Frage von Sportfrau, 2.859

Ist man mit einem Spacer (Platzhalter) nach der Entfernung der Prothese mobil ?

Ich habe eine Infektion im künstlichen Hüftgelenk. die Prothese muss entfernt werden und es soll ein antibiotikahaltiger Platzhalter eingesetzt werden - für eine ziemlich lange Zeit. Hat jemand damit schon Erfahrungen gemacht? Kann man mit dem Spacer laufen? Muss man die ganze Zeit im Krankenhaus bleiben.? Vielen Dank für jede Info. LG Sportfrau

Anzeige
Antwort
von expermondo, 5

Hallo Sportfrau,

Schau mal bitte hier:
Infektion Hüfte

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von StephanZehnt, 2.192

Hallo Sportsfrau,

ich fürchte das ist ein großes Thema wenn es Probleme nach einem Einbau eines künstlichen Hüftgelenks.

  • Metallabrieb (wenn Metall auf Metall...) schwerste Entzündungen und mehr...
  • Metallvergiftung z.B. durch Kobalt
  • allgemeine Wundinfektionen

Ich würde in diesem Fall das künstliche Gelenk entfernen lassen nur so kann man zumindest einigermaßen sicher sein das hier nicht sehr bald das gleiche Problem wieder auftaucht.

Ich habe zu dem Thema etwas gefunden bei Krankenschwester.de (von Miriam M.)

Nach septischen Implantatlockerungen und der damit oftmals verbundenen zweizeitigen Revision ist der Spacer einen Zwischenlösung. Man baut das infizierte/lockere Implantat aus und setzt einen Spacer ein. Die Spacer (Knie-, Hüft-, Pfannenspacer) bestehen aus Knochenzement (Pallacos) und den Zement gibt es mit Antibiotika-Beigabe (zur Therapie vor Ort). Mit einem Spacer wird der Platz für ein neue Implantat freigehalten, das dann nach der Therapie implantiert.

Zweizeitige Revisionen bei** infizierten** Kunstgelenken sind die Therapie der Wahl. Methode:** Infizierte** Kunstgelenke werden explantiert und durch einen speziellen intraoperativ angefertigten antibiotikahaltigen Pallacos-Spacer ersetzt. Pallacos = Knochenzement Die Spacer werden in eigens angefertigten Gussformen in Form von Hüft- oder Kniegelenken hergestellt. Nach Infektsanierung erfolgte der Spacerausbau und die Reimplantation des Kunstgelenks. Die antibiotikahaltige spezielle Interimsprothese aus Pallacos gewährleistet eine gute Gelenkfunktion, verhindert die Weichteilschrumpfung in der Interimsphase und führt zu einer Sanierung des Infekts.

Ich weis nicht wie alt Du in etwa bist - spricht ob man in Deinem Fall ein künstliches Gelenk benutzt hat mit Kurzschaft (je nach Alter).

Ich habe nun einiges etwas dicker geschrieben darunter das der Platzhalter aus Knochenzement ist, dass heißt für eine größere Belastung gar nicht geeignet ist und bei einer solchen Belastung brechen kann. Das heißt alles von vorn....

Nun es muss nicht so ausgehen wie hier beschrieben http://www.endoportal.de/forum/huefttep-ausbau-infektion

Was schon sehr heftig ist Du solltest unbedingt vor der Einsetzung des Platzhalters, abklären ist eine vernünftige Schmerzmittelversorgung abgeklärt. Ja und was Du sonst noch für Fragen hast - schreibe sie am besten auf ..... Eine Zweitmeinung wäre in dem Fall auch nicht schlecht!

Ich füge unten etwas an die Angaben müssen nicht zu 100 Prozent über einstimmen es kann auch statt der genannten sechs Wochen ein zwei Wochen länger dauern. Dies hängt zusammen mit dem Ausmaß der Entzündung usw..

Ja und macht Euch in der Zwischenzeit schlau über das Thema Endoprthesen. Es gibt Keramik und wenn ich richtig gelesen habe sogar Plastik. (siehe oben die drei Punkte...).

Wenn Du dazu Fragen hast kann Dir bestimmt bobbys usw. ein Stück weiterhelfen. So hier ist Schluss ....

Alles Gute Stephan

PS. dafür müsste man eigentlich einen Kaffee verlangen (lach).

Kommentar von AlmaHoppe ,

Mit Sahne ??? Lecker !!!

Kommentar von Sportfrau ,

Hallo Stephan, vielen Dank für Deine ausführliche und fundierte Antwort. Die ist nicht nur einen Kaffee mit Sahne wert, dafür bekommst Du auch Kuchen. Ich schreibe meine Antwort jetzt zum 3. Mal - mein Laptop spinnt, dauernd ist der Text weg. Also, aller guten Dinge sind 3. Ich habe das Problem seit dem Heilgen Abend ganz plötzlich (war wohl ein Weihnachtsgeschenk) ohne Anlass. Notfall-Ambulanz meinte, das kommt von der Wirbelsäule im Röntgenbild war nichts zu sehen. Eine Arzt-Odysee begann. Röntgen der Hüfte am 3. Jan. - alles in Ordnung. Die Zwischenstation erspare ich Dir. Am 6.2. war ich beim Operateur und da kam die Diagnose, die Hüfte "schwimmt". Der Prof. hat das Medizinische genau erkärt, aber ich habe nicht daran gedacht, zu fragen, wie das in der Praxis aussieht. Es wurde gleich punktiert und das Punktat muss 7 Tage bebrütet werden. Am Donnerstag oder Freitag erfahre ich das Ergebnis. Eine Infektion wäre für mich der SUPERGAU! Gehhilfen kann ich nicht benutzen, ich habe rheumat. Arthritis in den Händen. Ich werde mich erstmal nicht aufregen und hoffen, dass es nicht so schlimm ist. Ich habe zu dem Thema eine Doktorarbeit und eine Studie gelesen - es gibt viele Varianten. Den Link schaue ich mir auch an. Nochmals vielen Dank , das war richtig prima. Wenn Du 3 Antworten erhältst, hast Du 3 Variationen zu einem Thema.Liebe Grüsse Sportfrau

Antwort
von elliellen, 1.635

Hallo Sportfrau!

Auch ich würde dir raten, gerade bei dieser OP noch eine Zweitmeinung einzuholen und dich sehr gut beraten zu lassen, selbst Fragen zu stellen und dir Informationen zu holen. Wenn es irgendwie möglich ist , gehe in ein gutes Uniklinikum, die darauf spezialisiert sind und informiere dich dort nach Möglichkeiten.

Manchmal ist man nach der Diagnose erst einmal zu geschockt , um Fragen zu stellen. Diese Aufklärung ist aber für dich sehr wichtig. Du solltest dich also nicht scheuen und dich noch einmal genau informieren.

Ich wünsche dir alles Gute

Hier noch ein paar Infos:

http://www.ukgm.de/ugm_2/deu/ugm_gfu/PDF/Newsletter_periprothetische_Infektionen...

Kommentar von Sportfrau ,

Hallo elliellen! Vielen Dank für die Antwort. Ich habe schon die Drittmeinung. Die Prothese muss in jedem Fall raus. Am Donnerstag ist klar, ob sie infiziert ist oder nicht. Im Krankenhaus kriegt man die Diagnose, aber wie das in der Praxis aussieht, ist eine ganz andere Sache. Nochmals vielen Dank!

Kommentar von elliellen ,

Gerne und dir alles Gute! Ich drücke dir die Daumen, dass sie nicht infiziert ist! LG

Antwort
von bobbys, 1.384

Hallo Sportfrau ,

du solltest dir noch eine 2.Meinung einholen ob es nicht möglich ist erstmal mit oralen oder systemischen (Infusion) Antibiotika die Sache anzugehen. Sollte es tatsächlich keine Alternative geben,ist natürlich der Platzhalter unerläßlich.Leider muss ich dir sagen ,das man mit einem Platzhalter nur sehr schlecht laufen kann,wenn überhaupt nur mit Gehhilfen.Der Platzhalter ist nicht beweglich.

LG bobbys

Kommentar von Sportfrau ,

Hallo bobbys, vielen Dank für die Info. Es ist leider eine Tatsache, dass die Prothese entfernt werden muss. Weißt Du, ob man mit dem Spacer nach Hause kann. Ich war so "geplättet" von der Diagnose, dass ich leider gar nichts mehr gefragt habe. LG Sportfrau

Kommentar von StephanZehnt ,

hüftarthroplastik.de/de/html/huftrevision.html Link heraus kopieren !

Kommentar von bobbys ,

Ja ,man kann nach Hause ,aber man bewegt sich hauptsächlich im Rollstuhl draußen und mit Gehilfen in der Wohnung:(Alles sehr anstrengend.LG

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community