Frage von motte135, 580

IPP, Schwellkörperverhärtung

Wer hat erfahrung mit einer Schwellkörperverhärtung ? Muß man damit leben das der Penis nicht mehr richtig steif wird oder gibt es Medikamente dagegen? Es sind ja Kalkablagerungen im Schwellk. Oder hilft da nur eine OP. ? Vielen Dank für die Antworten

Antwort
von bobbys, 463

Induratio penis plastica (IPP)

Morbus de la Peyronie (Peyronie's disease)

Die Induratio penis plastica (IPP) ist eine chronische, meist schub- bzw. phasenweise verlaufende Erkrankung der Penis-Schwellkörper, welche ca. 5 % aller Männer betrifft. Die Induratio penis plastica führt anfangs häufig zu Schmerzen und Knotenbildung, später zu Penisschrumpfungen und Penisverbiegungen. Oft ist die IPP mit einer Erektilen Dysfunktion bzw. einem Testosteronmangel (Hypogonadismus) kombiniert. Einer IPP liegen meist verschiedene Ursachen zugrunde, nicht selten wird sie durch einen Penisbruch (Penisfraktur) ausgelöst. Die Therapie der Induratio penis plastica richtet sich nach der Diagnostik und den dabei erhobenen Befunden und sollte zunächst immer konservativ-medikamentös sein. Spezifische PDE 5-Hemmer sowie auch unspezifische PDE Hemmer oder Kollagenase scheinen derzeit hier am aussichtsreichsten. Bei stärkeren Verbiegungen und Penisschrumpfungen kann die Anwendung von Penisstreckapparaten (Andropenis) oder Vakuumapparaten (nicht bei stärkeren Verbiegungen anwenden!) sinnvoll sein. Die eigenen Erfahrungen mit über 10000 mit IPP behandelten Männern zeigen, dass nur ganz wenige Männer (unter 5 % !) überhaupt eine Operation benötigen, wenn obig genannte Behandlungsmethoden konsequent über einen längeren Zeitraum angewendet werden, weshalb jeder von einer betroffene Mann unbedingt alle zur Verfügung stehenden konservativen Therapiemöglichkeiten wahrnehmen sollte bevor er sich für eine Operation entscheidet.

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Induratio penis plastica (IPP)

Synonyme: IPP - Morbus de la Peyronie, Peyronie's disease

Bei der Induratio penis plastica handelt es sich um eine chronische, zur Vernarbung führende Erkrankung der beiden Erektionsschwellkörper. Obgleich die Krankheit bereits 1743 von dem französischen Chirurgen Francois de la Peyronie (nach ihm wird die Induratio penis plastica im Englisch sprechenden Sprachraum auch Peyronie's disease benannt)ausführlicher beschrieben worden ist, sind die Ursachen dieser Erkrankung bis zum heutigen Tage unerforscht. Erste Hinweise auf die Existenz einer Indiuratio penis plastica finden sich in der Literatur schon im Jahr 1265. (zusammenfassende Literatur bei Smith,J.F. et al: Review. Peyronie’s disease: a critical appraisal of current diagnosis and treatment. Int. J.Impotence Res. 2008, online pub.24th July)

Ursachen und Häufigkeiten der Induratio penis plastica

Derzeit existiert unter den Experten die allgemeine Auffassung, dass es sich bei der Induratio penis plastica um ein multifaktorielles Krankheitsgeschehen handelt, also mehrere Faktoren zur Manifestation dieser Erkrankung führen. Vieles spricht dafür, dass wiederholte unbemerkte Mikroverletzungen der Schwellörperhaut (Tunica albuginea) bzw. der Trennwand (Septum) der Schwellkörper eine Induratio penis plastica zum Ausbruch kommen lässt.

Darüber hinaus werden bei einem Teil der betroffenen Männer immunologische und genetische Faktoren (gehäuftes Vorkommen des sog. HLA-B27-Antigens) diskutiert. Als weiterer wichtiger Faktor, welcher wohl wesentlich mit zur Manifestation einer Induratio penis plastica beitragen kann, wird in der Literatur wiederholt der so genannte Transforming Growth Factor ß 1 (TGF ß 1) als auch jüngst der Tumor Necrosis Factor @ (TNF @) genannt, wobei eine 2006 vorgestellte Studie eine Erhöhung beider genannten Faktoren im Blut von Patienten mit Induratio penis plastica zeigen konnte (Praetorius,M.et al: Eur Urol Suppl 2006; 5 (2): 81). Bei 20 - 30% der betroffenen Männer kommt es neben der Induratio penis plastica auch zu bindegewebigen Narbenbildungen um die Fingersehenscheiden der Handinnenflächen (Morbus Dupuytren), teilweise mit so genannten Beugekontrakturen und Bewegungseinschränkungen der Finger 3-5. Sehr selten ist auch die Fußsohle (Morbus Ledderhose) betroffen.

Die Prävalenz (Häufigkeit des Auftretens) der Induratio penis plastica in der Normalbevölkerung wird in der Literatur mit einer Schwankungsbreite zwischen 3-8 % angegeben. Wesentlich häufiger findet man eine Induratio penis plastica bei Patienten, welche eine Erektile Dysfunktion und/oder einen Diabetes mellitus haben, wobei hier Studien zufolge die Häufigkeit einer Induratio penis plastica zwischen 7,9-8,1 % beträgt, bei einem Durchschnittsalter der untersuchten Männer von 54 Jahren (El-Sakka, A.I., Eur Urol 49, 564-569, 2006, El-Sakka, A.I. et al: J.urol 174, 1026-1030, 2005). Generell gibt es bis zum heutigen Tage keine zuverlässigen nationalen und etniologischen Studien zur Prävalenz der Induratio penis plastica, da viele davon betroffenen Männer ja nie einen Arzt aufsuchen bzw. die Krankheit bei Befragung auch nicht zugeben würden. Schätzungen unter Experten zufolge dürfte sich die Prävalenz der Induratio penis plastica bei 5 % oder evtl. noch höher bewegen, wobei natürlich eine klare Altersabhängigkeit gegeben ist.

http://porst-hamburg.de/spezielle-andrologie/pen

Kommentar von bobbys ,

:-)) auf dich kann ich mich immer verlassen rulamann Danke!

Antwort
von beamer05, 334

Ist die Diagnose IPP wirklich gesichert?

Es sind ja Kalkablagerungen im Schwellk.

Denn dies gehört nicht unbedingt zu den typischen Zeichen einer IPP.

Die IPP ist eine Form einer Bindegewebsveränderung, die zwei anderen Erkrankungen, nämlich dem Morbus Dupuytren (Handfläche) und dem Morbus Ledderhose (Fußsohle) sehr ähnelt.

Daher kann auch -gerade wenn die Veränderungen noch nicht zu weit fortgeschritten sind, eine konservative (= nicht operative) Behandlung effektiv sein.

EINE mögliche Therapie, zu der allerdings mangels Überweisungs-Bereitschaft der zunächst meist befragten Urologen (warum wohl überweisen die so ungern?) viel zu wenige Patienten Zugang haben, ist die Bestrahlung (sehr ähnlich, wie auch die Strahlentherapie bei den beiden genannten, sehr ähnlichen Krankheitsbildern, wo, insbesondere beim Mb. Dupuytren häufig ein Fortschreiten der Erkrankung verhindert werden kann).

OB das im gegebenen Einzelfall eine geeignete Therapieform ist, sollte ein Strahlentherapeut am besten gemeinsam mit einem verständigen Urologen beurteilen.

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