Frage von einfallslos83, 111

Herzklappeninsuffizienz...ignorante Ärzte?

Wurde von gutefrage.net freundlich hierher verwiesen.

Hallo erst einmal und gleich vorweg, ich bin in den letzten Jahren bei so einigen Ärzten gewesen und werde offensichtlich immer wieder, entweder auf mein Alter oder mein Gewicht reduziert. Ich würde hier nicht fragen, wenn ich noch irgendwo vertrauen in die Ärzte hätte oder wüsste was ich nun noch tun soll...

Kurzfassung: Ich leide seit etwa 1998 (da war ich ca 16 Jahre alt) an einer Konditionsschwäche. Woher die kam, weis ich bis heute nicht. Plötzlich waren jeder leichte Anstieg, Treppen und Aufwärmrunden im Sport kaum noch zu packen. Dazu muss ich sagen, dass ich bis dato recht sportlich war, nicht rauchte und mein Gewicht völlig normal war. Plötzlich war alles anders und hat sich bis heute nur verschlimmert. Ich war bis heute bei vielen Ärzten. Zwischenzeitlich hab ich nun ein Kind und habe leider auch zugenommen. Das Abnehmen gestaltet sich schwer, wenn man kaum bis keine Kondition für Sport hat. Früher hieß es bei den Ärzten ich seie zu jung für diverse Ursachen. Man schob es schlicht auf mangelnde Bewegung (obgleich ich damals schon Job-bedingt eine Menge Bewegung hatte) und setzte gar keine weiteren Untersuchungen an. Jetzt bin ich 31 und über die letzten Jahre wurde es immer schlimmer. Mittlerweile hab ich Wasseransammlungen in den Beinen und erhöhten Blutdruck. Sobald ich versuche meine Kondition in den Griff zu bekommen, geht es los. Ein drückendes, einschnürendes Gefühl im Brustbereich bis hin zum brennen, wenn ich nicht gleich einen Gang zurück schalte. Mache ich dann noch weiter, wird mir heiß, schwindlig und speiübel. Treppen und Anstiege sind schlimmer denn je. Oftmals zieht es Minutenlang zwischen den Schulterblättern, hin und wieder im Hals und Kieferbereich und ich bekomme schwer Luft. Ich hab so viel über längere Zeiträume versucht. Selbst tägliches Fahrrad fahren hat nach über einem halben Jahr nicht die kleinste Besserung ergeben. Zwischenzeitlich wurde ein EKG beim Hausarzt gemacht und festgestellt, dass mein Herz Extraschläge macht. Nun war ich im letzten Oktober wieder im KH. Ich möchte nicht weiter mit Blutdrucksenkern und wasserlösenden Tabletten vollgepumpt werden ohne zu wissen, woher das alles kommt. Das Belastungs EKG lief genauso mies, wie das erste. Ich sagte es brennt und drückt, hab aber auch nicht aufgehört und das ziehen in den Beinen halt logischerweise auch erwartet. Notiert wurde 'nur' Muskelermüdung. Diesmal wurde dann auch eine Echokardiographie von zwei Ärzten durchgeführt. Beide teilten mir mit, dass ich eine leichte Herzklappeninsuffizienz habe. Im Befund der an meinen Hausarzt ging, wurde das mit keinem Wort erwähnt. Ich weis nun wirklich nicht mehr, was ich von alledem halten soll. Herzprobleme und Arterienverkalkung sind nebenbei in meiner Familie verbreitet. Ohne dass die Betroffenen sonderlich ungesund gelebt hätten.

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Antwort
von Mahut, 90

Hallo weist du wie hoch die Insuffizienz ist, wenn sie nur bei I/II liegt wird im allgemeinen noch nicht operiert, aber wenn du so leidest scheint es noch höher zu sein,

Ich hatte es auch vor einigen Jahren das meine Mitralklappe Insuffizienz wurde, es wurde aber gleich was unternommen, nachdem die ganzen Untersuchungen gemacht wurden, wurde ich dann operiert und mir eine neue Klappe eingesetzt, seitdem geht es mir richtig gut, bin seitdem total Herzgesund.

Ich kann dir nur Raten, wende dich doch mal an ein gutes Herzzentrum

Auskunft und viele Infos bekommst du auch bei

http://www.die-herzklappe.de/forums/index.php?act=idx

dort sind alles Leidensgenossen, auch mich findest du da.

Kommentar von einfallslos83 ,

So hoch schien sie nicht zu sein. Ich bin deswegen auch nicht panisch. Nur beunruhigt, dass es so gar nicht erwähnt wird. Schließlich will ich nicht in 5-10 Jahren feststellen, dass es schlimmer geworden ist weil ich es nicht ab und an mal kontrollieren lassen hab.

Und irgendwo muss das alles doch halt auch herkommen und 'das' ist das einzige, was mich wirklich beunruhigt, neben dem Umstand, dass es mein Leben nicht grad einfacher macht, keine paar Meter bergauf oder schneller laufen zu können.

Vielen dank für die Antwort und den Link. Ich werde mich dort mal umsehen und auch meinen Hausarzt noch einmal aufsuchen. :)

Antwort
von walesca, 111

Hallo einfallslos83!

Ich würde erst einmal beim Hausarzt und der Klinik alle Befunde anfordern. Gegen eine Kostenerstattung müssen sie Dir diese Befunde auch in Kopie aushändigen. Dann kannst Du alles in Ruhe nachlesen. Evtl. wäre es sinnvoll, damit dann noch einmal einen Ultraschall des Herzens machen zu lassen - bei einem anderen Kardiologen. Dazu musst Du aber nicht gleich wieder ins Krankenhaus, das geht auch ambulant!! Auch ich habe Ödeme in den Beinen, die aber inzwischen besser geworden sind, seit´bei mir Diabetes festgestellt wurde und ich damit gut eingestellt bin. Vielleicht solltest Du auch mal den Langzeit-Zuckerwert im Blut kontrollieren lassen. Der Langzeitwert sagt dabei viel mehr aus als der Akutwert!!! Sicher wäre es auch mal gut, eine Lungenfunktionsprüfung zu machen (incl. Belastungs- und Provokationstest). Auch dadurch kann Deine geringe Belastbarkeit bedingt sein.

Alles Gute wünscht walesca

Kommentar von einfallslos83 ,

Hmm, auf Diabetes hat bei mir soweit ich weis, noch niemand getippt und es wurden auch oft Blutproben genommen, um alles mögliche zu prüfen. In der ganzen Zeit war ich nun aber auch erst beim 2. Kardiologen, nachdem ich jahrelang ahnungslos herum gerannt bin und dauernd ohne weitere Tipps weggeschickt wurde, wenn die Allgemeinärzte mal wieder nichts gefunden haben. Gut, mir fällt grad ein, ich hatte dazwischen ein paar Jahre Eisenmangelanämie. Allerdings kam die nur hinzu. Denn als die Probleme schon da waren, bin ich noch drei Jahre fröhlich Blut spenden gegangen bis sie mich dann nicht mehr genommen haben. Die Lunge wurde noch vor dem Herzen zwei mal untersucht und nun auch zugleich noch einmal. Gerade weil ich zu Beginn, bei diesem brennenden Druck auch erst an die Lunge dachte. Ist aber soweit alles in Ordnung. Im Krankenhaus erfuhr ich zudem, dass die Tabletten, die mein Hausarzt mir verschrieben hat, nichts halbes und nichts ganzes sind. Da muss ich nun ohnehin noch einmal nachhaken.

Kommentar von walesca ,
..auf Diabetes hat bei mir soweit ich weis, noch niemand getippt und es wurden auch oft Blutproben genommen, um alles mögliche zu prüfen

Bei solchen Blutuntersuchungen wird der Langzeitzucker leider i.d.R. nicht mit untersucht. Das muss gesondert veranlasst werden. Bei mir wurden auch jahrelang etliche Dinge kontrolliert, nur der Zucker nicht!! Lass es einfach mal gelegentlich - zu Deiner eigenen Sicherheit - überprüfen. Dies nur als Tipp aus meinen kürzlich gemachten Erfahrungen. Um die Einnahme der Blutdrucksenker kommst Du leider nicht vorbei, denn die wirst Du lebenslang brauchen, da Du ja familiär vorbelastet bist. Mein Mann hat auch mehrere Jahre gebraucht, bis er das akzeptieren konnte. Inzwischen ist das kein Thema mehr, denn er möchte keine 7 Schlaganfälle bekommen wie sein Vater. Ich vermute mal, dass Du viel zu ehrgeizig an das Ziel herangehst, ein wenig Kondition aufzubauen. Lass es ganz ganz langsam angehen!! Nimm Dir erst kleine Strecken vor und steigere sie dann ganz allmählich immer ein wenig. Besonders geeignet dafür ist das Nordic-Walking, da es ganz nach Bedarf dosiert werden kann. Nach meinen vielen Infekten habe ich auch erst einmal nur 500 m geschafft - inzwischen laufe ich schon wieder ca. 2 km. Dafür habe ich aber auch 4 Wochen gebraucht! Nur nicht den Mut verlieren!! Beim Abnehmen kann Dir vielleicht dieser Tipp helfen. Je konsequenter Du dabei vorgehst, desto besser - aber bitte nicht übertreiben. Lieber langsam abnehmen, als eine Crash-Diät machen!! https://www.gesundheitsfrage.net/tipp/gesund-abnehmen-wie-geht-das LG

Antwort
von GeraldF, 85

Bei Ihnen lassen sich aus den geschilderten Symptomen 2 Verdachtsdiagnosen stellen, die abgeklärt werden müssen:

  1. eine Herzinsuffizienz und/oder
  2. eine koronare Herzkrankheit.

ad. 1. Die entscheidende Untersuchung ist die Echokardiographie, die offensichtlich hinsichtlich der Pumpfunktion ihres Herzens einen unauffälligen Befund erbracht hat. Die klappennahe (Mitral)Insuffizienz findet sich häufig als Zufallsbefund und ist pathogenetisch/therapeutisch nicht relevant. Wenn Sie höhergradig gewesen wäre, hätte man darauf reagiert und auch die Folgen der Insuffizienz in der gleichen Untersuchung sehen müssen (Vorhofvergrößerung, LV-Dysfunktion, ...). Auch eine diastolische Funktionsstörung wäre aktuell beschrieben worden, wenn die Symptomatik Belastungsluftnot zur Untersuchung geführt hätte.

ad.2. Hinsichtlich einer KHK (Brennen im Brustkorb bei körperlicher Belastung) ist die Aussagekraft des Belastungs-EKGs bei Frauen eingeschränkt. Eine KHK lässt sich bei negativem Befund nicht zu 100% ausschließen. Im Zweifelsfall muss man hier weitersuchen (Stressecho oder Coronarangiographie). Statistisch ist eine KHK in ihrem Alter und bei Ihrem Geschlecht eher unwahrscheinlich. Die positive Familienanamnese und möglicherweise weitere Risikofaktoren (Rauchen ? Diabetes bei Übergewicht ? Fettstoffwechselstörung) wären Argumente für eine weiterführende Diagnostik.

Kommentar von einfallslos83 ,

Das und Angina Pectoris, sind die Dinge, die mir bisher oft von Menschen gesagt wurden die betroffen waren oder beruflich damit zu tun hatten. Ich will mich nur auch nicht kirre machen und hab ein komisches Gefühl dabei, dem Arzt gleich eine eigene Diagnose auf den Tisch zu legen. Satt dessen versuch ich immer wieder haarklein die Symptome zu schildern nur um dann die scheinbar wichtigsten Fragen gestellt zu bekommen:

Wie viel wiegen sie?
Mit ca92kg (inkl.Wassereinlagerungen) auf 1,80 zuviel aber noch nicht grenzwertig. Treiben sie Sport? Ich hab keinen Führerschein, mach alles zu Fuß, wohne im Dachgeschoss und lauf als Alleinerziehende auch ne Menge rum um Dinge zu erledigen. Wie gesagt...Sport geht einfach nicht. Die Treppen machen mich schon fertig und trotzdem lauf ich zügig rauf und bekomm dann halt oben angekommen den Schlag, wenn der Druck richtig schlimm wird. Rauchen sie? Mittlerweile ja (seit drei Jahren) Zu Beginn des Ganzen nicht. Ich weis, ich sollte aufhören und bemühe mich, aber ich lass es mir nicht als Ursache verkaufen. Mit 17 haben die Raucher schon auf mich warten müssen, weil ich die Treppen nicht mehr rauf kam :)

Soweit ich weis, wurde nach den Gefäßen noch gar nicht wirklich geschaut. Stutzig machte mich da eher die Aussage des ersten Kardiologen nach den Untersuchungen. "Meine Werte seien mies, aber noch nicht mies genug als dass er weitere Schritte einleiten lassen würde." Ich fragte was für Schritte denn und er meinte sofort: "Herzkatheter." Warum gleich das? Es gab da noch ganz andere Untersuchungen, die nicht gemacht wurden? Zudem hab ich da noch eine Hintergrund-Information, die mir von den Damen und Herren wohl niemand abkauft, solange ich sie nicht schwarz auf weiß habe.

Mütterlicherseits verteilen sich in meiner Familie verkalkte Gefäße, Aneurysma, Stents und Bypässe an gro. Ab nem bestimmten Alter bekommen sie fast alle damit zu tun. Und da sich dies scheinbar in sehr vielen Fällen absolut nicht auf die Lebensweise der Verstorbenen zurück führen ließ (nicht geraucht, nicht getrunken, nicht fettleibig) wurde ein Verwandter auch wieder 'ausgegraben' und genauer untersucht. Laut Bericht liegt eine erhöhte, erbliche Vorbelastung für Gefäßerkrankungen vor. Leider ist meine Omi nach zig OPs und einer fast geplatzten Hauptschlagader dann nun auch verstorben und der Opa findet diese Akten nicht wieder. Also hab ich nichts weiter in der Hand. Ich hab immer mehr das Gefühl, beweisen zu müssen, dass ich nicht spinne.

Kommentar von GeraldF ,

Ohne Kenntnis der Befunde kann man das aus der Ferne nicht einschätzen. Eine weitere Diagnostik in Richtung KHK erscheint nicht abwegig (positive Familienanamnese, Nikotin, Adipositas, evtl. mehr - "miese Werte").

Die Möglichkeiten der nicht-invasiven KHK-Diagnostik sind beschränkt: Stressecho, Stress-Szinti, Cardio-MR/CT. Aber wenn man dort was findet, läuft es ohnehin auf den Katheter hinaus. Das Komplikations-Risiko einer rein diagnostischen Coronarangiographie ist gering.

Antwort
von Cardio, 69

Zu empfehlen sind weitere Untersuchungen wie Langzeit-EKG (aufgund der vermehrten Extraschläge, über 10.000 in 24 Stunden?). Laborwerte wie NT-pro-BNP, um eine diastolische Funktionsstörung zu erkennen. Bodyplethysmographie mit Diffusionstestung. Stress-MRT, um eine Durchblutungsstörung zu erkennen. Falls auffällig, dann Koronarangiographie. Anstatt Koronarangiographie empfehle ich ein Volumen-CT (Grönemeyer-Institut Uni Bochum). Dauert nur < 1 Sekunde und die Kerzkranzgefäße können dargestellt werden, anstatt 1% Risiko/Komplikationen bei einer Koronaragiographie.

Antwort
von Taigar, 68

Dein Hausarzt bekommt doch soweit ich weiß noch gesondert Bescheid was da gelaufen ist bei den Untersuchungen etc. Und wenn nicht kann dein Arzt auch vom Krankenhaus Info´s anfordern.

Extraschläge sind im grunde nicht gefährlich.

Kommentar von einfallslos83 ,

Ich weis nur, dass eine Arzthelferin auf meinen Wunsch am Telefon die Akte und den Befund vom KH durchschaute und mir mitteilte, dass dort nur 'keine auffälligen Befunde' drin steht. Was mich dann doch verwirrt hat, nachdem mir die beiden untersuchenden Ärzte im KH mitteilten, dass ich eine Herzklappeninsuffizienz habe. Davon weis mein Hausarzt also scheinbar nichts und mir wurde nun schon von verschiedenen Stellen mitgeteilt, dass sowas eigentlich überwacht werden sollte. Ich bin kein Typ, der wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt geht. Normalerweise sitze ich alles aus und gehe nur, wenn ich wirklich kaum noch kriechen kann und von Freunden und Verwandten genötigt werde.

Die Extraschläge haben mich auch nicht weiter beunruhigt. Eher das ganze Drumherum, was ich nun schon so lange ohne Besserung mit mir herum schleppe.

Kommentar von Taigar ,

Die Lösung ist doch so einfach. Sprech mit deinem Hausarzt darüber dass er dich in eine Klinik überweist wo eine erneute Echokardiographie durchgeführt wird, diesmal in einer anderen Klinik. Eine Echokardiographie ist ja eine ungefährliche Untersuchung, sollte also nichts dagegen sprechen.

Wenn dort etwas gefunden wird dann hat man es dokumentiert, wenn nichts gefunden wurde weisst du´s ebenfalls .. Von daher eine Win/Win Situation.

Kommentar von einfallslos83 ,

Ich habe von meinem Hausarzt mittlerweile eine Überweisung in die Angiologie bekommen. Die Sache mit der Insuffizienz werde ich dennoch, noch einmal ansprechen, weil es doch etwas ist, was ich selbst unter Beobachtung haben möchte bzw die Ursache dafür wissen möchte.

Ich hab was gegen Symptomvertuschung ohne nach den Ursprüngen zu suchen. ^^:

Danke für deine Antworten. :)

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