Frage von Taigar, 5

Hilfe, Krankenhaus wirr warr

Servus,

Leider muss ich euch wieder belästigen, ich hoffe ihr rollt nicht schon mit dem Augen wenn ihr meine Beiträge seht .. Hoffe trotzdem auf Hilfe da ich nicht weiß wie ich das alles zu bewerten habe ..

Daten Vorweg: Mitte / Ende 20, Bmi 21, Sportlich, Vorerkrankung: Vorhofflimmern

Ich war von Montag - Donnerstag im Krankenhaus wegen heftigen Schwindel und hohen Puls. Am letzten Tag wurde mein Event Rekorder ausgewertet, diesen hat das Krankenhaus selbst aber nicht implantiert .. Ich kam in der Klinik weil die halt Aufnahme hatte und ich nicht wusste dass ich trotzdem darauf bestehen kann woanders aufgenommen zu werden. Bei der Auswertung kam heraus dass der Event Rekorder 4-5 Ereignisse selbst aufgezeichnet hat, was genau drauf zu sehen war sagte man mir nicht ausser so sporadische Angaben wie Puls sehr sehr hoch etc.

Der Oberarzt wollt mit dem Chefarzt dann abklären ob man mich wie geplant Entlassen könne, auf die Antwort musst ich paar Stunden warten da landunter herrschte. Die Klinik war rappelvoll und die waren gestresst ohne ende. Dann bekam ich das Go! und ich durft weg mit dem Rat ich solle diese elektrophysiologische Untersuchung machen lassen die es hier im näheren Umkreis nicht gibt.

Heut riet mir mein Hausarzt dazu dass ich kurz in das Krankenhaus vorbei schaue wo man mir das Gerät implantiert hat damit die mal auf die Daten schauen. Gesagt getan! Aber: Die Daten waren alle gelöscht .. Dies passiert laut dem heutigen Arzt wenn man das Gerät auslest automatisch .. Der Arzt im vorherigen Krankenhaus meinte die seien weiterhin drauf ..

Der heutige Arzt rief dann den Oberarzt an der die Auswertung gestern vorgenommen hat, ich war im selben Raum. Er fragte was gestern bei der Auswertung zu sehen war. Dann fragte er "VT oder SVT?" .. Dann sagte der Arzt heute mit dezenter Stimme "Wie kann man denn sojemanden dann entlassen? Das geht doch nicht. Das muss doch abgeklärt werden". Dann war das Telefonat schnell beendet und der heutige Arzt sagte nur zu mir "Die können nicht mehr sagen was da zu sehen war, die wissen es nicht mehr".

Dann wurde ich nach Hause geschickt mit den Worten "Da müssen wir abwarten bis was neues aufgezeichnet wird".

Fragen:

Muss das vorherige Krankenhaus nicht alles dokumentieren? Wie kann es sein dass die nicht mehr wissen was da zu sehen war?

Ist das alles ok? Mich beunruhigte die Aussage von wegen "Wie kann man so jemanden entlassen das muss doch abgeklärt werden" ..

Ich hab einen vorläufigen Entlassungsbrief vom 15. auf dem Supraventrikuläre Tachykardy draufsteht weil mein Herz die meiste Zeit über Tachykard ist. Ich wurd an dem Tag aber nicht entlassen weil der Oberarzt am nächsten Tag mein Rekorder auslesen wollte.

Am 16.10 fand aber erst die Auswertung des Event Rekorders statt, inhaltlich wurde nur hinzugefügt beim Entlassungsbrief dass aus dem Event Rekorder 4-5 Ereignisse aufgezeichnet wurden und ich doch bitte eine elektrophysiologische Untersuchung machen soll. Rat wär gut :-)

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von GeraldF, 2

Das ist alles sehr konfus.

Der Reihe nach: Sie sind mit Schwindel und Herzrasen in die Klinik. Dort ist bei diesem Beschwerdebild mit Sicherheit ein 12-Kanal-EKG geschrieben worden. Was war dort zu sehen ?

  • Eine SVT ?
  • eine VT ?
  • oder Vorhofflimmern mit schneller Überleitung ? reguläre Überleitung oder über eine akzessorische Bahn ?

Dies ist deshalb interessant, weil es die Rhythmusstörung war, die Symptome hervorgerufen hat. Dieses EKG ist also für das weitere Vorgehen ganz entscheidend.

Die vom Eventrecorder dokumentierten Ereignisse waren dagegen ja offensichtlich asymptomatisch (Sie haben ja nicht den loop-Speicher aktiviert, so wie ich es verstanden habe). Das relativiert die Dringlichkeit, trotzdem ist es ärgerlich, dass die Daten weg sind.

Der Verdacht auf eine VT kann bei Auswertung eines Eventrecorders nicht mit letzter Sicherheit bestätigt oder ausgeräumt werden, weil das Gerät nur eine einzige Ableitung erstellt. So kann streng genommen meist nur zwischen einer Tachycardie mit breiten oder schmalen Komplexen differenziert werden. Eine Breitkomplextachycardie muss nicht zwingend eine VT sein.

In einem anderen Topic haben Sie erwähnt, dass der Verdacht auf eine akzessorische Bahn besteht. Wenn bei Ihnen paroxysmales Vorhofflimmern bekannt ist, dann müssen Sie sich in jedem Fall um eine EPU bemühen, weil die Bahn dann abladiert werden muss, um eine antegrade Überleitung des Vorhofflimmerns zu unterbinden.

Kommentar von Taigar ,

Hi Gerald,

Danke für die Ihre Antwort, freut mich sehr dass Sie sich die Zeit nehmen.

In der Klinik ist als erstes ein EKG gemacht worden, nehme an dass es ein 12-Kanal-EKG war. Was dort zu sehen war kann ich Ihnen leider nicht beantworten, bei der Notaufnahme sagte mir der Kardiologe nur "Ihr Herz ist laut EKG zu schnell und das muss abgeklärt werden, wir behalten Sie hier".

Am 15.10 (Also am Mittwoch) wollte der Chefarzt mich entlassen, der Oberarzt jedoch wollte dass ich bleibe weil er am nächsten Tag den Event Rekorder auslesen wollte.

Der Arztbrief war am 15.10 aber schon fertig da er auf dieses Datum datiert ist und auch drauf steht ich wär am 15.10 entlassen worden was aber falsch ist da ich erst am 16.10 entlassen wurde. Am 15.10 stand fest ich habe eine supraventrikuläre Tachykardie.

Am 16.10 wurde unten im Brief hinzugefügt dass die Auswertung des Event Rekorders ergeben hat dass mehrere stark tachykarde Episoden gespeichert wurden, anschließend wurden die Tage an denen die Episoden waren aufgelistet. Was nicht dazu geschrieben wurde war was auf diesen Episoden zu sehen war, das wurde mit keiner Silbe erwähnt.

Daraufhin hat ja der Arzt vom anderen Krankenhaus dort angerufen um zu erfahren was da zu sehen war und ob es VT oder SVT ist weil aus dem Arztbrief nur hervorging dass während des Aufenthalts bis zum 15.10 eine Supravertrikuläre Tachykardie besteht. Was feststeht ist aber dass es keine VHF Episode war.

Das was der Eventrekorder dokumentiert hat, hat er selbstständig aufgezeichnet. Ich hab den Eventrekorder selber nicht aktiviert. Könnten Sie erläutern warum es die Dringlichkeit relativiert?

Ich habe auch keine Panik deswegen oder irgendwelche Ängste, mir fällt nur kein Grund ein wieso der Arzt gestern am Telefon sagte "Wie kann man so jemanden entlassen? Das geht nicht, das mus abgeklärt werden" Deshalb befass ich mich mit dem ganzen um mir hinterher nicht vorwerfen zu müssen "Wieso hast du das nicht hinterfragt?" wenn doch mal was ist.

Eine EPU strebe ich aufjedenfall an.

Danke nochmals.

Kommentar von GeraldF ,
Könnten Sie erläutern warum es die Dringlichkeit relativiert?

Ja. Im Großen und Ganzen ist man davon weggekommen, anstelle der Patienten EKGs zu behandeln. Und das ist auch gut so. Rhythmusstörungen sind dann therapiebedürftig, wenn Sie dem Patienten Beschwerden machen, oder - und das ist zum Glück nur sehr selten der Fall - wenn sie prognostisch ungünstig sind. Das würde bedeuten, dass ein erneutes Auftreten das Risiko eines poltzlichen Herztodes mit sich bringen kann.

"Ihr Herz ist laut EKG zu schnell und das muss abgeklärt werden, wir behalten Sie hier"

Das ist natürlich zu dünn. Da haben Sie Anspruch auf mehr. An diesem Anfalls-EKG lassen sich die möglichen Diagnosen meist schon recht gut eingrenzen, eine weitere Differenzierung gelingt i.d.R. ohnehin nur im Rahmen einer EPU. Somit ist es in den meisten Fällen (sofern es gelingt, die Tachycardie zu beenden) auch nicht unbedingt erforderlich, dass man länger in der Klinik verbleibt - es sein denn, man führt die EPU gleich durch.

Antwort
von evistie, 1

Ich kann verstehen, dass Dich das alles sehr beunruhigt, aber trotzdem solltest Du "kühlen Kopf" bewahren. Was ist denn passiert?

  • Die Auslesung Deines Event-Rekorders lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Dumm gelaufen, aber notfalls kann man das ja wiederholen, falls irgendwer noch Wert darauf legt.

  • Lt. Auslesung hattest Du 4 - 5 "Ereignisse" aufgezeichnet. Ereignisse sind keine Diagnosen, sondern sie bestätigen nur, dass Du diese Tachykardien tatsächlich hast und nicht nur einbildest (gibt's auch...). Ob diese harmlos sind oder nicht, kann die Auswertung nicht ergeben. Also, gräm Dich deswegen nicht länger, denn...

  • es wurde Dir bereits die elektrophysikalische Weiteruntersuchung empfohlen, die genau das klären kann: harmlos oder nicht. Dank unserer Tipps weißt Du sogar schon, wohin Du Dich deswegen wenden kannst. Tu das jetzt also und nimm Deinen behandelnden Arzt in die Pflicht, der Dir doch hoffentlich Empfehlungen geben kann. Vielleicht kann er Dir sogar die sog. Vagusmanöver (sh. Link) zeigen, die Dir bis zur endgültigen Klärung Erleichterung bringen können.

http://www.swissheart.ch/index.php?id=1122

Kommentar von Taigar ,

Hi evistie,

Danke für deine Antwort und dass du dir Zeit genommen hast.

Natürlich bewahre ich kühlen Kopf, fällt mir jetzt auch leichter. Dennoch mag ich die Sache geklärt wissen. Dass man die Daten vom Event Rekorder nicht mehr bekommt ist ärgerlich, dass die Daten nicht bei der vorherigen Klinik mehr liegen (nichtmals 24 Stunden nach Entlassung) ist für mich allerdings unverständlich da die doch ausgedruckt, mit dem Chefarzt besprochen wurden und sowieso behalten werden müssen falls der Patient sich erneut vorstellt irgendwann? Sie scheinen ja nicht unwichtig gewesen zu sein da der Event Rekorder diese Selbstständig aufzeichnete ohne dass ich ihn aktiviert habe.

Weshalb ich mich so "gräme" liegt eher darin dass nach der Frage "VT oder SVT?" gesagt wurde "Wie kann man so jemanden entlassen? Das geht nicht, das muss abgeklärt werden". Eine VT wäre soweit ich weiß ggf. Lebensbedrohlich während eine SVT dies nicht wäre. Wenn angeblich keine Ergebnisse mehr vorhanden waren wieso dann der Einwand wegen dem Entlassen .. Das macht mir sorge, es soll jetzt auch nicht panisch rüberkommen. Ich bin ruhig und habe KEINE Todesangst oder so, das soll nicht so rüberkommen.

Hab mir bereits zwei Kliniken rausgepickt und Kontakt aufgenommen, eine davon hat auch prompt reagiert und macht nen guten Eindruck. Ich werd mein behandelnden Arzt auch nochmal detailliert darauf ansprechen um zu sehen welche es letztendlich wird.

Danke bzgl. des Tipps mit den Vagusmanöver.

Kommentar von evistie ,
Hab mir bereits zwei Kliniken rausgepickt und Kontakt aufgenommen, eine davon hat auch prompt reagiert und macht nen guten Eindruck. Ich werd mein behandelnden Arzt auch nochmal detailliert darauf ansprechen um zu sehen welche es letztendlich wird.

So ist's recht. Ich finde, selber aktiv werden mindert das Gefühl der Hilflosigkeit. Und diesen Arzt mit seinem ominösen Spruch sollte man dafür teeren und federn!

Kommentar von Taigar ,

Danke dir nochmals :)

Antwort
von gerdavh,

Hallo, soweit ich weiß, sind die ausgelesenen Daten nicht mehr rekonstruierbar. Wenn in diesem Krankenhaus nicht genau protokolliert wurde, was damals festgestellt wurde, kannst Du das vergessen. Bei dem Chaos, was Du hier schilderst, schließe ich das eher aus, aber Du kannst ja mal nachfragen. Mach Dich mal nicht verrückt, das tut Dir bestimmt nicht gut - sowie neue Tachykardien auftreten, wird das ja aufgezeichnet. Geh dann auf jeden Fall - insofern Du Dich nicht als Notfall siehst - in das Krankenhaus Deines Vertrauens. Alles Gute für Dich. lg Gerda

Kommentar von Taigar ,

Hi Gerda,

Danke für deine Antwort, freut mich dass du dir die Zeit nimmst.

Scheint so zu sein denn die Daten sind anscheinend wirklich weg, der Oberarzt im vorherigen Krankenhaus sagte die wären aufjedenfall weiterhin drauf. Da hat er wohl mist erzählt ..

Dass aber nichts protokolliert wurde / ist bezweifel ich aber. Der Oberarzt druckte noch in meinem Beisein zig Papiere aus nachdem er die Ereignisse gefunden hat und schickte mich mit meiner Patientenakte wieder hoch auf Station und meinte "Ich muss das ganze mit dem Chefarzt besprechen und wir müssen entscheiden ob wir Sie heute wirklich entlassen können". Deshalb muss es doch Dokumente geben die diese Ereignisse zeigen da sie doch besprochen wurde, die werden doch sicherlich aufbewahrt und können doch nicht so einfach weggeworfen werden da sie später ggf. nochmal nützlich sein könnten.

Die Sache ist ja dass diese Aufzeichnungen nicht die übliche bekannte Tachykardie ist sondern vom Ausmaß komplexer mit einem noch deutlich höheren Puls ist. Wäre es dass "übliche" gewesen (mir fällt jetzt keine andere Bezeichnung ein) dann würde die Frage ja gar nicht bestehen dass mit dem Chefarzt nochmal detailliert zu besprechen und abzuwägen ob man micht entlassen dürfe. In der Kombination dass gestern beim Telefonat gesagt wurde "WIe kann man so jemanden entlassen? Das geht doch nicht, das muss abgeklärt werden" bereitet mir das Sorgen .. Es soll jetzt nicht rüberkommen als ob ich Panik hätte oder Angst habe zu Sterben aber mir kommt das alles merkwürdig vor.

Eine VT wäre ja um einiges risikobehafteter als eine SVT.

Ich hoffe wie gesagt ich komm jetzt nicht rüber als jemand der im Dreieck durch die Gegend springt, ich bin innerlich wieder ruhig aber ich will nicht den Fehler machen und das auf die Leichte Schulter nehmen mit den Motto "Ach hab nen EKG Rekorder, der fängts wieder ein" .. Auch wenn mir villeicht nichts anderes übrig bleibt ..

Ich hab mich gestern bei der zweiten Klinik beschwert und um Aufklärung gebeten was dieses getuschel sollte mit dem "Wie kann man so jemanden entlassen". Die Klinik hat blitzschnell reagiert und mir bescheid gegeben dass am Montag der Prof. der die Kardiologische Abteilung leitet den Vorfall aufklären wird. Bin gespannt.

Kommentar von gerdavh ,

Das wusste ich natürlich nicht, dass da Ausdrucke existieren. Dann wünsche ich Dir alles Gute. lg Gerda

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