Frage von Archibald 30.08.2011

Kann man die Chancen auf Besserung nach einem Schlaganfall durch Ergotherapie steigern?

  • Hilfreichste Antwort von berta 31.08.2011
    5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    hallo archibald, du hast ja schon viele tipps bekommen. ich möchte auch noch einen (vielleicht hilfreichen) link für dich hinzufügen. auch wünsche ich dir und vor allem deiner frau, dass es bald "aufwärts geht"!!


    http://www.netdoktor.de/Krankheiten/Schlaganfall/Tipps/Schlaganfall-Tipps-fuer-A...

    o Der Fremde im eigenen Haus

    Besonders problematisch ist es für Angehörige von Schlaganfall-Patienten, wenn sich durch die Erkrankung auch die Persönlichkeit eines vertrauten Menschen verändert. Auf die Hilflosigkeit und den plötzlichen Wegfall der eigenen Fähigkeiten reagieren viele Betroffene zunächst mit Verzweiflung und Depressionen, andere werden aggressiv.

    o Liebevoll und mit Respekt

    Treffen Sie keine Entscheidungen über den Kopf des Betroffenen hinweg, sondern lassen Sie ihn für sich selbst sprechen. Das gilt vor allem für diejenigen, die sich aufgrund des Schlaganfalls nur schwer verständlich machen können. Vermitteln Sie Ihrem erkrankten Angehörigen, dass er für Sie ein ebenso gleichwertiger, liebenswerter und wertvoller Mensch ist, wie vor der Erkrankung.

    o Selbstvertrauen und Lebensfreude stärken

    Ein Schlaganfall raubt einem Menschen viele Fähigkeiten, auf die er sich bislang verlassen konnte und über die er sich definiert hat. Das beschädigt das Selbstwertgefühl und die Lebensfreude. Angehörige können einen wichtigen Beitrag leisten, um diese zurück zu gewinnen.

    o Unternehmen Sie gemeinsam etwas.

    Machen Sie einen Ausflug, kochen Sie gemeinsam, treffen Sie Freunde. Für Menschen mit einer Aphasie (Sprachstörung) sind allerdings viele alltägliche Situationen sehr anstrengend - dazu gehören vor allem laute Geräuschkulissen.

    o Korrigieren Sie nicht zuviel

    Menschen, die nach einem Schlaganfall an einer Aphasie leiden, haben oft Angst vor sprachlichen Fehlern und trauen sich deshalb nicht zu sprechen. Durch dauerndes Korrigieren wird diese Angst verstärkt. Haben Sie den Aphasiker verstanden, sollten Sie ihn nicht verbessern, auch wenn der Satzbau oder der verwendete Begriff fehlerhaft war. Denn das frustriert und verunsichert ihn zusätzlich. Wichtig ist vor allem, dass der Patient spricht und sich verständlich machen kann.

  • Antwort von Lynda 31.08.2011
    5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Hallo Archibald - wenn Deine Frau meint, es bringt nichts, dann bringt es auch nichts. Da können Ergo und Physio sich abstrampeln, wie sie wollen. Also würde es für alle einfacher werden, wenn Deine Frau versucht, zu erklären, was sie möchte, was ihr hilft, wovon sie Besserung versprürt und woran sie merken würde, dass es was hilft. Eine Hilfestellung sind die sogenannten Wunderfragen - einfach mal danach googeln und sie vorsichtig danach fragen. Hilfrich könnte auch sein, wenn sie eine Motivation bekommt, warum sie dringend Verbeserungen haben will. Was macht sie gern, welche Pläne hatte sie, ihr? - Enkel, Urlaub, Garten. Sie muss wollen, Du kannst helfen, sie zu erinnern, warum sie will und sie ermutigen, dass sie das schafft. Von ganzem Herzen alles Gute und viel Kraft für Euch beide Lynda

  • Antwort von totalschaden 30.08.2011
    4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    hi, mein schwiegervater hatte dieses jahr im mai seinen 5. schlaganfall und es sah leider nicht gut aus. eine zeit lang konnte er nicht mehr alleine aus dem bett und wir mussten ihn ins heim geben, weil er alleine in seinem haus lebte und wir alle berufstätig sind und seine versorgung nicht gewährleisten können. durch seine willensstärke (und leider auch seinen sturkopf ;) ist er mittels ergo- und physiotherapie wieder soweit, dass er sich alleine in den rollstuhl setzten kann und mit einem elektromobil die gegend unsicher macht. außerdem hat er letztens schon wieder ein stück am rollator laufen können. er ist sogar so weit, dass wir ihn ins betreute wohnen geben können. bei deiner frau ist es ja wirklich noch recht frisch. da ist es auf jeden fall wichtig, dass sie sich auf die therapie einläßt. es kann noch einiges gerettet werden, aber sie muss es wollen. leider kannst du sie aber auch nicht zu ihrem glück zwingen. bei schlaganfallpatienten kann es leider auch zu wesensveränderungen kommen, die den umgang mit ihnen nicht gerade einfach machen. glaub mir, ich weiß wovon ich rede. bevor du also eure beziehung zu sehr damit belastest, weil du sie motivieren möchtest, solltest du ruhig das offene gespräch mit dem behandelnden arzt und den therapeuten suchen und ihn bitten, deiner frau klarzumachen, dass sie mitarbeiten muss. wenn sie sich zu sehr sperrt, kannst du es leider auch nicht ändern. dann solltest du dir aber rechtzeitig unterstützung suchen, damit du nicht vor die hunde gehst!

  • Antwort von heidelerche 01.09.2011
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Ergotherapie schult die Feinmotorik und das ist nach einem Schlaganfall besonders wichtig. Kommt allerdings auch immer auf die sachliche Qualifikation des Therapeuten an. Manche machen nur nutzlose Spielchen andere haben Verstand und üben mit dem Patienten eine "bessere Zukunft" ein.

  • Antwort von jeannolino 31.08.2011
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Natürlich, sie ist unumgänglich. Ich weiß, wovon ich spreche, hatte schon 2 Sshlaganfälle.

  • Antwort von Rubinstein 30.08.2011
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Du musst es unbedingt schaffen deine Frau zu den ergo- und physiotherapeutischen Übungen zu motivieren. Viele Dinge müssen einfach neu erlernt werden! Wie gut sich deine Frau erholt hängt maßgeblich von Ihrem Übungsaufwand ab!

  • Antwort von tarzan 30.08.2011
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Hallo, das soll sie auf JEDEN FALL machen!!! Das ist meiner Meinung nach das Einzige, was etwas hilft. Nur durch Übung und Bewegung kommt es zum Fortschritt. Du solltest sie mit allen Mitteln dazu bewegen sowohl Ergo- als auch Physiotherapie zu machen. Alles Gute!

  • Antwort von pt2009 31.08.2011
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    hallo,

    ich schließ mich der meinung von totalschaden an. grade das erste jahr ist unheimlich wichtig, dass sie konsequente therapie bekommt - aus beiden bereichen - die therapie sollte unbedingt nach bobath erfolgen. leider bringt nicht jeder bobath-therapeut die erforderliche kompetenz mit. im ersten jahr - und explizit in den ersten 6 wochen - können unheimlich viele funktionen wiederhergestellt werden! aber auch noch viele jahre danach können noch funktionen zurückkommen - vorraussetzung ist konsequentes üben und wiederholen...wiederholen...wiederholen...!!!

    Aber auch der wille trägt wesendlich zum erfolg bei! wenn sie nicht mitmacht und sich aufgegeben hat, dann kann der therapeut noch so gut sein - es wird sich kein erfolg einstellen. Das erfordert sehr sehr viel kraft auf beiden seiten - patient und vorallem die angehörigen!

    diese kraft wünsche ich euch von ganzem herzen!!!!

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