Frage von steffi86,

Ist Verdrängen ungesund?

Ist es ungesund oder natürlich, wenn man ein schlimmes Ereignis verdrängt, zum Beispiel eine Trennung? Immerhin muss das Leben ja auch weitergehen. Was meint ihr?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von dinska,

Ein bloßes Verdrängen ist immer ungesund. Natürlich muss man erstmal zur Ruhe kommen und sich auf sich und seine Stärken besinnen. Das Leben geht weiter, das ist völlig richtig. Aber wenn man alles verdrängt, fällt man immer wieder auf den gleichen Typ herein. Man muss sich schon darüber klar werden, was zur Trennung geführt hat. Eins ist klar, es sind immer beide Schuld und nie nur einer allein. Als wir vor vielen Jahren eine Krise hatten, hätte ich schwören können, dass das nur an meinem Mann lag. Erst viel später wurde mir klar, dass es auch meine Verhaltensweise war, mit der er nicht klar kam und ich dann nicht mit seinen Reaktionen. Seit wir uns etwas aufeinander eingestimmt haben, kommen wir blendend miteinander aus und sind trotzdem die selben geblieben.

Antwort
von sonne123,

Meine persönliche Meinung ist,das ein Verdrängen auf Dauer eher ungesund sein könnte.Besser wäre es seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen, um das Ereignis zu verarbeiten,einen oder auch mehrere gute Ansprechpartner zu haben und bei Bedarf,was wirklich keine Schande ist,weil es jeden treffen kann,sich professionelle Hilfe zu suchen.

LG

Antwort
von alegna796,

Man sollte ein schlimmes Ereignis - egal welcher Art - niemals verdrängen. Es ist nötig sich damit auseinanderzusetzen und zu überlegen was man besser machen könnte. Auf keinen Fall sollte man sich selbst eine alleinige Schuld oder überhaupt eine Schuld zuweisen. Es kommt immer auf das Geschehen an, einem falschen Partner kann man nicht immer die alleinige Schuld geben, man muss sich sagen, in Zukunft muss ich das besser überlegen und auch besser machen. Auf Geschehen, die einen überrollen, ohne das man selbst daran beteiligt ist, sollte man nicht an eine persönliche Schuld glauben, sondern sich sagen, es ist einfach geschehen und ich bin schuldlos aber ich lasse mich dadurch nicht unterkriegen. Ich lebe mein Leben und versuche das Beste aus allem zu machen. Alles Liebe.

Antwort
von schanny,

Ich denke nicht, dass es gesund ist zu verdrängen, wenn man es verarbeitet und es sogar umkehrt, kann man sogar aus negativen Ereignissen etwas Positives abgewinnen. Z.B. hatte ich mit 19 bösartige Zellveränderungen, ich habe mich damit auseinander gesetzt und bin zur Erkenntnis gekommen, das mein damaliger Freund mir überhaupt nicht gut tat und mich seelisch sehr verletzt hatte. Ich habe mit ihm Schluß gemacht, wurde gesund und bereue es nicht. Das war wie so eine Art Wachrütteln, klar war ich geschockt, aber letztendlich ist mir auch bewusst geworden, das meine Seele über meinen kranken Körper um Hilfe gerufen hat.

Antwort
von willkommen,

Verdrängen ist gesund und natürlich. Alle Menschen verdrängen. Durch das Verdrängen nehmen wir etwas nicht mehr bewusst wahr. Schlimme Erlebnisse, mit denen wir nicht 'fertig' werden, verdrängen wir, sie sind mit Schmerz oder Angst verbunden. Ganz automatisch läuft ein Programm ab, dass unbewusst für Verdrängung sorgt.

Vergessen ist etwas anderes, man erinnert sich nicht mehr, weil es unbedeutend ist, man sich nicht mehr erinnern wollte, musste, es ist einfach vergessen, dass ist sehr schön, wenn es unangenehm war, traurig, wenn es schön war. Leider vergessen wir sehr Vieles, was schön war! Vergessen passiert einfach so, wir tun nichts dafür, nichts dafür es zu vergessen und nichts dafür es nicht zu vergessen, uns daran erinnern zu können. Es ist einfach bedeutungslos. Was eben bei positiven Erinnnerungen überaus bedauerlich ist. Fotos sind ganz wichtig, um das Vergessen schöner Erlebnisse zu vermeiden!

Verdrängen ist mehr aktiv, wir wollen es nicht mehr wissen, verdrängen es, dies geschieht teilweise unbewusst, aber auch bewusst. Wir können bewusst verdrängen, indem wir nicht mehr daran denken, an was anders denken. Dies kann sehr sinnvoll sein.

Ja, das Leben muss weitergehen, es kann nicht angehen, dass wir über Dinge immer und immer wieder nachdenken, die uns weh tun, Angst machen, mit denen wir nicht fertig werden, auch wenn wir immer und immer wieder darüber nachdenken. Dann muss man sich zwingen, nicht mehr daran zu denken.

Wenn diese Erlebnisse nicht verdrängt werden können, uns weiterhin bedrängen, geht kein Weg daran vorbei, sich damit zu beschäftigen. Das Erlebnis muss verarbeitet werden. Das ist wirklich harte Arbeit, die Zeit und Energie kostet. Es wird zerflückt und verändert, so verändert, dass man damit leben kann, dass es gleichgültig wird, vergessen wird, egal ist.

Kommentar von willkommen ,

Es besteht schon ein Risiko, das Verarbeiten kann leider auch dazu führen, dass die Erlebnisse, die Angst und Schmerz verursachen, nicht bedeutungslos werden, vergessen werden können, sondern noch viel quälender werden, noch mehr bedrängen. Deshalb sind Psychotherapien immer eine heikle Sache, es muss ich wirklich um einen guten - im Sinne von 'helfen wollen' - Therapeuten handeln.

Antwort
von Shivania,

Ich würde hier nicht sagen, es ist gesund oder ungesund zu verdrängen oder es nicht zu tun.

Wenn ein Mensch nicht genügend Verarbeitungskapazität hat, dann hat er die Tendenz, schwierige Ereignisse erstmal zu verdrängen. Wenn dann genügend Energie dafür vorhanden ist, kommen die verdrängten Gefühle sowieso zum Vorschein.

Verdrängen ist also einfach nur ein Notprogramm - und das kann in vielen Situationen sehr gesund sein - weil sonst einfach eine Überforderung stattfinden würde. Genauso gesund ist es aber dann, wenn sich das verdrängte zeigen und lösen darf. Denn auf Dauer kann die Verdrängung sogar körperliche Symptome machen - damit beschäftigt sich dann die Psychosomatik...

Antwort
von bethmannchen,

Verdrängen ist sogar überlebenswichtig. Man verdrängt erschütternde Ereignisse, damit man sie häppchenweise dann aufarbeiten kann, wenn man seelisch dazu in der Lage ist. Könnten wir das nicht, würden wir ja zusammenbrechen oder gar nicht handlungsfähig sein, wenn ein schlimmes Ereignis eintritt. Auch wenn jemand stirbt, muss ja das Leben weitergehen.

Ungesund wird das erst, wenn man es zu tief wegpackt und nie wieder hervorholt, sozusagen vor sich selbst vergräbt. Dann kann das zu einer Depression führen, deren Grund man nicht weiß/wissen will, und die man deshalb nicht abstellen oder bewältigen kann.

Antwort
von pferdezahn,

Jeder Mensch ist da anders. Der eine vergisst schnell, der andere vergisst sein Leben lang nicht. Aber ein schlimmes, oder kein schoenes Ereignis, wird doch einmal Schnee von gestern sein, so sollte es sein, und so ist es natuerlich. Wie Du ganz richtig geschrieben hast, muss das Leben ja auch weitergehen. Was hat man auch davon, Jahre lang oder ein ganzes Leben lang etwas nachzutrauern, was einmal war, oder ich nicht mehr habe. Es heisst nicht umsonst: "Die Zeit heilt Wunden".

Antwort
von anonymous,

Ich denke man sollte darüber reden, anstatt alles in sich hinein zu fressen. Irgendwann kommen die Sorgen wieder hoch und dann verarbeitet man es möglicherweise nie und kann sich auch auf nichts neues einlassen! Der neue Partner leidet ja auch darunter.

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