Frage von glueckskeks2, 176

Ist Ritzen immer ein Anzeichen von psychischen Problemen?

Einige sagen, dass jemand, der ritzt, immer ein psychisches Problem hat, das immer therapiert werden muss , andere sagen, manche wollen damit nur Aufmerksamkeit. Was kann man denn nun sagen?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Shivania, 147

Niemand muss Therapie machen - das ist die Tatsache! Jeder kann selber entscheiden wie er mit sich umgeht. Jeder kann selber entscheiden wie er mit seiner Umgebung umgeht - und muss dann eben auch mit den Reaktionen seiner Umgebung leben.

Wenn der Betroffene sich in therapeutische Behandlung begibt, dann kann sich einiges ändern… vorher wahrscheinlich nicht.

Ich würde auch nicht sagen, dass ein Betroffener ein psychisches Problem hat. Ich würde eher sagen, dass ein Betroffener darüber etwas reguliert. Das kann in einem Fall sein, Aufmerksamkeit auf sich zu zwingen - denn wer findet das nicht schockierend, eklig, erschreckend, beängstigend, abschreckend, Mitleid erregend und so weiter die Wunden zu sehen? Im anderen Fall kann es einfach die Hilflosigkeit darüber sein, die eigenen Emotionen zu regulieren - und die sind beim Ritzen wirklich extrem: Wut, Hass, Hilflosigkeit, Angst, Trauer und alles mögliche - meist sogar eine explosive Mischung. Über das Ritzen sind diese extremen Emotionen regulierbar - oder die Umgebung ist "regulierbar". Oft werden richtige Machtspielchen darüber gespielt. Jedoch ist es nicht über einen Kamm zu scheren. Wiederum ist es ja so, dass die einen mit den Wunden offen umgehen und diese der Umgebung zumuten - andere jedoch verstecken diese weil es ein schambehaftetes Thema darstellt.

Ritzen ist also nicht das Problem - sondern es ist die Lösung von einem ganz anderen Problem. Und dafür gibt es auch eine unblutige Lösung. Wer sich dafür interessiert, der kann das auch lernen.

Wenn Sie sich darüber informieren möchten, das können Sie hier: http://www.rotelinien.de

Antwort
von StephanZehnt, 97

Hallo glueckskeks,

wenn sich Jemand ritzt ist das eine Ausgleichsreaktion. Das heißt ich habe ein Problem und kann dass allein nicht lösen Ich habe Niemand der mich da unterstützt oder gar Alternativen bietet. Um mit einem Problem klar zu kommen.

so z.B.

  • Mobbing
  • psychische Probleme bis hin zu Magersucht
  • Missbrauch
  • Schulprobleme
  • Probleme mit den Eltern die einfach keine Zeit mehr haben usw.. usw.

Es kann mit kleinen Dingen anfangen. In der Schule fällt zuerst der Ausdruck Brillenschlange. Das Kind denkt OK um dazu zu gehören setze ich die Brille ab . Die Folge sind Kopfschmerzen udgl. nun mit wem kann ich über solche Themen sprechen.

Nicht wenige Eltern können nur erahnen das es nicht ganz so einfach ist (G8). Es entscheidet sich in der Schule wie mein Leben zukünftig aussieht. Ja und da muss der Schüler/in schlicht funktionieren.

Es ist keines falls so, dass dies Jemand aus Langeweile tut, sondern es ist ein Frust der sich gegen den eigenen Körper richtet. Es ist Heute zumeist so, dass wenn Jemand Probleme hat und versucht mit Jemand darüber zu sprechen - dass dann zumeist sehr schnell die Antwort kommt, lass mich in Ruhe ich habe selbst genug Probleme.

Dann zum Arzt evtl. zum Psychologen. falls man nach 6 Jahren einen Termin bekommt. Oder man bekommt ein paar schöne bunte Pillen und alles ist wieder gut für die Umwelt!

Es gibt auch Medikamente die die Psyche verändern können bis hin zum Suizid. Nun bei dem Aknemittel Isotretinoin ist das Selbstmordrisiko ziemlich hoch.

VG Stephan

Antwort
von walesca, 85

hallo glueckskeks2!

d.h. manche ritzen niemals einfach so?

Genau so ist es! Man kann auch sagen, dass manche Jugendliche sich ritzen, um die Aufmerksamkeit der Erwachsenen auf ihre Probleme zu lenken! Sie suchen Hilfe!!! Da sie das aber oft nicht verbal ausdrücken können - oder sich das nicht trauen - versuchen sie es unbewusst auf diese Weise. Leider ist es ja so, dass körperliche Beschwerden sehr viel eher wahrgenommen werden als die psychischen Belastungen!! Dann hilft nur noch eine ärztliche oder psychologische Behandlung. Auch eine Familienberatungsstelle sollte eine mögliche erste Anlaufstation sein.

Alles Gute wünscht walesca

Antwort
von bethmannchen, 52

Wer sich selbst verletzt, kann doch geistig nicht völlig gesund sein. Normal kann es ja nicht sein, sonst würde das ja jeder machen. Meistens sind es Kinder und Jugendliche, die damit "irgendwann", (scheinbar) grundlos und "klammheimlich" anfangen. Nur eine vorübergehende Marotte wird es wohl nicht sein.

Wenn sie es täten weil sie Aufmerksamkeit wollten, dann würden sie es nicht im stillen Kämmerlein machen und ihre Narben dann vor ihrem Umfeld verstecken. Also wird das wohl nicht das vordergründige Motiv und das Ritzens und selbst auch nicht das eigentliche Problem sein.

Meist sagen diejenigen dann, sie täten es, um "sich selbst überhaupt zu spüren". Zu dem Zweck könnten sie auch "sanftere Methoden" wählen, die keine so dramatischen Folgen haben. Oft heißt es auch: "Weil ich mich an niemand mit meinen Problemen an niemand wenden kann". Welche seelische Verwahrlosung muss wohl gegeben sein, dass ein Mensch sich selbst erst dann spürt, wenn er sich Wunden und Schmerzen zufügt?

Der Beginn davon wird immer Jahre vor dem ersten Ritzen liegen. Da hätten sie doch einfach nur mal vertrauensvoll sagen müssen: Mama/Papa, ich komm da mit was nicht klar, ich hab da ein Problem... im weitesten Sinne eben "helft mir mal beim reifen und erwachsen werden" Aber nein, spätestens mit 12 haben Kids ja stets voll cool zu sein und mit allem und jedem allein zurecht zu kommen.

Und dann ist es in den letzten 30 Jahren immer mehr "aus der Mode gekommen", dass man sich in der Familie einfach miteinander unterhält, sich spontan ausquatscht usw. In immer weniger Familien sitzen wenigstens einmal am Tag alle gemeinsam an einem Tisch. Statt miteinander zu kommunizieren, einander Freud und Leid (mit)zuteilen, sitzt jeder für sich in seinem Kämmerlein, ganz allein mit seinen Sorgen und Nöten und seiner Langeweile. Je mehr Dinge wie Fernseher, Videiospiele, Computer... in die Kinderzimmer gelangen, desto verbreiterter ist die Nichtkommunikation in den Familien.

Gerade zwischen 11 und 18 brauchen Kinder und Jugendliche aber die Kommunikation mit Bezugspersonen um Wortschatz, Gesprächtechnik, Gedankenaustausch, Streitkultur, Debatte, usw. zwanglos lernen und trainieren zu können. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans tatsächlich nimmermehr.

Viele Eltern fallen plötzlich aus allen Wolken, weil sie schon seit Jahren gar nicht mehr wissen, was ihre Kinder tatsächlich bewegt und wie sie so ticken; Haben in manchen Fällen sogar nicht einmal mitbekommen, dass ihr Kind sich schon selbst um eine Psychotherapie bemüht hat!

Dann braucht das Kind oder die ganze Familie plötzlich einen Therapeuten? Ein völlig Außenstehender soll dann den Karren aus dem Dreck ziehen, das Kind aus dem Brunnen holen?

Da hat wohl eher die kleinste Zelle der Gesellschaft einen Evolutions-Defekt.

Antwort
von Bronko, 67

Ich würde es mal so ausdrücken: selbst wenn man damit "nur" Aufmerksamkeit haben will, so ist auch das ein psychisches Problem.

Sprich: wenn jemand anfängt, sich selbst zu verletzen - aus welchen Gründen auch immer -, so braucht dieser Mensch Hilfe.

Wie umfangreich diese Hilfe sein muss, das mag sich individuell unterscheiden. In einem Fall genügt es vielleicht schon, wenn die Eltern/Ärzte/Bekannten sich um denjenigen scharen und ihn bemitleiden, jemand anderes braucht möglicherweise eine langandauernde Therapie.

Aber nichtsdestotrotz ist es m.E. nach IMMER ein Anzeichen von psychischen Problemen, wenn sich jemand ritzt - nur dass die Größe und Ernsthaftigkeit der Probleme sich eben unterscheidet.

Antwort
von Nidisnaus, 51

Sicher ist es in erster Linie ein psychisches Problem. Aber meiner Meinung nach ist es auch in Kreisen von jungen Leuten auch so eine Art Gruppenzwang. Man will kundtun dass man unzufrieden ist, dass es "einem stinkt" und dann tut man das, was alle anderen oder zumindest viele auch tun - sich ritzen. Das hat aber mit psychischen Problem in der Form wie wir sie kennen, nichts zu tun. Das ist eher ein Suchen nach Aufmerksamkeit.

Antwort
von rulamann, 45

Ritzen wird als Symptom für verschiedene psychische Störungen angesehen. Um mehr Aufmerksamkeit zu erhalten würde ich jetzt so verneinen.

Gruß rulamann

Kommentar von glueckskeks2 ,

okay, danke :)

d.h. manche ritzen niemals einfach so?

Kommentar von rulamann ,

Die Frage hat dir ja jetzt walesca beantwortet, genau so ist es wie sie es beschrieben hat.

Antwort
von anonymous, 43

Also ich sage mal so, menschen die psychische Probleme haben wie Depressionen, Selbstmord Gedanken usw. Machen es weil sie sich schlecht fühlen und denken dass es keine andere Möglichkeit gäbe ich kenne das zu gut weil ich seit der Kindheit an Depressionen leide und seit paar jahren Selbstmord gefährdet bin. m Menschen die nicht solche Probleme haben machen es vielleicht wegen Aufmerksamkeit oder nur um es auszuprobieren.

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