Frage von FineFrancy8, 688

Heftige Sehstörungen (Flimmern, Rauschen, Nachbilder, Mouches volantes,...) seit Sommer 2014, die mich stark belasten?

Hallo,

ich weiblich, 23 Jahre alt, bin auf der Suche nach Leidensgenossen, die mir helfen können.

Im Sommer 2014 fing alles an. Während der Autofahrt bemerkte ich am Himmel ein schattenähnliches „Zick-Zack“-Muster, welches sich schnell pulsierend auf einem Fleck bewegte. Dieses Phänomen tauchte bei Tageslicht und sehr hellem Kunstlicht auf und verschlimmerte sich von da an stetig.

Es breitete sich aus und überlagert nun den größten Teil meines Blickfelds. Wie es aussieht, ist schwierig zu beschreiben, aber es gleicht transparenten Wasserwellen, wodurch das Umfeld verschwommen wahrgenommen wird. Auf hellen Oberflächen äußert sich dies durch dunkle schattenähnliche Effekte, auf dunklen Oberflächen hingegen durch helle Überlagerungen. Nach kurzer Recherche vermutete ich ein Flimmerskotom, da es dem sehr ähnelt. Jedoch ist dieses zeitlich begrenzt aber bei mir durchgängig vorhanden.

Wenige Wochen nach dem Auftreten dieser Sehstörung, kamen weitere dazu. Im Vergleich zu diesem „Zick-Zack“ sind diese jedoch harmlos und psychisch erklärbar.

Zum einen fällt hierunter das „Visual Snow“-Phänomen, also ein ständiges Rauschen vergleichbar mit einem schlechten TV-Empfang. Zum anderen das“ Entoptic Phenomenom“ (blitzartigen Punkte bei hellen Hintergründen) Außerdem bereiten mir gemusterte Oberflächen Probleme, da ich immer konträr zum Muster verlaufene Linien sehe. Zusätzlich nehme ich ungewöhnlich lange Nachbilder wahr (mehrere Sekunden, sodass meine Bilder ständig mit Konturen überlagert sind)

Ich hatte diesbezüglich schon eine Odyssee unterschiedlicher Fachärzte hinter mir.

  • MRT: o. B.
  • Augenarzt: o. B. (bin stark kurzsichtig + hohen Augeninnendruck, der Augenarzt sieht dies jedoch nicht als Ursache)
  • EEG: leichte gesteigerte zerebrale Erregbarkeit
  • Psychotherapeutische Behandlung (etwa ½ Jahr): diagnostizierte eine generalisierte Angststörung und eine somatische Funktionsstörung

Der diagnostizierten Angststörung war ich mir jedoch im Vorfeld schon bewusst, doch im Moment geht es mir psychisch gesehen gut und sehe keine Gründe mehr für diese Symptome.

Eine Medikation mit Betablockern aufgrund meines Herzrasens führte zu einer starken Reduktion der „Zick-Zack“ Symptome. Nach einem Absetzen der Medikamente wegen eines zu niedrigen Blutdruckes und starker Müdigkeit kehrte jedoch auch dieses Symptom zurück. Ich muss zugeben, dass ich eine kleine Hypochonderin bin und ich weiß, dass viele dieser beschriebenen Symptome auf meine psychische Beschaffenheit zurückzuführen sind. Jedoch belasten mich diese optischen Erscheinungen sehr, da ich keine Aussicht genießen kann, Tageslicht vermeide und ich auch im Straßenverkehr sehr unsicher bin, d.h. Autofahren fällt bei mir weg.

Ich möchte auf diesem Wege nach Leuten mit ähnlichen Erfahrungen suchen und hoffe auch baldige Antworten.

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Antwort
von Alois, 676

Hallo FineFrancy8,

um überhaupt abgrenzen zu können, was hier organisch bedingt ist - oder eben nicht - muss man zunächst eine OCT Untersuchung  (= "optische Kohärenztomographie") in Ruhe sowie in Bewegung durchführen;

bei herkömmlichen Untersuchungen mit der Spaltlampe können Glaskörpertrübungen nämlich gar nicht wirklich erkannt werden.....

Erst wenn auch hier nichts gefunden wurde, ist es an der Zeit, sich auf die Psychoschiene zu begeben.

Liebe Grüße,  Alois

Kommentar von FineFrancy8 ,

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Ein OCT wurde bereits voriges Jahr durchgeführt, um eine Glaukom-Erkrankung auszuschließen. Der Befund zeigte, dass noch kein Glaukom vorliegt, ich mich jedoch im Grenzbereich bewege und daher alle 2 Jahre kontrolliert werden sollte. Die Augenärztin beteuerte aber immer wieder, dass derartige Symptome durch diese Erkrankung nicht ausgelöst werden.

Ob jedoch die OCT - Untersuchung in Ruhe und Bewegung durchgeführt wurde, kann ich nicht sagen? Was genau kann ich mir unter "Bewegung" vorstellen?

Können Sie sich vielleicht die Verbesserung des Phänomens "Zick-Zack" mit der Einnahme von  Betablockern erklären?

Kommentar von Alois ,

Nun ja, Betablocker wirken gewissermaßen beruhigend auf das Nervenkostüm - und der Zusammenhang mit der Psyche scheint dir ja klar zu sein.....

´"OCT in Bewegung" wird in der Regel so durchgeführt, dass der Patient während der Untersuchung ein Video guckt - und man muss explizit den Glaskörper  untersuchen (nicht nur die Linse selbst wie beim Glaukomverdacht).

LG,  Alois

Antwort
von StephanZehnt, 533

Hallo F..,

was haben wir einen zu hohen Augeninnendruck  -> Normalwert liegt zwischen 10 und 20  mmHg. Wie hoch Deiner ist ?

Du hast auf Grund von Herzrasen einen Betablocker eingenommen. Was Dein Problem gebessert hat! 

Es gibt eine Wechselwirkung zwischen dem Augeninnendruck und dem Blutdruck der Blutgefäße im Bereich des Sehnervkopfes Ich kann das Ganze nicht so wissenschaftlich erklären wenn allerdings der Augeninnendruck erhöht ist und gleichzeitig der Blutdruck in den Sehnervkopf etwas erhöht ist, ist das besser als wenn der Blutdruck niedrig ist.

Du kannst sicher in solch einem Forum erfahren wo Du etwas nachfragen kannst speziell zu Deinem Problem

http://49777.forumromanum.com/member/forum/forum.php?action=std\_tindex&USER...

oder auch  sehbehinderung.de/index.php?menuid=1

Gruss Stephan

Kommentar von FineFrancy8 ,

Hallo Stephan, vielen Dank für die Antwort. Mein Augeninnendruck bewegt sich zwischen 18-23 mmHg. Jedoch war laut Arzt eine Behandlung mit Augentropfen noch nicht notwendig.

Du hast geschrieben:

 "....wenn allerdings der Augeninnendruck erhöht ist und gleichzeitig der Blutdruck in den Sehnervkopf etwas erhöht ist, ist das besser als wenn der Blutdruck niedrig ist. " 

Diesen Teil verstehe ich nicht ganz. Wieso sollte das besser sein, wenn der Blutdruck erhöht ist? Kannst du das nochmal erklären? 

lg 

Kommentar von StephanZehnt ,

Nun unterschiedliche Drücke in der Physik suchen immer nach Möglichkeiten sich auszugleichen. Egal ob beim tauchen oder beim Wetter.usw..

Beim Menschen kann z.B. die Ohrtrompete (Eustachische Röhre) für einen Druckausgleich sorgen.Allerdings nur bei Schluckbewegungen.

Genau so ist es im Kleinen großer oder größerer Druck im Augeninneren und kleiner oder kleinerer Druck in der Blutversorgung des Sehnervs. Wen nun hier ständig ein Druckausgleich stattfinden muss wird der Sehnerv mit der Zeit geschädigt.

Das heisst in Deinem Fall das Ganze einmal bei einem anderen Augenarzt abklären am besten in einer Augenklinik falls das möglich ist. Zur Not mit der Krankenkasse einmal wegen Arzttermin Kontakt aufnehmen!  Ich weis nicht ob Du irgendwo auf dem flachen Land oder in der Stadt wohnst.LG

Antwort
von mimmibo, 366

Hallo, würde mich mal interessieren, ob es dazu eine Diagnose gibt. Ich habe fast die gleichen Symptome.

Kommentar von FineFrancy8 ,

Hey, nein leider wurde noch keine genaue Ursache diagnostiziert.

Ich habe im April einen Termin in einer Augenklinik, jedoch gehe ich stark davon aus, dass diese Beschwerden nicht aufgrund einer Augenerkrankung bestehen.

Was sind denn deine Hauptbeschwerden?

Das was ich letzendlich sehe sind "entoptische Phänomene". Darunter versteht man visuelle Effekte, die innerhalb des Auges selbst entstehen und vollkommen normal sind, jedoch von sehr wenigen Personen wahrgenommen werden. Psychische Komponenten wie z.b. Stress können diese auslösen.

> Hier werden viele entoptische Phänomene beschrieben, vielleicht hilft es dir ;):

http://www.klartraumforum.de/forum/showthread.php?tid=13159

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