Frage von Charite17, 35

Herzmuskelbiopsie - ja oder nein?

Hallo liebe Community.

Ich bin zwanzig Jahre alt, männlich und habe im Februar eine Myokarditis gehabt. Diese verlief relativ schwer, es kam zu einer herabgesetzten linksventrikulären Funktion (von 65% auf 50%), zu Wandbewegungsstörungen und Vernarbungen. Ich werde an der Charité behandelt, und diese stellt mir jetzt die Frage, ob ich einer Biopsie zustimmen würde-mein ambulanter Kardiologe rät mir davon ab.

Was dafür spricht: -Die Ursache der Myokarditis ist bis heute unklar. Eigentlich hatte ich in den Wochen vor der Entzündung keine Infektanzeichen verspürt... Von dem berühmten "verschleppten viralen Infekt" kann also keine Rede sein. -Ich habe tatsächlich seit acht Monaten immer wieder Beklemmungsgefühle, Arrythmien, Herzrasen und starke Pulsschwankungen ohne erkennbare Ursache. Das könnte allerdings auch tatsächlich psychisch bedingt sein, stecke in einer etwas schwierigen Phase...

Was dagegen spricht: -Meine linksventrikuläre Funktion liegt mittlerweile wieder bei gesunden 65%, es ist also alles recht gut verheilt. -Die Wahrscheinlichkeit, bei einer Biopsie etwas zu finden, was man auch therapieren kann, ist sehr gering, glaubt man meinem ambulanten Kardiologen.

Wie würdet ihr entscheiden? MfG

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von GeraldF, 26

Das ist hier leicht: Welche therapeutische Konsequenz hätte hier der Nachweis eines cardiotropen Virus im Myocard wenn Ihre LV-Funktion wieder normal ist ? Würde man antiviral behandeln, wenn man etwas fände ? Und wenn ja, mit welcher Zielsetzung ?

Die Fragestellung ist rein akademisch. Man würde es halt gerne wissen. Sie auch, aber sich dafür mit einer Zange ein Bröckchen Herzgewebe aus der rechten Kammer reißen zu lassen ?

Fragen Sie den Charite-Kardiologen mal, wie er entscheiden würde, wenn es sein Sohn wäre...

Kommentar von Charite17 ,

Mein ambulanter Kardiologe hat mir Ihre Frage bereits im Vornherein beantwortet. Er würde seinem Sohn nicht davon abraten, er würde es ihm verbieten.

Wie sie sagen, die Frage ist tatsächlich rein akademisch. Das Argument des Charité-Arztes und einiger Ärzte, die zur Biopsie geraten haben, war "Wenn ich Sie wäre, würde ich wissen wollen, was ich habe".

Antwort
von Tigerkater, 20

Du hast die Frage schon selbst beantwortet :  "Die Wahrscheinlichkeit, bei einer Biopsie etwas zu finden.., ist sehr gering "

Ich würde weiter gehen, sie tendiert gegen Null !

Dafür würde ich mich keiner Herz-Biopsie unterziehen !!

Antwort
von GansHeitlich, 12

Hände weg von der Charite, die brauchen ihre Ops und Behandlungen auch, um die Fallzahlen zu schaffen und die vielen sich in der Ausbildung befindlichen Ärzte zu schulen. Habe leider schon sehr sehr schlimme Erfahrungen gemacht. 

In Berlin kann ich dafür das Westend-Klinikum empfehlen, schnellste Diagnostik in der Notaufname, sehr gute Versorgung.

Du hast einen sehr guten Arzt! Höre auf ihn.

LG

Antwort
von Taigar, 14

Hi Charite,

Ich musste mich mal für oder gegen eine Myokardbiopsie entscheiden, hab es trotz geringe Erfolgsaussichten auf Rat eines Arztes machen lassen.

Und auch wenn die Prozedur nicht so schlimm ist, würds nicht nochmal machen lassen. Denn einfach auf Gut Glück etwas am Herz rauszureißen .. Ne ne, lieber nur wenn es UNBEDINGT sein muss und nicht nur eventuell.

Überlegs dir gut.

Alles Gute!

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