Frage von PFOTCHENHOTEL, 235

Hausarzt verschreibt mir plötzlich keinen Kassenrezept für Pangrol

Jahrelang habe ich Pangrol 40.000 für meine Bauchspeicheldrüse verschrieben bekommen. Seit einige Monate habe ich den Hausarzt gewechselt. Der neue Hausarzt hat mich heute überrascht :

" Dieser Medikament kann ich Ihnen nur privat verschreiben, weil für Kassenrezept er viel zu teuer ist."

Auf mein Hinweis, das ich ihm die internistische Befunde und Beschlüsse früher vorgelegt habe und immer dieser Medikament mit Kassenrezepten und auch stationär ohne Problem bekommen habe, hat er mir folgendes geantwortet:

" Trotz internistische Untersuchungen, habe ich über die Sinnigkeit zu entscheiden, weil ich, der Hausarzt, höher als Internisten bin."

Dabei hat er mich nicht einmal selbst untersucht, außer einen kleinen Blutbild.

Jetzt bin ich verblüfft, verwirrt und frage mich - Was ist denn los ? Habe ich vielleicht was in der Politik des Gesundheitssystem verpasst ? Bei sehr kurze Gesprächszeiten sind die Ärzte an Patienten überhaupt nicht interessiert, Oder meine Ansprüche sind zu hoch ?

Liebe Leser, für jeden Antwort bin ich in voraus dankbar

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von StephanZehnt, 235

Hallo PFOTCHENHOTEL,

auch so etwas muss ein Arzt beachten.

http://www.kvberlin.de/40presse/50publikation/10bubu/2009/01_sonder/30arzneimitt...

Ja und da gilt was Medicus 92 geschrieben hat es wird nur bei den genannten Indikationen verschrieben. Ja und dann geht man halt zum Internisten und der verschreibt dann das Medikament wenn die Indikation vorliegt. Das Medikament kostet übrigens 32,90 € - 50 Tabletten.

Wenn man nicht an dem Hausarztmodell teilnimmt wo alles der Hausarzt regelt, kann auch der Internist bzw. andere Ärzte ein Medikament verschreiben!

VG Stephan

Antwort
von Medicus92, 195

Hallo,

Pangrol darf nur in Ausnahmefällen auf einem Kassenrezept verordnet werden. Die Ausnahmen sind folgende:

  • Nur zur Behandlung chronischer, exokriner Pankreasinsuffizienz oder Mukoviszidose

Hast Du eine von den genannten Erkrankungen, ist das Arzneimittel auch erstattungsfähig!

Liebe Grüße

Medicus92

Kommentar von gerdavh ,

Wie schön, wenn einem in einer Antwort gerade bestätigt wird, was man selbst geschrieben hat. Liest Du auch die Beiträge anderer?

Kommentar von PFOTCHENHOTEL ,

Ich habe mich erst vor eine halbe Stunde bei gesundheitsfrage.net registriert. Eigentlich das ist meine erste Frage im Internet.

Kommentar von walesca ,

Mit dem Kommentar von @gerdavh bis Du, @PFOTCHENHOTEL ganz sicher nicht gemeint, sondern sie hat nur die Antwort von @Medicus92 kommentiert!!!! Übrigens: Willkommen hier im Forum!! Auf gute Zusammenarbeit! LG

Kommentar von Medicus92 ,

@ Gerda - Die Antworten der anderen User lese ich eher selten! Warum denn auch? Sie bringen mir doch nichts! Ich weis ja die Antwort, auf die gestellte Frage. Sonst hätte ich sie ja auch nicht beantwortet. In diesem Fall habe ich Deine Antwort übersehen. Sorry! Liebe Grüße Medicus92

Antwort
von Meelia, 160

hallo,

die Art und Weise wie der Hausarzt die Verweigerung kommuniziert hat ist nicht in Ordnung. Das ändert aber nichts an der Tatsache, das es Arzneimittelrichtlinien gibt für die Verordnung von Medikamenten. Befolgt er diese nicht, bekommt er Regressforderungen. Das heißt nichts anderes, als das er die Kosten der Medikamente selbst zu tragen hat.

Wenn in einer Hausarztpraxis durchschnittlich 1000 Patienten pro Quartal behandelt werden, kann man sich ausrechnen, was dann für Summen entstehen.

Das Medikament Pangrol ist ein Pankreasenzym und zählt unter diese Medikamente. Es gibt strenge Indikationen für die Verschreibung. Es darf nur verschrieben werden bei :

  • chronischer, exokriner Pankreasinsuffizienz
  • Mukoviszidose
  • Behandlung der funktionellen Pankreasinsuffizienz nach Gastrektomie bei Vorliegen einer Steatorrhoe

sofern diese Diagnosen nicht zutreffen, ist es nicht der Arzt, der die Verschreibung verweigert, sondern die Krankenkassen, dort sollte man sich hinwenden.

Antwort
von gerdavh, 149

Hallo, ich habe mal nachgesehen, die sind teuer, aber wenn sie Dir bislang geholfen haben und Dein Internist der Ansicht ist, Du solltest dieses Medikament einnehmen, gehe doch zu Deinem Internisten und lasse sie Dir dort verschreiben. Was soll das denn heißen, Ich der Hausarzt habe mehr zu sagen, als der Internist? Größenwahn? Ich würde den Arzt wechseln; wenn Du die selbst bezahlen musst, kostet eine Großpackung zwischen 92,-- und 103,-- Euro!

https://www.google.de/search?q=pangrol+40000+preise&ie=utf-8&oe=utf-8&am...:de:official&client=firefox-a&channel=sb&gferd=cr&ei=ax9SVO-OqKh8wfKrYG4DQ#q=pangrol+40000+preise&rls=org.mozilla:de:official&channel=sb&tbm=shop

Alles Gute. lg Gerda

Kommentar von gerdavh ,

Ich habe was Interessantes gefunden. Pankreas-Enzyme sind nur bei chronischer, exokriner Pankreasinsuffizienz (Nachweis!) und Mukoviszidose verordnungsfähig. Lies das mal durch

http://www.kvberlin.de/40presse/50publikation/10bubu/2008/01_sonder/30arzneimitt...

Wobei ich anmerken muss, das hätte der Arzt Dir auch einfach erklären können, statt so arrogant aufzutreten. Ich wöllte mich nich von einem Arzt behandeln lassen, der ein solches Benehmen an den Tag legt.

Kommentar von PFOTCHENHOTEL ,

Danke für deine Unterstützung. Der HA hat mir auch gesagt, ich brauche nicht zu Internisten wieder gehen, weil er das schon entschieden habe, und falls ich nicht damit einverstanden bin, soll ich mir ein anderen HA aussuchen. Mein Problem ist auch, dass er der einziger in meiner Umgebung, den ich zu Fuß erreichen kann. Und ich vermute auch, dass alle Ärzte ziemlich gleich sind.

Kommentar von gerdavh ,

Nein - glücklicherweise sind nicht alle Ärzte so. Dieser Hausarzt hat überhaupt nicht zu entscheiden, ob Du zu einem Internisten gehst. Ich glaub, es geht los. Wir haben freie Arztwahl, für einen Internisten brauchst Du keinen Überweisungsschein. Such Dir einen anderen Hausarzt und wenn Du deshalb auch mal mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren musst. Willst Du Dich wirklich von so einem arroganten Menschen behandeln lassen, nur weil er bequem zu erreichen ist? Stell Dir mal vor, Dir geht es mal wirklich schlecht und dann sitzt Dir so ein Arzt gegenüber. Na, ich danke.

Kommentar von gerdavh ,

Dieses Verhalten von diesem Hausarzt ärgert mich geradezu. Weißt Du, was ich an Deiner Stelle machen würde. Geh mal zu Deinem Internisten und erzähle dem wortwörtlich, was dieser HA gesagt hat. Ich könnte mir vorstellen, dass es dann ein nettes Telefongespräch zwischen den Beiden gibt.

Kommentar von walesca ,

Gerda, das ist eine geniale Idee!! Von so einem arroganten Arzt würde ich mich auch nicht behandeln lassen. Lieber würde ich 100 km weit fahren und dann ernst genommen werden!! Kaum zu glauben, was sich mancher Mediziner so erlaubt wenn er keine ortsnahe Konkurrenz hat! Da hilft es nur, sich zu wehren! LG

Kommentar von PFOTCHENHOTEL ,

Das wäre lustig. Schade, das ich die Taktik Zwietracht zu säen nicht beherrsche.

Kommentar von walesca ,

Wenn Du dich gegen so viel Arroganz von Deinem Hausarzt wehrst, hat das doch wirklich nichts mit "Zwietracht säen" zu tun! Niemand braucht sich so von seinem Arzt behandeln lassen. Aber es ist natürlich Deine Entscheidung, ob Du weiterhin dort hin gehst, oder doch lieber den Arzt wechselst. Zum Glück gibt es auch noch welche, die ihre Patienten als mündige Bürger behandeln, die auch Rechte haben. LG

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