Frage von elvislebt, 86

Hyperaktive Senioren: kann man das ADHS-Syndrom etwas dämpfen?

Hallo, unser Opa ist 84, geistig und körperlich fit, abgesehen von ein paar kleinen Wehwehchen. Nach allem was ich gelesen und recherchiert habe, hat er das ADHS-Syndrom. Dieses gibt es nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen. Bei ihm macht sich das so bemerkbar, dass er fast ständig in Bewegung ist. Wenn er nicht beschäftigt wird, springt er alle 2-3 Minuten auf, kontrolliert ob die Wäsche trocken ist, schaut aus dem Fenster, ob jemand vorbeigeht, kontrolliert ob der Elektroherd aus ist, usw, usw. Auch während des Essens springt er immer wieder auf (oft isst er auch im Stehen oder Gehen), wenn ihm irgendetwas einfällt was er noch erledigen will oder wenn er vor dem Fenster jemand hergehen sieht. Wenn andere Angehörige mal in Ruhe fernsehen wollen, springt er ca 10-20 mal in einer einzigen Stunde von seinem Sessel auf. Wenn die Türklingel geht, springt er auf und rast im Laufschritt zum Türdrücker. Eigene Hobbys und Interessen hat er leider überhaupt keine. Freunde und nahe Verwandten auch kaum. Für Lesen oder Fernsehen hat er keine Geduld, dafür redet er fast ohne Unterbrechung, läuft dauernd herum und kann keine 5 Minuten stillsitzen. Aber er ist sehr neugierig und will immer alles von anderen wissen. Am liebsten würde er den Tag herum laufen oder erzählen, oder sich unterhalten. Wenn man ihn beschäftigt, z.B. dass er etwas reparieren soll, ist er mit Feuereifer dabei und sehr hilfsbereit. Und wenn man ihm ein Stichwort gibt, was noch zu erledigen ist, dann kümmert er sich sofort darum, auch wenn es überhaupt nicht eilt. Es ist sehr schön, dass er noch so fit ist und seine Hilfsbereitschaft und andere gute Eigenschaften mögen wir sehr an Ihm. Nur diese permanente Hektik und Unruhe nervt unglaublich. An einer Schilddrüsenüberfunktion liegt es anscheinend nicht. Früher war er auch schon recht aktiv, aber diese permanente Hektik und Hyperaktivität ist in den letzten Jahren, seitdem er Rentner ist, immer auffälliger geworden. Neben dem ADHS vermute ich auch, dass er so eine Art Helfer-Syndrom hat. Er will in seinem Leben unbedingt noch etwas Gutes tun und anderen helfen (nur seinen Angehörigen, Hilfsorg. mag er nicht). Sich selber schadet er mit seiner ständigen Hektik und Überaktivität auch. Er hat deutlich abgenommen in den letzten Jahren und inzwischen auch schon Untergewicht. Frage: wie kann man das ADHS-Syndrom bei Erwachsenen, speziell bei Senioren, etwas eindämmen? Oder kann man seine überschäumende Energie sinnvoll kanalisieren? Ich such schon ständig Sachen, die er für mich reparieren kann, aber oft fällt mir auch nichts mehr ein. Für hilfreiche Antworten: danke im Voraus!

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Hooks, 86

Etwas mehr Ruhe gibt es, wenn man allen Weizen streicht und radikal durch Vollkorn-dinkel ersetzt.

Zucker ist absolut tabu!

Wie sieht es mit Bewegung aus? Kann er länger spazieren gehen? Vielleicht eine kinderwagen für andere schieben oder einen Hund führen?

Ich kenne einen 82-Jährigen, der regelmäßig in Altenheim und Krankenhäuser geht, um Leute zu besuchen. Er macht sich mit ihnen bekannt, spricht mit ihnen, spielt ein bißchen auf seiner Geige - und die freuen sich riesig! Wenn er nur mit ihnen spräche, wärs auch schon gut.

Wichtig ist auch , daß genug vitamin B und Magnesium bekommt, beides entspannt und hilgt gegen Rappeligkeit.

Kommentar von elvislebt ,

Herzlichen Dank, das ist wirklich sehr hilfreich!

Kommentar von Hooks ,

Freut mich, wenn ich helfen konnte - danke für den Stern!

Antwort
von frieda, 69

Nur weil dein Opa hibbelig ist, heißt es nicht, dass er ADHS hat. Das sollte zunächst ein Arzt bzw. ein Psychologe feststellen. Bei Kindern, die ADHS haben, hilft eine gute und festgelegte Tagesstruktur und Bewegung. Vielleicht versucht dein Opa es mal mit Sport. Schwimmen wäre gut geeignet, weil es die Gelenke nicht beansprucht.

Kommentar von elvislebt ,

@frieda: "etwas hibbelig" ist eine nette Untertreibung. Im Web findet man eine Studie der Uni Göttingen zu ADHS bei Erwachsenen. Fast alle dort geschilderten Symptome treffen auf unseren Opa zu: Typische Symptome einer Hyperaktivität bei Erwachsenen: (nach Prof. Dr. med. Volker Faust) 1. Totale Ungeduld (unerledigtes muss SOFORT erledigt werden)
2. Konzentrationsschwäche bei Dingen, die den/die Betroffenen nicht interessieren
3. ständige Unruhe, nicht in der Lage sich zu entspannen. Dies schadet dann letztlich auch der körperlichen Gesundheit sehr (z.B. Herzinfarkt, geschwächtes Immunsystem). 4. nervös, kann längeres Still-Sitzen nicht durchhalten (Spielfilme, Theater, Fernsehen, Vorträge u. a.) 5. Wünsche oder Vorhaben, die nicht auf Anhieb gelingen, werden schnell verworfen 6. extrem leichte ablenkbar 7. Wutausbrüche wg. Kleinigkeiten 8. Neigung, andere bei ihrer Tätigkeit zu unterbrechen. 9. Neigung, schnell und viel zu reden 10. Lesefaulheit und damit Neigung zu nur noch „flüchtigem Überlesen“ oder „Überfliegen“, 11. In Situationen wie „Schlange stehen“ haben Betroffene oft erhebliche Probleme abzuwarten, bis sie an der Reihe sind. Im Straßenverkehr fallen sie häufig als Raser und Drängler auf. 12. Erwachsene mit ADHS wirken deshalb nach außen sehr umtriebig. Sie versuchen häufig, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen, hasten von Arbeit zu Arbeit -> Ein Raser und Drängler ist er zum Glück nicht. Auch Punkt 7 (Wutausbrüche) trifft bei Ihm nicht zu. Alle anderen Symptome aber schon.

Antwort
von mariechen3, 67

wie wäre es mit imkern. Da hat er was zu tun,ist viel draußen ,eine sinnvolle Aufgabe und als Dank bekommt er den Honig .

Antwort
von elvislebt, 58

ERGÄNZUNG: bei wikipedia findet man den Hinweis: "ADHS im Erwachsenenalter kann erfolgreich mit einer Kombination aus Medikation und Verhaltenstherapie behandelt werden" Leider fehlen die Details zur Medikation. Gibt es auch harmlose homöpathische Mittel?

Kommentar von mariechen3 ,

ja die gibt es ; eins davon wäre chamomilla. Oder Staphisagria. Dieser Neurotransmitter ,der deinem Opi fehlt wird vom Körper selbst erzeugt durch gute Bewegungen, also leichte Anstrengung ist willkommen. Dann schüttet sein Hormonhaushalt netterweise Dopamin aus, welches uns ausgeglichen macht.

Kommentar von elvislebt ,

Vielen Dank, das ist wirklich ein guter Tipp!

Kommentar von Hooks ,

Dinkel liefert auch Neurotransmitter.

Kommentar von schanny ,

Zappelin von Weleda, das sind Globulis also homöpathische Mittel. Gibt es in der Apotheke.

Antwort
von anonymous, 54

Ich bin zwar kein Senior wie Euer Opa aber auch hyperaktiv. Ich bin heute 32 und war schon als Kind immer in Bewegung, überaktiv und hibbelig am ganzen Körper. Ob das ADHS ist wag ich nicht zu behaupten. Mir haben Entspannungstechniken und eine Verhaltenstherapie ein wenig gebracht aber mein Naturell ist einfach so. Da ich aber zur extremen Unkonzentriertheit und Unruhe neige, nehme ich nun seit einem halben Jahr das pflanzliches Mittel Feel Good thaivita und merke eine deutliche Verbesserung. Die Kräuter werden auch bei Depressionen und Restless Legs eingesetzt. Ich bin sehr froh körperlich etwas ruhiger ohne ruhiggestellt zu sein.

Antwort
von anonymous, 51

Was Kindern hilft, wird einem Erwachsenen sicher auch nicht schaden!?schau mal hier: http://vitalpilzforum.xobor.de/t262f15-ADHS-hyperaktive-Kinder.html#msg514

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