Frage von SvenjaSvennein, 95

Haben demenzkranke Menschen ein normales Hungergefühl?

Meine Oma ist demenzkrank. Sie ist momentan aufgrund eines Sturzes im Krankenhaus, hat sich aber zum Glück nicht shcwer verletzt, sodass sie bald wieder entlassen werden kann. Ich habe sie gestern besucht und da war sie gerade mit essen beschäftigt. Sie hatte 2 Scheiben Brot mit Butter und Wurst, etwas Salat und einen Jogurt. Nach eineinhalb Scheiben Brot und dem Salat meinte sie, dass sie satt sei und dass das alles zu viel sei. Dann habe ich zu ihr gesagt, dass sie den Rest einfach stehen lassen kann, dass sie das nicht aufessen muss. Und dann hat sie gesagt:"Nein, ich will das noch essen!" Dann hat sie es tatsächlich alles noch aufgegessen obwohl sie davor gesagt hat, dass sie so satt sei. Da habe ich mich gefragt, ob bei einer demenzkranken Frau das Hunger- und Sattheitsgefühl noch richtig wahrgenommen werden?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Winherby, 92

Hallo Svenja,

in diesem geschilderten Fall hört es sich eher nach einer typischen Haltung der älteren Generation an. Da wird nix weggeschmissen oder verkommen gelassen. Sehr alte Menschen haben in ihrer Jugend oft sehr schlechte Zeiten ( Krieg, Defation, Inflation, allgem. Armut ) mitmachen müssen. Das prägte für´s ganze Leben. Da wird gespart und das Licht im Zimmer ausgemacht wenn man rausgeht, die Wäsche wird gewaschen wenn sie schmutzig ist und nicht nur weil man sie einmal anhatte, der Mittagsteller wird mit einem Stück Brot sauber gewischt wenn Soßenreste drauf sind, da wird eben nicht eine halbe Scheibe Brot weggeschmissen, wenn die doch noch in den Magen passt, obwohl der Hunger eigentlich bereits gestillt ist.

Tatsächlich aber kann die Demenz das Hungergefühl / Sättigungsgefühl stark beeinträchtigen. In der Fam. meiner Frau hatten wir den Fall, dass die Großtante locker mehrere Teller gegessen hat, nach einer halben Stunde kam die Frage, wann es denn endlich mal was zu Essen gäbe. LG, Winherby

Antwort
von IngmaramgnI, 75

Ich denke deine Oma hat auch eine Art Fressneid entwickelt. Sie weiß ja nicht, wann sie das nächste Mal wieder etwas zu essen bekommt und hat Angst, dass man ihr das Essen wegnimmt. Man könnte ihr auch vorschlagen, dass sie das einfach stehen lassen soll und später essen soll. Das kann man sicher irgendwie mit der Schwester vereinabaren. Gerade einen Jogurt muss sie sich dann ja wirklich nicht mehr reinzwingen. Hunger und Sattheit können gestört sein, müssen aber nicht. Wichtig ist, dass man auf eine ausreichende Trinkmenge achtet.

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