Frage von Besorgtesie, 41

HALLO zusammen. Es geht um meinen Bruder, er ist Alkoholiker, depressiv und ist meiner Meinung nach auch noch paranoid... Was kann ich tun?

Vor ca fünf Jahren haben seine Paranoia einen ersten Höhepunkt erreicht. Er hat inzwischen alle Freunde vergrault, die meisten Familienmitglieder auch. Nur mich schreibt er dann und wann Mal an und klagt sein Leid, macht mir aber auch Vorwürfe und sagt solche Dinge wie:" wird Zeit das du stirbst" oder" ihr seid doch Schuld an meiner ganzen scheisse" , einmal hat er mir vorgeworfen ich hätte ihn bei so einer assi tv Sendung( mitten im Leben oder ähnliche Formate) vorgestellt, bzw angeworben...das war so: er wurde bei einer Bekannten social Media Seite von einer unbekannten angeschrieben, er sieht sich ihr Profil an und sieht das eben diese Frau bei einem tv Sender arbeitet und meldet sich dann bei mir und meint, wie oben beschrieben, das ich diese Frau auf ihn angesetzt hätte.... Oder fragt er mich warum ihn alle Leute auf der Straße angrinsen... Unsere Mutter ist vor knapp zehn Jahren gestorben und er war dabei als es zu Ende ging. Seid dem trinkt er. Erst nur am Wochenende und mit Freunden, aber seid ca fünf Jahren trinkt er täglich, Schnaps und andere Sachen... Er hat Probleme mit dem Magen und so weiter, ich schiebe das auf den Alkohol. Er hat mich wieder, nach gut nem Jahr gar keinen Kontakt, angeschrieben und sagt er hat Depression und er sich am liebsten umbringen will. Ich habe ihm vorgeschlagen er solle doch Mal zum Therapeuten gehn und sich helfen lassen, er antwortet, ihm sei alles egal und er vertraut auch keinem, ich schreibe er soll es doch wenigstens mal versuchen... Keine Antwort... Ich will ihm gerne helfen, er ist ja mein Bruder und ich hab ihn lieb... Aber er will ja nicht.... WAS KANN ICH TUN???

Danke schon mal....

Antwort
von Lydia304, 19

Oje, dein Bruder braucht dringend Hilfe!

Eine Psychotherapie wäre allerdings erst möglich, wenn er seine Alkoholsucht erfolgreich überwunden hat. Dann kämen die psychischen Probleme zutage, die er mit Alkohol überdeckt und könnten und sollten bearbeitet werden. Zunächst wäre also eine Einrichtung bzgl. Sucht/Alkohol die erste Anlaufstelle, z.B. eine Beratungsstelle. Vermutlich ist eine stationäre Entwöhnung nötig. Allerdings wirst Du ihn nicht zwingen können. Ohne seine Motivation geht da nichts. Die Frage ist, ob Du eine Chance hast, ihn dazu zu kriegen, zumindest erstmal zu einer Beratung zu gehen (vielleicht gemeinsam). Es wird von seinem Leidensdruck abhängen. Und ob Du - oder eine andere Vertrauensperson in seinem Umfeld - ihm vermitteln kannst, dass er Hilfe braucht, und Du nur helfen willst.

Viel Glück und Erfolg!

Antwort
von LebeMehr, 6

Auch HALLO :-)

Wirklich toll, dass du deinem Bruder helfen möchtest.

Alkohol ist nicht das Problem deines Bruders. Alkohol ist das Symptom.

So wie es aussieht hat dein Bruder den Glauben an sich und die Welt verloren.

Vielleicht hilft dir der Artikel weiter:

www.Selbsthilfe-alkoholproblem.de/alkoholismus-verstehen

Kritik, Vorwürfe und Bevormundung sind Benzin auf das Feuer von Alkoholismus.

Auch wenn es von außen gerechtfertigt, richtig und notwendig erscheint.

Weil man so in der Wunde von Menschen mit Alkoholproblemen bohrt.

Mein verstärkt damit eben jene Gefühle - Selbsthass, Minderwertigkeitsgefühle, Hilflosigkeit - die der Trinker mit Alkohol wegzuspülen versucht.

Wenn du ihm helfen willst, schau mal, ob du irgendwie dazu beitragen kannst, das Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen deines Bruders wieder herzustellen.

Zum Beispiel könntest du ihm sagen, dass ...

... du ihn liebst und an ihn glaubst. ... du ihm vertraust das Richtige zu tun. ... du seine Entscheidung zu trinken respektierst, weil du ihm vertraust, dass er selbst weiß, was für ihn das Beste ist. ... du weißt, dass er fähig ist alles zu erreichen, wovon er träumt.

Zum Schluss noch ein Zitat von Goethe:

Wer die Menschen so behandelt, wie sie sind, der macht sie damit schlechter. Wer aber die Menschen so behandelt, wie sie sein könnten, der macht sie damit besser.

Alles Gute euch beiden!

Antwort
von Grillmaxboy, 18

Kannst du mit ihm zum Arzt gehen? Würde er sich darauf einlassen, was meinst du?

Antwort
von oxala, 23

Ich gehe mal davon aus das du oder er bei einer Beratungstelle für Suchtkranke gewesen seit. Wenn nicht, sollte das umgehend gemacht werden, ob das was bringt ist wieder eine andere Frage, besser als nicht machen auf jeden Fall. Beratungstellen bietet dazu das rote Kreuz an, Caritas und andere.

Viel Erfolg an dieser Stelle schon mal.

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