschossen, wenn sie keine andere Erklärung finden. Ich würde dir auf jeden Fall empfehlen, überprüfen zu lassen, ob es sich evtl um ein neurologisches Problem handelt und du deshalb Kopfschmerzen oder Herzrasen, etc. hast.... Das ist jetzt aber auch eher nur eine Vermutung von mir. Ich habe noch ein wenig recherchiert und diese Broschüre zum Thema Stress gefunden: http://www.gothaer.de/privatkunden/kundencenter/ratgeber-gesundheit/broschuere-s... Vielleicht hilft die dir in diesem Fall ja weiter?

Drücke dir die Daumen und wünsche dir gute Besserung! Hoffentlich findet ein Arzt bald mal was!

Antwort
von Irene1955, 236

Stress als Ursache kann schon möglich sein. Vorab würde ich aber noch ein paar andere Dinge untersuchen lassen (die Schilddrüse zum Beispiel würde mir noch einfallen).

Aber ansonsten kann andauernde Belastung natürlich schon zu den von dir beschriebenen Symptomen führen. Bis so etwas auftritt, dauert es eine gewisse Zeit, es ist also kein Gegenargument, dass du "erst" nach zwei Jahren etwas merkst. Allerdings erscheint es mir seltsam, dass es durch das Entspannen eher schlechter geworden zu sein scheint. Daher würde ich - wie eingangs gesagt - doch lieber noch ein paar weitere Untersuchungen (ggf. auch bei anderen Ärzten) durchführen lassen.

Antwort
von kreuzkampus, 218

Wenn es auf Streßfolgen hinausläuft, kann ich Dir eine teilstationäre oder stationäre Psychotherapie empfehlen. Bei meiner Tochter hat es nach ähnlichen Symptomen geholfen.

Antwort
von Hooks, 214

Ja, das kann es. Unter Stress verbrauchst Du ganz viel B-Vitamine und Magnesium, weil die u.a. für die Reizleitung der Nerven zuständig sind.

Was ißt Du? Deine Symptome klingen zum größten Teil nach Mangel an Vitamin B1. Den hat man, wenn man vermehrt Kaffee oder Tee trinkt, Zucker oder Mehl ißt. Trifft davon etwas auf Dich zu?

Wodurch kamen Deine Verdauungsschwierigkeiten? Anitbiotika oder sowas? Gestörte Darmflora verursacht gestörte Vitaminaufnahme im Darm.

Kommentar von Hooks ,

Werden über die Nahrung weniger als 0,2 mg Thiamin pro 1000 kcal (4,2 MJ) aufgenommen, können bereits nach 4 bis 10 Tagen die ersten Vitamin B1-Mangelerscheinungen auftreten [11].

Ein marginaler Thiaminmangel äußert sich zunächst durch unspezifische Symptome, wie Müdigkeit, Gewichtsverlust und Verwirrungszustände [5, 14, 15, 17, 19, 20].

  • Tachycardie – Herzrhythmusstörungen mit gesteigerter Herzfrequenz, anhaltende Pulsbeschleunigung auf über 100 regelmäßige Schläge pro Minute, ohne dass ein vermehrter Bedarf an Herzpumpkraft besteht [5, 14, 15, 19, 20]

  • Schlafstörungen [14, 15, 19, 20]

  • Parästhesien – Kribbeln, Taubheit, Einschlafen der Glieder, Kälte- und Wärmewahrnehmungsstörungen [7, 9]

  • Augenzittern, Doppeltsehen [1, 7, 8, 9]

  • Orthopnoe – Atemnot beziehungsweise erschwerte Atmung (Dyspnoe)

Das war alleine B1.

Zu Magnesium recherchier mal unter "Magnesiummangel - kaum beachtet aber folgenschwer".

Kommentar von Hooks ,

Dazu kommt noch bei B1:

  • Gliedmaßenataxie – neurologische Störung der üblichen Bewegungsabläufe und der Gleichgewichtsregulierung [7, 9]
  • Atrophie der Extremitätenmuskulatur, Muskelschwäche [1, 7, 8, 9]
  • Lähmungen [7, 9]

Weiter kannst Du Dich auch mal bei Vitamin D umschauen. Es könnte Dir zumindest Dein AD ersetzen. Ich nehme täglich Lebertran und bin sehr zufrieden damit.

Kommentar von kvk2689 ,

Danke für deine Antwort. Kaffee trinke ich seit dem ich den ersten Zitteranfall hatte nicht mehr. Zucker habe ich bis zu meinem Krankenhausaufenthalt auch radikal minimiert. Die Ärzte im Krankenhaus sagten mein Zucker sei recht niedrig, seit dem gönne ich mir zwei Schokoriegel oder ein paar Fruchtgummis am Tag und ein Stück Traubenzucker morgens, damit ich in die Gänge komm. Tee trinke ich maximal 3 Tassen am Tag, aber nur Fruchttee. Klar nehme ich Mehl zu mir, habe aber fast alles auf Vollkorn umgestellt. Trinke sonst nur Wasser und seit einer Woche ein großes Glas Eisensaft am Tag.

Mein Hausarzt sagt meine Blutwerte waren nicht auffällig. Den Magnesiumwert hat er sogar mehrfach untersuchen lassen, ohne Befund. Zwischendurch habe ich von mir aus zusätzlich Magnesiumtabletten genommen. Hat aber auch nix verändert.

Die Verdauungsschwierigkeiten hatten meiner Meinung nach keinen Auslöser, habe werder Antibiotika oder andere Pillen bis zu diesem Zeitpunkt genommen. Seit dem ich den Druck im Bauch/Brust hatte, habe ich bis zur Magenspiegelung Tabletten gegen Magenschleimhautentzündung genommen. Keine Besserung.

Kommentar von Hooks ,

Zucker habe ich bis zu meinem Krankenhausaufenthalt auch radikal minimiert.

Sobald Du etwas isolierten Zucker nimmst, fehlt Dir sofort B1.

mein Zucker sei recht niedrig

Und Dein Blutzucker fällt erst recht. Denn zunächst sondert der Körper Insulin ab, durch das Isolierte (sozusagen ein Notfall) erstmal zuviel, und dadurch unterzuckerst Du.

habe aber fast alles auf Vollkorn umgestellt.

Du solltest dann wirklich Vollkorn nehmen, aber das frisch gemahlene, entweder aus dem Naturladen frischgeholt oder besser selbst gemahlen. Aus dem Laden das Vollkornmehl ist zu alt; Forschungen haben ergeben, daß 14 Tage altes Vollkornmehl genauso wirkt wie Weißmehl (also negativ). Bäcker lassen das Vollkornmehl erst einige Tage liegen, um es "backfähig" zu machen - was immer das heißen soll; die empfindlichen Stoffe sind dann jedenfalls weg.

Ich habe es damals auch sofort an der Verdauung gemerkt, als ich von gekauftem auf selbstgemachtes Mehl umgestiegen bin.

ein Stück Traubenzucker morgens, damit ich in die Gänge komm

Sich morgens mit purem Zucker aufzuputschen ist Blödsinn. Lieber Obst in Massen, dazu etwas gutes Fett wie Nüsse oder Kokosöl. Damit Du in die Gänge kommst, empfiehlt sich ein Knieguß nach Kneipp, danach für 10 min wieder ins Bett, dann ist der Kreislauf richtig schön in Schwung.

meine Blutwerte waren nicht auffällig

Na, die sagen ja auch bei Eisenwert von 12,2, das sei normal (bei einer "Normalität" von 12-16. Für mich ist das "unterer Rand") Außerdem ist es nicht wichtig, was im Blut ist, sondern was im Gewebe steckt.

Kommentar von Hooks ,

Die Verdauungsschwierigkeiten hatten meiner Meinung nach keinen Auslöser

von nichts kommt nichts. Vielleicht hast Du verkehrt zusammengestelltes Essen gegessen. Iß stark kh-haltiges nicht mit eiweißreichem zusammen; Obst und Milch immer jeweils extra.

Trink mal ein Glas frisch gepreßten Kartoffelsaft (aus mehlig kochenden Kartoffeln!) gegen die Schmerzen.

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