Frage von Hooks, 75

*Ist es normal, wenn ein morgendlicher Blutzucker von 6,4 nach dem Essen von Rapshonig auf 4,8 absinkt?

Eine halbe Stunde danach war das so bei meiner Freundin. Ich hätte jetzt gedacht, das sei normal nach dem Essen, besonders von konzentriertem Zucker, wie er in Rapshonig vorkommt. Durch das plötzliche Zuckerangebot müßte m.E. zuviel Insulin ausgeschüttet werden, auch bei einem Diabetiker Typ 2, so daß U terzuckerung entsteht.

Ein befreundeter Arzt sagte ihr, das sei sehr unnormal und bedenklich.

Sie kann nachts nicht einschlafen, weil sie im Einschlafprozess das Gefühl hat zu ersticken.

Antwort
von bethmannchen, 43

Auch hier klappt da mit den Kommentaren nicht. 

Honig ist ein Schnellzucker, weil er aus leicht verfügbaren Zuckerarten besteht: Fructose 27 bis 44 %, Glucose 22 bis 41 %, Saccharose bis zu 5 %,
Maltose 4 bis 14 %, geringer Anteil an Mehrfachzucker 1 bis 14 %.

Sie dir dazu mal diese Kurve an:
https://de.wikipedia.org/wiki/Blutzucker#/media/File:Glucose-insulin-day-german....

Honig gelangt übrigens so schnell ins Blut, weil er geringe Mengen von Verdauungsenzymen gleich mit liefert: Saccharase (20 - 200 U/kg), Glucose-Oxidase (10-300 U/kg), Phosphatase (7 - 40 U/kg) und Amylase.

Schnellzucker - Blutzucker schwankt stark nach 30 Minuten - Gesunder Mensch oder nicht - vollkommen logisch und normal. Die Bauchspeicheldrüse wird diesen Schub auspendeln, damit der normale Wert wieder gehalten wird. 

Das muss sogar so sein, weil wir stets einen optimalen Blutzuckerspiegel brauchen, um leistungsfähig zu sein. Was das Insulin nicht neutralisieren kann, wandelt die Leber sogar in Fett um und befördert es in die Fettpolster.

Da sie aber keine Maschine ist, arbeitet die Bauchspeicheldrüse wie jedes Organ mit "mal sehen". Das ist wie einen Stein in den See werfen. Es werden sich eine Weile ringförmig Wellen ausbreiten, die dann wieder verebben.Würde man den Blutzuckerspiegel ständig messen, ergäben sich permanente Schwankungen um den Normalwert herum. 

Beginnt man mit schwerer körperlicher Arbeit, fällt Blutzuckerspiegel plötzlich ab, es werden ja Kohlenhydrate (Zucker) verbraucht. Dann kommen die Organe dem Bedarf nach, der Spiegel steigt stark an, eventuell weit über den Bedarf. Hört man auf zu arbeiten, ist der Blutzuckerspiegel eine Weile dann über dem Optimum, die Bauchspeicheldrüse weiß ja noch nicht, dass Schluss ist.

Beim Gesunden muss man sich nicht darum kümmern, bei Diabetikern sind die Stellschrauben der Organe defekt und eventuell die Produktion der Organe verlangsamt, vermindert oder ganz ausgefallen, je nach Art der Diabetes. 

Kommentar von gesfsupport3 ,

Hallo bethmannchen,

wie du siehst funktionieren die Kommentare bei uns ganz normal. Es wäre deswegen super - wenn das Problem bei dir weiterhin besteht - uns dieses (am besten mit einem Screenshot im Anhang) unter info@gesundheitsfrage.net zu melden.

Wäre auch gut, wenn du uns mitteilst von welchem Gerät (mobil oder Desktop) aus und mit welchem Browser du die Seite besuchst.

Schließlich wollen wir alle auch aus Gründen der strukturellen Ordnung solche Probleme schnellstmöglich behoben wissen.

Beste Grüße,

dein gesundheitsfrage.net-Support

Antwort
von bethmannchen, 40

Also: 

Es ist so, dass bei Aufnahme einer großen Menge "Schnellzucker" (Rapshonig, Traubenzucker, Fruchtzucker) von Körper dann auch eine große Menge Insulin ausgeschüttet wird. Das kann zu einem schnellen Abfall des Blutzuckerspiegels führen, bis sich das wieder eingependelt hat. 

Nimmt man "Langsamzucker" (Gemüse, Getreide, Stärke) zu sich, werden über einen längeren Zeitraum eine winzige Mengen Insulin freigesetzt. Deshalb steigt und fällt dann auch der Blutzuckerspiegel nicht merklich. 

Es hängt davon ab, in welcher Form und Konzentration Zucker aufgenommen wird, und in welcher Geschwindigkeit der aufgenommene Zucker ins Blut gelangt. Einem Zuckerschock durch Schnellzucker folgt immer ein Insulinschock mit Abfall des Blutzuckerpegels, bis sich das wieder eingependelt hat. 

Bei gesunden geht das ohne irgendwelche Symptome. Bei Diabetikern funktioniert das nicht immer reibungslos. Deshalb müssen die aufpassen, was sie wann essen. 

Kommentar von Hooks ,

Das denke ich auch.

Also würdest Du sagen, ein Abfall von 6,4 auf 4,8 innerhalb einer halben Stunde nach dem Essen sei unter diesen Umständen einigermaßen normal?

Antwort
von bethmannchen, 33

Was möchtest dun eigentlich wissen?

Du fragst hier für jemand anderen, und dann noch mit absolut vagen Angaben. 

Kommentar von Hooks ,

Ich möchte wissen, ob es normal ist, wenn nach dem Genuß von Honig der Blutzucker so weit absinkt. Ich hätte jetzt gedacht, das gehört so (durch vermehrte Insulinausschüttung bei konzentriertem Zucker, und da durch wiederum kurzzeitige Unterzuckerung; das hatte ich bei "Bearbeiten" angegeben, aber es wurde leider nicht angenommen).

Oder ob da mit der Diabeteseinstellung etwas nicht stimmt, oder ob man eine schlimmere Krankheit befürchten muß, wie es dieser Arzt durchblicken ließ. Meine Freundin wurde dadurch verunsichert.

Zum Einschlafen habe ich eine andere Frage gestellt und das hier nur erwähnt, weil es vielleicht zur Diagnosefindung wichtig sein könnte. Aber das mit dem Einschlafen hat sich erledigt durch hohe Dosen von Vitamin-B-Komplex in Verbindung mit Magnesium.

Antwort
von GeraldF, 30

Ein Nüchternblutzucker von 6,4 mmol/l ist nicht normal. Beim Absinken auf 4,8 mmol/l kommt es auf das Zeitraster an.

Weiter unten schreiben Sie, dass es für die Patientin eine "Diabeteseinstellung" gibt.  Das ist natürlich eine Information, die den Sachverhalt völlig ändert: 1. Die Frau ist Diabetikerin, 2. Sie wird therapiert.

Ohne weitere Information zu dieser Diabeteseinstellung (Insulin, orale Antidiabetika, Metformin, Diät) kann man dazu nichts Gescheites sagen.

Kommentar von Hooks ,

Ja, mir kam es aufs Absinken an, ob diese Differenz ok ist.

Kommentar von GeraldF ,

Ein Absinken des Blutzucker auf 4,8 mmol/l ist nicht pathologisch. Es ist auch keine Hypoglykämie. 

Typ II Diabetiker haben nicht zu wenig Insulin, sondern in den ersten Jahren ihrer Erkrankung häufig zu viel Insulin. Dies führt aber praktisch nie zu einer Unterzuckerung, da gleichzeitig eine sogenannte Insulinresistenz besteht. 

Anders ist es, wenn zusätzlich Medikamente eingenommen werden, die die Insulinsekretion stimulieren. Dabei kann es tatsächlich zu Unterzuckerungen kommen.

Kommentar von Hooks ,

Ich hatte die Frage direkt editiert, nun wurde die Veränderung angenommen.

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