Frage von alaska, 1.060

Kann ein Jod-Überschuss zu einer Fehlfunktion der Schilddrüse führen?

Ich bin gerade etwas durcheinander. Zum einen lese ich, der Jodmangel nähme in Deutschland immer mehr zu, zum anderen gibt es doch immer mehr Lebensmittel die mit Jodsalz versetzt sind. So dachte ich bislang, ein Überschuss an Jod sei wahrscheinlicher. Was immer nun auch stimmt, könnt ihr mir sagen, wie wahrscheinlich denn ein Jodüberschuss bei „normaler“ Ernährung ist und ob es dadurch wirklich zu einer Fehlfunktion der Schilddrüse kommen könnte?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo alaska,

Schau mal bitte hier:
Schilddrüse Jod

Antwort
von Catlyn, 1.060

Hallo,

es ist sehr wahrscheinlich, dass man auch bei normaler Ernährung zu viel Jod zu sich nimmt, da sogut wie alle Lebensmittel jodiert sind. Auf jeden Fall nehmen wir aber alle eine UNKONTROLLIERTE Menge an Jod zu uns. Unsichtbar viel Jod ist auch in Eiern und Milch, da das Tierfutter stark jodiert wird und das in die Eier und Milch übergeht.

Statistiken zeigen, dass mit Einführung der Lebensmitteljodierung die Zahl der Auoimmunerkrankungen der Schilddrüse extrem zugenommen haben (vor allem Statistiken der Schweiz). Du wirst sicherlich schon mehr und mehr von der Erkrankung Hashimoto-Thyreoiditis gehört haben, welche eine der Autoimmunerkrankungen ist und heute zu den häufigsten Ursachen einer SD-Unterfunktion gehört.

Ich rate deshalb, - da ich selber leider auch Opfer des Zuviel an Jods geworden bin -, darauf zu achten, dass man häufiger mal bewusst nicht jodierte Nahrungsmittel zu sich nimmt. Jodsalz sollte aus dem Haushalt entfernt werden und normales Tafelsalz verwendet werden. Mehr kann man leider nicht machen.

Viele Grüße

Catlyn

Kommentar von bethmannchen ,

da sogut wie alle Lebensmittel jodiert sind.

Das stimmt überhaupt nicht und ist eine reine Binsenweisheit.

Was da an Jod im Speisesalz ist, wirkt sich bei einem Menschen mit normaler Schilddrüsenfunktion überhaupt nicht aus. Eine Hand voll Krabben z.B. enthalten schon tausend mal so viel Jod, wie in 500g jodiertem Speisesalz enthalten ist.

Kommentar von Catlyn ,

Das stimmt sehr wohl. Du solltest besser recherchieren oder Dir die Aufschrift auf den Verpackungen der Lebensmittel gut anschauen.

Das Jodsalz darfst Du natürlich nicht losgelöst von Deiner sonstigen Ernährung betrachten. Da die Lebensmittel bereits jodiert sind, macht es sehr wohl einen Unterschied, ob Du Jodsalz zu Dir nimmst oder nicht. Ich selber habe auch die Erfahrung gemacht, dass es einen Unterschied macht, ob man natürliches Jod zu sich nimmt, z. B. in Form von Krabben, oder ob es sich um künstliches Jod, wie in Jodsalz, handelt. Da Du aus den jodierten Lebensmittel das Jod nicht herausfiltern kannst, bleibt Dir also nichts anderes übrig, als dort einzusparen, wo es geht, nämlich bei der Nichtbenutzung von Jodsalz.

Ich bin leider Betroffene und weiß von was ich rede.

Gruß

Catlyn

Antwort
von bethmannchen, 763

Du schreibst "mit Jodsalz versetzt", als ob dies eine besondere Zutat wäre.

Jod in der Nahrung, wirkt sich bei einem Menschen mit normaler Schilddrüsenfunktion niemals negativ aus. Zu viel aufgenommenes Jod filtert der Körper über die Nieren sofort wieder heraus. Wenn dem nicht so wäre, würden wir ja überhaupt keine Meeresfrüchte vertragen. Jod verlieren wir sogar dann noch über die Nieren, wenn die normale erforderliche Menge bereits unterschritten wird.

Bei einem gesunden Menschen ist ein Jodüberschuss also gar nicht möglich. In einer gesunden Schilddrüse wird auch immer nur so viel Jod gespeichert, wie tatsächlich für die Funktionen erforderlich ist.

Früher enthielt jedes angebaute Obst und Gemüse mehr Jod als heutzutage. Durch den industriell betriebenen Anbau, Monokulturen, einseitige Düngung usw. ist der Jodgehalt in unseren Nahrungsmitteln wesentlich geringer als noch vor 100 Jahren.

Gewinnt man Salz, enthält es immer auch ein klein wenig Jod, weil es ja ursprünglich im Meer gelöst war. Früher hat man es restlos aus dem Salz entfernt, heute lässt man ein wenig davon drin. Im Vergleich enthält eine Hand voll Krabben z.B. etwa tausend mal so viel Jod, wie in 500g jodiertem Speisesalz enthalten ist. Von einem Krabbenbrötchen bekommt ein gesunder Mensch trotzdem keine Schilddrüsen-Fehlfunktion.

Kommentar von Autsch ,
Zu viel aufgenommenes Jod filtert der Körper über die Nieren sofort wieder heraus. Wenn dem nicht so wäre, würden wir ja überhaupt keine Meeresfrüchte vertragen. Jod verlieren wir sogar dann noch über die Nieren, wenn die normale erforderliche Menge bereits unterschritten wird.

Krabben enthalten natürliches Jod. Das Jod im Salz ist künstlich und wirkt deswegen anders.

Früher enthielt jedes angebaute Obst und Gemüse mehr Jod als heutzutage. Durch den industriell betriebenen Anbau, Monokulturen, einseitige Düngung usw. ist der Jodgehalt in unseren Nahrungsmitteln wesentlich geringer als noch vor 100 Jahren.

Was ist das für ein Märchen? Woher stammt diese Geschichte?

Im Vergleich enthält eine Hand voll Krabben z.B. etwa tausend mal so viel Jod, wie in 500g jodiertem Speisesalz enthalten ist.

was redest Du?

500g jodiertes Speisesalz enthält 10000µg (Mikrogramm) Jod

Krabben tiefgefroren enthält 130 µg Jod pro 100 Gramm. Durch die flächendeckende jodierung des Viehfutters enthält ein liter Milch bereits 190µg Jod.

Kommentar von bethmannchen ,

Krabben enthalten natürliches Jod. Das Jod im Salz ist künstlich und wirkt deswegen anders.

Jod ist Jod, ist Jod, ganz gleich wo es vorkommt. Es ist ein Halogen, hat die Ordnungszahl 53 im Periodensystem der Elemente, kommt fast überall in der Natur, sogar in der Atmosphäre vor, und wird über die Nahrungskette von allen Lebewesen mit der Nahrung und sogar über die Atmung aufgenommen. Da es im Mehrwasser gelöst vorkommt, nehmen Meerestiere besonders viel davon auf. Aber das ist genau das selbe Element Jod, wie das den Speisesalz zugefügte Jod. So viel zu deinen Krabben. Und unsere Nieren machen mit Jod das, was sie mit Jod machen, sie schwemmen Überschüsse aus, und das sogar noch dann, wenn im Körper ein Mangel an Jod besteht.

Was ist das für ein Märchen? Woher stammt diese Geschichte?

Das ist durchaus kein Märchen, sondern eine Tatsache. Es wurde noch nie so einseitig gedüngt wie heutzutage. Deshalb werden alle möglichen Elemente in viel größerem Umfang den Anbauflächen hinzugefügt, als mit dem früher einzig verwendeten ausgewogeneren Düngemittel Misthaufen der Fall war. Da wurde noch alles in einem ausgewogenen Kreislauf verwertet.

... Durch die flächendeckende jodierung des Viehfutters enthält ein liter Milch bereits 190µg Jod.

Es gibt keine flächendeckende Jodierung von Viehfutter; wie albern ist denn diese Vorstellung. Die Kuhmilch enthält deshalb Jod, weil das Kalb, für das die Milch eigentlich gedacht ist, tatsächlich eine gute Versorgung mit Jod benötigt. Milch ist biologisch auch gar nicht für uns gedacht.

Nur weil wir auf den Geschmack gekommen sind, haben wir Tiere so gezüchtet, dass sie sogar dann Muttermilch bereitstellen, wenn sie gar keinen Nachwuchs stillen. So eine Hochleistungskuh würde auf der saftigsten Wiese sogar verhungern, weil sie gar nicht so viel grasen und wiederkäuen könnte, wie sie für ihren hochgezüchteten Metabolismus braucht. Das machen wir alles nur, damit wir ihnen die Muttermilch dann stehlen können, Und damit nichts verloren geht, päppeln wir ihre Kälber dann auch noch mit Muttermilchersatz auf. Bei diesem schrägen "Naturprodukt" Milch darf man sicher keine natürlichen Inhaltsstoffe erwarten, die dann noch irgendwie ausgewogen sind. .

Antwort
von Autsch, 722

Die Firma Sanofi sponsert den Arbeitskreis: "Jodmangel" und vermarktet das inzwischen meistverkaufte Medikament L- Thyroxin.

Wem glaubst Du lieber? Der Pharma Firma, oder kritischen Stimmen?

Anzeichen von Überjodierung sind: unwillkürliches Händezittern, starke Erschöpfung, aber trotzdem Schlafstörungen (Einschlaf oder Durchschlafstörungen), plötzlich auftretende Herzklopfen, das kann sich bis zum Burn Out oder Depression steigern.

Jod ist ein Medikament und gehört in die Aphotheke, aber nicht in unser Essen.

Kommentar von Autsch ,

Wie war das nochmal mit Contergan

Zunächst bestritt die Firma Grünenthal die Zusammenhänge zwischen Contergan und den Erkrankungen, beantragte jedoch am 26. Mai 1961 die Rezeptpflicht.

Wikipedia...

Antwort
von anonymous, 572

bei gesunden Menschen gleicht die Schilddrüse die Unterschiede in der Ernährung aus. Ich denke auch, dass es nicht nur Jod aus dem Salz alleine ist. Wenn man viel Gemüse und Obst isst, dann nimmt man automatisch auch viele andere Mineralien auf. Das hat bestimmt auch einen wertvollen Anteil.

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