Frage von katlinchen, 205

Hüft Impingment - OP je früher desto besser?

Ich mache Kunstturnen (3Mal pro Woche) und Leichathlethik (1 Mal pro Woche). Außerdem studiere ich Sport und bin gerade dabei, die Kunstturntrainerausbildung zu machen.

Spagat, vor allem vorwärts, war nie ein Problem für mich und auch seitwärts krieg ich das eigentlich sehr gut hin.

Vor 3 Wochen bekam ich auf einmal richtig heftige stechende Schmerzen in der Leiste, vor allem beim seitlichen Anheben des gestreckten Beins sowie beim Anziehen des gebeugten.

Nach 3-4 Tagen waren die Schmerzen eigentlich weg, ab und zu hat es beim Hochsprung noch gezwickt, aber das wars. Dann wars eigentlich ganz weg.

Arzt meint (war sehr unfreundlich und unkooperativ, hatte vl 2 Minuten Zeit) es ist ein Hüft Impingment. Meine Hüftköpfe sind laut Röntgen, dass ich vor nem Jahr mal gemacht habe, "nicht ideal rund", ansonten keine Auffälligkeiten.

Also, ich habe eigentlich überhaupt keine Schmerzen im Alltag. Beim Rad schlagen, habe ich aber oft das Gefühl, etwas in der Leiste "verklemmt" sich ein bisschen und wenn ich gerade stehe und das Bein zu Seite anheben oder rotiere, sticht es auch etwas in der Leiste.

Nun meine Fragen:

Könnte es Impingment sein? Oder eventuell Schnapphüfte (Psosa)?

Wäre es klug, jetzt gleich zu operieren, wenn noch nicht so viele Beschwerden da sind? Ich will unbedingt weiter turnen!!!

Wann kann ich nach der OP Krafttraining (Klimmzüge, Liegestütze, Hüftbeuger trainiren etc) machen?

Welche Übungen sollte man eigentlich vermeiden? Rad schlagen ist nicht klug, oder?

Antwort
von Kire1, 197

Du beanspruchst Deinen Körper recht extrem und das sicher schon seit längerem.

Da kommt es dann leider auch eher zu Verschleisserscheinungen, die sonst erst mit höherem Alter auftreten. Aber das weisst Du sicher selber, wenn Du Sport studierst.

Schmerzen sind immer ein Zeichen dafür, dass irgendetwas nicht stimmt. Wenn die Schmerzen aber von selber nach kurzer Zeit wieder weggehen, war es kaum etwas Schlimmeres. Eine leichte Zerrung z.B.

ABER: Du sagst, dass es beim Radschlagen Probleme gibt. Nun könnnte man natürlich sagen: Das Leben geht auch ohne Radschlagen. Aber Schmerzen sind nun mal Schmerzen.

Deshalb: Suche Dir einen Arzt, der sich mehr Zeit nimmt, vielleicht einen Sportarzt, der kennt sich mit den Besonderheiten eines durch Leistungssport geforderten Körpers eher aus.

Denn: bei der Extrembelastung kann sich innerhalb eines Jahres schon einiges getan haben an Deiner Hüfte. Gerade wenn etwas nicht absolut perfekt ist (und wer ist das schon), kann extreme Belastung sich schneller negativ bemerkbar machen.

Vom Operieren bist Du aber noch weit entfernt. Das sollte wirklich der letzte Schritt sein. Und noch weisst Du noch nicht einmal, was genau das Problem ist.

Bis dahin würde ich alles, was Schmerzen macht, vermeiden. Dein Körper will das so.

Antwort
von pferdezahn, 173

Ich wuerde das Mal nicht so schnell angehen, sondern mir noch eine zweite Meinung einholen. Es muss nicht immer durch einen Orthopaeden sein, es gibt z.B. auch noch Sportaerzte.

Antwort
von anonymous, 157

Hallo, auch wenn Deine Frage schon älter ist...

Ich bin Mitte 40 und habe gerade eine Hüft-Arthroskopie hinter mir...

Deine Beschwerden sind jedenfalls typisch für ein FAI. Ich würde die Beschwerden nicht auf die leichte Schulter nehmen. Und schon gar nicht, wenn Du Sport studierst und liebst.

Währet den Anfängen. Bekommt man Schmerzen, ist es oftmals auch schon zu spät. Glücklicherweise gibt es heute auch im Hüftgelenk die Möglichkeit von Knorpelzelltransplantationen... Gerade beim FAI hat man lange keine Schmerzen.

Meine Schmerzen waren untypisch. Ich habe/hatte sie viele Jahre beim Gehen. Ich mache keinen Sport. Bei mir musste das Labrum acetabulare entfernt werden. Ob der Riss/Abriss Schmerzursache war, bleibt abzuwarten.

Wichtig zu wissen, ist, dass diese Bumps (Knubbel an der Oberschenkelkugel) wiederkommen können... Sie schädigen das Labrum.

Ich wünschte, ich hätte mich direkt zu Anfang arthroskopieren lassen. Mich nahm niemand ernst. Auch kennen sich viele Orthos nicht mit Hüften aus. Sie können die RÖ nicht lesen... Und die Radiologen auch nicht immer - bzw. sie kennen die modernen Therapiemöglichkeiten nicht...

Ich würde Dir raten, zu einem Ortho zu gehen, der Hüftarthroskopien macht. Er sollte spezialisiert sein, diese häufiger machen. Denn sie sind schwieriger...

Und natürlich muss der Ortho freundlich und nett sein!

Hüftarthroskopien sind, wie erwähnt, anspruchsvoll... Es kann Einiges schiefgehen. Bei mir ist momentan der Oberschenkel taub... Bei ca. 4% bleibt das wohl so. Hier ein netter Link: http://www.hiparthroscopy-berlin.com/wp/wp-content/uploads/s00132-013-2119-81.pd...

Es wäre natürlich ideal, wenn Du Dich selber ins Thema einlesen würdest. Mit Stichworten geht das gut...

Auch Hüft-Arthroskopeure findet man ganz gut. Es gibt nicht sooo viele. Ich bin weit gefahren - einfach, weil ich jmd wollte, der bei einem Knorpelschaden Knorpel transplantieren würde... Aber mein Knorpel ist wohl noch okay...

Alles Gute!

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