Frage von elilenz, 142

Kann Schlafmangel zu Konzentrationsschwierigkeiten und Sprachproblemen führen?

Hallo liebe Ratgeber-Gemeinde,

ich hätte mal eine Frage zu einem Problem, welches mich schon seit längerem beschäftigt.

Zuerst ein paar Daten von mir:

Ich bin 44 Jahre alt, männlich, leider ziemlich unsportlich und etwas Übergewichtig. Ich leide an einer kleinen Angststörung, welche mal mehr, mal weniger störend ist. Mein Blutdruck wurde bei regelmäßiger Kontrolle (beim Hausarzt in Ruhe) meistens zwischen 135-150(Systolisch) und 85-95(diastolisch) gemessen. Es gab auch schon ein paar Ausreißer bis 170 aber die hatten dann meist auch einen nervösen Hintergrund. Laut Aussage meines Kardiologen und auch des Hausarztes sollte dies mit etwas mehr Bewegung zu ändern sein. Seit langer Zeit leide ich auch an Schlafstörungen (mal mehr/mal weniger) und bin dadurch am Tage oft Müde und abgespannt. Ich meinem Job werde ich Körperlich auch nicht sehr gefordert (meist nur sitze Tätigkeit).

Nun zu meinem eigentlichen Problem:

Seit längerem habe ich festgestellt, das ich häufig leichte Konzentationsschwierigkeiten und auch Sprachprobleme habe. Es mach sich bemerkbar durch gelegendliches Verwechseln von Wörtern und Buchstaben oder ein Wort fällt mir gar nicht ein. Es ist jetzt nicht dramatisch. Ich kann mich immer noch gut verständigen aber ich muß mich manchmal schon stärker auf die Sätze konzentrieren, welche ich sagen will. Wie gesagt, nicht immer aber schon des Öfteren. Gestern habe ich ein Wort einfach nicht heraus bekommen, obwohl ich genau wusste was ich sagen wollte. Das ging nur ca. 5 Sekunden hat aber zu einem richtigen Angstschub geführt. Mein Gegenüber hat dies nicht mitbekommen, da ich den Satz dann schnell anders formuliert habe. Später hab ich das besagte Wort bewusst häufiger verwendet. Das ging problemlos.

Nun zu meiner Frage:

Können diese Sympthome durch die oben geschilderten Übermüdungs-Probleme auftreten? Kennt evtl. jemand dieses Phänomen. Vielleicht sogar aus eigener Erfahrung? Ich vermute, es liegt an meiner Übermüdung, hätte aber gern mal ein paar Meinungen. Wenn man die Suchfunktion im Netz bemüht, dann kommt (ausser schlimmster Diagnosen) nix Brauchbares bei raus. Nicht gut für mein ängstliches Gemüt.

Wäre nett, wenn jemand einen Tip hätte. Evtl. gibt es ja auch Leidensgenossen.

Vielen Dank schon mal im Voraus.

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Antwort
von Winherby, 118

Hallo,


ich bin sicher, dass diese Erfahrung bereits alle gemacht haben: Auf Dauer zu wenig Schlaf bewirkt eine spürbar verringerte Nervenleistung.

Dies macht sich aber nicht nur durch Wortfindungsstörungen bemerkbar, sondern alle Funktionen des Körpers sind betroffen, nur dass man sie nicht alle bemerkt (Gott sei dank). Der Sportler merkt fehlenden Schlaf an schlechterer Leistung der körperlichen Art in seiner Disziplin, der Uhrmacher macht an solch einem Tag besser nur die Werkstatt sauber, - weil seine Finger total zittrig sind, und ein Politiker hält seine freie Rede besser nicht ( https://www.youtube.com/results?search\_query=+Stoiber+Und+er+steigt+in+den+Bahn... ) .

Für unser Nervenkostüm ist die möglichst gute Entschlackung während des Schlafes enorm wichtig. Daher ist es Dir sicher auch klar, dass Du dringend mehr Schlaf brauchst.

Um dies zu erreichen, kannst Du gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe erschlagen. Erhöhe einfach Deine körperliche Belastung. Nein nicht direkt Joggen oder solch ähnlichen Unfug, sondern fang an die Treppe zu benutzen, statt den Lift. Fahr die Brötchen mit dem Fahrrad holen, statt mit dem Wagen. Steig eine Station früher aus dem Bus und geh den Rest zu Fuß. Wenn Du dies dann auch noch mit einer gesund erhaltenden Ernährung kombinierst, dann wirst Du schlanker, hast eine bessere Herzleistung, die Gelenke und die Wirbelsäule werden entlastet, die Durchblutung des gesamten Organismus wird spürbar besser, der Blutdruck reguliert sich ein, und durch die höhere körperliche Belastung wirst Du auch besser schlafen können.

Mit 44 Jahren kann man sehr gut in sportliche Betätigung einsteigen, nur man muss ganz klein anfangen und sich nur gaaaanz laaangsaaam steigern. Diese Bemerkung nur für den Fall, dass Du richtig Spass an  Bewegung bekommst, und dann falschen Ehrgeiz entwickelst (wo ist der nächste Marathon?). Da wärst Du beileibe nicht der Erste, dem das passiert ist. LG


Antwort
von Mahut, 92

Mir erging es ähnlich wie dir, ich habe in der Nacht auch zu wenig geschlafen, bin ständig aufgewacht, tagsüber war ich dann sehr müde und unkonzentriert, manchesmal konnte ich mich auch nicht richtig artikulieren.

es ist aber besser geworden, nachdem ich Entspannungstechniken gelernt habe, die mache ich jetzt täglich tagsüber, aber vor allen bevor ich schlafen gehe, ich muss sagen, seitdem ist es wesentlich besser geworden.

Bewegen tu ich mich tagsüber sehr viel, Treppen steigen selbst wenn es 7 - 10 Etagen sind, (Fahrstuhl und Rolltreppe meiden), mit dem Rad fahren usw.

Antwort
von elilenz, 101

Hallo liebe Helfer,

vielen Dank für Eure Antworten. Gut zu wissen das dieses Phänomen häufiger vorkommt.
Wenn man danach googelt dann werden ja sofort die schlimmsten Hiobsbotschaften als erstes angezeigt, nach denen man ja bereits kurz vor dem Exitus steht (Schlaganfall, Hirnschlag usw.) Aber ich denke da wären die Symptome schon viel ausgeprägter?
Ich war heute beim Hausarzt. Er kennt meine Schlafproblematik und meint das Übermüdung durchaus die beschriebenen Symptome auslösen kann.
Er hat mir ein Beruhigungsmittel für die Nacht verschrieben und sportliche Betätigung angeordnet.
Ich soll mich nicht so hineinsteigern sagt er. Er kennt halt mein leicht hypochondrieges Wesen :-)

Bei anhaltenden akuten Problemen würde er mich sofort in eine Klinik einweisen, sagt er. Ich habe mich aber bei der Sitzung auch ganz normal mit ihm unterhalten können, ohne Aussetzer. Daher geht er von Konzentrationsproblemen aufgrund von Schlafstörungen aus.
Ich hoffe und gehe davon aus das er Recht hat. Alles andere wäre ja Horror.

Kommentar von Winherby ,

Na siehste, sagte ich´s doch, Du brauchst Schlaf und mehr Bewegung.

Also mach Dir keine unnötigen weiteren Sorgen, sondern überleg welcher Sport für Dich geeignet ist und in Frage kommt. Meine Empfehlung ist das Schwimmen. Es ist Gelenke schonend, belastet gleichmäßig den gesamten Muskelapparat (ok, vielleicht den Lachmuskel nicht), und es ist viel anstrengender und Energie zehrender als das übliche Gejogge.

Geht schwimmen für Dich nicht, dann nimm das Fahrrad. Auch diese Belastung ist für den ges. Organismus förderlich, dabei aber Gelenke schonend. Wichtig dabei ist eine Rücken freundliche Sitzhaltung, also aufrecht wie auf dem Hollandrad. Und nicht die kleinen Gänge nutzen, die Muskeln sollen sich ja anstrengen, also möglichst die anstrengenden großen Gänge nutzen.

Naja wie auch immer Du es halten wirst, mach es ohne übertriebenen Ehrgeiz, bau die Muskeln, Sehnen und Knochen langsam auf, das ist gesünder. LG

Kommentar von elilenz ,

Zuerst mal vielen Dank für Deine hilfreichen Worte.
Da ich, wie schon geschrieben, etwas zu stark in mich hinein höre ist es immer gut, wenn einem jemand ein wenig die Angst nehmen kann.
Dann werde ich mal schauen das ich etwas agiler werde.
Ich kann und will mich ja als Mittvierziger noch nicht abschreiben.
Es ist eben verflixt mit dieser Googelei. Die schlimmsten Diagnosen werden immer zuerst angezeigt.

Antwort
von patscher55, 80

Hört sich für mich auch in erster Linie nach einem stressbedingtem Problem an und ich glaube auch dass das mit deinen Schlafstörungen zusammenhängt. Durch den schlechten Schlaf bist du Müde, was deine Konzentration und Aufmerksamkeit natürlich erheblich beeinträchtigt. Es wäre echt sehr wichtig, wenn du beginnst Sport zu machen, das wird sich positiv auf alle deine Probleme auswirken. Wenn du tagsüber Sport machst, ist dein Körper abends müde und kaputt und du wirst besser einschlafen kann, und deine Gewichtsprobleme bekämpfst du dadurch auch. Kann dir noch das pflanzliche Mitte Lioran ans Herz legen, hilft sehr gut bei stressbedingten Schlafstörungen und ich greife auch gern darauf zurück, wenn ich Probleme mit dem Schlafen durch Stress im Job habe.

Antwort
von gerdavh, 76

Natürlich sind wir nicht mehr so konzentriert, wenn wir nicht ausreichend schlafen, das erklärt aber nicht diese Symptome. Eine ehemalige Arbeitskollegin hatte mal dieses Problem, dass sie plötzlich starke Probleme bei der Artikulation hatte. Auch wenn Dir das vielleicht jetzt abwegig erscheint, bei ihr hatte sich bei einer Untersuchung bei einem Neurologen herausgestellt, dass zuweilen Nerven im Nackenbereich gequetscht wurden (Folge: kein flüssiges Sprechen möglich, Schwierigkeiten bei der Artikulation). Vielleicht solltest Du einen Besuch bei einem Neurologen in Erwägung ziehen. Soweit ich mich erinnere, ist sie zweckes Behandlung zu einem Osteopathen. lg Gerda


Antwort
von Hooks, 59

Recherchiere mal dringend in Richtung Vitamin-D3-Mangel. Und besorge Dir Kapseln aus NL. Du kannst aber auch den Pegel beim Arzt messen lassen, dann zahlt die Kasse. Ansonsten probiere mal, stündlich ein Glas Wasser zu trinken. Konzentration und Wortfinfungsstörungen kommen auch vom Vitamin B Mangel.


Antwort
von cekit, 64

Mir erging es ähnlich wie dir, ich habe in der Nacht auch zu wenig geschlafen, bin ständig aufgewacht, tagsüber war ich dann sehr müde und unkonzentriert, manchesmal konnte ich mich auch nicht richtig artikulieren.

Ich hatte auch ähnliche Symptome, ich arbeite ja auch Nachtschichten und das wirkt sich auf den Körper aus. 

Kommentar von elilenz ,

Ich arbeite auch im Schichtdienst.
Muss entweder früh zeitig raus, bei Frühdienst oder bin Mitternacht erst zu Hause bei Spätdienst. Da kommt der Schlaf manchmal zu kurz. Und wenn man dann noch schlecht schläft, naja...
das erklärt dann schon einiges.

Antwort
von brido, 63

Wenn Du nicht mit Sport beginnst wird es sicher schief gehen. Insgesamt lassen sich die Probleme mit Streß gut erklären. 

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