Frage von SegaSoccerSlam, 54

Ist es für die Muskulatur usw. schädlich wenn man trotz Verspannungen, Muskelkater vom intrnsiven Training, intensiv weiter trainiert?

Ist jetzt nicht extrem schmerzvoll aber fühle mich halt am ganzen Körper verspannt

Antwort
von Winherby, 37

Hallo Sega........... ,

zunächst muss ich Dir sagen, dass Verspannungen und Muskelkater rein garnichts miteinander zu tun haben, - außer dass beides den Muskel betrifft. Diese beiden Zustände der Muskeln haben unterschiedliche Ursachen, sind also unterschiedlich zu betrachten und dementsprechend unterschiedlich zu behandeln!

Verspannungen kannst Du lösen, indem Du den Muskel durch externe Wärmezufuhr (Körnerkissen, Wärmflasche, heisses Bad, Sauna, Rotlicht etc.) aufwärmst, und direkt anschließend dehnst. Aber nicht so ein hektisches Wippgedehne, wie man es an den typ. Jogginstrecken immer wieder beobachtet, sondern sanft und lang anhaltend in der Dehnhaltung bleibend. Und dabei  niemals so stark in die Dehnung gehen, dass dabei sogar ein Dehnschmerz entsteht ! (Faserrissgefahr!)  Das Empfinden des Dehnens soll eher angenehm sein, such Dir vorsichtig fühlend die  Dehnstärke, die ein Empfinden auslöst, das dem angenehmen Gefühl beim morgendlichen Räkeln im Bett nach dem Erwachen ähnlich ist. Das ist wichtig, glaub es mir. Denn dieses angenehme Empfinden des Dehnens signalisiert dem ZNS im Hirn , dass etwas Positives mit dem Muskel geschieht. Dadurch wird die Schutzspannung vermieden und der Muskel wird gelockert.

Muskelkater hingegen ist eine Verletzung innerhalb der Muskelzelle, das Bändchen zwischen Aktin und Myosin im Sarkomer der Zelle wird dabei zerrissen. Dies ist eine Verletzung die sehr ernst zu nehmen ist, nicht zuletzt deshalb sendet der Körper die Schmerzsignale, die sollen Dich warnen: Lass mich in Ruhe! So, und nicht anders, ist der Muskelkater zu verstehen. Daraus folgt, dass der Muskel Ruhe braucht. Ruhe heisst nun aber nicht, dass Du Dich dann ins Bett legen sollst. Die normale tagtäglich übliche Bewegung ist nicht weiter von Belang, aber das anstrengende und Kater auslösende Training muss solange vermieden werden, bis das Katergefühl vollständig verschwunden ist. 

Wer aber falschen Ratschlägen folgt und in den Kater hinein trainiert, weil er meint, der dabei gesteigerte Stoffwechselprozess -mit entsprechend stärkerer Durchblutung-, würde den Heilungsprozess beschleunigen, oder gar  alte Stoffwechsel-Schlacken ausspülen,  der irrt leider. Wer das Schmerzsignal nicht beachtet und immer wieder neu in den Kater hinein trainiert, der behindert oder gar verhindert die Heilung des Sarkomers und kann damit auf Dauer den Muskel sogar schwächen!  Auch können Sälbchen die Heilung nicht beschleunigen. Auch Massagen sollten vermieden werden, da diese den Muskel dehnen. Auch das aktive Dehnen des betroffenen Muskels ist zu vermeiden.

Nur einfach ein paar Tage nicht belasten, feddisch und gut ist. LG

Antwort
von dinska, 54

Muskeln brauchen Zeit zur Regeneration. Man sollte 48 Stunden den Muskeln dafür Zeit geben. Sehr sinnvoll ist ein Kreistraining, wenn man fit bleiben möchte. Dann trainiert man den einen Tag die Arme und den anderen die Beine. Macht einen Tag Ausdauertraining und den anderen Krafttraining. Intensivtraining würde ich in dieser Zeit unterlassen, aber moderates Training kann nichts schaden. Ich bin mal regelrecht dem Muskelkater davongelaufen. Wir hatten eine Wanderwoche und ich bin trotz des Muskelkaters immer weiter gelaufen. Nach paar Tagen war er weg und kam nicht wieder.

Antwort
von MrOberSchlau, 46

Das sehe ich anders. Man sollte es nicht übertreiben, da der Körper bzw. die Muskeln bei einem Muskelkater bereits stark gereizt sind und so anfälliger für größere Verletzungen sind. Man sollte den Muskeln mindestens 1-2 Tage Pause geben und dann in der Zeit entweder gar nicht trainieren oder andere Muskelpartien, um ein effektives Training zu erzielen.

Kommentar von Winherby ,

Gute Antwort, denn genau sooo ist es und nicht anders, ein verletzter Muskel braucht eine Ruhephase, Mammuth hin oder her.

Antwort
von whoami, 39

Frag mal das Mammuth, das den Jäger früher verfolgt hat, ob es auf seinen Muskelkater Rücksicht genommen hat...

Nein, natürlich ist das nicht schädlich! Der Körper schützt sich ja selbst, indem er bei sehr starkem Muskelkater die Kraft herabsetzt und die Schmerztoleranz hochsetzt. D.h., dass der Muskelschmerz eine natürliche Bremse im Training darstellt, solltest du noch zu starken Muskelkater haben. Dann sollte aber lieber kein Mammuth in der Nähe sein...

Trotzdem gibt es einen Punkt, bei dem der Muskelkater quasi außer Kraft gesetzt wird, wenn in den schmerzhaften Muskelkater intensiv hinein trainiert wird. Schädlich ist das nicht, aber dafür kommt der Muskelkater danach umso stärker zurück. So eine Vorgehensweise ist nur dann sinnvoll und empfehlenswert, wenn man an einem bestimmten Tag unbedingt Leistung trotz Muskelkater erbringen muss.

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