Frage von rischi, 823

Ischias eingeklemmt ,Was tun ?

Ich habe mir vor 2 Wochen den Ischiasnerv eingeklemmt..Ist das 1.Mal gewesen und ich weiß es eigentlich erst seit 3 Tagen dass es der besagte Nerv ist. War eine Woche im Krankenhaus zur Schmerztherapie die nichts gebracht hat. Krankengymnastik und Fango habe ich im KH bekommen und das wird jetzt ,vom Hausarzt verordnet,weiter gemacht. Tagsüber habe ich keine Schmerzen oder nur gering,Ab ca. 22 Uhr setzen die Schmerzen ein sodass ich keinen Schlaf bekomme.Merkwürdig finde ich dass es tagsüber geht und Nachts könnte ich die Wände hoch gehen.Medikamente sind die gleichen morgens wie abends ???!!!! Alle Ärzte sagen mir dass man sowas nicht mehr wegspritzt...warum nicht ??? Also wenn das so weiter geht bin ich irgendwann vielleicht schmerzfrei aber dafür medikamentenabhängig .

Antwort
von Winherby, 695

Hallo rischi,

einen eingeklemmten Nerv kann man nicht wegspritzen, nicht im Sinne von Heilen. Man kann nur die Schmerzen des geklemmten Nerves betäuben. Und medikamentenabhängig wird man nicht nur von der oralen Verabreichung, sondern kann man auch durch die Schmerzspritzen werden.

Das was Du als merkwürdig bezeichnest, ist meiner Meinung nach der rischtige Ansatz, also die Frage: warum nur nachts? Meistens liegt man wohl im Bett zum Schlafen. Wenn dann nach dem Hinlegen die Schmerzen losgehen, dann geh mal davon aus, dass Dein Bett der Auslöser ist. So ein Bett kann schnell mal zu hart, oder aber auch zu weich sein. Beides ist gleich schlecht für die Wirbelsäule. Das Lattenrost unter der Matratze sollte so elastisch sein, dass es sich Deiner Figur anpasst. In der Praxis sieht das dann so aus, dass die Latten im Bereich unterm Hintern nach unten abtauchen, genauso sollte es unter der Brustwirbelsäule sein. So sind dann die Wirbel im Lendenwirbelbereich gestützt. Das Gleiche in der Seitlage nur dann tauchen die Leisten unter der seitlichen Hüfte und unter den Schultern ab, dazwischen im Bereich der Taille bleiben die Leisten nach oben gewölbt und drücken sich in die Taille und stützen. Probier dies mal ohne Matratze aus, eine zweite Person muss dabei sein und schauen, ob sich die Latten so wie o.g. verhalten. Dann kommt die Matratze ins Spiel, sie darf nicht hart und steif sein, sonst ist die gute stützende Funktion des Lazttenrostes nicht möglich. Die Matratze , - am besten aus Kaltschaum mit Raumgewicht 2 -, sollte möglichst punktelastisch sein. Nur so kann sie das stützende Spiel der Latten ermöglichen, dabei aber das mollige, gepolsterte Liegen ermöglichen.

Modische Bettvarianten wie z. B. Futonbett, Strohmatratze, durchgehende Matratze im Franz. Bett und ähnlicher Quatsch sind tunlichst, dem Rücken zu Liebe, zu vermeiden.

Lange Rede kurze Formel: Wenn Du in einem rückengerechten Bett liegst, dann haste beim Liegen auch keine Schmerzen, - jedenfalls nicht vom Bett ausgelöst.

Antwort
von Lexi77, 507

Hallo rischi!

die Empfehlung von Gerda zu einem Osteopathen zu gehen ist schonmal sehr gut.

Du schreibst, dass du den Nerv vor 2 Wochen eingeklemmt hast. Das ist ja noch nicht so lange her. Du kannst da keine Spontanheilung erwarten. Das dauert alles seine Zeit, ist nicht von heute auf morgen wieder weg. Wenn so ein Nerv gereizt wird, dann reagiert der sehr schnell und ist "beleidigt" und das dauert oft eine ganze Weile, bis der Nerv sich wieder erholt. Wichtig ist, dass du Geduld hast udn den Therapien Zeit gibst zu wirken. Ich hatte vor einigen Jahren mal eine Bandscheibenvorwölbung, die den Ischiasnerv bedrängt hat. Ich kann mir also gut vorstellen, wie es dir geht. Ich bin da (nach 2 Monaten!) auch stationär behandelt worden und das hatte nichts gebracht. Danach habe ich von meinem Orthopäden noch weitere Spritzen in den schmerzenden Bereich bekommen und ich habe regelmäßig Krankengymnastik gemacht. Fast ein halbes Jahr bin ich 2x/Woche zur KG gegangen und habe auch Zuhause Übungen gemacht. Und mit der Zeit ist der Schmerz besser geworden und letztendlich auch weg gegangen. Aber das hat eben mehrere Monate gedauert. Also gib nicht sofort auf, wenn es dir jetzt nach "erst" 2 Wochen noch nicht viel besser geht.

Vielleicht wäre es für dich auch besser statt zum Hausarzt zu einem Orthopäden zu gehen. Und du solltest das Thema Schmerzen nochmal ansprechen. Ggf. brauchst du für Nachts ein stärkeres Schmerzmittel. Und evtl. solltest du auch mal einen speziellen Schmerztherapeuten aufsuchen. Die Wartezeiten sind zwar (zumindest hier bei uns) relativ lang, aber das sind eben die Spezialisten bei hartnäckigen Schmerzen.

Also wenn das so weiter geht bin ich irgendwann vielleicht schmerzfrei aber dafür medikamentenabhängig

So schnell geht das nun auch wieder nicht. Und lass dir gesagt sein: es ist unheimlich wichtig, dass man etwas gegen die Schmerzen unternimmt. Und wenn es eben auch sehr starke Schmerzmittel (z.B. Opioide oder Opiate) sind. Denn wenn du ständig Schmerzen hast, dann kann sich zum einen recht schnell (max. nach ca. 3 Monaten) ein Schmerzgedächtnis entwickeln und dann wird der Schmerz chronisch. Das würde bedeuten, dass du dann irgendwann selbst dann noch Schmerzen hättest, wenn die Ursache längst behoben ist. Eben weil sich der Schmerz in dein Gedächtnis "eingebrannt" hat.

Zum anderen nimmt man auch - bewusst oder unbewusst - eine Schonhaltung ein, wenn man Schmerzen hat. Durch diese Schonhaltung kommt es sehr schnell zu Muskelverspannungen, die ihrerseits auch wieder schmerzhaft sind. Dann nimmst du weiter Schonhaltungen ein, es kommt zu weiteren Schmerzen etc. und schon bist du in einem Teufelskreis gefangen. Dem musst du so früh wie möglich entgegensteuern.

Und wenn man seine Medikamente nach Anordnung nimmt und verantwortungsvoll damit umgeht, dann entwickelt sich auch nicht so schnell eine Abhängigkeit. Zumindest nicht in der Form, dass man sich danach sehnt die nächste Tablette zu nehmen oder so. Natürlich hat man dann hinterher, wenn man diese Medikamente absetzt auch Entzugserscheinungen, aber die kann man recht gut in den Griff bekommen.

Lies dazu vielleicht mal dies:

Keine psychische Abhängigkeit

Immer wieder fürchten Patienten, dass sie von den eingenommenen Opioiden abhängig werden könnten. Tatsächlich ist bei sachgemäßer Einnahme retardierter Opioide jedoch keine psychische Abhängigkeit zu erwarten. Da das Opioid verzögert freigesetzt wird, entsteht keine anregende Wirkung und damit auch kein Verlangen, die Dosis zu erhöhen.

Auch vor einer Benommenheit und eingeschränkten Wahrnehmung durch Opioide braucht man keine Bedenken zu haben. Denn meist ist genau das Gegenteil der Fall. Ein mit Opioiden gut eingestellter Patient erlebt seine Umwelt bewusster und wacher, da die starken Schmerzen nicht mehr im Mittelpunkt seines Denkens und Fühlens stehen.

Eine körperliche Abhängigkeit stellt sich bei längerer regelmäßiger Einnahme von Opioiden ein. Sie bedeutet aber nur, dass bei abruptem Absetzen des Opioids körperliche Entzugssymptome auftreten können. Diese lassen sich jedoch durch ein langsames Ausschleichen der Therapie verhindern. Der Effekt rechtfertigt aber nicht, dass eine aufgrund starker Schmerzen notwendige Opioid-Therapie mit einer niedrigeren Dosis oder gar nicht begonnen wird. (http://www.mundipharma.de/schmerztherapie/therapie/schmerzmittel.html / auch die anderen Seiten sind interessant)

Ich weiß wovon ich rede. Ich muss wegen z.T. sehr starken Schmerzen ein Opiat nehmen, das als Betäubungsmittel gilt. Die Nebenwirkungen halten sich in Grenzen und ich kann damit wenigstens am alltäglichen Leben teilnehmen, arbeiten etc. Ohne das Medikament könnte ich das aufgrund der starken Schmerzen gar nicht und hätte keine sozialen Kontakte mehr etc.

Von daher brauchst du keine Angst vor starken Schmerzmitteln haben, lass dich dahingehend mal umfassend von einem Arzt, optimal von einem Schmerztherapeuten, aufklären.

Alles Gute

Kommentar von Lexi77 ,

Leider hatte ich nicht mehr genug Zeichen, deswegen geht es hier weiter.

Neben der Einnahme von Schmerzmitteln gibt es natürlich auch andere Möglichkeiten, etwas gegen den Schmerz zu unternehmen. Z.B. ist regelmäßige Krankengymnastik sehr wichtig, auch Fango und/oder leichte Massagen können hilfreich sein. Wichtig dabei ist aber, dass man die Übungen auch Zuhause weiter macht. Ich weiß, dass das oft Überwindung kostet und der innere Schweinehund manchmal stärker ist. Aber je konsequenter man die Übungen macht, desto schneller kann es zu einer Besserung kommen.

Auch andere Begleitende Maßnahmen können helfen, z.B. Entspannungsverfahren, wie Autogenes Training oder die progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Mir hat Wärme immer sehr gut geholfen, ich hatte zuhause sehr oft ein Körnerkissen im Rücken. Wärme entspannt die Muskulatur und sorgt so für eine schmerzlinderung. Ebenfalls könnte eine Stufenlagerung hilfreich sein. Dabei legst du dich flach hin und winkelst die Beine im 90° Winkel nach oben an, indem du sie z.B. auf eine abgepolsterte Kiste, Karton o.ä. legst (wie es genau geht, findest du bei Google, Bildersuche).

Antwort
von gerdavh, 445

Hallo rischi, ich empfehle Dir, zu einem Osteopathen zu gehen. Wenn Die ganzen Schmerztherapien nichts gebracht haben und Du jeden Abend trotz Medikamente so leiden musst, wäre das mit Sicherheite die gesündeste und wirksamste Alternative für Dich. Gute Besserung. Manche Krankenkassen, z,B. die TK, bezuschusssen diese Behandlungen. Da müsstest Du Dich bei Deiner Krankenkasse mal erkundigen. Ansonsten kann ich Dir mitteilen, dass in meiner Stadt eine Sitzung (jeweils eine Stunde) 80 Euro kostet. Aber wenn es Dir helfen würde? Ich würde das mal ausprobieren. Ich habe mit Osteopathie immer nur gute Erfahrungen gemacht. Gerda

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