Frage von biskaya, 8

Kann akuter Stress die Entwicklung einer Demenz fördern?

Wenn ich mal so nachdenke, dann fallen mir zwei Fälle ein, bei denen der Tod des Partners scheinbar zur Entwicklung einer Demenz beigetragen hat. Bei meiner Oma konnte ich es selbst sehen, nach dem Tod meines Großvaters. Kann man denn sagen, dass eine schwere Erkrankung, der Tod eines nahestehenden Angehörigen oder auch eine Trennung, durch den damit verbundenen Stress, das Risiko für eine Demenzerkrankung erhöhen?

Antwort vom Psychologen online erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zu Ihrer Frage. Kompetent, von geprüften Psychologen.

Experten fragen

Antwort
von bobbys, 6

Hallo,

ja das kann auch ein weiterer Aspekt sein ,weil dadurch eine seelische/geistige Vereinsamung stattfindet. Der Betroffene zieht sich zurück ,ihm fehlt der Kontakt und somit das tägliche Gespräch, gemeinsame kulturelle Besuche, gemeinsame Freunde ,die sich meistens dann zurück ziehen. Es ist ein geistiger Verfall da .Der Mensch brauch sein Rudel:)

LG Bobbys :)

Antwort
von RedPoppy, 5

Ich kann mich Stephan und bobbys nur anschließen, das hat dann oft mit der Vereinsamung zu tun, oder dass man dem Partner einfach nur folgen will und den Lebenswillen verliert. Allerdings glaub ich, dass es bei langfristigem Stress anders aussieht. Ich könnte mir vorstellen, dass das schon ein Einflussfaktor für Demenz sein kann.

Antwort
von StephanZehnt, 4

Hallo biskaya,

ich glaube mit kurzfristigen Stress erhöht sich das Risiko an Demenz zu erkranken nicht ! Denn man muss einmal über die Ursache von Demenz nachdenken.

Bei Demenz geht es ähnlich wie beim Grünen Star um Eiweißablagerungen (Amyloid - Plaques) man spricht da auch von Abeta-Eiweiß. Wie auch immer die Eiweißablagerungen schädigen die Nervenverbindungen. Bis ganze Gehirnbereiche regelrecht ausfallen. Allerdings kann nur ein Arzt zweifelsfrei feststellen ob es sich um Demenz handelt oder um eine andere Erkrankung.

Ein ganz andere Geschichte ist, wenn es zum Tod eines Partners kommt, wenn man 50 Jahre Tag und Nacht zusammengelebt hat.
Es ist dann so als hätte man ihnen das Wichtigste genommen. Ich habe es bisher zweimal erlebt das kurz darauf auch die Frau gestorben ist.

das hat aber weniger etwas mit Demenz zu tun sondern mit sehr menschlichen Gefühlen. Also wenn man als Frau Jemand so ganz von Herzen liebt und denkt ohne ihn / sie kann ich nicht auskommen. Wenn ein Partner fehlt könnte man das Gefühl noch einmal potenzieren, es ist als würde ein Arm oder Bein plötzlich fehlen Ja und in dem Alter ist das Immunsystem auch nicht mehr ..... man erkrankt schneller und hat weniger Lebens..... .

VG Stephan

Kommentar von biskaya ,

Tolle Antwort, Danke! Du hast schon recht, es spielen sicher mehrere Faktoren ein die sich wohl auch nicht klar festlegen lassen.

Es ist wirklich manchmal so, dass der eine Partner nach dem Tod des anderen auch geht.

Antwort
von Hooks, 4

Unter Stress verbraucht man mehr B-Vitamine (für die Nerven), und ein Mangel daran kann tatsächlich zu Demenz führen.


Hier Mangel an Vitamin B1 (wird verschlimmert durch Genuß von Kaffee und Zucker / Weißmehl):

http://www.vitalstoff-lexikon.de/index.php?PHPSESSID=296dfa1558d08575e8f2470af01...

"Ein marginaler Thiaminmangel äußert sich zunächst durch unspezifische Symptome, wie Müdigkeit, Gewichtsverlust und Verwirrungszustände"


Mangelsymptome von Niacin (Vitamin B3)

Die häufigsten Symptome eines Mangels an Niacin betreffen die Haut, das Verdauungssystem und das Nervensystem.

Die Symptome werden durch die 3-D-Symptomatik beschrieben:

  • Dermatitis*
  • Diarrhoe (Durchfall)
  • Demenz und schließlich der Tod
Kommentar von Hooks ,

zum B1-Mangel noch ein paar Zitate:

  • Psychische Labilität in Form von Konzentrationsschwäche, Reizbarkeit, Depressionen und Angstzuständen [17]
  • Apathie – Teilnahmslosigkeit, mangelnde Erregbarkeit sowie Unempfindlichkeit gegenüber äußeren Reizen

  • Psychosen – schwere psychische Störungen, die mit einem zeitweiligen weitgehenden Verlust des Realitätsbezugs einhergehen; zu den auffälligen Symptomen gehören Wahn und Halluzinationen [7, 9]

  • Gedächtnisverlust [7, 9]
  • Bewusstseinsstörungen,
  • Desorientiertheit

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community