Frage von Tamara456, 459

Ist ein Einstich ins Trommelfell schädlich - und war das eine mangelhafte Behandlung?

Hallo Leute,

ich war vor einer Woche wegen übelriechendem Ausfluss, Jucken und Ziehen im Ohr bei meiner Hausärztin.

Diese überwies mich an einen HNO-Arzt. Da bei mir die HNO-Klinik in der Nähe liegt, ging ich am gleichen Tag noch dorthin.

Der Arzt meinte, ich hätte quasi Wasser hinterm Ohr und solle eine Woche abwarten und Iboprofen nach Bedarf nehmen. Ich sagte ihm, ich hätte gern ein wirksames Medikament, dass die Schmerzen gut erträglich seien und ich daher etwas anderes gegen die Entzündung hätte. Er reagierte sehr kurz angebunden und verwies mich auf nächste Woche.

Nun kam ich gestern wieder in die Klinik. Ein Hörtest wurde gemacht, der grottenschlecht ist. Mir wurde gesagt, die Mittelohrentzündung sei nun so weit fortgeschritten, dass mein Trommelfell auf der Stelle durchstochen werden müsse, da sonst das Sekret nicht mehr abfließen werde.

Ich war mir da unschlüssig, wurde aber unter Druck gesetzt, hier jetzt schnell zu unterschreiben, da man zu einem Notfall müsse. Mir wurden einige Nebenwirkungen runter gerattert, an die ich mich jetzt nicht mehr erinnern kann.

Ich bekam ein Betäubungsmittel ins Ohr und sollte im Wartezimmer warten, während die Ärztin zum Notfall fluchtartig den Raum verließ.

Nach der Wartezeit sagte ich noch einmal, ich sei mir mit dem Eingriff nicht sicher und ob es bis nach Weihnachten Zeit hätte. Mir wurde kurz angebunden gesagt, ich könne jederzeit gehen, ob mein Gehör dann aber noch schlechter geworden wäre sei auf eigene Gefahr. Eine Wahrscheinlichkeitsangabe wollte die Ärztin dazu nicht machen.

Ich ließ den Eingriff dann machen.

Nach einer weiteren langen Wartezimmerzeit bekam ich hinterher noch von der Ärztin schon in Jacke, sie hatte es unheimlich eilig, nach Hause zu kommen, noch 2 Rezepte über ein Antibiotikum und eine hohe Gabe Kortison in die Hand gedrückt, mit dem Hinweis, wie ich das zu nehmen hätte habe sie mir aufgeschrieben. Weitere Fragen würgte sie ab.

Jetzt meine eigentliche Frage: Ist der Eingriff ins Trommelfell schädlich? Werde ich wieder hören können wie früher, wenn die Entzündung weg ist?

Und was kann ich jetzt sonst noch tun? Ist es sinnvoller, das Ohr mit Watte zuzumachen oder besser, es offen zu lassen? Wie ist es mit Duschen?

Antwort
von Winherby, 368

Wenn im Mittelohr eine raumfordernde Entzündung zu Gange ist, dann muss der Eiter und das Sekret raus. Wenn das nicht geschieht, kommt u.U. zuviel Druck auf das Innenohr. Das kann bleibende Schwerhörigkeit zur Folge haben, aber auch Schwindelattacken mit Erbrechen, bis hin zu Morbus Meniére.

Fazit: Der Einstich war offensichtlich dringend nötig, Du solltest der Ärztin dankbar sein, - auch wenn die ganzen Umstände etwas unglücklich verliefen und Zweifel bei Dir schürten.

Ohrenärzte sind hochspezialisiert, die machen den ganzen Tach nix anderes (besonders in einer HNO-Klinik) als die Ohren der Menschen zu behandeln, etwas mehr Vertrauen in deren Arbeit ist da durchaus angebracht.  LG

Antwort
von Hooks, 332

Man hat das bei mir auch gemacht vor 35 Jahren. Mein linkes Trommelfell ist vernarbt, und ich höre dort schlecht, aber man sagte mir, das liege an etlichen nicht ausgeheilten Mittelohrentzündungen.  Heute weiß ich, daß ich auf die Milch samt Produkten hätte verzichten müssen und das Ohr hätte freihalten müssen (keine Watte rein, keine Mütze drüber! Die Bakterien gedeihen besonders gut unter Luftabschluiß!!) Und immer sofort abschwellende Nasentropfen nehmen, damit die Eustach'sche Röhre freibleibt!

Mit einem Hörgerät ("einfach mehr Saft drauf", meinte der neue HNO) geht das heute sehr gut. Habe es seit 2 Jahren.

Bei der nächsten MOE legst Du abwechselnd Zwiebelsäckchen und Quarksäckchen drauf, einfach in ein Stofftaschentuch geben, 1-2 EL, Gummi drum, immer wieder mal für eine Viertelstunde drauf.

Laß es jetzt offen, tu nur Watte hinein beim Duschen, danach muß Luft ran! Verzichte auf alle Milchprodukte außer Butter und Sahne!!

Ibuprofen ist ein gutes Schmerzmittel, das auch gegen Entzündungen wirkt.

Mein Sohn hatte aber mal gar keine Schmerzen mehr mit den beiden Säckchen, probier das mal aus. Das hast Du doch vielleicht im Haus? Quark zieht Gifte heraus und wirkt gegen Entzündungen. DAs kannst Du überall am Körper anwenden, aber nicht essen, bitte. Das Zeugs ist nicht gut.


Kommentar von Chrissie777 ,

Wenn  man im Winter keine Muetze traegt, riskiert man eine Stirnhoehlenvereiterung. Das geht also auch nicht.

Kommentar von Hooks ,

Ich trage immer ein Kopftuch, das hält warm ohne zu schwitzen oder die Luft abzuschließen.

Ich selbst bekam als Kind im Haus Watte in die Ohren, Wattebausch darüber und dann noch eine Wollmütze zum Fixieren - bitte, im Haus! Auf ärztlichen Rat!

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