Frage von wolfsus, 18

2009 und 2014 bekam ich jeweils ein neues Hüftgelenk eingesetzt. Wo kann man die Behinderung eintragen lassen und wo stellt man einen Gleichstellungsantrag?

Antwort
von Lexi77, 13

Hallo!

Grundsätzlich stellt man einen Antrag auf Feststellung eines Grades der Behinderung beim zuständigen Versorgungsamt. Entweder holt man sich einen Antrag bei seiner Stadt-/Gemeindeverwaltung, oder man druckt ihn sich von der entsprechenden Seite (s. Link) aus dem Internet aus. In manchen Bundesländern kann man den Antrag sogar online stellen.

Hier mal eine Übersicht der einzelnen Bundesländer mit den entsprechenden Formularen und/oder Zuständigkeiten: http://www.einfach-teilhaben.de/DE/StdS/Schwerbehinderung/GdB\_Ausweis/karte\_au...

Auf den Seiten findest du auch viele weitere Infos zu deiner Frage.

Einen Gleichstellungsantrag kann man erst dann stellen, wenn man einen GdB von mindestens 30 aber unter 50 zuerkannt bekommen hat. Das macht man bei der Agentur für Arbeit. Und auch dann müssen verschiedene Bedingungen vorliegen (z.B. Erhalt des Arbeitsplatzes etc.). Das kannst du aber sehr leicht googeln. Aber wie gesagt, das wäre erst ein zweiter Schritt. 

Zur Feststellung einer Behinderung füllst du den Antrag aus und am besten legst du auch alle Arztberichte und Befunde, die die zu der Erkrankung hast, als Kopie dem Antrag bei. Das kann die Bearbeitungszeit deutlich beschleunigen. Falls du keine Unterlagen beilegst oder diese nicht ausreichen, werden weitere Informationen bei deinen Ärzten angefordert, für die du eine Schweigepflichtentbindung (im Antrag) unterschreibst.

Die Beurteilung, ob eine Behinderung vorliegt oder nicht, richtet sich insbesondere nach den sog. versorgungsmedizinischen Grundsätzen. Die kannst du hier finden: http://www.gesetze-im-internet.de/versmedv/anlage.html

Da findet man z.B. zu Hüft-Endoprothesen unter Punkt 18.12 folgendes:

Endoprothesen: Es werden Mindest-GdS angegeben, die für Endoprothesen bei bestmöglichem Behandlungsergebnis gelten. Bei eingeschränkter Versorgungsqualität sind höhere Werte angemessen.
Die Versorgungsqualität kann insbesondere beeinträchtigt sein durch 

- Beweglichkeits- und Belastungseinschränkung, 

- Nervenschädigung, 

- deutliche Muskelminderung, 

- ausgeprägte Narbenbildung, 

Die in der GdS-Tabelle angegebenen Werte schließen die bei der jeweiligen Versorgungsart üblicherweise gebotenen Beschränkungen ein.     

Hüftgelenk:  bei einseitiger Endoprothese beträgt der GdS mindestens10 

bei beidseitiger Endoprothese beträgt der GdS mindestens20

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Sollte also mit deinen Hüften soweit alles gut verheilt sein und sonst keine weiteren Erkrankungen vorliegen, wird da sicher nicht allzu viel für dich bei raus kommen. 

Wenn du mit "Grad der Behinderung" ggf. kombiniert mit "Ausweis" googelst, dann findest du noch viele weitere Infos zu dem Thema.

Viel Erfolg! Lexi

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