Frage von aquarius, 10

Hyperthermie als Krebstheraoie – Was ist davon zu halten?

Eine an Darmkrebs erkrankte Bekannte erzählte mir, sie habe von der Fiebertherapie (Hyperthermie) gehört, die wohl bei bestimmten Krebsarten eingesetzt werden kann. Es ist offenbar eine schulmedizinische Methode. Wisst ihr mehr dazu? In welchen Fällen und bei welchen Krebsarten kann sie in der Onkologie zum Einsatz kommen?

Antwort
von Nelly1433, 9

So einfach lässt sich diese Frage leider nicht beantworten. Das sagt der Krebsinformatinsdienst dazu:

Hyperthermie: Wärme gegen Krebs

Seit rund einhundert Jahren versuchen Ärzte, Krebspatienten durch Überwärmen des Tumorgewebes zu behandeln. Der Fachbegriff dafür lautet Hyperthermie. Diese Wärmeanwendung soll Krebszellen zerstören und den Tumor empfindlicher machen, beispielsweise gegenüber einer Chemo- oder einer Strahlentherapie. Doch noch sind viele Fragen offen. Trotz der langjährigen wissenschaftlichen Arbeit ist die Überwärmung bis heute kein Standardverfahren der Krebsbehandlung. Und: Der Begriff Hyperthermie umfasst eine ganze Reihe zum Teil sehr unterschiedlicher Verfahren. Daher ist es schwierig, allgemeingültige Aussagen über die Behandlung und den Nutzen für den Patienten zu treffen. Auch die individuelle Situation des Patienten spielt eine wichtige Rolle für die Beurteilung, ob eine Hyperthermie-Behandlung sinnvoll sein kann und wenn ja, welches Verfahren in Frage kommt.

Dieser Text bietet Krebspatienten, Angehörigen und Interessierten einen ersten Überblick zum Thema Hyperthermie. Informationen aus dem Internet können eine ärztliche Beratung allerdings nicht ersetzen.

Bitte hier weiterlesen: http://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/hyperthermie.php#inhalt24

Es handelt sich jedenfalls nicht um eine Standardbehandlung. Vorher sollte auf jeden Fall geklärt werden, ob die (eigene) Krankenkasse die Kosten übernimmt.

Antwort
von elliellen, 7

Hallo!

Die Hyperthermie zählt eigentlich eher zu den alternativen Heilmethoden in der Onkologie und ist deshalb empfehlenswert. Nach jahrelangen Erfahrungen kann ich sagen, dass die Schulmedizin bei Krebs sehr schnell an ihre Grenzen gerät und immer mehr Menschen offen für alternative Heilmethoden sind.

Allein mit schulmedizinischen Methoden( wie der sehr umstrittenen Chemo oder der Bestrahlung) ist eine Heilung häufig nicht möglich, da sie das Immunsystem und somit den gesamten Patienten so sehr schwächt, dass eine Genesung oft nicht möglich ist.

Hier noch ein Link:

http://hyperthermie-zentrum-hannover.de/

Die Bekannte kann sich in einer entsprechenden ganzheitlichen Klinik vor Ort direkt informieren. Alles Gute für die Patientin!

Antwort
von sandro1983, 7

hallo aquarius,

im prinzip kann es bei jeder krebsart eingesetzt werden. eine heilung ist aber nicht wissenschaftlich belegt! ein bekannter von mir hat sich dieser therapie unterzogen. es hat zwar etwas linderung verschafft aber geheilt hat es ihn leider nicht!

zitat:

Mehreren Studien zufolge lässt sich in manchen Fällen durch Hyperthermie das Tumorwachstum kurzfristig aufhalten, manchmal schrumpft sogar der ursprüngliche Tumor. Allerdings haben diese Studien auch belegt, dass die Effekte nicht von Dauer sind. In der Mehrzahl der Fälle kam es nach einiger Zeit an anderer Stelle zu Tumorabsiedelungen (Metastasen). Eine positive Auswirkung auf die Lebenszeit konnte hyperthermischen Verfahren bislang wissenschaftlich nicht bescheinigt werden.

der link dazu

http://www.krebsgesellschaft.de/db_hyperthermie,10845.html

Kommentar von sandro1983 ,

hmm leider funktioniert der link nicht. auf der seite einfach dann "Hyperthermie" eingeben. dannkannst du mehrere themen auswählen.

Kommentar von Winherby ,

Wenn´s nicht linkt, dann einfach hierher kopieren und gut ist, guckst Du:

17.10.2012 - Die Hitze gegen Krebs standardisieren

Experten entwickelten eine neue Leitlinie für die Tiefenhyperthermie bei Krebs

Krebszellen sind gegen viele Einwirkungen von außen gewappnet, gegen eines jedoch nicht: Hitze. Mithilfe der sogenannten Tiefenhyperthermie, bei der Wärme von 42 bis 43 °C angewandt wird, können Krebsgeschwüre regelrecht verkocht werden. Schon lange wird die Hitzetherapie in Kombination mit Strahlen- oder Chemotherapie eingesetzt, etwa bei Kopf-Halstumoren, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Blasenkrebs, Enddarmkrebs oder einem Rückfall von Brustkrebs. Jetzt stellte die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) eine neue Leitlinie zur Hyperthermie vor, die von Experten aus Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden erstellt wurde. Sie soll dazu beitragen, dass künftig ein einheitlicher Standard bei der Durchführung des Verfahrens eingehalten wird, sodass allen Patienten die optimale Behandlung zukommt (Pressemeldung der DEGRO).

Bei der Tiefenhyperthermie wird über spezielle Applikatoren, die elektromagnetische Wellen leiten, Wärme direkt im Tumorgewebe erzeugt. Eine Behandlung dauert nach einer etwa 20- bis 30-minütigen Aufwärmphase 60 Minuten. Infolge der Hitzeeinwirkung sterben die Krebszellen ab. Gleichzeitig werden sogenannte Hitzeschockeiweiße freigesetzt, wodurch das Immunsystem in Alarmbereitschaft versetzt und die körpereigene Krebsabwehr aktiviert wird.

Allein kann die Tiefenhyperthermie den Krebs nicht besiegen. In Kombination mit einer Strahlen- oder Chemotherapie indes, so wird von vielen Experten mittlerweile vermutet, leistet sie einen wertvollen Beitrag zur Bekämpfung der Krankheit. So ließen sich nach Ansicht von Professor Dr. med. Rolf Sauer aus Erlangen, einem der Autoren der Leitlinie, durch die Kombination der Behandlungsverfahren viele Tumoren verkleinern und die Überlebenszeit der Patienten verlängern. Die jetzt veröffentlichten Leitlinien seien auch eine gute Grundlage für klinische Studien, in denen die Wirksamkeit der Hyperthermie bei verschiedenen Krebsarten weiter erforscht werden könne.

Quelle: Pressemeldung DEGRO Oktober 2012

Bruggmoser, G. et al.: Leitlinie für die klinische Applikation, die Dokumentation und die Analyse klinischer Studien bei der regionalen Tiefenhyperthermie. Qualitätsmanagement bei der regionalen Tiefenhyperthermie. Strahlentherapie und Onkologie 2012, 188, Supplement 2:198-211

(kvk)

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