Frage von Selen, 211

Kann mir jemand Blutwerte(für Schilddrüse) erklären?

Hallo ihr lieben Menschen da draußen,

vor kurzem habe ich mir bei meinem Hausarzt Blut abnehmen lassen, da wir einen Verdacht auf eine Schilddrüsenstörung hatten. Nun benötige ich eure Hilfe zu meinen Blutwerten:


Leuko: (bei mir) 8 , Norm liegt zwischen 4,5-10,5

Erythrocyten: 4,9 , Norm 4-5,6 (Einheit Mio/Yl)

Haemoglobin: 15, Norm 12-16 (Einheit g/dl)

Hämatokrit: 46, Norm 37-48

MCV: 90, Norm 80-100

MCH: 30, Norm 27-34

MCHC: 31.8 , Norm 30-37

Thrombo: 298, Norm 140-440

Eisen: 90, Norm 50-170

Ferritin: 45, Norm 20-291

TSHbas. : 1,95 , Norm 0,3-3

Mikrosomale SD-AK: 1020 , Norm -60

Thyreoglobulin-AK (ELISA): 57, Norm -60

TSH-Rezeptoren-AK: 1.0 , Norm >2


Was bedeuten diese Werte? Bitte um eure Hilfe, wäre euch echt dankbar!

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Antwort
von Catlyn, 211

Hallo,

bei den mikrosomalen SD-AK, gebräuchlicer auch TPO-AK genannt, handelt es sich um Antikörperwerterwerte, die belegen, dass Du an der Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis, auch Autoimmunthyreoiditis oder Schilddrüsenentzünndung genannt, erkrankt bist. Dabei zerstört Dein Körper im Laufe der Zeit nach und nach Deine Schilddrüse, was zu einer Unterfunktion führt.

Zur Bestimmung, ob bereits eine Unterfunktion vorliegt, reicht es leider nicht aus, den TSH-Wert zu bestimmen. Es fehlen die Werte fT4 und fT3. Die Krankheit ist dennoch schon alleine mit den mikrosomalen SD-AK (TPO-AK) nachgewiesen.

Wenn sich die Krankheit im Anfangsstadium befinden sollte, kann man noch so einiges versuchen, um sie zu stoppen. So wäre es ratsam, wenn der Endokrinologe, der Dein Begleiter bei dieser Erkrankung sein sollte, Deinen Selenspiegel bestimmt und dann ein Selenpräparat verordnet. Auch sollten alle Mineralstoffe und Vitamine, besonders Vitamin D, Vitammin A sowie Zink, Magnesium, Kalium und die B-Vitamine im Blut (Vollblut) bestimmt werden. Meistens sind diese Werte nicht in Ordnung und müssen durch hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel aufgefüllt werden, da dies mit der Ernährung nicht ausreichend geschehen kann. Die Kohlehydratverarbeitung ist bei Hashimoto-Patienten eh auch beeinträchtigt. Ein kompletter Hormonstatus wäre auch noch anzuraten, da alle Hormone mit beteiligt sein "können".

Hashimoto-Thyreoiditis ist behandelbar. Man benötigt dazu einen sehr guten Arzt, um letztendlich die Hormoneinstellung gut zu bewerkstelligen.

Ich empfehle Dir, Dich mal im Forum http://www.ht-mb.de/forum/ umzusehen.

Dein nächster Schritt sollte ein Termin zum Endokrinologen sein.

Kopf hoch! Ich drücke Dir die Daumen, dass Du einen guten Endokrinolgen zur Betreuung findest.

LG

Catlyn

Kommentar von GeraldF ,
..handelt es sich um Antikörperwerterwerte, die belegen, dass Du an der Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis, auch Autoimmunthyreoiditis oder Schilddrüsenentzünndung genannt, erkrankt bist.

26% aller Frauen entwickeln im Laufe ihres Lebens den Anti-TPO Antikörper, aber längst nicht alle entwickeln eine Hashimoto-Thyreoiditis.

Sie lehnen sich ganz schön weit aus dem Fenster mit Ihrer Diagnosestellung übers Internet...

Kommentar von rosaglueck ,

Bevor zuviel interpretiert wird, steht jetzt ein Ultraschall der Schilddrüse durch einen versierten SD-Spezialisten an mit exakter Grössenbestimmung und Erfassung von inhomogenen und echoarmen Bereichen. Der TPO-Antikörper ist stark erhöht und der TSH nach neuesten Erkenntnissen (von 2002) grenzwertig. Ein perfekter TSH liegt bei 1,0, ziemlich exakt. Bei Kinderwunsch würde man bereits ab TSH 1,6 Handlungsbedarf sehen. Ab TSH von 2,0 reagieren auf das Thema sensibilisierte und gut fortgebildete Internisten. Bei der nächsten Blutabnahme (nachmittags!) sollte man in der 2. Zyklushälfte bereits aussagekräftige Blutwerte vorfinden. Die Blutprobe darf gern über nacht im Praxiskühlschrank aufbewahrt werden. Blutabnahmen frühmorgens nüchtern und in der 1. Zyklushälfte verhindern häufig eine zeitnahe Diagnosestellung bzw begünstigen Diagnoseverschleppung.

Antwort
von GeraldF, 157

Der Anti-TPO-Antikörper ist erhöht nachweisbar. Ob das irgendeine Bedeutung hat, kann man derzeit nicht sagen. Üblich ist die Bestimmung des Antikörpers im Zusammenhang mit einer (latenten) Unterfunktion der Schilddrüse beim Verdacht auf eine Hashimotothyreoiditis. Das haben Sie aber derzeit nicht, denn der TSH-Wert ist normal.

Ihr Hausarzt hat den zweiten Schritt vor dem ersten gemacht und jetzt haben Sie den Salat: Zwei Werte die nicht recht zueinander passen. Solche Konstellationen findet man gar nicht so selten, wenn zu viele Kreuze auf dem Laborzettel gemacht werden. Es bleibt nur die Kontrolle des TSH im Intervall. Wenn das unter 2,5 bleibt, dann vergessen sie diesen Antikörper.

Kommentar von Selen ,

Ok gut, also keine Schilddrüsenstörung, richtig? Aber das mit den AK kann ich nicht ganz vergessen, es heißt doch dass die auf eine Autoimmunerkrankung(wie Hashimoto) hindeuten? oder soll ich die getrost ignorieren, muss man da nichts machen?

Kommentar von GeraldF ,

Ja, definitiv derzeit keine Schilddrüsenfunktionsstörung.

Die diagnostische Wertigkeit eines erhöhten Antikörpertiters ohne dass die dafür typische Störung vorliegt ist unklar. Ca. 26 % aller Frauen entwickeln im Laufe ihres Lebens erhöhte Anti-TPO Titer, aber nicht einmal die Hälfte dieser Frauen entwickeln eine Hashimotothyreoiditis. Bei 2% verschwinden die Antikörper von allein.

Wenn Sie mein Patient wären (und ich hätte versehentlich den Anti-TPO mit angekreuzt), dann würde ich Ihnen in 3 und 6 Monaten nochmal das TSH bestimmen. Wenn das so bei 1,9 bleibt, dann sollte eine Hashimoto "vom Tisch" sein.

Antwort
von gerdavh, 152

Hallo, ich bin mir unsicher, aber da Deine Mikrosomale SD-AK Werte sehr stark erhöht sind, sollte man eine Autoimmunerkrankung im Anfangsstadium ausschließen. Geh zu einem Endokrinologen oder lass Dir eine Überweisung für einen Nuklearmediziner geben. Ich vermisse die Werte FT3-RIA UND FT4-RIA. Dieses Blutbild hat so keine Aussagekraft. Hier noch ein Link zu den Schilddrüsenwerten

http://www.gesundheit.de/krankheiten/druesen-und-hormone/schilddruese-und-nebens...

lg Gerda

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