Frage von Lapiszlazuli, 56

Ist man mit einer Patientenverfügung auf der sicheren Seite?

Kann man damit absolut sicher verhindern, dass der Staat sich einmischt?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von alegna796, 56

Wenn Du eine Patientenverfügung machst, dann sollte derjenige oder diejenigen, die für dich entscheiden sollen unbedingt davon erfahren und ein Exemlar davon erhalten. Wir haben es so gehandhabt, dass wir eine Erklärung dazu geschrieben haben, dass wir Übereinstimmung erzielt haben bei allen Entscheidungen. Wenn so eine handfeste Verfügung, die nicht älter als zwei Jahre sein sollte (immer wieder überprüfen und Datum neu und Unterschrift) dann ist diese Verfügung auch für Ärzte zwingend. Auch sollte genau darin stehen, WELCHE lebenserhaltende Maßnahmen nicht durchgeführt werden sollen und in welchem Falle auch eine Ausnahme gemacht werden darf. Nur dann, wenn alles ganz genau dargestellt ist, kann man davon ausgehen, "dass sich der Staat nicht einmischt".

Antwort
von Habanero, 44

Ich kann mich mich meinen Vorrednern nur anschließen. Die Verfügung sollte so eindeutig und ausführlich wie möglich verfasst sein und deine Angehörigen müssen unbedingt darüber informiert sein. Ein vertrauensvolles Gespräch ist sehr zu empfehlen, denn oft herrschen im Familienkreis doch sehr unterschiedliche Meinungen zu dem Thema. Eine Patientenverfügung ist ja gerade dafür da, dass sich der Staat - bzw. die Ärzte - an entsprechende Wünsche des Patienten halten. Die Sicherheit, dass die eigenen Wünsche auch umgesetzt werden ist mit Patienverfügung also wesentlich höher als ohne.

Antwort
von gerdavh, 44

Hallo, Du musst Dir keine Gedanken machen, dass sich hier der Staat - also die Allgemeinheit - einmischt, sondern dass Ärzte nichts von dieser Patienverfügung wissen oder Angehörige einfach darüber hinwegsehen, was Du in dieser Verfügung angekreuzt hast. Bei meiner Mutter war das so, dass sie eine Patientenverfügung hatte und ankreuzte, dass sie in einem Hospiz sterben will. Leider, leider habe ich von dieser Verfügung viel zu spät erfahren, denn meine restliche Familie (leben nicht in meiner Nähe) haben das einfach ignoriert und sie wurde nicht in ein Hospiz gebracht. Soviel dazu!! Wenn Du eine Patientenverfügung ausfüllst, solltest Du diese einem vertrauenswürdigen Mitglied Deiner Familie übergeben. lg Gerda

Kommentar von gerdavh ,

Hallo, ich stelle Dir mal einen Link rein, mit allen wichtigen Informationen und Vorlagen, die Du Dir ausdrucken kannst.

http://www.bmj.de/DE/Buerger/gesellschaft/Patientenverfuegung/patientenverfuegun...

Hier wird wirklich alles berücksichtigt!

lg Gerda

Antwort
von GeraldF, 27

Wenn die Verfügung nicht eindeutig ist, ist die Wahrscheinlichkeit eher hoch, dass der "Staat sich einmischt". Nämlich immer dann, wenn Ärzte und Angehörige in der Interpretation der Verfügung nicht übereinstimmen. In solchen Fällen sind die Ärzte verpflichtet, das zuständige Vormundschaftsgericht einzuschalten und den mutmaßlichen Willen des Pat. amtsrichterlich prüfen zu lassen.

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