Frage von Smiley2003, 42

Hallo Leute, Mein Cousin ist gestern gestorben. Er ist an Leukemie (Blutkrebs) erkrankt. Ich bin psyisch total am Ende.Was soll ich machen?

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Antwort
von Lexi77, 35

Hallo Smiley,

erstmal mein Beileid zum Tod deines Cousins! So eine Situation ist wahrlich nicht leicht, wahrscheinlich war er auch noch nicht so alt.

Wie man mit dem Tod eines lieben Menschen umgeht, war vor kurzem auch noch Thema bei uns, als mein Onkel an Krebs verstorben ist.

Wichtig ist, dass man das macht, was einem gut tut!! Ist dir nach heulen zumute, dann heute. Lass die Trauer raus. Versuche nur nicht, dieses Gefühl zu unterdrücken, weil es dir vielleicht peinlich wäre, vor anderen zu weinen. Das muss dir überhaupt nicht peinlich sein! Vielleicht ist den anderen auch nach weinen zumute, dann weint ihr ein Stück zusammen.

Vielleicht ist dir aber auch nach reden. Mit anderen zu reden ist auch wichtig! Redet über schöne Erlebnisse mit dem Verstorbenen. So erhaltet ihr ihn auch ein Stück lebendig. Ihr dürfte da bei lustigen Erinnerungen auch ruhig lachen! Manche glauben ja, dass man in so einer Situation nicht lachen dürfte. Ich persönlich finde das Quatsch. 

Es gibt einen schönen Spruch, den viele hier in Trauer anzeigen schreiben, den finde ich sehr schön: 

"Wenn ihr an mich denkt, seid nicht traurig.
Erzählt lieber von mir und traut euch ruhig zu lachen.
Lasst mir einen Platz zwischen euch, so wie ich ihn im Leben hatte."

Vielleicht hat dein Cousin zum Ende hin auch gelitten. So schwer es auch ist, wenn man sich klar macht, dass er nun nicht mehr leiden muss, so kann das auch die Trauerarbeit erleichtern. Mir hat dieser Gedanke bei meiner Oma damals sehr geholfen.

Und wenn dir danach ist, dich mal richtig auszupowern, dann nach das ruhig. Auch das kann helfen und befreien. Machst du einen Sport? Dann geh ruhig hin, Sport kann einen freien Kopf machen und ebenfalls sehr hilfreich sein. Oder setze dich auf dein Fahrrad und fahre eine große Runde durch die Natur. Eine Bekannte, deren Mann vor längerer Zeit gestorben ist, spielte regelmäßig Tennis. Nach dem Tod ihres Mannes ist sie nach einer Woche zu einem Tennisspiel mit einer Freundin gegangen. Ein Teil der Leute meinte dann " wie kann sie nur...", "der ist doch erst eine Woche tot, das geht doch nicht" etc. Ich fand das sehr gut, dass sie sich nicht vergraben hat und gleich wieder raus gegangen ist. Bei jemandem der regelmäßig joggt, würde ja auch keiner was sagen, wenn er sich die Schuhe anzieht und los läuft. Sie sagte dann auch hinterher, dass es ihr richtig gut getan habe! Warum also nicht?

Wenn du dir Hilfe suchen möchtest, kannst du dich auch an sog. Trauercafes wenden. Das sind Einrichtungen (bei uns z.B. von der Kirche aber für jeden offen), in denen meist ausgebildete Trauerbegleiter mit Rat und Tat zur Seite stehen. Außerdem gibt es dort auch Gesprächsrunden mit anderen Betroffenen. Manchmal ist es ja leichter, mit Außenstehenden zu sprechen. Vielleicht gibt es sowas ja auch in deiner Nähe: http://www.trauercafe.de

Ich wünsche dir alles Gute für die kommende Zeit und viel Kraft!

Lexi!

Kommentar von Lexi77 ,

Hier kannst du über eine Umkreissuche nach einem Trauercafe in deiner Nähe suchen: http://www.trauergruppe.de

Kommentar von alegna796 ,

Liebe Lexi, Dein Beitrag und der Spruch...super!

Kommentar von Lexi77 ,

Danke!

Antwort
von rob11, 28

Hallo Smiley2003,
mein tief empfundenes Beileid für deinen Verlust.

kreuzkampus hat schon recht, eine wirklich gute Idee

Ich könnte lange herum reden, aber ich erzähle dir einfach was mir geholfen hat..

Mein Vater ist auch an Krebs gestorben als ich noch recht jung war. Die ersten Stunden waren wirklich schwer. Wir standen eine gefühlte ewigkeit vor dem Krankenhaus auf dem Parkplatz - wir haben nichts gesagt. Wir waren da um uns zu verabschieden, kurz nachdem er auf der Krebsstation gestorben ist. Es war ein wirklich schwerer Schritt ins Zimmer, noch schwerer zu gehen, - möchte es aber wirklich nicht missen das wir da waren. Wenn du die Möglichkeit hast, dann würde ich es tun. Wenn nicht, vielleicht einfach nochmal zum Krankenhaus um sich innerlich zu verabschieden.

Die folgenden Stunden war ich alleine, da denkt man viel nach - oder lässt die Zeit einfach verstreichen, Lust zum reden hatte ich nicht. Danach waren wir beisammen, oder war ich bei einem Freund? Die Hauptsache war, dass ich nicht alleine war, mal lief der Fernsehr, mal Musik. Der Kloß im Hals war zwar immer noch da, aber es war deutlich schöner nicht alleine zu sein.

Gruß
Rob

Antwort
von Mahut, 26


Mein tiefstes Beileid,

Es gibt Trauerbegleiter, vielleicht hat das Beerdigungsinstitut eine Adresse in deiner Nähe. Vielleicht können die dir und deiner Familie helfen.

Antwort
von kreuzkampus, 24

Ruf' die "Telefonseelsorge" an.

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